Freiheit für Tiere

Erstellt 13.01.2020, 19:59 Uhr, von Eigenliebe. Kategorie: Umwelt & Tiere. 27 Antworten.

15.01.2020, 09:45 Uhr
Wenn Leute ihre Tiere aussetzen, müssen sie die ja meist anbinden, sonst gehen die immer hinterher.

Mir dreht sich grade der Magen um wenn ich mir vorstelle was in einem angebundenen Tier vor sich geht wenn sich die einzige Vertrauensperson einfach so vom Acker macht...
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
15.01.2020, 16:31 Uhr
Ich glaube aber dass die meisten Tiere in Gefangenschaft aus reiner Gewohnheit am Menschen hängen. Und natürlich auch weil einige von ihnen eine enge Beziehung zu ihm aufgebaut haben- meistens bei Pferden, Hunden und einigen Katzen.
Aber würde jetzt ein edles Vollblut ohne Menschenkontakt in einer angemessenen Umwelt aufwachsen, dann würde es auch prima ohne Menschen zurecht finden.
Ich glaube meine Tiere kämen auch ohne mich klar, gäbe es keine Zäune.

Das Leben in der Natur sollte man aber auch nicht schwarz malen. Als Beispiel meine Kaninchen. Sie haben draußen ein schönes großes Gehege in welches sicher kein Raubtier eindringen kann. Aber wissen sie das? Nein, wenn sie etwas hören oder eine Katze sehen dann klopfen sie und rennen weg.
Nur weil meine Tiere sicher sind verlieren sie ihre Instinkte nicht. Das heißt auch ein Beutetier in Gefangenschaft ist ständig wachsam und flüchtet im Notfall, auch wenn sie eigentlich Sicher sind. Oder haben Angst wenn ich sie hochnehmen muss, obwohl ich ihnen nie was getan habe. Das sind ihre Instinkte.
Aber sie sind satt, werden medizinisch betreut und ein Stück weit leben sie sicher entspannter als ihre wilden Artgenossen.
Aber ich habe auch häufig Wildtiere beobachtet welche ebenfalls sehr entspannt waren. Z.B., um beim Tier zu bleiben, habe ich eine Zeit lang Wildkaninchen beobachtet. Diese haben sich häufig Mittags in den Schatten gelegt und dort gedöst, sich geputzt u.s.w.. Immer ein anderes Tier hielt Wache.
Wildtiere sind zwar immer wachsam, aber sie leben in keiner ständigen Angst. Das wäre doch sinnfrei. Und ich glaube auch nicht das Tiere Existenzangst haben, sie leben im Moment. Sind sie satt ist alles gut. Sie kümmern sich nicht um die kommenden Wintermonate solange Sommer ist. (das Anlegen von Vorräten ist auch eher den Instinkten zuzuordnen) Und sie fürchten gewiss auch erst um ihr Leben wenn sie angegriffen werden. Denke ich :) .

Wenn es nach mir ginge gäbe es keine Tierhaltung, auch wenn ich den Umgang mit meinem Pferd sehr vermissen würde.
Schöner fände ich es wenn man mit Wildtieren wieder mehr in Kontakt tritt, Wohngegenden so gestaltet dass sie Lebensräume bieten und man die Tiere um sich hat ohne dass sie einem gehören.
Tierhaltung sollte dann nur noch im Form von Zucht von vorm aussterben bedrohten Tieren stattfinden, oder Wildtier Stationen zur Pflege von verletzten Tieren.


Ich glaube der Mensch würde es auch schaffen das scheuste Reh als Freund zu gewinnen. Der Mensch ist ja auch nur ein Tier. Und wenn man mal Wildtiere beobachtet, das Eichhörnchen fürchtet das Reh nicht, der Hase nicht das Wildschwein.
Warum fürchtet das Reh den Menschen? Würden wir friedlicher leben käme es mit Sicherheit automatisch zu mehr Nähe und Vertrauen.

