Gute Veganer und schlechte Veganer oder so gut es eben geht

Erstellt 20.02.2020, von Boris. Kategorie: Erfahrungsberichte. Noch keine Antwort.

Gute Veganer und schlechte Veganer oder so gut es eben geht
20.02.2020
Hi,

jetzt ist es gut ein halbes Jahr her, daß ich in mein Brötchen mit Norderneyer Schinken gebissen habe und dachte: "Bäääääh....wie kann man das essen?"
Seitdem ist viel passiert, vieles hat sich verändert, ich ab mich verändert, meine Wahrnehmung hat sich verändert und und und.
Man erlebt allerhand merkwürdige Dinge. Manches bestätigt sich anderes wieder nicht.

Ich habe bei Zuckebergs Datenkrake die tage einen längeren Text dazu geschrieben mit dem ich euch auch mal belästigen will :lol: Zumindest die die ihn sich antun.
Lesen auf eigene Gefahr:


Als dieser ganze Irrsinn abgefangen hat hab ich mich immer über die Aussagen von Veganern gewundert als die berichtet haben, dass man ständig angefeindet wird oder in Diskussionen verstrickt wird. 🤔 Das hab ich Anfangs nie so erlebt. Aber jetzt nach einem halben Jahr kann man auf die ein oder andere zurückblicken und spätetsens wenn die eigenen Kinder fragen: "Papaaaaaaaa....warum bist du Veganer?" hinterfragt man es auf eine andere Art. Klar kann ich mich mit meinen Kindern vors Fernsehen setzen und Earthlings oder Dominion gucken, aber dann brauche ich auch direkt einen guten Kinderpsychologen.

Hier könnte man sich die erste Frage stellen...warum essen Kinder eigentlich so ungern Fleisch...also das was auch als solches erkennbar ist. Natürlich....das trifft nicht auf alle zu.🤷‍♂️ Was trifft schon auf alle zu...🤔 vielleicht fällt mir noch was ein 😁

Also warum bin ich denn vegan geworden? Und was ist es überhaupt? Also so wirklich und live und in Farbe?
Es gibt da eine Definition der Vegan Society...dle haben nämlich mit dem ganzen Spuk angefangen soweit ich weiß.
Da steht sinngemäß, dass man so gut es eben geht und es praktisch umsetzbar ist auf tierische Produkte verzichten soll.
Da steht NICHT, dass man ethisch und moralische überlegener Gemüsenazi werden muss und jedem der es hören will und vor allem jedem der es nicht hören will die Welt erklären soll und vor allem steht da nicht, dass man jeden Nicht-Veganer (m/w/d) scharf verurteilen muss.
Ein Freund hat es ziemlich gut ausgedrückt...Vegan ist eine Religion. Aber Religion ist ein Wort, dass manchen wieder im Hals stecken bleibt also nennen wir es doch einfach Livestlye, dass klingt ja auch sexy.😁

Warum wird man vegan? Kann ich nicht beantworten🤷‍♂️ ich hab ne ungefähre Vorstellung warum ich es bin, aber es gibt nicht DEN EINEN Grund.
Hauptsächlich ist es so eine Mischung aus spirituellen Gründen und einer anderen Sicht auf das Leben als solches und gesundheitliche Gründe. Die Ethik kam erst später dazu und ökologische Gründe waren nu wirklich nicht mein Trigger...allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt auch viel zu wenig darüber. Und wenig ist es immer noch.🤨

Aber warum schreibe ich diesem Text?
Will ich neue Veganer rekrutieren?
Will ich allen mal meine moralische Überlegenheit unter die Nase reiben?

Nein und nein.
Ich will nur versuchen eine Vorurteile aus der Welt zu schaffen.
Zum Beispiel dass alle Veganer militante Weltverbesserer sind die alles tierische an den Pranger stellen und die die es essen oder nutzen gleich mit.
So gut es geht und soweit praktisch umsetzbar☝🏼
Ein Beispiel. Wir haben kürzlich meine Tante besucht. Man sieht sich natürlich viel zu selten. Ich hab es zwar vorher im Telefonat mal fallen lassen aber sie hat es sich nicht nehmen lassen einen Kuchen zu machen. Der aber offensichtlich nicht vegan war...soll ich mich dann beleidigt dahin setzten und die Moralkeule schwingen und Gefühle verletzen? Oder esse ich den Kuchen? Freue mich über die liebevolle Geste und würdige was ich da auf dem Teller habe?
Oder beim Pizza bestellen...man sagt dann "Pizzabrot bitte ohne Käse". Was kommt an? Jaaaa Pizza Brot mit Käse....soll man es dann weg werfen und es damit völlig unnötig machen? Wohl kaum....weil☝🏼 so gut es eben geht und praktisch umsetzbar.
Oder Wachstücher...ich hab Bienenwachs da. Geschenkt bekommen...soll ich den verbrennen oder mache ich daraus was langlebiges und nachhaltiges und würdige es damit mehr als es mit nem Docht und Feuer wäre 🤔
So gut es eben geht.

Was Schade ist, und jetzt komme ich ENDLICH, zum Punkt😁 sind die Vorurteile auf beiden Seiten.
Viele Mischköstler lehnen es von vorneherein ab eben weil die Veganer militant auftreten und vermeintlich alles besser wissen.
Und dann kommen solche Argumente wie:

Das war schon immer so!
Der Mensch braucht Fleisch!
Wir sind Jäger!
Die Milch machts!
Ich könnte das nicht!
Das ist so extrem!
Für den ganzen Soja müsste man den Regenwald abholzen!

usw....usw.....usw....
Da kommt dann der Veganer aus dem Gebüsch und fängt an dem Mischköstler dessen Argumente zu zerlegen und vielleicht sogar mit Zahlen zu belegen und schon haben wir genau das Gegenteil von dem was man eigentlich will. Verhärtete Fronten und bestätigte Voruteile.
Viel schöner wäre ein Konsens....vielleicht etwas Verständnis auf beiden Seiten und einen MEINUNGSAUSTAUSCH☝🏼

Ok....manche Argumente sind so blöd da muss man ab und an mal gegenhalten, aber ich für meinen Teil versuche es immer mit Humor.

Es wäre doch viel schöner wenn die Veganer mal einen oder zwei Gänge runterschalten und die Mischköstler die es nicht ohnehin schon sind mal etwas neugierig sind und vielleicht mal das ein oder andere Vorurteil beiseite schieben.

Vielleicht einfach mal ausprobieren...mal kosten. Ich wundere mich heute noch jeden Tag was für geile vegane Sachen es gibt und jeden Tag wächst mein kulinarischer Horizont.

Und wenn man das nicht möchte? Ja dann ist es so.🤷‍♂️ das ist keine Pflichtveranstaltung.

Ich kann nur jedem sagen und das trifft auf einfach alles zu und eben nicht nur auf veganen Lebensstil.
Probiert es aus! Seid neugierig! Guckt ob es euch gefällt oder ob es vielleicht sogar gut tut! Und wenn ihr dann zu dem Schluss kommt, dass es nicht der Fall ist, dann ist es auch o.k.

Was wollen wir denn alle? Wir wollen alle ne geile Zeit haben und mehr nicht 🤘🏼
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