Meditation

Erstellt 12.11.2019, 12:37 Uhr, von habanero79. Kategorie: Bewegung & Entspannung. 61 Antworten.

Meditation
12.11.2019, 12:37 Uhr
Hallo zusammen,

ich bin jetzt schon öfter in diesem Forum über das Stichwort "Meditation" gestolpert und es hat mein Interesse geweckt. Vorweg, ich bin eigentlich ein sehr ausgeglichener Mensch und habe eher zu viel als zu wenig Empathie.

Trotzdem fällt mir natürlich auf, dass sich viele Menschen mit Yoga und Meditation befassen. Unseren lieben Boris scheint es ja irgendwie komplett umgekrempelt zu haben ;) .

Jetzt stehe ich also hier, im Hinterkopf Bilder von Turbanen, wedelnden Palmen, schmerzendem Lotussitz, Nagelbrettern und einem permanenten "oooommmmm" im Ohr. Ganz ehrlich, ich hab bisher keine Ahnung davon aber es würde mich sehr interessieren.

- Welche Arten der Meditation gibt es?
- Welche ist zu empfehlen?
- Wie oft / wie lange meditiert ihr?
- Welche Auswirkungen hat es auf euch gehabt?
- Wie sollte ein Anfänger damit... anfangen?
- Könnt ihr jetzt auf einem Nagelkissen oder über glühende Kohlen gehen!?

Ich bin gespannt auf eure Antworten :D
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Strohhalme aus Glas
12.11.2019, 12:41 Uhr
Für mich ist Achtsamkeit und im "Jetzt" sein entscheidend und das kann man bspw. durch Meditation üben. Ich selbst meditiere nicht klassich mit hinsetzen und Ommmmmmms, sondern einfach durch Zeit nehmen, bewusst atmen und meine Umgebung wahrnehmen, d.h. im Hier und Jetzt zu sein.

Was es bringt ist, dass ich mehr "da" bin und die Zeit nicht mehr an mir vorbei fliegt. Klingt komisch, ist aber so
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12.11.2019, 13:13 Uhr
Es gibt also auch Klischees über Meditation :green:
Ich meditiere auch ab und zu. Auch eher in Sinne von Achtsamkeit, Gedanken abschalten, auf dem Atem achten usw. Gelingt auch in Alltag und ist ziemlich unprätentiös.

Es gibt auf YouTube viele geführte Meditationen ohne Schnickschnack. Man braucht weder Musik, noch Räucherstäbchen o.ä. gibt auch spannende Studien darüber, wie Meditation tatsächlich wirkt.
2x bearbeitet

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12.11.2019, 13:17 Uhr
Zitat habanero79:
Trotzdem fällt mir natürlich auf, dass sich viele Menschen mit Yoga und Meditation befassen. Unseren lieben Boris scheint es ja irgendwie komplett umgekrempelt zu haben ;) .


:lol: :lol: :lol:
Naja....ganz so ist es nicht. Das umkrempeln kam vorher und die Meditation hat geholfen wieder in die Spur zu kommen.
Es gibt unzählige Arten von Meditation und irgendwie auch nur eine. :crazy:
Arik hat es schon perfekt ausgedrückt. Achtsamkeit ist das Stichwort.
Du kannst den lieben langen Tag meditieren. Beim Kaffee trinken, beim duschen, beim spazieren oder oder oder.
Thích Nhất Hạnh hat es ziemlich gut ausgedrückt, es ist ein "nach Hause kommen". Von dem gibt es auch ziemlich gute Bücher/Hörbücher.
Meditation hat überhaupt nichts esoterisches...kann es aber wenn man will. :D



Vorweg, ich bin eigentlich ein sehr ausgeglichener Mensch und habe eher zu viel als zu wenig Empathie.

Das hab ich auch von mir gedacht :lol:


- Welche Arten der Meditation gibt es?

Wie gesagt, unzählige und irgendwie nur eine :rofl:

- Welche ist zu empfehlen?

alle :heart:

- Wie oft / wie lange meditiert ihr?

So oft und so lange wie möglich, aber man muss es üben. Am Anfang reichen 5 Minuten locker

- Welche Auswirkungen hat es auf euch gehabt?

https://www.dasgehirn.info/handeln/meditation/warum-meditation
Man wird ruhiger, gelassener, friedlicher, entspannter, fröhlicher, Stress verschwindet....und und und

- Wie sollte ein Anfänger damit... anfangen?

