Endlich Gesetz zum Schutz von Küken?

Erstellt 28.10.2020, 07:27 Uhr, von Belinda. Kategorie: Umwelt & Tiere. 16 Antworten.

Endlich Gesetz zum Schutz von Küken?
28.10.2020, 07:27 Uhr
https://www.welt.de/wirtschaft/article218779390/Gekauft-bei-Lidl-und-Aldi-Jedes-zweite-Huehnchen-besitzt-resistente-Keime.html
Moin!
Das habe ich heute gefunden. Ich finde, es ist ein Schritt in die richtige Richtung!
Ich meine natürlich das Statement von Frau Klöckner :green:

LG Belinda
2x bearbeitet

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
28.10.2020, 10:34 Uhr
In Hessen steht das "Verbot des Kükentötens" sogar im Koalitionsvertrag - genau so wie der Abschuss von Waschbären, damit die "immensen Schäden" durch die Tiere zurückgehen.


Die Waschbären sind bereits totgeschossen. Zumindest wurde die "Freigabe" vermutlich auf Druck der Jäger in der CDU (und das sind einige!) umgesetzt. Das Kükentötungsverbot schlummert tief und fest im Koalitionsvetrag. Wie gesagt, der Druck durch die nur noch wenigen Tierschützern innerhalb der Grünen ist entsprechend leider sehr gering.

Die hessiche Umweltministerin auf den Wunsch eines Parteimitgliedes:
"Würde mich freuen, wenn unsere grüne Ministerin sich vor die Leute stellen würde und erklärte, dass die vegane Ernährung die klimafreundlichste ist" kam ein trockenes "das wirst Du mit mir nicht erleben" Auf die Rückfrage "weshalb denn nicht?", kam ebenso ungerührt wie falsch: "Weil es nicht stimmt" ... Womit die Diskussion darüber auch ihr Ende hatte.

Und so was kommt dann dabei raus - man beachte die Liste derer, die mitmachen dürfen...

https://umwelt.hessen.de/verbraucher/ernaehrung-ernaehrungsbildung/nachhaltige-ernaehrung

:crazy: :green:
1x bearbeitet

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28.10.2020, 10:43 Uhr
Hallo Vegbudsd
was mir auffällt, dass kein veganer verein bei den Akteuren dabei ist. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. :green:

lieben Gruß
METTA
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28.10.2020, 11:06 Uhr
Zitat METTA:Hallo Vegbudsd
was mir auffällt, dass kein veganer verein bei den Akteuren dabei ist. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. :green:

lieben Gruß
METTA


eben. Es scheint so zu sein, dass Ministerinnen, die irgendwie für Landwirtschaft zuständig sind, sozusagen genetisch pro Landwirtschaft mit Tierleid und Tiertod sein müssen, sonst kommen sie nicht in das AMt, jedenfalls nicht, solange CDU/SPD mit dabei sind, und das sind die ja fast immer.

Warte auf Koalitionen, bei denen die so genannten alten Volksparteien nicht mehr im Boot sind, vielleicht ändert sich das ja dann endlich
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28.10.2020, 16:12 Uhr
Zitat Belinda: https://www.welt.de/wirtschaft/article218779390/Gekauft-bei-Lidl-und-Aldi-Jedes-zweite-Huehnchen-besitzt-resistente-Keime.html
Moin!
Das habe ich heute gefunden. Ich finde, es ist ein Schritt in die richtige Richtung!
Ich meine natürlich das Statement von Frau Klöckner :green:
LG Belinda


Hi, ich bin auch gegen das Kükenschreddern, klar, und ich bin auch dafür, es den Eier-Betrieben so schwer wie möglich zu machen, und ihnen diese Ei-Test-Verfahren aufs Auge zu drücken. Aber dennoch: toll ist irgendwie anders, denn nun werden also männliche Küken-Embyos zwischen dem 9. und 14. Ei-Lebenstag gekillt (weiss jemand wie?). Wie ich las, haben sich bereits beim Embryo des Kükens am 6. Ei-Lebenstag die Adern ausgebildet. Glaubt ihr nicht, dass die dennoch was spüren, wenn sie schon fast die Häfte ihrer Ei-Zeit gewachsen sind? Ich weiss das ja nicht, und doch, am 21. Tag schlüpfen sie dann aus dem Ei. Für mich fühlt sich das wie ein vorverlegter Mord an... Kann mir da jemand genaueres zu sagen, was eine mögliche Schmerzempfindlichkeit eines ungeborenen Kükens angeht??
1x bearbeitet

