Dies und das

Erstellt 09.01.2020, 20:48 Uhr, von Leergut. Kategorie: Neu hier. 32 Antworten.

Dies und das
09.01.2020, 20:48 Uhr
Hallo!

Nachdem ich hier öfter bisschen rumgelesen habe, entschloss ich mich eben zu 'ner Anmeldung in diesem Forum. Ich glaube, es geht hier ganz nett und nicht allzu verbissen zu.

Über mich:
Meine Ernährung ist schon sehr, sehr lange (90er) vegan. Ein paar Ausreisser gab es (mit Käse überbacken). Die letzten Jahre nicht mehr. Das Kuhleid ist in meinem Kopf immer präsent.

Allerdings kann ich nicht von mir sagen, komplett vegan zu leben:


Mein Hund bekommt "normales" Futter. Da bin ich im Zwiespalt, inwieweit ich ihm meine Lebensweise aufdrücken darf. Generell ist Tierhaltung natürlich ein Thema für mich. Der Hund kommt selbstverständlich aus'm Tierschutz. Vermutlich werde ich nicht den Tag erleben, an dem die Tierheime leer sind.

Und dann sind dann noch Lederschuhe und Wollpullis.
Bei Leder hoffe ich immer, dass die Tiere wegen Fleisch oder Milch eh getötet wurden und das Leder quasi übrig bleibt.

Und Wolle... da muss ich ein bisschen ausholen:
Ich bin ziemlich naturbegeistert. Die meisten heimischen Pflanzen kenne ich beim Namen. Schmetterlinge und Hautflügler haben es mir besonders angetan, ebenso Echsen und Lurche. Und weil ich mich mit der heimischen Flora und Fauna beschäftige weiss ich, dass es für die Artenvielfalt ungeheuer wichtig ist, Flächen offen zu lassen, heisst, nicht alles zum Wald zuwuchern zu lassen. Und nachdem wir hier keine wildlebenden Tiere mehr haben, die das machen, sind Schafe und Ziegen sehr wichtig in der Landschaftspflege. Und Schafe müssen nunmal hin und wieder geschoren werden.

Aber egal, ich will hier nicht ausschweifen, sondern nur mal kurz anreissen, welche Dilemmata mich beschäftigen.
Außerdem würde ich sehr gerne über Produkte reden, die wegen vegan-Label überteuert sind.

Liebe Grüße und auf ein gutes Miteinander!
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Hey,

Vegan leben für nur 140 Euro im Monat! Weiterlesen!

Viele Grüße!
09.01.2020, 22:01 Uhr
Hallo, das sind ja interessante Themen.


Zum Leder: meines Wissens stammt die Haut von extra dafür gehaltenen Tieren, nicht vom "Schlachtabfall". Im Magazin hier gibt es jede Menge Beiträge zum Thema Leder.

Zum Thema Wolle ist vielleicht dieser Thread ganz interessant: https://www.vegpool.de/forum/allgemein/vegane-schafwolle-1.html
Auf jeden Fall muss man genau nachvollziehen können, woher die Wolle kommt - also dass es tatsächlich ein Landschaftspflegeschaf war und die Schur sorgfältig und verletzungsfrei durchgeführt wurde. Ich kaufe nie Wolle, so dass ich nicht weiß, ob es solche deutlichen Deklarationen gibt und wie verlässlich sie sind.

Zur veganen Ernährung von Hunden gab es hier auch schon ausführliche Diskussionen. Und die Frage: wer leidet mehr: ein Hund, der vegan mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt wird, oder das an den Hund verfütterte Tier? Und wieviel Tieren zwingst du deine Lebensweise auf, wenn du deinen Hund nicht vegan ernährst? Wenn man Leid quantitiv und qualitativ abwägen kann und will, gibt es m.E. nur eine Antwort auf die Frage, ob man seinen Hund vegan ernähren sollte (wobei ich zusätzlich davon ausgehe, dass ein vegan ernährter Hund bei gut geplanter Nährstoffabdeckung überhaupt nicht leidet).
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09.01.2020, 22:22 Uhr
Hallo,

ja, ich weiss....
Das ist alles kontrovers.
Danke für den Link!

