Persönliche Veränderungen seit Vegan - Eure Erfahrungen

Erstellt 15.10.2019, 13:47 Uhr, von Arik. Kategorie: Allgemein und Off-Topic. 17 Antworten.

Persönliche Veränderungen seit Vegan - Eure Erfahrungen
15.10.2019, 13:47 Uhr
Gibt es das Thema schon?

Mich würden Eure Erfahrungen nach einer veganen Umstellung interessieren, sowohl körperlich, als auch psychisch und gesellschaftlich.

Ich bin auf Eure Antworten gespannt.
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
15.10.2019, 14:30 Uhr
Ja, das sind interessante Fragen - Dank dafür!

Physisch: Wesentlich verbesserte Gesundheit. Insbesondere fast völlige Symptomfreiheit bei Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitist unmittelbar nach der Umstellung auf vegane Ernährung (wenige Wochen). Seither imme rmal wieder leichtes Asthma, aber nie mehr als quälender Dauerzustand, sondern nur sporadisch. Wer mich vor dieser Zeit gekannt hat, glaubt diese massive Verbesserung kaum!
Sehr gute Blutwerte (Ihre Werte hätte ich gerne, sagte die Ärztin im Krankenhaus) trotz vorher erworbener Adipositas und dadurch hervorgerufenem Diabetes - der allerdings ist wegen meines Lebens als "Puddingveganer" nicht mehr korrigiert worden, hab lediglich 20 kg abgenommen.


Psychisch: Absolute Steigerung meines Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins. Für meine Ernährung muss niemand mehr sterben oder leiden! Das macht unglaublich stark. Mir kann kein Minister oder Abgeordneter, Kein Parteivorsitzender oder Landrat mehr das Wasser in Sachen Tierschutz reichen - ja manchmal bin ich da auch arrogant. Das macht auch wirklich stolz, da es eine echte Lebensleistung ist, nicht nur Geschwätz. Wir Veganer retten jeden Tag mindestens ein ganzes Tierleben und verhindern vollständig Tierleid!

Politisch: Erkenntnisgewinn über die Art, wie Sterbensmittel hergestellt werden und wie die Verbraucher darüber systematisch und immer wieder auf allen Ebenen getäuscht werden - aber auch, wie sehr die Verbraucher weiterhin getäuscht werden wollen! Diese Erkenntnis in reale, für die Tiere wirksam positive Politik zu überführen ist eine Aufgabe, die ich mir selbst seither mehr und mehr gestellt habe. Das hat sich in meinem und mein Leben sehr verändert.

Was das Essen angeht: Viel gesündere und bewusstere Ernährung, aber leider neige ich noch immer dazu, viel zu viele Süßigkeiten und relativ ungesunde Nahrung zu mir zu nehmen. Da ist noch viel Luft nach oben. Aber es wird auch hier besser.

Gesellschaftlich: Als wir angefangen haben, so vor ca 25 Jahren, war es so: Wir mussten überall erklären, weshalb wir uns "nicht richtig ernähren" wollen. Inzwischen (nach dem Veggie-Day) wird immer häufiger gesagt: "Ach, ich esse inzwischen auch fast gar kein Fleisch mehr" und bewundernd wird immer öfter hinzugefügt: "ich schaffe das aber noch nicht so wie Du..." Der offene Widerspruch und Widerstand wird immer seltener, aber ist natürlich auch durchaus vorhanden - aber er wird immer leiser - und nicht wir Veganer stehen im Abseits, sondern ich habe den Eindruck, dass sich immer mehr Fleischverteidiger in die Ecke gestellt fühlen! Selbst bei Heavy-Metal Privatveranstaltungen im "Dillenburger Hinterland" erntet man kein Hohngelächter wie man vermuten könnte, sondern durchaus Anerkennung (auch wenn die Jungs und Mädels dann doch lieber ihr Grillfleisch in sich hineinstopfen...).

So, das wär es fürs Erste von mir. Vielleicht fällt mir ja noch mehr ein.
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15.10.2019, 18:41 Uhr
Vegbudsd, das sind ja viele Veränderungen und 20kg weniger ist wirklich super! Ich warte tatsächlich noch auf körperliche Verbesserungen.
Ich habe Neurodermitis und Schuppenflechte (in einem eher geringen Ausmaß)... Da hatte ich gehofft, dass milchfreie Ernährung was verbessert, aber ist jetzt auch nicht schlimm. Kommt vielleicht auch noch.

