Freund ist Mischköstler

Erstellt 14.04.2019, 23:07 Uhr, von Cenarentola. Kategorie: Neu hier. 4 Antworten.

Freund ist Mischköstler
14.04.2019, 23:07 Uhr
Hallo zusammen,

hat wer von euch Erfahrungen damit, wenn der Partner nicht vegan ist?
Ich bin mit meinem Freund 2 Jahre zusammen und habe mich vor 2 Monaten dazu entschieden vegan zu leben. Mir gehts damit total gut. Mein Freund ist nicht vegan, isst sogar ziemlich viele tierische Produkte.
Er ist nicht begeistert dass ich mich dazu entschlossen habe, aber akzeptiert es. Ich zeige ihm immer die positiven Seiten, doch ich möchte ihn zu nichts drängen.
Hat jemand Tipps für mich? 😊😅
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Hey,

hilft Dir das weiter? :star:

Viele Grüße!
15.04.2019, 07:17 Uhr
Hi und willkommen,

ich bin auch erst mit 39 vegetarisch / vegan geworden und war vorher doch sehr fleischlastig omnivor. Da war ich schon 15 Jahre verheiratet und habe drei kleine Kinder. Meine Frau war nicht nur wenig begeistert, sondern ist massiv dagegen. Ich kanns aber nicht mehr ändern. Mit dem was ich heute weiß ist es mir definitiv nicht mehr möglich omnivor zu werden. Dementsprechend gibts natürlich oft Reibungspunkte, die aber Gott sei Dank schon weniger geworden sind.

Obwohl es bei mir auch gerade erst mal ein halbes Jahr her ist, kann ich trotzdem ein paar Punkte aus meiner eigenen Erfahrung erzählen.

- dränge deinen Partner nicht. Ganz wichtig, setze ihn nicht unter Druck (machst du ja schon richtig). Leben und leben lassen.
- missioniere nicht. Dein Partner wird sich herabgesetzt vorkommen wenn du deinen Ernährungsstil als den ultimativ richtigen hinstellst. Er wird sich eher sperren als dir zuhören, denn das bedeutet, dass er sich der Wahrheit stellen müsste.
- omnivore sind keine schlechteren Menschen. Man ist nicht was man isst. Viele Omnivore wissen nur leider die Wahrheit nicht oder haben nicht die Willensstärke sich ihren Gewohnheiten zu entsagen. Deswegen sind sie keine schlechteren Menschen.

Ansonsten gelten natürlich die normalen Grundsätze einer Beziehung. Redet über Probleme, findet Lösungen und Kompromisse. Das weißt du ja auch selber ;) .

Was vielleicht auch wichtig ist:
Wenn du der Meinung bist, dass ist der Mann mit dem du einen Familie und Kinder haben möchtest, dann mache dir jetzt schon Gedanken über die Ernährung eurer Kinder. Du musst ja damit nicht rausplatzen, aber es wird definitiv später ein Thema werden. Und da wäre es gut wenn man vorher zumindest mal drüber geredet hat. Bringt ja nichts wenn man sich mit einem stressigen kleinen Kind nur noch mehr Streß oder sogar eine Trennung antut. Ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere tolerante Fleischesser-Partner bei einem Kind zum intoleranten Löwen werden kann.

Meine Pflanze braucht kein Wasser - die wächst knusprig.

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1x bearbeitet

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15.04.2019, 15:51 Uhr
Hallo,
meine damalige Familie (Eltern, Partner, Kinder) hat das überhaupt nicht akzeptiert und toleriert, daß ich nach ca. 6 Jahren "normaler" Ehe vegetarisch essen wollte und meine Kinder vor dem kranken Fleisch bewahren wollte, vor dem Fleisch dieser geschundenen Kreaturen.
Meine Mutter hat heimlich meine Kinder zu sich bestellt und sie mit Fleisch "versorgt", weil sie meinte, "Kinder brauchen Fleisch!".
Am Ende ist darüber die Ehe zerbrochen, wobei meine Ernährungsänderung eigentlich nur der Anfang einer Auseinanderentwicklung gewesen ist. Es betraf einfach auch andere Lebensgewohnheiten: Fernsehen, Medien, Alkohol, "Freundes"kreis...
Wenn ich heute dreimal im Jahr dem ehemaligen Ehemann begegne, weiß ich, daß meine Entscheidung damals richtig war.
Jetzt lebe ich mit einem Partner, der akzeptiert, daß ich vegan leben möchte. Er ist Vegetarier - vielleicht geht er noch einen Schritt weiter... aber wir lassen uns jeder so, wie es gerade ist.