Na einfach machen :lol:
Ich hab mit der MetaApp angefangen (kostet 4 € im PlayStore) https://play.google.com/store/apps/details?id=de.metainstitut.metaapp
Recht bekannt ist auch die 7Mind, die wird auch von vielen Krankenkassen bezuschusst.
https://www.7mind.de/krankenkasse gibt aber auch ein paar freie Lektionen die ganz gut sind.

- Könnt ihr jetzt auf einem Nagelkissen oder über glühende Kohlen gehen!?

Ja klar. Kannst du das nicht :surprise:




Ach und Yoga....Yoga ist einfach genial.
Yoga wurde angeblich ursprünglich dafür entwickelt dass die Mönche trainiert genug waren um länger zu meditieren.
Ich würde aber sagen Yoga ist ein (neudeutsch) Lifestyle und nicht nur eine Art der Bewegung.
Dazu kann man wenn man will die Bhagavad Gita mal lesen:
https://www.amazon.de/dp/3442216079/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_U_ksQYDbHVM2C3F
Allerdings...wie es so schön im Vorwort heisst soll man das mit dem Herzen lesen und nicht mit dem Kopf. Und man darf es auch nicht zu wörtlich nehmen. :D

5x bearbeitet

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12.11.2019, 13:56 Uhr
Ich meditiere seit Mitte der 80er Jahre. Ich war fast zwei Jahrzehnte lang dem Buddhismus sehr nahe, war bis Mitte der 90er Jahre auch Mitglied eines buddh. Zentrums in Oberbayern, habe dort meditieren gelernt, und habe auch immer wieder Konvente und Meditationstreffen besucht, u.a. von Ayya Khema und Dagmar Waskönig (Zen). Später habe ich mit/bei einem Zisterzienser-Mönch, mit dem ich befreundet bin, verschiedene Formen christlicher Meditation gelernt und praktiziert. Das alles hat mir eine gute Basis gegeben.

Ich meditiere nicht aus "lifestyle"-Gründen, auch nicht zur Entspannung wie es das Yoga meistens bietet, sondern um mich mit meinem Geist, der Stille und der Achtsamkeit auseinanderzusetzen. Ich meditiere aber auch sehr gern die Metta-Meditation, das ist mittlerweile meine Hauptmeditation.


Zitat habanero79:
- Welche ist zu empfehlen?


Die Metta-Meditation fiel mir am leichtesten. Man meditiert, indem man allen lebenden Geschöpfen Gutes wünscht. Zunächst demjenigen, der einem am nächsten steht (Frau, Kinder, Eltern), dann weitet man den intensiven Wunsch auf Freunde und Bekannte, Menschen und Tiere, und schliesslich auch auf diejenigen aus, die man eigentlich gar nicht mag. Näheres findest Du bei Youtube, ein "Metta" und "Meditation" eingeben. Auch Ayya Khema hat schön EInführungen gehalten, die es teilweise auch bei Youtube gibt.

- Wie oft / wie lange meditiert ihr?


Täglich. Im Schnitt 30 Minuten.

- Welche Auswirkungen hat es auf euch gehabt?
-

Es hat mich ruhiger, gelassener, empathischer gemacht. Und es hat mir ein wenig die Angst vor dem Sterben genommen (ich bin ja wie bekannt chronisch herzkrank, habe zur Zeit auch wieder massive Rhythmusstörungen, die ich durch Meditation zu mildern versuche).

- Könnt ihr jetzt auf einem Nagelkissen oder über glühende Kohlen gehen!?


Das hat doch mit Meditation nichts zu tun, das ist Affenzirkus.
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12.11.2019, 14:00 Uhr
Zitat PeeBee:I
Die Metta-Meditation fiel mir am leichtesten. Man meditiert, indem man allen lebenden Geschöpfen Gutes wünscht. Zunächst demjenigen, der einem am nächsten steht (Frau, Kinder, Eltern), dann weitet man den intensiven Wunsch auf Freunde und Bekannte, Menschen und Tiere, und schliesslich auch auf diejenigen aus, die man eigentlich gar nicht mag. Näheres findest Du bei Youtube, ein "Metta" und "Meditation" eingeben. Auch Ayya Khema hat schön EInführungen gehalten, die es teilweise auch bei Youtube gibt.


Da hast du Recht.
Eine Metta- Meditation tut richtig gut. :heart:
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12.11.2019, 14:02 Uhr
Ja klar. Kannst du das nicht

NOCH nicht :D

Yoga wurde angeblich ursprünglich dafür entwickelt dass die Mönche trainiert genug waren um länger zu meditieren.