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28.10.2020, 16:54 Uhr
Hallo Salma, ja, das ist sicher nur die etwas weniger schlimme Lösung dafür, dass wir Menschlein so phantasielos sind, dass wir lieber den alten Mythen anhängen, als dass wir unseren Herzen folgen würden, die Tiere einfach nur leben zu lassen und sie bis an ihr natürliches Lebensende füttern, hegen und pflegen. Dass niemand mal auf diese Idee kommt finde ich eigendlich erschreckend. Man müsste mal die Kosten dafür durchrechnen und dann für Bauern... egal, passiert eh nicht...

Also es gibt tatsächlich einen Streit über das Schmerzempfinden von Küken im Ei, ab wann das ausgeprägt ist.


Vorgezogener Mord ist nach meiner Auffassung jede Tierhinrichtung "weil es und schmeckt" und "weil ich mich bereichern will" - also aus niedrigen Beweggründen, egal in welchem Tieralter. Nach geltenden Gesetzen ist die gesamte tierbasierte Landwirtschaft laut Prof. Bülte "institutionalisierte Kriminalität", also per se illegal.

Ich sehe in diesen Verfahren lediglich den Versuch, den völligen Verlust an vermuteter Legitimität zu vermeiden. Das gelingt natürlich mit solchen seltsamen "Workarounds" nur unvollkommen bis gar nicht. Denn wie wir ja seit langem wissen, wird die Kreativität der Fleischwirtschaft um so größer, je mehr sie sich Hindernissen und Gesetzen/Verordnungen gegenüber sieht, die ihren wirtschaftlichen Erfolg auch nur minimalst abschwächen. Also ich vermute mal, es wird nicht lange dauern, dass Küken sonstwoher, deren männliche Geschwister nach dem Schlüpfen getötet wurden, den angeblich vorher getesteten Küken untergemischt, und dem Verbraucher als ethisch besseres Produkt teurer verkauft werden. Werr will denn dass genau wie hinterher kontrollieren? Reiner Etikettenschwindel also.

Nichts rettet Küken vor dem getötet werden wie die vegane Ernährung ganz und gar ohne Eier.
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28.10.2020, 18:29 Uhr
Hallo Salma und Vegbudsd, seid mir nicht böse...Aber ich muss gerade unwillkürlich an Schwangerschaftsabbruch denken... da warja auch lange die Frage, wann ein Fötus als "Leben" und nicht nur als "Zellhaufen" gilt...und ab wann er Schmerzen empfinden kann (definitiv schon vor der 12. Woche).
Ich selbst hatte mehrere sog. Fehlgeburten, bevor mein Arzt endlich darauf kam, mir für die ersten 12 Wochen zusätzliches Gelbkörperhormon zu geben....
Aber ich schweife ab....sorry...

Also Fazit des ganzen: wäre durch so ein Gesetz doch nichtd gewonnen, falls es denn jemals dazu käme..?

LG Belinda :-(

1x bearbeitet

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29.10.2020, 11:25 Uhr
Hi Belinda,
ich fürchte, sooo ein mega Schritt, wie es Frau Klöckner verkauft, ist es nicht. Aber natürlich gut, dass das Thema angegangen wird.

@Kilian: wäre das nicht ein interessantes Thema für einen Artikel?

Habe jedenfalls dazu ein bisschen gelesen und fasse nur mal grob zusammen
- korrigiert mich bitte, wenn ich was falsch darstelle.

