Samstag, 6.10.18 Demo im Hambacher Forst

Erstellt 04.10.2018, 17:15 Uhr, von Biophilie. Kategorie: News & Aktuelles. 12 Antworten.

veganPosts: 163weiblich54 JahreGoch (Niederrhein)Ranking: 40
Samstag, 6.10.18 Demo im Hambacher Forst
04.10.2018, 17:15 Uhr
Nachdem RWE mit allen Mitteln versucht, die Demo zu verhindern: Jetzt erst recht. Kommt Samstag alle!!! 12.00 Bahnhof Buir.
Wir dürfen diesem kohlegeilen Konzern nicht gestatten, die letzte große grüne Lunge NRWs zu zerstören und damit auch den Lebensraum unzähliger, teils gefährdeter Tierarten!
Du bist persönlich dafür verantwortlich, ein höheres ethisches Bewusstsein zu entwickeln als die Gesellschaft, in welcher du aufgewachsen bist.
Eliezer Yudkowsky

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Hi,

hilft Dir das hier vielleicht weiter? :star:

LG!
veganPosts: 395männlich35708 HaigerRanking: 95online
05.10.2018, 18:13 Uhr
Demo am Samstag wieder erlaubt! Rodung mindestens bis 2020 verschoben!

Der BUND hat Eilentscheidung (Verwaltungsgericht Münster) herbeigeführt, nach der die Rodung bis zur Entscheidung in der Hauptsache untersagt ist - an gerade diesem Urteil zeigt sich, wie stark EU-Gesetzgebung (hier Europäisches Naturschutzrecht) für die Bürgerinteressen sein kann!

RWE rechtet mit Rodungsstop bis 2020. :thumbup:

Das zuständige Gericht hat die Verbotsverfügung bezüglich der Demonstration am Hambacher Wald aufgehoben. :thumbup:
Unser Ziel ist eine für Landwirte auskömmliche Landwirtschaft und schmackhafte, gesunde Ernährung, ohne Tierleid und ohne Tiertod!

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veganPosts: 480weiblichLeipzigRanking: 100Supporter!
05.10.2018, 19:35 Uhr
:thumbup: Dann können wir, die wir nicht in der Nähe wohnen, ja jetzt wieder bei uns in der Ecke demonstrieren. Das Thema ist hier genauso aktuell, nur nicht so präsent in den Medien (und es geht hier um Dörfer, die der Kohle weichen sollen, nicht um Wald).
Einer der Gegner der Demonstranten meinte übrigens, dass irgendwo gerade viel mehr Bäume für Windräder gerodet werden und sich da erstaunlicherweise niemand (?) darüber aufregt.

Nachtrag: bei Aachen. Und er nannte es Vogelschredderanlagen.
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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veganPosts: 395männlich35708 HaigerRanking: 95online
06.10.2018, 01:39 Uhr
Der Hauptgrund dafür, dass gerade der Hambacher Wald so medienpräsent ist liegt wohl darin, dass hier ein ca 14000 Jahre altes Waldgebiet - eines der letzten in D in dieser Art für die dreckigste Energiegewinnung durch Braunkohle unter Zuhilfenahme offensichtlich - nun sagen wir nicht ausreichend belegbarer Aussagen (schöne Umschreibung für knallharte Lügen gegenüber dem OVG Münster) geopfert werden soll, um damit einen niedrigen dreistelligen Betrag an Gewinnen zu erzielen.

Natürlich ist man bei jedwedem Eingriff in die Natur, nicht sicher, dass keinem anderen Lebewesen Schaden zugefügt wird: Düsenjet fliegen, Eisenbahnfahren, Autofahren oder mit Schiffschrauben Fische schreddern zählt ebenso dazu wie die immer wieder als Hauptargument gegen den Ausstieg aus der Kohle und Atommüllproduktion herangezogenen verletzten und getöteten Vögel durch Windräder. Im Westerwald haben sich die bedrohten Vögel direkt in unmittelbarer Nähe von Windkraftanlagen niedergelassen, ihr Nest gebaut und sind wohl erfolgreich um die Rotorblätter herumgeflogen und haben erfolgreich ihre Brut großgezogen.

