Vorstellung Ef70

Erstellt 01.01.2021, 13:46 Uhr, von Ef70. Kategorie: Neu hier. 8 Antworten.

Vorstellung Ef70
01.01.2021, 13:46 Uhr
Hallo in die Runde,
Mitte 40, w., mit Familie, bin mit meinem Mann seit 2013 auf vegane Ernährung umgestiegen. Ich wollte mich informieren, was eine langfristig gesunde Ernährung eigentlich ist, und weil einem im Netz und in Modediäten alles Mögliche serviert wird, das immer in sich plausibel klingt, wollte ich eine Quelle, die auf seriöser Wissenschaft beruht. Habe die "China Study" gewählt und war sofort überzeugt. Heute ist vegan schon so weit verbreitet, dass es beinahe schon am Rande gesellschaftsfähig ist, das war 2013 noch spürbar anstrengender.
Wie konsequent sind wir? Da dies ein freundliches Forum sein will, möchte ich mich offen zu meinen Grenzen bekennen: Wir gehen nach dem Motto, dass der Alltag zählt und eine Ausnahme, z.B. bei einer Einladung, wenn die Gastgeber nicht Bescheid wissen, oder wenn ein Kollege zur Abschiedsfeier einen Kuchen gebacken hat, nicht wirklich relevant ist. Solange man nicht ständig irgendetwas zur Ausnahmesituation erklärt! Mit der Zeit werden diese Ausnahmen deutlich seltener, vielleicht 2-3mal im Jahr, Tendenz sinkend. Laden wir selber ein, wird vegan gekocht.
Was ist mit den Kindern? Wir kochen zwar nichts extra, schreiben denen aber nicht vegane Ernährung vor. Sie sollen lernen, wie man lecker vegan essen kann, ohne dass sie von uns zu Außenseitern gemacht werden. (Ein Außenseiter sollte man immer freiwillig sein). Denn den größten Teil ihres Lebens werden sie als Erwachsene sowieso machen, was sie wollen, und das soll nicht von Trotz uns gegenüber geprägt worden sein. Mit bei drei Kindern folgendem Ergebnis: Der Älteste ist seit 2-3 Jahren sehr konsequenter Vegetarier und schränkt mehr und mehr die vegetarischen Tierprodukte ein. Der Mittlere ist zwar überzeugt von den Umweltauswirkungen der Tierindustrie, liebt aber tierische Lebensmittel. Zwischendurch bekommt er (von uns gekauft) etwas Käse, und auswärts bestellt er Fleischhaltiges. Sein Konsum tierischer Lebensmittel liegt weit unter dem Durchschnitt, und ich denke, wenn man ihn respektiert (daher der gelegentliche Käse), vermeidet man einen Familienkrieg, der dauerhaft nur zum Gegenteil führt. Ohne Zwang verringert sich sein Konsum tierischer Produkte stetig, und wenn in Zukunft hoffentlich das Vegane noch selbstverständlicher ist, ist er auf jeden Fall bereit. Er ist sehr schlagfertig und verteidigt grundsätzlich die vegane Idee. Seine originalen Worte zum Vorwurf, Veganer würden durch Sojaprodukte Regenwälder zerstören: "In deinem Schnitzel steckt viel mehr Soja als im Stück Tofu."
Die Jüngste ist tierlieb und will den Planeten retten. Sie hat beschlossen, vegan zu essen. Das ist sogar in der Schulküche möglich. Meist ist sie sogar konsequent bei Einladungen, aber ich möchte, dass sie kein schlechtes Gewissen hat, wenn sie eben doch in Situationen gerät, wo sie zwischen Ausnahme machen oder Zerwürfnis wählen muss. Sie ist mit elf noch zu klein, als dass sie z.B. von anderen Erwachsenen immer Respekt erwarten kann. Das wird sich innerhalb der nächsten wenigen Jahre automatisch ändern, bei gleichzeitig steigender gesellschaftlicher Anerkennung veganer Ernährung. Immer nach dem Motto: Steter, feiner Tropfen formt den Stein besser als eine Stange Dynamit.