1. Es gibt Erkennungssysteme, die sehr viel früher das Ei auf das Geschlecht überprüfen können. Wer und warum auch immer hat sich aber für die endokrinologische Methode (auch Seleggt genannt) mit der spätesten Testzeit entschieden. Wie Frau Klöcker in Deinem Link von sich gibt, wird bis zum 14. Ei-Lebenstag das Ei/Empryo "aussortiert". Die frühere wäre das spektroskopischen Verfahren (ab dem 4. Tag).


2. Ich zitiere einen Artikel auf NDR dazu https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Respeggt-Selektierte-Eier-zum-Schutz-maennlicher-Kueken,kueken370.html
"Tierschützer kritisieren das Seleggt-Verfahren: Der Deutsche Tierschutzbund bemängelt, dass das Geschlecht der Küken erst zwischen dem achten und zehnten Bruttag [Anmerkung Salma: Frau Klöckner sagt 14. Bruttag] bestimmt wird. Wissenschaftlich ist noch nicht eindeutig geklärt, ob die Embryos dann schon ein Schmerzempfinden haben. Ausgeschlossen wird dies derzeit nur vor dem siebten Bruttag. Deshalb lehnt der Deutsche Tierschutzbund die Seleggt-Methode ab."


3. Zukunftsmusik
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-09/tierschutzgesetz-kuekenschreddern-eintagskueken-maennliche-kueken-julia-kloeckner?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Zitat
"Zwei Jahre nach dem Verbot, ab Anfang 2024, soll das Gesetz daher ausgeweitet werden: Ab da müssen Brütereien Methoden zur Geschlechtsbestimmung anwenden, die vor dem siebten Bruttag greifen. Danach empfänden Hühnerembryos Schmerz, heißt es im Gesetzentwurf. Die bisher marktreifen Verfahren bestimmen das Geschlecht im Ei in einem Zeitraum vom 9. bis zum 14. Bebrütungstag. "


4. Fakt: Es bleibt weiterhin bei einer gruseligen "Umsonst-Produktion" an Eiern: Die ebenso in der Industrie leidenden Muttertiere legen in Deutschland weiterhin 45 Millionen Eier jährlich für den Müll.
(??? Gibt es dann bei uns wie in Asien Balut-Eier zu kaufen??? Was geschieht mit diesen Eiern? Wie werden die ungeschlüpften Kücken getötet??)

Klar kommen einem da Bilder von Abtreibungen in den Kopf. Ein sehr schweres Thema für jede Schwangere. Und doch bin ich hier zu allererst für die Selbstbestimmung der Frau (ohne jetzt hierzu eine Diskussion anstoßen zu wollen, aber schrecklich, was in Polen gerade abgeht). Eine Fehlgeburt ist ja nochmal was anderes, denn das Embryo ist ja erstmal "natürlich" gestorben, und "geht ab" oder muss entfernt werden, oder?
2x bearbeitet

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30.10.2020, 11:02 Uhr
@Salma: jepp, bei mir war jedesmal Abrasio notwendig, wäre nicht von selbst abgegangen, bzw wollte ich nicht darauf warten, bei meiner 1. Schwangerschaft war ich immerhin auch schon fast 35.
Klar, es ist was anderes.... Aber mit meinen "fraulichen" Erfahrungen fällt es mir nochmal leichter, Eier und tierische Milchprodukte aufs schärfste abzulehnen.

LG Belinda :|
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01.11.2020, 11:42 Uhr
Mir drängt sich da auch die Frage auf, welches Problem da eigentlich gelöst werden soll. Es bleibt eine wahnsinnige Verschwendung. Im Grunde habe ich keinen Stress damit, Eier zu essen. Wenn ich sie mir von den eigenen Hühnern im Garten klauen könnte. Aber diese industrielle Produktion finde ich einfach abartig. Auch das System der Aufzucht der „Bruderhähne“ finde ich fragwürdig. Was hat das Küken davon, wenn es nach drei Monaten geschlachtet wird statt sofort? Ist es dann für die Menschen erträglicher, weil es dann nicht mehr so niedlich ist?:oo
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