Samstag, 6.10.18 Demo im Hambacher Forst

Erstellt 04.10.2018, 17:15 Uhr, von Biophilie. Kategorie: News & Aktuelles. 12 Antworten.

veganPosts: 3279männlich34 JahreBerlinRanking: 100
09.10.2018, 14:44 Uhr
Hi Sunjo

Zitat Sunjo:Ihnen allein die komplette Verantwortung für alles aufzubürden, ist vielleicht auch nicht so ganz der richtige Ansatz.


Das habe ich ja auch nicht so formuliert. Was bei Öko-Aktivisten m.M.n. traditionell fehlt, ist die Selbstreflektion, strategische Planung und rückblickende Analyse des Erreichten, um daraus zu lernen. Aktuell macht fast Jeder jeden Fehler neu und plant einfach in den Tag hinein.

Ich war jung und unerfahren und habe es selbst genauso gemacht. Daher verurteile ich niemanden dafür.

Die oben geschilderte Aktion würde einen größeren Zusammenhalt erfordern - und wenn er nur rein strategisch sei - und daran scheitert es seit Jahren. So zumindest mein Eindruck der letzten Jahrzehnte.

Edit: Ich meine die typischen Aktivisten-Gruppen. Große Projekte wurden fast immer von Einzelkämpfern erreicht (siehe EWS).

Viele Grüße

Kilian
4x bearbeitet
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veganPosts: 482weiblichLeipzigRanking: 95Supporter!online
09.10.2018, 15:30 Uhr
Den vorläufigen Rodungsstopp haben wir zunächst einmal dem BUND zu verdanken. Und dem würde ich die Organisation eines Crowdfundings zugunsten des Hambacher Waldes durchaus zutrauen. Einzelpersonen oder Aktivistengruppen könnten zwar das Crowdfunding auch übernehmen, aber als Verhandlungspartner sind Organisationen oder Unternehmen einfach besser geeignet.

Die Initiative von Ecosia dürfte aber sehr stark von dem wirklich sehr breiten öffentlichen Interesse und medienwirksamen Einsatz der Aktivisten vor Ort bestärkt worden sein. Und vielleicht springt da das eine oder andere ehrlich oder vorgeblich grüne Unternehmen mit auf. Ob das dann wirklich sinnvoll ist und man mit der selben Geldsumme nicht irgendwo auf der Welt eine x-fach größere Fläche Wald kaufen und unter Schutz stellen könnte, ist dann nochmal eine andere Frage.

Bei Unternehmen, die sich vor Ort engagieren, um mit den Mehreinnahmen, die durch die positive Außenwirkung entsteht, dann noch mehr bewirken können, finde ich das sinnvoll (effizient).
Geld, für das es dann keine weiteren Einnahmen gibt (Crowdfunding) würde ich persönlich lieber gleich so effizient wie möglich einsetzen.

Ein weiterer Ansatz bezüglich des Hambacher Waldes ist nach wie vor, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen und RWE darauf sitzen zu lassen - der gefällt mir persönlich am besten :D
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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veganPosts: 25männlich32 JahreFrankfurt am MainRanking: 30
09.10.2018, 17:33 Uhr
Zitat kilian:Hi Sunjo

Das habe ich ja auch nicht so formuliert. Was bei Öko-Aktivisten m.M.n. traditionell fehlt, ist die Selbstreflektion, strategische Planung und rückblickende Analyse des Erreichten, um daraus zu lernen. Aktuell macht fast Jeder jeden Fehler neu und plant einfach in den Tag hinein.

Ich war jung und unerfahren und habe es selbst genauso gemacht. Daher verurteile ich niemanden dafür.

Die oben geschilderte Aktion würde einen größeren Zusammenhalt erfordern - und wenn er nur rein strategisch sei - und daran scheitert es seit Jahren. So zumindest mein Eindruck der letzten Jahrzehnte.

Edit: Ich meine die typischen Aktivisten-Gruppen. Große Projekte wurden fast immer von Einzelkämpfern erreicht (siehe EWS).

