Neues Lebensziel

Erstellt 20.11, 09:12 Uhr, von tornibaer. Kategorie: Neu hier. 17 Antworten.

22.11, 01:15 Uhr
Moin tornibaer,


mein erster Beitrag in diesem Forum, ich war erst seit kurzem stiller Mitleser und wollte mit der Anmeldung etwas warten, da las ich dich, also ein herzliches Willkommen an uns beide und herzlichen Glueckwunsch zur Baldgeburt eures Kindes !


Deine Gefuehle sind verstaendlich und jedem klar.


Leider kann es bei jahrelangem erhöhtem LDL Cholesterin und erhöhter Lipoprotein (a) Fraktion zu einer fortschreitenden Atherosklerose kommen, obwohl der lifestyle es gar nicht hergibt.
Ich denke dein Plan ist ein guter und du solltest diesen umsetzen. Ich war vor 2 Wochen bei einem Angiologen (ich bin gut 15 Jahre juenger als du, weiß aber auch dass mein LDL wiederholt zu stark erhoeht war und ist) und wollte ein Einleiten einer Cholesterinsenkungstherapie von dem Ergebnis meiner Halsgefaeße abhaengig machen. Zum Glueck war alles in Ordnung. Trotzdem bin ich jetzt umgestiegen von einer durchschnittlichen westlichen Ernährung auf eine vegane (gab aber auch mehr Gruende als nur der gesundheitliche Aspekt).


Nun zu dir, was ich mir denke:


Gibt es in deiner Verwandschaft 1. oder 2. Grades Schlaganfaelle, Herzinfarkte oder bekannte stark erhöhte Cholesterinwerte?
(Das klingt bei dir sehr nach genetischer Disposition. Die familiäre Hypercholesterinämie ist nicht selten, aber auch ein Oberbegriff für verschiedenste mögliche Mutationen. Und ein erhöhtes Lipoprotein (a) ist leider auch größtenteils genetisch determiniert.)
Das kann mitunter in deiner späteren pharmakologischen Therapie eine Rolle spielen, welche Medikamente zum Einsatz kommen (können). Stichwort PCSK9-Hemmer, welche sehr effektiv in einer LDL Senkung sind, aber noch ziemlich teuer, weswegen nicht jeder mit einem hohen Cholesterin diese
erhaelt.
Frage für den Dienstag: ab wann eine genetische Testung in deinem Fall auf ein familiaere Hypercholsterinämie sinnvoll wäre. Der Gegenbeweis wäre, wenn nach radikaler Umstellung und nur moderater Statintherapie alles wieder gut waere.

Schaff dir ein Blutdruckmessgerät an. Auf der Webseite der deutschen Hochdruckliga findet man geprüfte und somit empfohlene Geräte. Kostenpunkt 20-100 €. Ich habe ein Oberarmmanschettengerät welches 30 € gekostet hat. Ich würde an deiner Stelle jetzt regelmäßig in der Häuslichkeit selber messen. Und wenn der Blutdruck zuckt, dann nochmal zum Hausarzt und ggf. auf eine Blutdrucksenkende Therapie vorübergehend einsteigen. Aber so wie du deine Lage beschreibst, eher unwahrscheinlich bei dir. Aber sicher, ist sicher.


Die europäische Gesellschaft der Kardiologie hat über die Jahre die Referenzwertempfehlungen zum LDL Cholesterin immer weiter gesenkt. Kurzum; je niedriger umso besser, wahrscheinlich fuer jeden von uns, aber erst recht in deinem Fall. Was mich dazu führt, am Dienstag den Professor definitiv zu fragen, ob man nicht eventuell auch gleich mit "Ezetimib" zusätzlich einsteigen kann? Gewiss abhaengig vom Ausgangswert. Das soll der entscheiden. Ich kenne deine Werte nicht. Ich weiß aber dass das Nebenwirkungs- und somit Risikoprofil von Ezetimib lachhaft klein ist, im Vergleich zu einem Statin. Also: Frage nach Kombination mit Ezetimib stellen. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, erst nur Statintherapie und nach 6-8 Wochen die Kontrolle.
Also unbedingt auch erfragen wann die Kontrolluntersuchungen sein sollen !


