Besser spät als nie

Erstellt 02.01.2021, 19:38 Uhr, von Junimond1972. Kategorie: Neu hier. 26 Antworten.

Besser spät als nie
02.01.2021, 19:38 Uhr
Hallo zusammen,

seit knapp einem Jahr ernähre ich mich nun rein pflanzlich. Besser spät als nie! Ich fühle mich super damit, es schmeckt gut und meine ewigen Gewissenskonflikte, warum ich die Katze streichle und das Lämmchen esse, sind auch gelöst. Leider grase ich sozusagen ziemlich allein auf der Wiese; in meinem Umfeld gibt es keine Veganer und dem entsprechend verständnislos sind teilweise auch die Reaktionen.

Meine ersten Erfahrungen sind gemischt. Auswärts essen wird auf ein Mal schwieriger (zumindest in der Provinz), im Urlaub geht man damit gern auch mal den unschuldigen und unkomplizierten Alles-Essern auf den Keks. Die alte Mutter ist sauer, wenn man ihren liebevoll gebackenen Kuchen verschmäht („denkst Du, Du vergiftest Dich wegen ein bisschen Butter, früher wären wir froh gewesen, wenn wir so was Gutes…“). Die 2tägige Schulung mit Verpflegung im Tagungshaus fiel Gott sei Dank coronabedingt erst mal aus, maximal etwas Vegetarisches wäre dabei gewesen.

Dann gibt es auch wieder total schöne Überraschungen, etwa, wenn sich Freunde echt einen Kopf machen und ein komplett veganes Essen auftischen obwohl man zig mal versicherte, dass man sich auch über den Beilagensalat freut und doch das Treffen im Vordergrund steht.

Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und freue mich auf den Austausch.


Viele Grüße
Juni

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
02.01.2021, 20:46 Uhr
Mir geht es ähnlich wie dir, allerdings habe ich mich damit gut abgefunden.
Bei mir in der Familie ist und wird auch keiner veganer, immerhin wird das akzeptiert.
Ich bin bekoche mich selbst. Wenn jemand anders aus der Familie kocht, esse ich nur mit, wenn ich mir 100-prozentig sicher bin, dass Vegan gekocht wurde.

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02.01.2021, 21:26 Uhr
Ich koche oft und gern auch für Gäste. Witzigerweise sind immer alle ganz angetan, dass veganes Essen tatsächlich auch "richtiges" Essen sein kann, also so komplett üppig und lecker und nicht nur eine gedünstete Süßkartoffel an Salatblatt. :D


Hat sich denn Dein Umfeld damit abgefunden, dass Du nicht mehr alles isst oder gibt es noch gelegentlich Diskussionen? Ich muss mich schon noch oft erklären und mag es eigentlich gar nicht, als "schwierig" zu gelten - aber in der Beziehung bin ich es jetzt für Teile der Familie, manche Freunde und im Kollegenkreis. Irgendwie braucht man schon ziemlich viel Hartnäckigkeit. Ich hätte mir das leichter vorgestellt.
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02.01.2021, 21:59 Uhr
Ich hatte mir am Anfang keine Gedanken darüber gemacht, ob es schwierig sein würde oder nicht, mittlerweile ziehe ich mein Ding durch und mach mir keine großen Gedanken mehr.
Was mich allerdings etwas gestört hatte, war die Aussage eines Freundes, Der mehr gebe klar zu verstehen gab, dass vegan leben absoluter Schwachsinn sei.
Was ich schön finde, ist wenn nicht veganer in der Familie ab und an meine selbst gekochte vegane Gerichte mit essen.
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03.01.2021, 12:23 Uhr
Hallo Junimond
schön dass Du dabei bist !
ja diese Schwierigkeiten kennen hier sehr viele, mal mit mehr oder weniger Verständnis von den "Omnis" . Ich hoffe, dass Du dran bleibst und dadurch nicht abschrecken lässt, hier kannst Du gerne über Deine Sorgen berichten, der/die Eine hat bestimmt einen Rat für Dich.
Bei Tagungshäusern kann man bestimmt mal nachfragen, ob sie Dir eine vegane Variante herrichten können, wenn Bedarf ist , kann man ja auch Tipps geben. Aber mittlerweile gibt es vegane Tipps genug im Internet, die sich herunterladen lassen und anwenden lassen.