Viele Grüße

Kilian


Hallöchen,

ja hier fallen ähnliche Stichworte, die ich in einer Erklärung verwendet hätte.

Die nachhaltige Umgestaltung der bestehenden Verhältnisse ohne Gewaltanwendung erfordern ein enormes Maß an Disziplin und vor allem Bildung. Bildung im Sinne der Kompetenz Sachverhalte als System zu begreifen und Dinge objektivieren zu können.
Nur so kann man nachhaltige Lösungen/Strategien entwickeln. Dazu gehört auch, dass man bereits bestehende Präzedenzfälle der Geschichte und der Gegenwart heranzieht. Es bedarf genaugenommen einer kleineren Gruppe, die keine Masse darstellt. Nur dort können die entsprechenden Expertisen in einem harmonischen Gleichgewicht ihre gestaltenden Kräfte entfalten. Schlicht sollte Umweltaktivismus wie ein wissenschaftliches Expertenteam arbeiten und wirken. EWS geiles Beispiel.

Massen, bzw, Aktivistengruppen, die sich auf Masse stützen müssen, um zu funktionieren betrachte ich schlicht unter dem Aspekt der Massenpsychologie von Le Bon bis heute. Denn ich fragte mich damals auch immer "Was mache ich da und warum führt es nicht zu dem was wir wollen?"

Massen sind infantil, emotional, spontan, stützen sich auf einfache Botschaften, sind konservativ, empfänglich für Führungssymbole, weil Menschen sich in Massen aus einem psychologischen Automatismus heraus anders Verhalten, als sie es als Individuum tun. Masse und Individuum schließen sich kontradiktorisch aus. Daher transportieren sie nur Gefühle und Bilder - nicht aber Fakten und Wissen.
Gemessen an dem Nutzen empfinde ich persönlich Massendemonstrationen oder führungslosen Aktivismus als sehr ineffizient. Manchmal sogar hemmend für diejenigen, die fernab der Masse wirken und tatsächlich Dinge bewegen. Sozusagen ein "gedankliches Kohlekraftwerk" - es frisst eine Menge Resourcen und der Nutzen ist gering und nachhaltig schon garnicht.

Warum man hier nicht auch nachhaltig denken wollte leuchtet mir noch nicht so ganz ein.

Ich verstehe auch nicht so ganz warum gerade die junge Generation da lieber Baumhäuser gebaut hat, anstatt ihre Skills in Social Media, Technologie, Smartphones, Crowdfunding, Start Up genutzt haben, um Kapital heranzuschaffen. Ist ja nicht so, als würde das nicht dauernd irgendwo anders auf der Welt funktionieren. *Ironie an*
Und das ganze 6 Jahre lang? :-/

Ich empfinde es als so schade, dass die junge Generation gar nicht versteht welch wahnsinnige Macht sie durch die heutigen Technologien hat. Wie schnell man Expertenwissen erlangen kann und wie schnell man Kapital mobilisieren kann. Da ist es doch millionenfach nachhaltiger seinen Kopf in Bücher/Bildung stecken und sich selbst hohe Ziele setzen und nicht über Jahre hinweg (Sry wenn ich jetzt sehr negativ werde, aber das war mein Eindruck in drei Besuchen der Lager an drei unterschiedlichen Jahren) weedrauchend in einem Aktivistenlager Baumhäuser und Barrikaden bauen und einem infantilen Traum einer anarchischen Welt ohne Leader und Weed&Love&Peace&Sozialismus nacheifern.

Peace&Power 2 all of you
Und wenn die RWE sagt sie würde den Deal annehmen nur mehr Geld hören wir uns hier alle wieder :D
Dann gehen wir erstmal einen reißen und machen Crowdfunding und Cashflow bis die Schwarte kracht und ich leg die ersten 500€ rein.
Deal? :thumbup:

"Be cunning and full of tricks and your people shall never be destroyed."

- Frith zu El-Ahrairah, "Watership Down" Richard Adams

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