Es muss immer abgewogen werden, was uns das Leben und die Unversehrtheit von Mensch, Tier und Umwelt wert ist im Verhältnis zum scheinbaren oder realen Vorteil für einige wenige, oder der Schäden für ganze Generationen in der Zukunft.

An anderer Stelle habe ich bereits gesagt, dass es wohl niemand schafft, ohne das Leid anderer sein Leben zu leben. Das vollständig zu verhindern geht nur durch kollektives und gleichzeitiges Ableben der Menschen - aller Menschen. Aber vermutlich wird auch dadurch einiges in der Natur und der Tierwelt in Unordnung geraten, wodurch auch dabei wieder der Vorwurf des unökologischen Handelns auftauchen könnte.

Atom gegen Sonne, Wasser und Wind mit den bekannten Problemen oder massive Einschränkungen im Lebensstil, der Gesundheit und der Versorgung und Mobilität.

Im Moment sieht es jedenfalls so aus, als würde das Geschäftsmodell von RWE bezüglich des Hambacher Waldes leise weinend zusammenbrechen.
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veganPosts: 25männlich32 JahreFrankfurt am MainRanking: 30
08.10.2018, 16:52 Uhr
Wenn ich mir bewusst mache wer die RWE ist und was ihre eigentlichen Interessen sind denke ich die einzige Lösung, diesen Wald auf Dauer zu retten ist ihn der RWE abzukaufen.

Sie haben einzig und allein ein finanzielles Interesse an der Rodung und alle sonstigen Interessen welche es sonst noch gibt sind in ihrer Lebensrealität als internationaler Großkonzern diesen finanziellen Interessen untergeordnet.

Betrachte ich Protestbewegungen gegen Rodung/Frecking/Umweltzerstörung international in den letzten 20 Jahren, dann halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Methode des Protests hier das Mittel ist, um den Wald nachhaltig zu retten.

Das Hauptziel kann nur sein, dass das finanzielle Interesse der RWE am Hambacher Forst erlischt.
Dies ginge entweder, indem man die Ursache dieser finanziellen Interessen bis nun ca. 2020 beseitigt, oder indem man ihr finanzielles Interesse anderweitig bedient.

Ersteres würde die vollständige Umsetzung der Energiewende bedeuten, so dass Kohleabbau mehr Kosten als Nutzen auf dem freien Markt erzeugt.

Zweiteres bedeutet der RWE einen bestimmten Betrag X auf den Tisch zu legen und ein auf mehrere Jahre angelegtes Fianzierungskonzept, z.b. auf Spendenabobasis, vorzulegen. Denn den jetzigen finanziellen Gegenwert des freien Marktes auf einmal zu erbringen kann eine solche Protestbewegung nicht leisten in dieser Zeit.

Ich halte zweiteres vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen im NABU und meinem Wissen, wie es anderso auf der Welt geklappt hat Konzernen ihr Eigentum abzukaufen, für durchführbar.

Nur einige Konzepte, die in Kanada, Schottland, Norwegen, Thailand und China als erfolgreich erwiesen haben:

- Macht man aus jeder Demo for free ein Crowdfunding/Spendenprojekt, z.b. "Gib was geht, aber 10er rockt!"
Rechnet mal aus was letzten Sa zusammengekommen wäre wenn alle angeblichen 50000 einen 5er gespendet hätten.

Und jetzt überlege man mal was schon zusammengekommen wäre, wenn man die Energie, welche in das Besetzen des Waldes mit Baumhäusern und dem Unterstützen dieser Bewegung darauf gelenkt hätte wie oben in der ganzen Republik Geld zu mobilisieren. Seit 2012 hätte man so gewaltige Beträge zur Verhandlung mit RWE mitgebracht.

- Baum- / Tier- / Bodenpatenschaften mit variabler Abolaufzeit, oder Einmalspenden.

- Auch Firmen und Start-Ups neben den NGOs für Patenschaften anwerben - es für sie als "Werbeschild" machen. Wenn sich ein Fairtrade Unternehmen z.b. offen an einer solchen Spenden- und Waldrettungsaktion beteiligt hat das großen Werbeeffekt.