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich lebe so, wie ich es vor mir selbst rechtfertigen kann und sehe sehr viel Verbesserungspotential.

Leder und Wolle komplett verbannen wäre / ist kein Problem. Ich kaufe sehr selten Kleidung, Gassi-Schuhe ausgenommen, die halten nie länger als ein halbes Jahr.

Ja, beim Hund könnte ich zumindest mal versuchen, wie ihm vegane Kost schmeckt.
Da war / ist mir bislang vor allem wichtig, dass wir freundschaftlich miteinander umgehen, also gewaltfreies Training. Das schliesst nicht nur körperliche Gewalt aus, sondern sogar verbales "Nein". Ich versuche immer, ihm ein alternatives Verhalten schmackhaft zu machen. Er soll sich nicht Zeit seines Lebens als Knecht fühlen.
Ach, das führt an der Stelle wohl zu weit.
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09.01.2020, 23:54 Uhr
Hunde sind Rudeltiere mit klarer Struktur. Sie fühlen sich nicht wohl, wenn sie verhätschelt werden, sondern sie fühlen sich dann vielmehr gestresst. Sie haben dann nämlich das Gefühl es gibt kein starkes Alphatier und sie müssen das Kommando übernehmen. Auch viel falsch interpretierte Aggressivität kommt hierher. Fast kein Hund möchte freiwillig Alpha sein, doch viele fühlen sich dazu "gezwungen".
Zum Wohlfühlen brauchen Hunde ein strenges Alphatier, unter dem sie sich geschützt fühlen.
Du tust deinem Hund leider nicht gut mit so einer Anti-Nein-Erziehung. Viele Hunde fangen dann auch an dem Mensch permanent hinterher zu laufen, weil sie die Futterquelle sozusagen nicht aus den Augen lassen wollen, weil sie ihr nicht recht vertrauen, und das wird wiederum vom Mensch fälschlicherweise als "Er liebt mich so sehr." gewertet und bestätigt (auch fälschlicherweise) die Erziehungsweise.
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10.01.2020, 00:10 Uhr
Ist das Dein Ernst?

Ja, Hunde sind Rudeltiere, aber ich bilde mit meinem Hund kein Rudel, weil wir nicht verwandt sind, noch nichtmal der selben Spezies angehören.


"Alphatier", nee, sorry, da steige ich aus.
Wir hätten drüber reden können, wenn Du Deine Ansichten mehr als Ansichten denn als absolute Wahrheiten dargestellt hättest. So hat es keinen Sinn über moderne Hundehaltung / -Erziehung zu reden.

Blöd, dass ich das gleich zu meinem Foreneinstieg fragen muss, aber... kann ich ein Forenmitglied auf "Ignore" setzen und wenn ja, wie?



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10.01.2020, 00:19 Uhr
Beeindruckend, dass du dich schon so lange grundsätzlich vegan ernährst. Ich habe das Gefühl, dass das Thema Veganismus von Zeit zu Zeit publiker wird und sich so mehr Menschen dafür interessieren, einsetzen und begeistern. Wie bist du dazu gekommen? Ich finde die eigene Ernährung umzustellen ist so ziemlich der wichtigste Schritt, da ich vermute, dass man damit am meisten bewirken kann, wenn man nicht gerade ständig neue Lederschuhe oder Wollpullover kauft. Ist es denn tatsächlich so, dass die Schafe geschoren werden müssen? Habe mal gelesen, dass das nur mit der Züchtung zusammen hängt.

Viele Grüße und herzlich willkommen!
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10.01.2020, 00:31 Uhr
Hallo @Cyro!

Meine Eltern wurden in den 80ern zu Vegetariern, ich meine wegen eines Artikels über Tiertransporte, kann mich aber irren.
In den 90ern sah ich dann mal 'ne Talkshow mit einer Veganerin, die ich mittlerweile so extrem finde, dass ich ihren Namen nicht sagen mag. Ab da ernährte ich mich vegan.