Tatsächlich habe ich ein kleineres schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber. Mein Käsekonsum störte mich auch ohne die Tierleidüberlegung, da ich überzeugt davon bin, dass Käse eins der ungesundesten Lebensmittel ist, die es so gibt. Und prinzipiell möchte ich meinen Körper schon gut behandeln. (Ich esse aber auch gerne süß, was dem schon irgendwie widerspricht. :D )

Psychisch hat sich vielleicht was verändert, weil ich jetzt B12 nehme. Ich glaube ich habe einfach mehr Energie (die manchmal auch zu unerwünschter Unruhe führt). Aber prinzipiell ist mehr Energie positiv.

Grüße.
Sabine
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15.10.2019, 19:02 Uhr
Vielen Dank für Eure Erfahrungen.

Physisch: Ich habe mich davor schon fit gefühlt, würde aber behaupten, dass ich mich tatsächlich seit der Veganumstellung fitter fühle. Ich hatte/habe auch leichtes allergiebedingtes Asthma und bin gespannt, ob sich dahingehend was verbessert (wenn nicht, auch okay, es ist tatsächlich nicht schlimm).

Psychisch: Ein reines Gewissen mit mir und meiner Umwelt. Ich arbeite im geoökologischen Bereich und kann jetzt den theoretischen Schutzbestimmungen für unsere Umwelt usw. auch aktiv etwas dagegen setzen, einschließlich dem weitestgehende Verzicht auf Kunststoff!


Gesellschaftlich: Ich merke, dass ich einerseits belächelt werde und andererseits teilweise wirklich ernstgenommen werde. Mein Umfeld unterstützt mich, wofür ich dankbar bin, aber es gibt dennoch sehr viele Schranken im Kopf. Mir war nie klar, das Nahrung so ein großes Politikum sein kann - Gründe für vegan sind so logisch. Aber, es ist wie bei "öffentlichen Klos" - nur wenige Leute sorgen sich darum, weil es nicht _ihnen gehört, sondern allen_ und so ist es mit unserer Erde auch. Sie gehört uns allen. Einige nehmen Ihre Veranwtortung ernst, dass sind auch die, die nach der Benutzung eines öffentlichen Klos alles möglichst ordentlich verlassen und andere haben die Einstellung: nach mit die Sintflut. Es gibt ja eben die Anderen, die sich darum kümmern.


Ich bin froh Verantwortung zu übernehmen.
1x bearbeitet

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15.10.2019, 22:03 Uhr
Konkrete körperliche Verbesserungen konnte ich bisher nicht erfahren, sieht man davon ab, dass ich etwas weniger Insulin brauche. Aber ich fühle mich insgesamt besser, wohler.

Auf jeden Fall fühle ich mich "konsequenter". Ich bin 1981 Vegetarier geworden, weil ich zufällig mit ansehen musste, wie eine Kuh geschlachtet worden ist. Ich war so erschüttert über ihren Blick, der meinen Blick traf, dass ich sofort Vegetarier wurde und seitdem nie wieder was vom toten Tier gegessen habe. Den notwendigen und vor allem konsequenten Schritt zu tun, nämlich mich vegan zu ernähren, habe ich viele viele Jahre nicht geschafft. Und auf einmal ging es ganz leicht. Das macht mich zufriedener, und ich bin auch diesem Forum, den vielen Informationen und der Ermutigung durch die Nutzer hier (und zwar ohne moralischen Zeigefinger) sehr dankbar.
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16.10.2019, 08:18 Uhr
Hallo PeeBee, das mit den gesundheitlichen Verbesserungen dauert, ich spreche da aus eigener Erfahrung, Wochen, Monate und manchmal sogar Jahre. Aber fast alles wird besser. Du hast zwar schon sehr lange vegetarisch gelebt, wenn man dann aber Fleischprodukte sogar durch mehr Milchprodukte ersetzt wird alles noch schlimmer. Ich halte Milch für das gefährlichste "Lebensmittel" !
Rinder, Schweine, Hasen und Puten haben wir früher auch selber geschlachtet - man hielt es für "normal". Ich habe schon als 8jähriger Blut, nach dem Ausbluten der Tiere, gerührt damit es nicht gerinnt. Heute kann ich keiner Fliege mehr was zu leide tun.
Ökosabine, ich hatte auch Neurodermitis. Es hat schon gedauert bis alles weg war, immer mal wieder kleine Rückschläge. Was mir dabei auch nicht gut bekommen ist war raffinierter Zucker, den meide ich wo es nur geht, nun ist alles gut.
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16.10.2019, 12:48 Uhr
Meine gesundheitlichen Verbesserungen waren enorm. Alle Gesundheitsparameter, Blutdruck, Blutbild schon nach 3 Wochen im grünen Bereich. Gewicht um 20 kg in 2 Jahren reduziert. Das war vor 6 Jahren..und ist so geblieben.
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16.10.2019, 17:31 Uhr
Ich empfinde das Vegansein auch ein Stück als Befreiung. Als ich jung war, war ich oft sehr unsicher, wollte es allen recht machen und allen gefallen. Obwohl ich Fleisch und viele tierische Produkte nie gerne mochte, habe ich sie doch gegessen. Einfach um nicht anzuecken, um angepasst zu sein und gemocht zu werden. Auch wenn ich mich innerlich vor dem Essen ekelte, habe ich es mir nicht anmerken lassen. Aus heutiger Sicht kommt mir das natürlich absurd vor und euch geht es beim Lesen sicher genauso, aber so war ich eben. Mit den Jahren wurde ich dann natürlich immer selbstbewusster und habe Dinge, die ich nicht essen wollte, höflich, aber bestimmt, abgelehnt. Seit ich vegan lebe und der Veganismus immer mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommt, ist es allerdings viel einfach für mich geworden. Ich kann einfach sagen: „Ich möchte das nicht essen, weil es nicht vegan ist.“ Ganz einfach. Ein Satz-alles gesagt. Für mich bedeutet das auch ein Stückchen Freiheit.
1x bearbeitet