Wie ihr seht, bin ich aus der Richtung gesunde Ernährung gekommen. Ich war damals absolut ergebnisoffen. Sobald man aber eine Weile vegan (möglichst hochwertig) isst, bleibt nicht aus, zu entdecken, dass man vorher einfach nur ein Brett vor dem Kopf hatte: Es geht einem so viel besser, das Essen ist so viel vielfältiger als zuvor (nicht etwa eingeschränkter!), wozu sollte man Tiere überhaupt so pervers "produzieren"? Also von der Gesundheit zum Anstand den Nutztieren gegenüber. Dass die Tierproduktion umweltmäßig einen solch großen Schadensanteil hat, war mir lange Zeit nicht bewusst. Ist aber mittlerweile bei mir wichtigster Motivationsfaktor, um bisherige Ausnahmen zu verringern und allmählich das Vegane nicht mehr so diskret als persönlichen Spleen hinzustellen, sondern offener damit umzugehen.
Die Zahlen sind so enorm - das ist schier unglaublich! Daher glauben es viele so auch nicht. Und das Problem ist: Man findet im Detail überall etwas andere Zahlen. Hier z.B. verspreche ich mir von so einem Forum vielleicht Antworten bzw. Literaturhinweise, die Antworten liefern können. Wie hoch ist der Anteil der Viehhaltung an der Erderwärmung? Ich meine irgendwo etwas von 7% gelesen zu haben, anderswo von weit über 50%. Als Laie kann man so natürlich nicht diskutieren. Die über 50% kamen mir sehr plausibel vorgerechnet vor, aber wenn mir ein Besserwisser kommt, der in sich stimmig auf die 7 % kommt, dann stehen sich zwei Aussagen gegenüber, ohne dass das irgendwem etwas bringt, außer mir selber Frust und dem anderen ein selbstgerechtes Gefühl. Beides hilft dem Planeten nicht.
Was immer man sagt und argumentiert-es wird einem gerne entgegnet, dass man sich nur innerhalb der eigenen Informationsblase mit einseitigen Fakten versorgt hat. Okay, hier betrete ich mit Vegpool natürlich auch eine potentielle Blase. Aber die Quellenangaben lassen mich vermuten, dass hier nicht einfach eine eigene Ideologie wiedergekäut wird.

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
01.01.2021, 14:03 Uhr
Hallo EF70, herzlich willkommen hier im freundlichen Forum.
Danke für deinen tollen ausführlichen Bericht. Wenn du Fragen hast wirst du hier sicher Hilfe bekommen.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Freude hier.
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01.01.2021, 14:20 Uhr
Hallo Ef70,

herzlich willkommen hier im Forum!
Toll, daß ihr beide schon so lange vegan lebt, und es euren Kindern vorlebt!
Schön, daß du dabei bist!


Liebe Grüße
Crissie
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01.01.2021, 15:57 Uhr
Netter Empfang- klasse!
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01.01.2021, 16:30 Uhr
Hallo Ef70
Herzlich willkommen auch von mir und danke für den ausführlichen Bericht ! :heart: :thumbup:
Vielleicht hast Du ja schon den einen oder anderen Artikel im Bereich Magazin von Kilian entdeckt, wo so einiges über Nutztierhaltung drin steht.

Was ich noch fragen wollte: Gebt Ihr Euren Kindern Nahrungsergänzungsmittel bzw. nehmt Ihr selbst welche ein? Also z.B. B12 oder D3 verbunden mit K2 ?


Lieben Gruß
METTA
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01.01.2021, 22:43 Uhr
B12 wöchentlich 2500 Mikrogramm und außerdem diese Zahnpasta, auch wenn sich ja bei der die Geister scheiden. Bei der Dosis folge ich den Empfehlungen, die zB Michael Greger gibt. Nicht verschwiegen werden soll auch, dass ich gelegentlich Smoothies mit Äpfeln, Brombeeren oder Blättern aus dem Garten mache, die ich dann nicht oder kaum wasche.
Vit.D auch als Wochendepot, außer im Sommer.
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02.01.2021, 06:20 Uhr
Dein Profilbild ist echt witzig!
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02.01.2021, 18:34 Uhr
Zitat Ef70:...Dass die Tierproduktion umweltmäßig einen solch großen Schadensanteil hat, war mir lange Zeit nicht bewusst. Ist aber mittlerweile bei mir wichtigster Motivationsfaktor, um bisherige Ausnahmen zu verringern und allmählich das Vegane nicht mehr so diskret als persönlichen Spleen hinzustellen, sondern offener damit umzugehen.