Ob es noch was bringt das jetzt zu machen kann ich nicht beurteilen. Aber ich schätze jetzt beginnt die Runde 2 und die RWE wird mit den harten Bandagen eines internationalen und korrupten Großkonzerns alle Register ziehen. Kein deutsches Gericht wird ihr die Rodung auf ihrem eigenen Eigentum auf Dauer verbieten. Zur Not machen sie das was alle Großkonzerne dann machen: Sie bestechen jemanden, oder überzeugen einen Politiker von der dringenden Notwendigkeit der Rodung für die Allgemeinheit und dieser macht den Sündenbock. Oder sie betonen ganz vehement, dass die Verluste mit Entlassungen, ausbleibenden Spenden und höheren Energiepreisen für Staat und Allgemeinheit verbunden sind.

Was die Zukunft bringt weiß ich nicht. Wenn es nach mir ginge wäre der Hambacher Forst noch 10/10 und nicht 1/10. Und ich würde auch gerne was besseres in dieser neoliberalen Welt wissen, als einfach mit Geld etwas "abzukaufen", dass eigentlich jedem gehören sollte - aber ich bin leider nur ein Mensch und sehe derzeit kaum andere Möglichkeiten auf Konzerne dieser Größenordnung Druck auszuüben, außer durch Geld.

Und wenns in 2 Jahren doch gerodet wird gehe ich aber mit den Wildhütern rein und siedel soviele Flatterpiepsis um wie möglich! :heart:


An der Stelle darf ich vielleicht auch nochmal für eine solche Aktion werben:

Der NABU versucht aktuell das Biesenthaler Becken zu erwerben. Dieses kleine aber feine Biotop ist enorm divers und beheimatet Arten, die in Mitteleuropa vielerseits aussterben - z.b. Fischadler. Einfach "NABU Biesenthaler Becken" googlen. :!:

Ich danke euch jetzt schon tausendmal fürs Lesen :thumbup: und wer einen Groschen locker hat für das Biesenthaler Becken :heart:

"Be cunning and full of tricks and your people shall never be destroyed."

- Frith zu El-Ahrairah, "Watership Down" Richard Adams

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veganPosts: 25männlich32 JahreFrankfurt am MainRanking: 30
09.10.2018, 11:40 Uhr
*husthust*

http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/oeko-suchmaschine-ecosia-will-rwe-hambacher-forst-abkaufen-15828472.html

:D
Moderations-Hinweis: Linkverstoß ausnahmensweise akzeptiert
"Be cunning and full of tricks and your people shall never be destroyed."

- Frith zu El-Ahrairah, "Watership Down" Richard Adams

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veganPosts: 395männlich35708 HaigerRanking: 95online
09.10.2018, 11:56 Uhr
Genau das habe ich soeben auf n-tv gesehen. Du warst schneller :thumbup: :clap:
Unser Ziel ist eine für Landwirte auskömmliche Landwirtschaft und schmackhafte, gesunde Ernährung, ohne Tierleid und ohne Tiertod!

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veganPosts: 3275männlich34 JahreBerlinRanking: 100
09.10.2018, 12:35 Uhr
Hallo,

Wenn ich mir bewusst mache wer die RWE ist und was ihre eigentlichen Interessen sind denke ich die einzige Lösung, diesen Wald auf Dauer zu retten ist ihn der RWE abzukaufen.


Das klingt fast nach einer soliden Idee :D . Daher wird es nicht funktionieren.

Aktivisten suchen in erster Linie Verständnis und Anerkennung. Wollten sie etwas verändern, wäre bereits etwas verändert.

"Wir würden alles tun, um die Welt zu retten!"

... 3 Minuten später...

"Was?? 5 Euro geben??? Seid Ihr wahnsinnig!?? Ihr Kapitalisten!!" :D

Ich will niemanden demotivieren. Aber diese Hintergründe zu realisieren bedeutet, daraus zu lernen.

Viele Grüße

Kilian
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veganPosts: 480weiblichLeipzigRanking: 100Supporter!
09.10.2018, 13:06 Uhr
Kilian, dein negatives Bild von Aktivisten macht mich betroffen und traurig. Ich habe zum wiederholten Male das Gefühl, dass du wahnsinnig viele schlimme Erfahrungen mit Aktivisten machen musstest.
Ich bin der Meinung, dass Aktivisten immerhin ein Problembewusstsein haben, und dieses Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen. Ihnen allein die komplette Verantwortung für alles aufzubürden, ist vielleicht auch nicht so ganz der richtige Ansatz.
Jemand, der auf die Bitte um 5 Euro mit "Ihr Kapitalisten" antwortet, ist vielleicht tatsächlich nicht der Weltverbesserer, für den er/sie sich selbst hält, aber da man mit Idealismus allein oft nicht sonderlich viel Geld verdient, können es sich viele schlichtweg nicht leisten, alles und jeden mit "nur 5 Euro" finanziell zu unterstützen. Aber mit dem Ansatz "Zeit ist Geld" kann auch der finanziell nicht so gut betuchte immerhin seinen Beitrag leisten.