Ja, ein Grund für mich, überhaupt mal zu gucken, was es an Foren zu dem Thema gibt, sind eben die jungen Leute (ich bin fast 40, ich erwähne das hier mal, werde es aber nicht in's Profil schreiben weil egal), für die das total normal ist. Ob jetzt wegen Klima oder Tierrecht, egal, ich find's toll und hoffe, dass es nicht nur ein kurzer Trend ist.
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10.01.2020, 01:07 Uhr
"Total normal" ist vielleicht übertrieben, zumindest nach meinen Erfahrungen. Aber vielleicht ist es heute üblicher als zu der Zeit zu der du dich entschieden hast dich vegan zu ernähren!? Zumal gibt es ja mittlerweile auch ein viel größeres Angebot der Lebensmittelindustrie und im Allgemeinen treten viele der Thematik offener gegenüber. Hoffe auch, dass das nicht nur ein Trend ist...
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10.01.2020, 01:30 Uhr
"Damals" war's schon manchmal blöd.
Dass ich mich nun vegan ernähren möchte, habe ich sehr schnell nicht mehr so groß verbreitet. Da kamen bei Parties ständig Leute zu mir die fragten "Was isst Du denn da noch?". 20 Jahre später hat meine nun auch vegane Cousine eine sehr gute Antwort: "Na, Steine.".

Als besonders unangenehm habe ich eine Party meiner damals besten Freundin im Kopf. Wie gesagt, ich habe meine Lebensweise nicht an die große Glocke gehängt. Naja, da kam eine Frau auf mich zu, sie habe gehört, ich würde mich vegan ernähren. Und dann hat sie mir sofort erzählt, dass sie keine Tierbabys isst, weil... das ist ja schlimm.
Das fand ich immer furchtbar: Rechtfertigungen für's Fleischessen, obwohl ich nie jemanden deswegen angriff.

Das ist besser geworden. Wenn ich beim Essengehen was Veganes möchte, ist's nicht gleich Tischgespräch.
Was ja auch albern ist. Also wenn jemand keinen Brokkoli mag, dann frag ich doch da auch nicht ewig nach, warum wieso weshalb nicht.
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10.01.2020, 05:24 Uhr
Zitat Lenshar:Hunde sind Rudeltiere mit klarer Struktur. Sie fühlen sich nicht wohl, wenn sie verhätschelt werden, sondern sie fühlen sich dann vielmehr gestresst. Sie haben dann nämlich das Gefühl es gibt kein starkes Alphatier und sie müssen das Kommando übernehmen. Auch viel falsch interpretierte Aggressivität kommt hierher. Fast kein Hund möchte freiwillig Alpha sein, doch viele fühlen sich dazu "gezwungen".
Zum Wohlfühlen brauchen Hunde ein strenges Alphatier, unter dem sie sich geschützt fühlen.
Du tust deinem Hund leider nicht gut mit so einer Anti-Nein-Erziehung. Viele Hunde fangen dann auch an dem Mensch permanent hinterher zu laufen, weil sie die Futterquelle sozusagen nicht aus den Augen lassen wollen, weil sie ihr nicht recht vertrauen, und das wird wiederum vom Mensch fälschlicherweise als "Er liebt mich so sehr." gewertet und bestätigt (auch fälschlicherweise) die Erziehungsweise.


Tu das mal bitte in den großen Hundeforen veröffentlichen, ich denke dabei an Dogforum und / oder Polarchat.

Mag sein, dass Du medizinisches Wissen hast, aber ganz sicher bist Du nicht auf dem neuesten Stand, was Verhalten und Lernen bei Säugetieren angeht.

Ist auch nicht schlimm: Wenn's meinem Hund nicht gut geht, geht's zum TA.
Wenn der nicht weiter weiss, geht's zur Klinik.
Und von dort aus bin ich schon nach Giessen.


Wenn mein Hund sich nicht so verhält, wie ich es gut finde, dann ist es ein Fall für meine Hundetrainerin und nicht für den Tierarzt.
1x bearbeitet

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