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16.10.2019, 18:58 Uhr
Körperlich hat sich mein Hautbild stark verbessert, was auch anfangs mein Ziel war. Ich habe einige Kilos abgenommen und fühle mich insgesamt leichter, bin nach den Mahlzeiten nicht mehr müde und bin nur noch sehr selten krank. Magen-Darm-Grippe, die ich früher mindestens einmal im Jahr hatte, hatte ich jetzt seit neun Jahren nicht mehr. Von erhöhtem Blutdruck, Bauchansatz, Cellulite und all den kleinen Wehwehchen, die bei geichaltrigen Freunden und Bekannten auftreten, habe ich bisher nichts abbekommen :happy:

Psychisch kam dann die Erkenntnis hinzu, dass ich mich ernähren kann, ohne zusätzliches Leid zu erzeugen. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich mein Essen viel mehr genießen kann als früher. Es ist ein Gefühl der Leichtigkeit, das sich auch wieder körperlich wiederspiegelt. Ich fühle mich einfach wohl mit diesem Gedanken und habe manchmal fast Mitleid, wenn ich Fleischesser in meinem Umfeld beobachte.

Gesellschaftlich ecke ich kaum an. Meine Familie akzeptiert meine Ernährung, auch wenn sie sich hauptsächlich vegetarisch ernähren. Bei meinen Kollegen gehe ich offen damit um, bekomme manchmal dumme Sprüche, die aber eher witzig gemeint sind, die ich dann auch mit Humor beantworte. Damit habe ich schon den ein oder anderen zum Umdenken bewegt, auch wenn da manchmal etwas fragwürdige Erkenntnisse herauskommen. Eine Kollegin z.B. meinte, sie verzichte jetzt ab und zu auf Fleisch, weil das ja nicht so gesund sei, und hat sich dann einen Karton hartgekochte Eier als Ersatz gekauft. Da habe ich manchmal das Gefühl, dass es noch ein harter Weg für einige werden wird. :-/

An mir selbst habe ich auch festgestellt, dass ich offener für die Probleme von Minderheiten oder Randgruppen geworden bin. Dadurch, dass man als Veganer ja auch einer Randgruppe angehört und von einigen Menschen abfällig behandelt wird, bin ich sehr viel sensibler geworden und kann mich besser in andere Menschen und ihre Bedürfnisse hineinversetzen. Deshalb verurteile ich auch niemanden, der (noch) tierische Produkte konsumiert (habe ich selbst lange getan), sondern sehe den Menschen, der dahintersteckt und vielleicht einfach noch nicht den richtigen Auslöser gefunden hat.
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16.10.2019, 19:08 Uhr
Annabella :thumbup:
Julen :thumbup:
Super, ich freue mit euch !!!
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