Nachtrag: mit Ecosia "googeln" kann aber jeder und das ist wirklich toll :thumbup:
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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veganPosts: 395männlich35708 HaigerRanking: 95online
09.10.2018, 14:38 Uhr
EWS - Schönau ist ein sehr deutliches Beispiel dafür, dass durchaus aus Aktivisten reale Weltverbesserer werden können. Natürlich gibt es unter den Aktivisten auch immer solche, die Dinge nicht vollständig durchschauen (wer kann das überhaupt von sich behaupten) und je nach gerade eingenommener Perspektive auch sich daraus ergebende widersprüchliche Aussagen treffen.

Es ist nicht einfach, die unterschiedlichen Wirkmechanismen und sich daraus ergebende Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung des real Machbaren immer richtig und durchgehend aus "einem Guss" zu erkennen. Dafür werden ja in den Konzernen hochbezahlte Manager engagiert, die mit ihren Thinktanks dagegen stehen. Diese Möglichkeiten haben natürlich Baumbesetzer / Kohlewegaktivisten im Hambacher Wald nicht. Ihnen daraus erwachsene Fehleinschätzungen und scheinbar widersprüchliche Verhaltensweisen vorzuwerfen ist mir zu einfach. Der von Kilian angeführte Widerspruch zwischen ""Wir würden alles tun, um die Welt zu retten!" -... 3 Minuten später... "Was?? 5 Euro geben??? Seid Ihr wahnsinnig!?? Ihr Kapitalisten!!" weist auf nicht zusammengeführte unterschiedliche Perspektiven auf die aktuell tatsächlich bestehenden Problemkreise hin. Kapitalismus als Ursache für Leid und Elend und Umwelt-/Tierzerstörung und gleichzeitig der Wunsch, mit seinem eigenen Potenzial sich dem entgegenstellen zu wollen - nicht bemerkend, dass durchaus im Kapitalismus die Spielregeln ebendieses Kapitalismus zur Veränderung der Folgen beitragen können.

Dennoch respektiere ich jeden der vor allem jungen Menschen, die/der sich im Wald dafür eingesetzt hat, diesen zu retten und durch das eigene Handeln eine große Bewegung erzeugt hat, die letztlich zum vorläufigen Stop der Rodungsarbeiten geführt hat. Den Aktivisten geht es vielleicht ähnlich wie den immer wieder auftauchenden missionarischen Veganern :green: , die zwar nerven, aber dennoch massgeblich mit dafür gesorgt haben, dass es ein Problembewusstsein gibt.

Dank an Sunjo für die schöne Erklärung für den oft auftretenden Wunsch an allen Ecken und Enden helfen, unterstützen und Geld geben zu wollen, bei gleichzeitigem durch eben nicht so skrupellos wie viele andere auf den eigenen Vorteil bedachten Lebens- und Arbeitsweise oder einfach aufgrund von Lebensereignissen bzw. geringerer Chancen weniger vorhandenem Geld im eigenen Geldbeutel. Aus dem Wunsch alleine wird selten reales Geld, das man auch real abgeben kann. Von den 5800 Milliarden € die alleine deutsche Menschen ihr Eigen nennen kann aber durch überzeugende Argumente und entsprechenden Einsatz durchaus auch Geld locker gemacht werden, um die Umsteuerung bei verschiedenen Auswüchsen der Vergangenheit zu erreichen. Die Energiewende ist dafür nach wie vor ein tolles Beispiel.

Womit wir wieder bei EWS - Schönau (man kann auch per https://www.startpage.com/ statt direkt über Gockel danach suchen) sind, die durch ihr Engagement nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl maßgeblich mit dafür gesorgt .haben, dass es heute überhaupt einen Ökostrommarkt gibt.
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