Hey, Danke für den tollen Einblick!
Cool, dann hast Du ja auch schon eine Menge Erfahrung mit Veganismus! :thumbup:
Und ganz besonders toll, dass Du/ihr nun Euren Veganismus offenener kommunizieren wollt! :thumbup: Wie reagiert denn Euer Umfeld so?
Viel Spaß hier! :star:


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02.01.2021, 20:39 Uhr
Naja, sooo geheim hatte ich es nicht gehalten, daher war es keine solche Überraschung.
Es gibt die ganze Palette - von Bewunderung, aufrichtigem Interesse bis zu den ermüdenden Witzen.
Meine Mutter sträubt sich leider und ist mit keinem Argument zu erreichen. Alles sei Rosinenpickerei. Natürlich müsse jeder wissen, was ihm guttut, das beinhalte bei einigen auf jeden Fall auch tierische Produkte, und für die Kinder seien diese besonders wertvoll.
Sie nutzt unsere aus Harmoniebestreben resultierende Bereitschaft, mal Ausnahmen zu machen, aus und fordert diese regelrecht ein. Allmählich gibt sie allerdings mehr und mehr nach. Sie ist jedenfalls irgendwie persönlich beleidigt über unser pflanzliches Essen. Aber das würde sie nie zugeben, also verläuft jedes Gespräch in dieser Sache am Kern des Konflikts vorbei. Wir fahren gut darin, diese Gespräche komplett zu vermeiden oder schnell zuende zu bringen. Mein Vater hat übrigens kein Problem, schon gar kein persönliches. Er macht zwar die typischen Altherrenwitze, kocht aber mit Hingabe jedes Mal ganz stolz etwas neues Veganes, das er aus dem Internet hat.
Ganz merkwürdig ist eine befreundete Familie. Die wissen Bescheid, aber die Mutter (Akademikerin!) lässt es an sich abprallen, als hätten wir es nie erwähnt. Jedes Mal neu überrascht! Kein Fleisch, das geht rein in den Kopf. Vor einigen Monaten war ich mal morgens spontan kurz dort und wurde gleich an den Frühstückstisch gesetzt. Ganz eifrig stellte sie dann den Wurstteller von mir weg, um ihn durch einen Käseteller zu ersetzen. „Ein Ei?“.
Anfangs haben wir geschmunzelt, dann haben mein Mann und ich bei einigen Treffen erklärt, was wir warum machen, dann haben wir es aufgegeben.
Mittlerweile bin ich echt verunsichert- wie können die das ECHT vergessen haben?? Ich weiß zB bei den meisten Freunden und sogar einigen Kollegen, wer seinen Kaffee mit Zucker trinkt, wer gerade Trennkost betreibt oder auf Atkins-Diät ist.
So etwas Gravierendes wie vegan vergessen, bei Leuten, die einem wichtig sind, und das nach sieben Jahren??
Ich habe diesmal also einfach nur nein, danke gesagt und ohne weitere Erklärung ein Marmeladenbrötchen gegessen.


Es gab doch bis vor einigen Jahren Leute, die einfach nicht wussten, was vegane Ernährung bedeutet- „kein Fleisch und keine Milch?? Aber doch sicher Joghurt! Auch kein Ei? Aber im Kuchen doch bestimmt!“ Das ist mittlerweile in meinem Umfeld Vergangenheit. Bis auf diese eine Familie, jedenfalls die Mutter. Vater und Kinder meiden das Thema eher.
Klingt schwer zu glauben, aber ansonsten sind das wirklich gute Freunde von uns! Dieses Thema bleibt aber in der Beziehung irgendwie ausgeklammert. Schade eigentlich, denn die wären es für mich wert, auch mal ein bisschen Infos zu bekommen.
Kennt ihr solche Leute? Was soll man da machen? Vielleicht gibt’s dafür einen anderen Thread.
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