Felder düngen

Erstellt 26.11.2019, 19:25 Uhr, von Ivo. Kategorie: Umwelt & Tiere. 9 Antworten.

Felder düngen
26.11.2019, 19:25 Uhr
Hallo Ihr Lieben,

Und wieder einmal, bin ich bei einem Gespräch über Ernährung ohne Tierleid auf den falschen Fuß erwischt worden. Die Aussage war in etwa: „Mal angenommen, niemand isst mehr Fleisch und es wird somit auch kein Vieh mehr gehalten, das Mist und Gülle macht. Wie werden unsere Felder gedüngt?“


Tja, da wusste ich auch keine Antwort, was ich auch zugegeben hab. Die Sache mit der momentanen Überdüngung habe ich für mich behalten, denn es wäre nicht stimmig gewesen.


Aber die Frage finde ich trotzdem irgendwie berechtigt.

Sonnige Grüße,
Ivo
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
26.11.2019, 20:03 Uhr
Ich kenn mich leider nicht aus was das betrifft, aber kann man denn nicht anbauen ohne zu düngen?
Im kleinen Stil ja allemal. Siehe Opas Garten. :angel:
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26.11.2019, 20:15 Uhr
Hallo Ivo,
Da könnte jetzt ein Landwirt nützlich sein der Ahnung hat von rein biologischem Ackerbau.
Aber ich habe ja auch noch die Zeit mit erlebt als nicht oder nur spärlich gedüngt wurde. Vor allem hat man in Fruchtfolge Ackerbau betrieben, also z.B. Hafer, dann Kartoffeln, dann Weizen, danach Runkelrüben usw. Es wurde auch Klee gesät, nach dem Abernten wurde umgepflügt und das hat den Boden dann mit Stickstoff versorgt. Ebenso wurden nach der Rübenernte die übrigen Blätter untergepflügt und haben als Dünger geholfen. Heute gibt es auch anderes wie Pacelia, welcher sogar auch in Hausgärten als Gründünger aus gesät wird. Heute gibt es leider viele Monokulturen über Jahre - nur Raps, nur Mais, nur Getreide, usw.
Haben wir denn keinen Landwirt hier ? Wenn ja, bitte melden !!!

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26.11.2019, 20:21 Uhr
Das Stichwort ist biovegane Landwirtschaft.

https://www.peta.de/bio-vegane-landwirtschaft
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26.11.2019, 23:30 Uhr
Zitat Smaragdgruen: Es wurde auch Klee gesät, nach dem Abernten wurde umgepflügt und das hat den Boden dann mit Stickstoff versorgt. Ebenso wurden nach der Rübenernte die übrigen Blätter untergepflügt und haben als Dünger geholfen.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal das Buch "Rettet den Boden!" von Florian Schwinn empfehlen. Obwohl er nicht direkt tierfreie Landwirtschaft empfiehlt (m.E. der einzige Fehler des Buchs), kann man die Erkenntnisse prima auch mit tierfreier Landwirtschaft umsetzen. Den Boden möglichst wenig zu bearbeiten und vor allem nicht zu pflügen, ist dabei eine der wichtigsten Empfehlungen. Für so etwas haben wir nämlich viele fleißige Helferlein, die im Boden leben, wenn man sie nicht vergiftet und den Boden nicht mit Riesenmaschinen komplett platt und unfruchtbar macht.
Mulchen, Zwischenfrüchte und Untersaaten, die man auch nicht unbedingt vom Feld holt, sondern eben zur Fütterung der kleinen Helferlein dort lässt, sind da ein weiterer Ansatz.
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27.11.2019, 06:16 Uhr
Ich denke schon, dass das möglich ist. Gründüngung, Fruchtfolge usw. Der Peta-Artikel bietet da einen sehr guten Überblick. Allerdings muss sich dafür einiges ändern, sowohl an der Einstellung der Landwirte, als auch an der Einstellung der Verbraucher. "So wie bisher" würde es ohne tierische Düngung natürlich nicht weitergehen können. Das ist klar. Ich denke beinahe, Ivo, dass Leute wie Deine Gesprächspartner entweder keine Ahnung haben, sie nur auf maximalen Profit aus sind, oder eben aus anderen Gründen wollen, dass es "so wie bisher weitergeht". Man muss das, was aus der Erde und von den Bäumen und Sträuchern kommt, auch (wieder) wertschätzen, und das kostet den Produzenten und den Konsumenten auch was.
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27.11.2019, 09:35 Uhr
Wenn man dann noch bedenkt, dass die Gülle auf den pflanzlichen Lebensmitteln der konventionellen- aber vielleicht auch Biobauern, das weiß ich nicht- auch Bakterien übertragen kann, die multiresistent sind, ist das eigentlich schon unverantwortlich soviel Gülle auf die Felder zu bringen.
Man könnte ihnen also auch antworten:" Gut wenn kein Vieh mehr Gülle macht, dann werden auch keine multiresistenten Keime mehr auf unsere Nahrung verstreut und wir nicht mehr vergiftet .Denn durch die übermäßige Antibiotikavergabe an die Tiere wird es irgendwann kein Antibiotika geben das hilft."
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27.11.2019, 10:21 Uhr
Dünger ist kein Rohstoff, der "einfach da" ist. Es sind die "Reste" der Futtermittel, die von den Tieren wieder ausgeschieden werden.
Wenn das Futtermittel sind, die mit synthetischen Düngemitteln angebaut wurden, stellt sich die Frage, ob die direkte Einbringung in den Lebensmittel-Anbau nicht effizienter wäre.
Wenn in einer Kreislauf-Wirtschaft Futtermittel auf eigenen Flächen entnommen werden, bringt die Gülle diese "Schulden" nur zurück. So mein derzeitiger Stand.

Ich bin aber an einem Thema, das das Ganze besser erläutert. Warte noch auf ein paar Faktenchecks durch Experten.
2x bearbeitet

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27.11.2019, 12:42 Uhr
Habe auch von Zwischenfrüchte gehört.
Bei uns in der Gegend wird nach "Mais" ein Kraut angebaut und dann vor der Blüte untergemulcht.

In meinem Vorgarten habe ich einige Pflanzkübel, die ich mit z.B. Tomaten bepflanze, hier dünge ich mit Brennsesseljauche (selbst hergestellt *nase zu hebt* ;-) ) und z.B. etwas Urgesteinsmehl.

Gülle ist auch nicht gleich Gülle. Wer weiß, wie die "Qualität" der heutigen Gülle ist.
Wenn die Tiere Chemie/Arztneimittel und Ersatzfutter bekommen, ist die Gülle dann wirklich noch zum Düngen geeignet? :question:
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28.11.2019, 23:43 Uhr
Vielen lieben Dank für die wertvollen Informationen, die ich in mein Repertoire aufgenommen habe. :thumbup:

Es ist ja nicht so, dass ich permanent „vegane“ Gespräche habe und auch nicht, dass mein Gegenüber provozieren möchte. Aber manchmal ergibt sich einfach was und da möchte ich womöglich „auf Zack“ sein und nachprüfbare Argumente haben.
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