Sind neben deinen Standard-Blutfetten auch der Homocysteinspiegel bekannt? Wenn dieser zu hoch, dann auch Atherosklerosebegünstigung. Dann würde es aber auch unbedingt Sinn machen, sich mal den Vitamin B12 Stand anzugucken (zur Not sich einfach selber B12 in der Apotheke kaufen und subkutan spritzen, dann ist der Jahresspeicher definitiv aufgefüllt, kann jetzt für eine strenge vegane Lebensweise nicht schaden :-) )
Wurde das Apolipoprotein (B) mitbestimmt?
Wie war der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c)?


Achso:
Welches Statin wurde dir verschrieben?
Hattest du einen Herzkatheter, oder woher die Diagnose einer Zweigefäß-KHK?
______________________________________________________________________

Ich kann dir insofern Mut machen. Der Gefäßarzt wo ich vor 2 Wochen war, meinte, er hat es selber mit eigenen Augen gesehen (Ultraschall der Halsgefäße in der Kontrolle bei dem Patienten), wie sich eine Gefäßplaque nur durch Lebensstiländerung komplett zurückgebildet hat (ich hatte hierbei bei "komplett" nochmal explizit den Kollegen gefragt).
Das ist kein Hokuspokus: Plaques sind bis zu einem gewissen Grad reversibel. Wir reden hier also nicht nur von "stoppen" wie du es beschrieben hast, sondern auch rückgaengig machen.


Und jetzt mit Verlaub. Das ist jetzt erstmal dein persönliches gesundheitliches Schicksal und es fühlt sich für dich megascheiße an und man(n) hat Angst. Natürlich. Aber dir sind die Hände zum Glück nicht (wie bei vielen anderen Erkrankungen) gebunden und es ist somit nicht in Stein gemeißelt. Du fängst ja gerade damit an alles zu ändern (also noch besser machen, als es ohnehin schon die letzten Jahre bei dir war). Sei so gesehen froh, dass du Warnbeschwerden hattest und nicht in 2 Jahren "tot umgefallen bist", denn so konnte ja diese Erkrankung bei dir rechtzeitig diagnostiziert werden. Ich denke die kommenden 6-8 Wochen werden zeigen, wie gut die initialen cholesterinsenkenden Maßnahmen bei dir greifen. Es gibt mittlerweile vollkommen neue Medikamente (mit neuen Wirkmechanismen) um das Cholesterin zu senken. Eine Ultima ratio wäre z.B. der besagte PCSK-9 Hemmer (noch relativ teuer, deswegen kein Standard als 1. Wahl). Also...."wir" und "die" kriegen dein Cholesterin schon gesenkt ! 8)


Ich habe mich mit der Esselstyn´schen Ernährungstherapie nie befasst, aber viel von gehört. Ich frage mich nur wie dieser das Thema Omega 3 Fettsäuren angeht, wenn radikal auf Nüsse und (Lein)öle verzichtet wird?

Kommst du auf deine 5 Portionen Gemüse und Obst pro Tag? Wenn nicht, schaff´ dir einen leistungsstarken Mixer an und beginne mit täglichen Rohkostsmoothies.


Ich wuensche dir und deiner Familie, sowie uns allen, einen guten Start in diese neue Woche !
sperber

1x bearbeitet

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22.11, 07:02 Uhr
Guten Morgen Sperber,

bin beeindruckt von deiner ausführlichen und Mut machendem Begrüßung, vielen lieben Dank. Meine Mutter hatte mit 50 Jahren ihren ersten Schlaganfall, vorausgegangen mit Schilddrüsenkrebs. Diese wurde auch entfernt und der Krebs geheilt. Dazu muss man sagen, dass sie eine starke Raucherin war und sich traditionell schlecht ernährte (alte deutsche Küche). 7-8 Jahre später bekam sie ihren ersten Stent am Herzen und zwei Jahre danach den zweiten. Bis heute ist Gott sei Dank alles soweit in Ordnung. Sie nimmt aber auch eine Vielzahl von Medikamenten ein. Einen erhöhten Lipoprotein a Wert hat sie nicht.


Väterlicherseits kann ich leider nichts zu sagen, da er 2018 verstorben ist und wir keinerlei Beziehung zueinander hatten. Verstorben ist er an Krebs.

Mein Gesamt Cholesterin lag bei der letzten Messung bei 219. Seit gestern Abend nehme ich 10 mg Rosuvastatin, die mir ein Kardiologe per Telefonat verordnet hat (Rezept wurde zugeschickt). Bisher lese ich über Statine nur Negatives, was Nebenwirkungen angeht. Bluthochdruck und Diabetes hatte ich bis heute nicht und da liegt die Angst bei Einnahme der Statine dieses zu entwickeln. Auch über Muskel-Skelett Erkrankungen bis hin zu Leber/Nierenschädigungen liest man viel.