MfG Sabine
Auf eigenen Wunsch gelöscht.

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16.04.2019, 15:17 Uhr
Hallo Cenarentola und herzlich willkommen!

Die ersten beiden Berichte klingen ja eher nach grossen Schwierigkeiten, darum schreibe ich gerne etwas von meinen Erfahrungen, die durchaus positiv sind. Mein Mann ernährt sich omnivor und war am Anfang ebenfalls nicht gerade begeistert, hat meinen Wunsch aber akzeptiert. Mittlerweile sympathisiert er stark mit der veganen Bewegung und ernährt sich selbst überwiegend so, allerdings immer wieder mit Ausnahmen. Er sieht sich auch selbst nicht als Veganer.

Den drei Tipps von Habanero kann ich nur zustimmen. Eine Liebesbeziehung ist sicherlich nicht der richtige Ort für veganen Aktivismus. Mit dem "Missionieren" ist das aber in meiner Erfahrung so eine Sache... Die Gefahr besteht, dass jede Bemerkung, die mit dem Thema zu tun hat, als "Bekehrungsversuch" verstanden wird, auch wenn das gar nicht so gemeint war. Als ich vegan wurde, habe ich viele neue Dinge erfahren, die mich beschäftigt haben und noch immer beschäftigen. Es ist zu einem wichtigen Teil meiner Identität geworden. Und wollte ich mit meinem Partner darüber sprechen können. Er hat das aber als "Missionieren" empfunden.

Deshalb vielleicht noch den zusätzlichen Tipp: Habe Verständnis dafür, dass die Situation für deinen Partner nicht leicht ist. Aber du hast auch Verständnis verdient. Wenn es für dich zu einem Problem werden sollte, immer Rücksicht nehmen zu müssen und jedes deiner Worte auf die Goldwaage zu legen, kannst du vielleicht versuchen, ihm die Situation aus deiner Perspektive zu schildern. Ich habe meinem Partner irgendwann erklärt, warum ich mit ihm über diese Dinge spreche, und dass das aus meiner Sicht wenig mit "Missionieren" zu tun hat, sondern mit normaler Kommunikation in einer Beziehung. Und ihm vermittelt, dass ich verstehe, was an seiner Situation schwierig ist, aber dass es auf meiner Seite durchaus auch einige Schwierigkeiten gibt, für die ich auch gerne etwas Verständnis hätte. Naja, für uns hat das geholfen.

Wir sind auf jeden Fall immer noch ein glückliches Paar :heart: Es kann also je nach Konstellation durchaus auch ohne einen schwelenden Dauerkonflikt funktionieren. Ist aber natürlich immer von beiden abhängig...

Liebe Grüsse
Mond
Vegans. We're not crazy, we're just from the future.

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17.04.2019, 06:36 Uhr
Mir fällt gerade noch was ein :D

Lass dich nicht provozieren.
Gestern habe ich mit meiner Frau so eine Sendung über Camping angesehen. Und was soll ich sagen, zum Camping gehört natürlich auch grillen. Und was kam natürlich auf den heißen Rost? Klar, Hackfleischpattys und Steaks von gigantischen Ausmaßen. Im Gespräch mit dem Mann fielen dann allerlei abfällige Sätze über Vegetarismus. "Vegetarier kann ich ja gar nicht ab und Veganer sind doch alle Spinner!" Meine Frau konnte sich da nicht verkneifen mit dem Beisatz "So warst du früher auch." zuzustimmen.

Da hätte ich auch den Startschuß für eine intensive Diskussion geben können, habe aber statt dessen die Sache im Keim erstickt indem ich einfach nur "stimmt" geantwortet habe. ;) . Dann war das wieder gegessen.

Also noch ein Rat:
Es ist sehr wahrscheinlich, dass du immer wieder mal Seitenhiebe bekommst, manchmal ironisch, manchmal ernst. Nicht nur von deinem Partner, sondern auch von Freunden / Bekannten. Lass dich also nicht provozieren und ignoriere es einfach. Solche Diskussionen bringen nur Frust auf beiden Seiten.
Meine Pflanze braucht kein Wasser - die wächst knusprig.

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