Warum trinken Veganer keine Milch?
Gesundheitliche Gründe
Milch ist bei allen Säugetierarten - also auch beim Menschen - Babynahrung. Sie versorgt den Nachwuchs mit allen wichtigen Nährstoffen, bis dieser feste Nahrung verdauen kann.
Für Babys empfehlen Ernährungsberater das natürliche Stillen mit Muttermilch. Dies wird selbstverständlich auch von Veganern befürwortet und praktiziert.
Der Mensch - als Säugetier - benötigt nach der Entwöhnung (also nach dem Säugealter bzw. dem Abstillen) keine Milch mehr. Die Produktion des körpereigenen Enzyms Laktase geht zurück und der Milchzucker kann nicht mehr optimal verwertet werden. Diese Laktoseintoleranz äußert sich bei vielen Menschen durch Verdauungsbeschwerden. In Ländern, in denen nach dem Säugealter keine Milch mehr konsumiert wird, haben fast alle Menschen Laktoseintoleranz.
Das Gegenteil einer Laktoseintoleranz ist die Laktosetoleranz. Eine wirkliche Milchverträglichkeit gibt es nach dem Säugealter nicht mehr.
Übrigens: Auch Hunde und Katzen entwickeln Laktoseintoleranz - sie lieben zwar bereitgestellte Kuhmilch, können diese aber ebenfalls nur schlecht verwerten (und haben in der Natur ohnehin keine Chance, an Kuhmilch zu gelangen).
Der Verzehr von Milch nach dem Säugealter entspricht - ganz natürlich - nicht den biologischen Bedürfnissen des menschlichen Körpers. Schon gar nicht der Konsum artfremder Milch.
Warum?
Kuhmilch hat eine andere Zusammensetzung als Muttermilch, ist z. B. reich an Eiweiß und speziell auf die Bedürfnisse von Kälbern abgestimmt.
Würden Sie die Milch einer fremden Frau trinken?
Der Schritt von der Muttermilch zur Kuhmilch wird als "normal" angenommen. Doch viel logischer wäre doch der Konsum von menschlicher Muttermilch anderer Frauen (unabhängig von ethischen und wirtschaftlichen Aspekten). Dass diese Vorstellung bei vielen Menschen Ekel verursacht zeigt doch, wie unlogisch es ist, als Heranwachsender oder Erwachsener Kuhmilch zu trinken. Und ein Kuheuter ist weder hygienischer noch ein besserer Milchlieferant.
Tierschutz und Ethik
Auch ethische Gründe sprechen aus Sicht vieler Veganer gegen den Verzehr von Kuhmilch. Wie bei anderen Säugetieren (inkl. dem Menschen) auch, muss eine Milchkuh erst ein Kalb zur Welt bringen, bevor der Milchfluss beginnt. Aufgrund des wirtschaftlichen Drucks werden die Kälbchen meist schon im jungen Alter geschlachtet. Milchkühe werden jährlich künstlich befruchtet und erreichen in der Regel nicht einmal ein Alter von sechs Jahren - dann lässt die Milchleistung nach und die Tiere werden damit unwirtschaftlich. Die natürliche Lebenserwartung läge bei ca. 20 Jahren (so genau weiß das niemand, da die Forschung vor allem auf Milchleistung abzielt.
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Kommentare
"Doch viel logischer wäre doch der Konsum von menschlicher Muttermilch anderer Frauen (unabhängig von ethischen und wirtschaftlichen Aspekten). Dass diese Vorstellung bei vielen Menschen Ekel verursacht zeigt doch, wie unlogisch es ist, als Heranwachsender oder Erwachsener Kuhmilch zu trinken. "
Ekel und Logik sind zwei paar Schuhe.
Wer sich nur von Fleisch ernährt, wird sich vor Gemüse ekeln und umgekehrt.
Alles eine Frage der Gewöhnung.
Beschränkt euch lieber auf wenige gute Argumente, das macht die Sache überzeugender.
Mein Lieblingsargument taucht in dem Artikel übrigens garnicht auf:
Industriell hergestellte tierische Produkte verschlingen enorme Mengen an Ressourcen (Ackerfläche, Dünger...) und sind daher mitverantwortlich für Hunger, Armut und Ausbeutung (von Menschen).
Ich würde mich fühlen wie ein Kälbchen, wenn ich Kuhmilch trinken würde.
Thema: Gründe für den veganen Lifestyle:
Bild: joe06wds, flickr.com, CC-BY