Erwähnen sollte ich eventuell auch meine 2016 diagnostizierte Hashimoto Erkrankung, wo die Werte bisher noch im Rahmen sind.

Was mich im Nachhinein ärgert, ist die Tatsache, dass mein damaliger Hausarzt 2014 zum ersten Mal erhöhten Gesamt Cholesterin von um 248 feststellte, dieser konstant bestehen blieb und immer nur meinte „machen Sie sich keine Sorgen, Sie rauchen nicht, sind schlank, machen Sport, haben kein Diabetes und Bluthochdruck“.

Ich wusste es nicht besser und habe darauf vertraut.

Nun gut. Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche.

Liebe Grüße
Björn
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22.11, 08:08 Uhr
Ich denke auch dass die Ursache unserer Zivilisationskrankheiten zum großen Teil an unserer guten alten deutschen Küche liegt, aber auch an der "modernen" Küche der heutigen Zeit. Von meinen 5 Schwagern sind 3 vor erreichen der Rente an den Folgen ihrer Lebensweise (meine Überzeugung) früh verstorben. Von den beiden anderen hat einer mit 47 Jahren 4 Bypässe und der andere mit 66 Jahren 5 Bypässe bekommen. Sie ändern trotz meiner Empfehlung nichts an ihrer fleischlastigen und auch sonst ungesunden Ernährung. Bewegung von beiden - ebenfalls Fehlanzeige. Das einzige worauf beide stolz sind - auf ihre super Ärzte und ihre tollen Medikamente. Sie schieben die Ursache ihrer Leiden auf Gendefekt, Vererblichkeit etc. Soweit mal meine Erfahrung in der Familie. Was die Nüsse und Leinöl betrifft würde ich darauf nicht verzichten wollen. Fakt ist, wir haben kaum Ärzte die sich mit gesunder Ernährung auskennen.
Was uns in unserer Gesellschaft zum Verhängnis wird sind tierische Produkte, Zucker, Weißmehl und Zu viele Fertigprodukte mit all ihren Zusatzstoffen.
Was ich euch noch empfehlen kann:
https://www.hopeforall.at/der-film/
Ein Film für die ganze Familie - erschreckend und ermunternd - schön und traurig !!!
2x bearbeitet

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23.11, 19:43 Uhr
Spannende Frage ist und bleibt doch, wie war das Gespräch mit dem Prof. heute?
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23.11, 22:50 Uhr
Guten Abend Sperber,

der Prof. hat mir erstmal die Diagnose erläutert. Seiner Aussage nach habe ich keine höhergradigen Stenosen, was seiner Auffassung nach erstmal gut ist. Er sagte mir auch das die Diagnose zum richtigen Zeitpunkt gestellt werden konnte und man gezielt mit Medikationen den Prozess stoppen kann. Das LDL muss von 169 auf 50 gebracht werden. Da es für das Lipoprotein a zur Zeit kein Medikament gibt, soll ich es mit Nikotinsäure (Niacin) probieren. Je nach Erfolg/Misserfolg gibt es auch noch andere Medikamente, die aber erst möglich wären, wenn die herkömmlichen nicht vertragen werden bzw. nicht zum Erfolg führen.

Dann sprach ich ihn bezüglich der Umstellung auf vegane Ernährung von Dr. Esselstyn an. Seine Reaktion war eindeutig. Er meinte nach wissenschaftlicher Lage ist eine mediterrane Ernährung wichtig (3 mal die Woche Fisch usw.). Er sagte auch, dass durch keinerlei Zufuhr von cholesterinreicher Nahrung der Körper selbst mehr herstellen würde. Dieser Prozess wird aber bei Esselstyn anders dargestellt.


Er sagte auch, wenn ich das möchte spricht nichts dagegen. Ich sollte meine Lebensqualität aber nicht zu sehr einschränken.


Vegane Ernährung hat bei vielen Ärzten keinen guten Stellenwert. Das finde ich in der heutigen Zeit mehr als traurig.