Lieben Gruß
METTA
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03.01.2021, 12:39 Uhr
Von mir auch ein Hallo, liebe Junimond :wink:

Du wirst immer wieder auf Unverständnis treffen und auf Leute, die Dich "zur Vernunft" bringen wollen. Da muss man sich ein dickes Fell zulegen. Obwohl mein Umfeld bisher größtenteils sehr positiv reagiert hat, gab es auch den einen oder anderen blöden Spruch. Von "hat die Evolution nicht vorgesehen" bis zu, Achtung Spitzenreiter, "och nö. Jetzt gehörst du also auch zu den Essbehinderten."

Erstaunlicherweise hab ich die Erfahrung gemacht, dass die Omnis, mit denen ich vernünftig reden konnte, und bei denen ich den Eindruck hatte, dass sie bereit waren, sich meine Argumente anzuhören, ausnahmslos alle mit den Gesundheitsaspekten der veganen Ernährung meht zu beeindrucken waren, als mit den Argumenten der Tierethik.


Das finde ich schon merkwürdig.

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03.01.2021, 13:01 Uhr
Erstaunlicherweise hab ich die Erfahrung gemacht, dass die Omnis, mit denen ich vernünftig reden konnte, und bei denen ich den Eindruck hatte, dass sie bereit waren, sich meine Argumente anzuhören, ausnahmslos alle mit den Gesundheitsaspekten der veganen Ernährung meht zu beeindrucken waren, als mit den Argumenten der Tierethik.


Das finde ich gar nicht so erstaunlich. Denn wenn du jemandem, der alles isst, gleich mit der Ethik kommst, kann er das schnell als Vorwurf auffassen, dass er sich unethisch verhält. Auch wenn du es nicht so ausdrückst.
Gesundheitliche Beweggründe dagegen sind eine persönliche Entscheidung, von der du selbst dir Vorteile erhoffst. Das ist leichter nachzuvollziehen und hat vor allem keinen moralischen Aspekt.
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03.01.2021, 13:50 Uhr
Bei Tagungshäusern kann man bestimmt mal nachfragen, ob sie Dir eine vegane Variante herrichten können, wenn Bedarf ist , kann man ja auch Tipps geben. Aber mittlerweile gibt es vegane Tipps genug im Internet, die sich herunterladen lassen und anwenden lassen.


Hallo Metta,
bei einer anderen Veranstaltung hatte ich das versucht und vorab bei diesem Tagungshaus angerufen. Es ging nicht, zu viel Aufwand für eine Person. Klar, irgendwo kann ich ja verstehen, dass nicht jede/r eine Extrawurst bekommen kann. Ich ließ dann alles offensichtlich Tierische im Essen weg und ging teilweise hungrig vom Tisch, sogar im Reis war Butter, in der Gemüsepfanne Feta usw. Ich frag mich, wie andere Veganer das lösen. Mal eine Ausnahme machen? Ich sträube mich dagegen - aber wenn es mal wieder so richtig los geht und nicht mehr alles online statt findet, stehe ich wirklich vor einem Problem.
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03.01.2021, 13:56 Uhr
Ich muss da differenzieren: Im Team wird immer auf mich Rücksicht genommen bzw. wir sind immer in Tagungshotels, die auch in der Lage sind, veganes Essen anzubieten. Bei den großen nationalen Meetings (im "Normalfall" ein bis zweimal jährlich) gibt es vegetarisches Essen. Da wir eine internationale Firma sind mit Mitarbeiter aus aller Herrenländer ist das sicher nicht zu bewerkstelligen. Ich versuche da, vegan zu essen (Frühstück klappt meistens), was - wenn es Buffet gibt - auch gut funktioniert. Wo es gar nicht klappt ist bei großen Dinnern, da mache ich dann die Ausnahme und esse vegetarisch.
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03.01.2021, 14:04 Uhr
Zitat Pottmuddi:
Erstaunlicherweise hab ich die Erfahrung gemacht, dass die Omnis, mit denen ich vernünftig reden konnte, und bei denen ich den Eindruck hatte, dass sie bereit waren, sich meine Argumente anzuhören, ausnahmslos alle mit den Gesundheitsaspekten der veganen Ernährung meht zu beeindrucken waren, als mit den Argumenten der Tierethik.


Das finde ich schon merkwürdig.


Hallo Pottmuddi,

ja, genau, das ist auch meine Erfahrung, gesundheitliche Argumente werden zumindest als Begründung toleriert - aaaber dann sofort gekontert mit: "Aber wenn man B12 zuführen muss, kann diese Ernährung nicht gesund sein!" :rolleyes: Mit sentimentalen Gedanken zum Thema Tierwohl darf man gar nicht erst kommen. Nicht mal denen, die ihre Hunde vergöttern wie Kinder.

Meine bisheriges Lieblingszitat: "Veganer sind ja oft schon richtig sektenmäßig unterwegs".
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