Boah, dass sieht aber echt anstrengend aus. Ich glaube das ist nur erfunden worden damit man Muskelkater in Muskeln bekommt wo man niemals gedachte hätte, dass dort welche sind :lol: . Aber ernsthaft, ich hab gesehen, dass es sogar im Dienstsportangebot angeboten wird. Vielleicht guck ich mir das mal an. Da bekomm ich sogar noch Geld dafür :D .

Und man darf es auch nicht zu wörtlich nehmen.

Das hab ich mir bei Posts von dir schon angewohnt :lol: . Aber vielen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort und die informativen Links :)

Zitat PeeBee:ich bin ja wie bekannt chronisch herzkrank

Ich wusste zwar, dass du krank bist, aber nicht was du hast. Das tut mir leid und ich wünsche dir noch ein langes Leben. Mein Onkel ist auch schwer herzkrank und hatte schon mehrere Herzinfarkte. Angeblich hätte er nur noch 30% Herzleistung und darf fast nichts mehr machen. Aber er ist immerhin auch schon Ü70.

1x bearbeitet

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12.11.2019, 14:07 Uhr
[quote=habanero79]

Das hab ich mir bei Posts von dir schon angewohnt :lol: .


Heeeeeyyyy....uffbasse :lol:
Na wenn du die Möglichkeit hast probier es aus.
Yoga ist ganzheitlich und strahlt in alle Lebenslagen aus finde ich.
Und ja....es gibt Muskelkater an den unmöglichsten Stellen, aber so Zipperlein die man zwischendrin hat verschwinden.

[quote=PeeBee]

Es hat mich ruhiger, gelassener, empathischer gemacht. Und es hat mir ein wenig die Angst vor dem Sterben genommen (ich bin ja wie bekannt chronisch herzkrank, habe zur Zeit auch wieder massive Rhythmusstörungen, die ich durch Meditation zu mildern versuche).



Dazu ist mir dieses Bild eingefallen:
https://dfme-achtsamkeit.de/wp-content/uploads/2015/06/achtsamkeitsmeditation-einsichtsmeditation.jpg
Aus meiner Sicht trifft es den Kern der Sache auch ganz gut.
6x bearbeitet

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12.11.2019, 14:49 Uhr
Sicher gibt es viele Arten von Meditation, bei mir ist es die buddhistische Richtung.
Auch Metta-Meditation.... aber, ich denke es genügt nicht, zumindest nicht in der buddhistischen Richtung, nur zu meditieren, dazu gehören eben sila(Tugend), samadhi( Einigung), panna(Weisheit).

Ayya Khema hat mal gesagt, es geht nicht ums "Schöner meditieren" sondern um Befreiung.

Ja man sollte es am Anfang nicht übertreiben, vielleicht 5 Minuten Atembeobachtung , oder für Anfänger auch ganz gut: den Atem (also Ein und Ausatmen zusammen) zählen von 1-10, dann wieder von vorne anfangen, oder wieder zurück bis eins.... Das kann schon sehr schwierig werden, da geht die Konzentration schon öfter mal flöten... :lol: . Aber einfach (nach Ayya Khema) Erkennen, nicht tadeln, ändern , also wieder von vorne anfangen, wenn man abseits gekommen ist.

Na ja ansonsten gibt es noch viele Arten....

Yoga ist ein sehr altes System, hat nicht unbedingt mit Mönchen etwas zu tun, es gibt ein altes - wahrscheinlich schon vergriffenes Buch- " Die Wurzeln des Yoga , von Patanjali . Diese Lehrsprüche stammen aus Überlieferungen, die zwischen dem 2.Jhdt. v. Christi und dem 4. Jhdt. nach Christi von Patanjali aufgezeichnet wurden.

Mögen alle Wesen glücklich sein ( aus Sutta Nipata,deutsch : Sammlung der Bruchstücke, Verse 143-152) :D
METTA


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12.11.2019, 15:10 Uhr
Ergänzung: Der von Metta zitierte Glücksegenswunsch stammt übrigens aus dem Metta-Sutta, der Basis für die Metta-Meditation.

Natürlich hast Du Recht, liebe Metta, dass buddhistische Meditation ohne Sîla, Samadha und Panna nicht sinnvoll ist. Aber ich denke, die Metta-Meditation hat für jeden einen schönen "Nutzen", und sei es "nur" die Entwicklung einer ganz tiefen Empathie für alle anderen Wesen.
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