Ich muss auch zugeben, dass die Esselstyn Strategie nochmals eine Extreme zur herkömmlichen veganen Ernährung darstellt. Also komplett ohne Pflanzenöle und Nüsse macht es schwieriger. Nüsse waren mein täglicher Energiebooster. Eventuell muss man sich erstmal daran gewöhnen.


Jetzt heißt es erstmal den LDL auf den Zielwert zu bekommen.


Euch eine angenehme Nacht.

Liebe Grüße


Björn


@smaragdgruen

Bei meiner Mutter war es genauso. Sie hatte damals nach einer zweiten Reanimation erst mit dem Rauchen aufgehört. Nach dem ersten und auch zweiten Stent keinerlei Umstellung der Ernährung. Seit dem letzten Jahr achtet sie zumindest mehr auf das, was auf den Teller kommt. Hat auch gut abgenommen.


Generell glaube ich, dass der gesellschaftliche Lifestyle mehr „ich lebe um zu Essen“ darstellt als „ich esse um zu Leben“.

Die Mediziner tragen dabei auch ihre Rolle. Die größten Nutznießer sind: Pharmaunternehmen, Lebensmittelindustrie und die gesamte Ärzteschaft. Ein geschlossener Kreislauf der Unmengen an Geld abwirft.

Liebe Grüße


Björn

1x bearbeitet

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24.11, 07:58 Uhr
Hallo Bernd, da sieht man wieder dass die wenigsten Ârzte keine Ahnung von gesunder Ernährung haben. Ich/wir werden nicht auf Nüsse und Pflanzenöle verzichten wegen der wichtigen und gesunden Inhaltsstoffe, natürlich in Maßen. Was den empfohlenen Fisch angeht - Es gibt weltweit keinen Fisch mehr ohne Microplastik, er besteht aus Fett, Colesterin und schädlichem tierischem Eiweiss. Fisch speichert die gefährlichsten Umweltgifte wie Quecksilber, PCB, Dioxin, usw. Wissenschaftler bezeichnen inzwischen Fische auch als die Kläranlagen der Meere. Bei Zuchtfischen wie Lachs kommen noch krebserregende Farbstoffe, Fäkalkeime und Antibiotika hinzu. Soviel zum "gesunden" Fisch !!!
Was die mediterrane Ernährung betrifft: Sie wird immer wieder falsch dargestellt - mit Fisch, mit Schinken, mit Parmesan, usw. In Wirklichkeit ist die mediterrane Ernährung die im Mittelmeerraum übliche rein pflanzliche Kost !!! Sie hat mit Produkten von Tieren nichts zu tun.
Wir haben einen 1 jährigen Enkel, seine Eltern sind Mischköstler, haben aber auch schon einiges in Richtung pflanzlicher Ernährung bei uns abgeschaut und umgesetzt. Bei uns wird das Kind nur veganes Essen bekommen.
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24.11, 11:03 Uhr
hey björn, ich empfehle dir, statt omega3 über den fisch aufzunehmen, wie es dein arzt empfiehlt, von wegen mediterrane ernährung, einfach direkt veganes algenöl einzunehmen, denn der fisch hat diese fettsäure ja, weil er das selber im mehr aufnimmt.

ich habe diese kapseln für sehr gut befunden, weil ich den fischigen geschmack des puren algenöls sehr unangenehm fand
https://www.sunday.de/omega-3-kapseln-dha-epa-vegan.html?gclid=EAIaIQobChMI-7_d-t6w9AIVAI9oCR0IiAlFEAAYASAAEgK9mPD_BwE

wünsche dir schnelle genesung!


es gibt hier auch gute threads und auch verschiedene artikrl von kilian dazu:
https://www.vegpool.de/suche/?s=omega
https://www.vegpool.de/forum/suche/?s=omega&ft=1


2x bearbeitet

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24.11, 11:57 Uhr
Hey Björn
ja ich würde auch lieber algenöl statt Fischöl benutzen.
Ich nehme zur Zeit von der Firma vivolive Omega3Öl, schmeckt auch sehr gut.
Eigentlich ist es schade, dass auch ein Professor nicht viel von veganer Ernährung hält. Na ja wenigstens hat er sie nicht ganz verteufelt und wie smaragdgruen schon erwähnte, besteht die mediterrane Küche eben eher aus Gemüse als aus Fleisch und Fisch. Vielleicht könnte man das dem Prof. ja mal unter die Nase reiben, aber Ärzte sind da wohl oft empfindlich, wenn man etwas besser weiß als sie. :crazy:

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