Wir haben seit 4 Jahren ein Reh bei uns im Dorf. Es war verletzt und schien sich im Dorf in Sicherheit zu fühlen, also blieb es. Es liegt mitten am Tag auf unseren Wiesen und wenn ich Gras für die Kaninchen pflücke schaut es mich kurz an und frisst dann friedlich weiter, einige Meter von mir entfernt. Das ist ein wundervolles Gefühl, einem so fremden und wildem Tier so nahe zu sein :heart:

Liebe Grüße



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15.01.2020, 17:16 Uhr
Unsere Hauspferde können in der Wildnis sicherlich nicht einfach so überleben. Nach spätestens ein paar Monaten könnten die meisten vor Schmerzen nicht mehr stehen, weil sie kranke Beine und Hufe hätten. Unsere Hauspferde sind sehr anfällig für Krankheiten, sie hätten auch Probleme mit zu viel Eiweiß im Gras und mit Hautpilzen, spätestens die nächste Kolik würde viele dahinraffen.
Es gibt Katzen und Hunde, die gut überleben können, doch sicherlich keine Pferde. Selbst Wildpferde haben viele Probleme, aber die sind auf jeden Fall um vieles robuster als ein Hauspferd.

Ein Haustier gewöhnt sich an regelmäßige Mahlzeiten und hat somit erheblich weniger Stress alleine schon deswegen, es gewöhnt sich auch an Sicherheit und es muss bei Krankheit nahezu keine Schmerzen aushalten, im Gegensatz zum Wildtier. Es muss nicht Angst haben zu erfrieren im Winter, usw.
Generell finde ich es aber auch eher schlecht Nagetiere oder Vögel überhaupt zu halten. Eine Katze kann sich wenigstens frei bewegen und ein Hund geht nahezu überall mit seinem Mensch mit, da finde ich die Haltung solcher nicht immer unbedingt schlecht.
Ich bin kein Gegner der Natur im Allgemeinen, ich sehe nur die Dinge recht realistisch. Es gibt Vorzüge, die ein Tier in Gefangenschaft genießen kann, und Nachteile. Ich denke eben bei ordentlicher Haltung überwiegen die Vorteile erheblich. Da das aber leider nur bei sehr wenigen Tieren der Fall ist, wäre keine Tierhaltung wohl besser.
1x bearbeitet

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15.01.2020, 19:46 Uhr
Oh ich glaube wir haben uns missverstanden, ich stimme dir prinzipiell zu :) . Ich wollte nur (lange und viel zu umständlich) zufügen dass auch Haustiere von ihren Instinkten beeinflusst werden und nicht stressfrei leben. Aber prinzipiell können sie (bei richtiger Versorgung) um einiges entspannter leben. Und anders rum ist die Natur auch nicht immer grausam und gemein, auch Wildtiere (je nach dem welche und wo) können ein gutes Leben führen und leben nicht ständig in Angst.

Das all unsere Hauspferde krumm auf den Beinen stehen kann ich jetzt, für meine Tiere gesprochen, nicht bestätigen. Was das Überangebot an Futter hier in der Region betrifft, da stimme ich dir zu 100% zu. Deshalb schrieb ich auch ,,in einer angemessenen Umgebung‘‘.
Aber wenn ich sehe wie lange manche Wald- und Wiesentiere trotz Übergewicht durchhalten und wie zäh sich andere vernachlässigte Tiere halten, dann gehe ich stark davon aus dass sich einige Tiere halten würden und, wenn ein paar Hengste dabei, auch vermehren würden. Die Zähen würden überleben und es würde sich eine angepasste ,,Rasse‘‘ bilden. Das denke ich schon :) .
Koliken haben wir in unserem Stall übrigens so gut wie keine. Eine in den letzten drei Jahren, tödlich, aber da vermute ich noch mehr Probleme. Das Tier war alt und sah nicht gut aus.
Ich bin der Überzeugung dass die meisten Koliken ihre Ursache in zu wenig Bewegung und falscher Fütterung haben. Anders kann ich mir die vielen Koliken in klassischen Boxen Ställen nicht erklären, und die wenigen bei uns :) (+-65 Pferde)

Liebe Grüße
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15.01.2020, 20:10 Uhr
So eine Welt, wie sie Kaninchen beschreibt, wünsche ich mir auch.
Meine Katzen sind von selbst zu mir gekommen, sie haben einfach mal bei jedem Haus geschaut, ob noch ein Platz frei ist, und weil es Herbst war und sie so dünn waren, hab ich sie hereingebeten. Katzen sind sehr intelligent, was Herbergssuche angeht!
Lenshar, ich glaube schon, dass viele Pferde in Freiheit leben könnten (wenn es keine Menschen und Autos gäbe...). Pferde bewegen sich in Freiheit viel mehr und würden dann ihre Hufe selbst ablaufen. Atemwegserkrankungen wären sicher viel seltener als in Gefangenschaft. Auch die Kolikgefahr wäre nicht so groß, weil sie als Fluchttiere immer wieder mal galoppieren würden und nicht so lange am Stück fressen. Aber natürlich würden einige an Verletzungen oder Krankheiten sterben, die leicht behandelt werden könnten, klar. Ich hab mal gelesen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Pferdes in Deutschland 8 Jahre ist. Das würden die meisten sicher in Freiheit auch schaffen. Das Problem ist, dass viele Leute zwar ihre Pferde lieben, aber viel zu viele Unzulänglichkeiten bei Unterbringung und Futter hinnehmen, sei es aus Bequemlichkeit, oder weil der Stallbetreiber nichts besseres anbietet, oder weil es zu teuer ist.
Tatsächlich beobachte ich, dass viele Haustiere durch den Menschen krank gemacht werden, durch zu wenig Bewegung und zu viel oder falsches Futter. Weiter finde ich es in den letzten Jahren bedenklich, was alles von Tierärzten (keine Kritik an Dir!) behandelt wird, von Chemotherapie über tägliche Insulinspritzen durch den Besitzer etc. Ich finde es fraglich, ob man den Tieren damit etwas Gutes tut, sie leiden und können es ja nicht selbst bestimmen.
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15.01.2020, 20:18 Uhr
Viele Tiere werden falsch gehalten und dann auch durch die Haltung krank. Das ist wahr.
Das Problem der Hufe hat mit Abrieb zwar auch zu tun, aber hauptsächlich geht es um die Beschaffenheit und das Innenleben der Hufe. Und das ist längst nicht das einzige Problem.
Durch korrekte Haltung und Fütterung ist aber wirklich sehr vielem schon mal vorgebeugt.
Dass das Durchschnittsalter bei 8 Jahren liegt, kann ich nicht glauben. Das Durchschnittsalter jeden Stalls, den ich kenne, ist viel höher.

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15.01.2020, 20:34 Uhr
Bei Freizeitpferden kenne ich es auch, dass sie viel älter werden. Vielleicht ist es bei den Sportpferden anders, da kenne ich mich nicht aus, wie viele da evtl. wegen Verletzungen früh sterben. Vielleicht ist diese Angabe auch veraltet, früher wurde ja viel schneller geschlachtet, wenn das Tier seinen Zweck nicht mehr erfüllt hat.
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15.01.2020, 20:39 Uhr
Ich könnte mir vorstellen dass es viele Dunkelziffern gibt. Viele Tiere kommen vielleicht garnicht in der Öffentlichkeit an, sterben noch beim Züchter oder Anreiten beim Trainer, dann gibt es ja auch reine Schlachtpferde und gerade im Rennsport wird viel aussortiert.
Wobei ich mich auch schon gefragt habe wie diese entsetzliche Zahl zustande kommt. 12-15 hätte ich eher geglaubt. Kenne viele Pferde mit 20+, das müsste ja eigentlich auch ins Gewicht gehen.

@Chrissie, dein Beitrag war mir entgangen.
Dem stimme ich zu, Pferde (und Tiere generell) werden durch Haltung und Futter oft krank, leben aber dennoch lange, oft sind es Wohlstandserkrankungen welche man mit etwas Behandlung überlebt, aber einen dennoch einschränken. Wildtiere sterben eher an Verletzungen welche man bei Haustieren behandeln könnte.
Und auch die Zucht macht Tiere krank, obwohl das Gegenteil der Fall sein sollte, traurig. Wenn ich mir all die langbeinigen, modernen, Junghengste ansehe, leicht gefesselt und gangstark wie sie sind, dann frage ich was man sich da für eine Gesundheit erhofft.


2x bearbeitet

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