Gentechnik - Wann Missbrauch und wann Segen?

Erstellt 14.09.2018, 19:42 Uhr, von MonoLiso. Kategorie: Umwelt & Tiere. 16 Antworten.

Gentechnik - Wann Missbrauch und wann Segen?
14.09.2018, 19:42 Uhr
Neulich besuchte mich ein Freund, den ich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hatte.
Damals hörten wir zusammen Beatles, lasen Hesse und sprachen über Ghandi und die Legalisierung von Cannabis - heute leben wir beide bereits eine strenge Diät, zumindest ich nicht nur vegan, sondern auch rauchfrei, drogenfrei und abstinent.

Darüber, dass Ghandi zumindest einen Rauch(opfer)kult repräsentierte und deshalb so leicht ermordet werden konnte, waren wir uns schnell einig.

Unsere Meinungen teilten sich aber in Sachen Gentechnik:

Während ER die Gentechnik momentan noch vollständig ablehnt (und deshalb weder Soja-Produkte noch die andere absolute Weltrevolution "Kuufri"/"Muufri" - synthetisch hergestellte Kuh-Milch, aus der auch Fäden ziehender Käse gemacht werden kann - von Perfect Day Foods unterstützt)

halte ICH jede Gentechnik für sinnvoll, die den Missbrauch sowohl an Tieren als auch an Pflanzen sowie an Menschen verringert.

Ich lehne also Gentechnik als missbräuchlich ab, in welcher z. B. die Gene von Mais mit den Genen einer Ziege gekreuzt werden, ebenso Gentechnik, die zu Hühnern führt, die wegen einer riesigen Brust nicht mehr stehen können etc. - aber künstliche Kuhmilch finde ich super, weil sie den Missbrauch am Vieh beendet und unabhängig davon macht, ebenso das gentechnische Züchten ertragreicher Soja-Bohnen-Pflanzen.

Man kann von allem entweder einen guten Gebrauch machen oder Missbrauch daran betreiben - also auch von bzw. an der Gentechnik.

Und nur vom Missbrauch wird das Klima schlecht und werden dabei die Felder unfruchtbar.


Mein alter Freund wird mich voraussichtlich bald wieder auf ein Plauderstündchen besuchen - bis dahin freue ich mich über weitere Gedanken zu diesem Thema, von Euch!


Missbrauch ist immer schlecht!
Konsumo ergo sum!

2x bearbeitet

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14.09.2018, 22:34 Uhr
Ich bin pro-Gentechnik. Auch das von dir angesprochene Einbringen von artfremden Genen kann ein Wissenschaftler (nicht ich) so erklären, dass deutlich wird, dass die Vorteile/Chancen die Nachteile/Risiken deutlich überwiegen. Ich glaube in Wissenschaftskreisen ist man sich beim Thema Gentechnik ähnlich einig wie beim Thema Klimaerwärmung. Nur durch Medien und Politik (fachfremde Entscheider) wird das verzerrt dargestellt.

Ich bin gegen den Missbrauch der Gentechnik durch internationale Großkonzerne.

Ich bin gegen unaufgeklärten politisch-populistischen Aktionismus, der sinnvolle Sachen aufgrund von Unwissenheit einfach mal verbietet. Wenn man die Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich nicht mehr verteufelt, könnte man durch verstärkte staatliche Forschung den Großkonzernen nicht nur das Monopol nehmen, sondern auch die ethischen Standards vernünftig festlegen.

Qualzüchtungen hingegen bekommt man auch ohne Gentechnik problemlos hin, daher sind diese ein eigenes Thema (und natürlich abzulehnen).
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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15.09.2018, 14:06 Uhr
Hallo,

die Kritik an Gentechnik ist doch insbesondere die Kritik an:

- Gentechnik, um bestimmte Pflanzen resistent gegen Chemikalien zu machen und alles andere zu vernichten,
- Gentechnik, um Patente auf Pflanzen zu beantragen und damit Abhängigkeiten zu schaffen
und
- Eingriffe in die Natur vorzunehmen, mit dem Risiko, natürliche Gleichgewichte auszuhebeln.

Viele Organisationen unterscheiden übrigens auch zwischen unterschiedlichen Arten von Gentechnik (z. B. "Grüne" Agrar-Gentechnik, "weiße" Medizin-Gentechnik usw.).

Viele Grüße

Kilian
Mut bringt neuen Mut hervor.
~ Millicent Fawcett

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16.09.2018, 07:23 Uhr
Ich verstehe nicht warum wir gentechnisch veränderte Lebensmittel brauchen? Es gibt eine Vielfalt an natürlichen Rohstoffen, die wir derzeit gar nicht ausschöpfen, die meisten von uns konsumieren doch aus Bequemlichkeit immer wieder die gleichen Lebensmittel.

Wenn ich frisches Biogemüse und Kräuter vom Markt haben kann und selbst gebackenes duftendes Dinkelvollkornbrot mit Hummus, dann vermisse ich doch keinen künstlichen Käse, selbst wenn der Fäden ziehen sollte...

Meiner Erfahrung nach sind die vom Menschen veränderten Dinge nie so gut, wie die natürlichen. Daher bin ich skeptisch.
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16.09.2018, 12:27 Uhr
Wikipedia ist wie immer ein ganz guter Einstieg ins Thema: https://de.wikipedia.org/wiki/Gentechnik (Korrektur an Kilian: in der Medizin ist es die "rote" Gentechnik)

Für die, die lieber bewegte Bilder mit Ton mögen (das ist keine Einführung, aber ein Appell an die Neugier und Offenheit und zur faktenbasierten Diskussion): https://www.youtube.com/watch?v=Lwq3UJmP30c

Künstlichen Käse esse und vermisse ich übrigens auch nicht, aber dem Fehlschluss "natur" gleich automatisch gut und "künstlich" gleich automatisch schlecht, müssen wir auch hier nicht unterliegen.
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16.09.2018, 14:12 Uhr
Hallo,

ich finde die Genetik (auch ohne Manipulation) als Thema ziemlich interessant (übrigens auch den Aspekt der Epigenetik, was ja auch stark in die Genforschung geht).
Genforschung und -Technik per se abzulehnen macht einen fachlich nicht sonderlich glaubwürdig. Deshalb aber Gentechnik (und ihre praktische Anwendung) per se zu befürworten, ist genauso unsinnig.

Nach meinem Eindruck nach - übrigens auch über das Video, das Sunjo geteilt hat - dient Gentechnik heute vor allem dazu, Produktionsweisen effektiver zu machen. Da denke ich schnell an

- noch größere Landflächen, die noch automatisierter und noch einheitlicher verwaltet werden
- noch weniger Naturräume, noch weniger Artenvielfalt
- noch mehr Geld für noch weniger Unternehmen.

Ich finde die Frage viel interessanter, warum Menschen immer danach streben, effizient zu sein. Suche nach Kontrolle? Macht? Dominanz? Was geht dort psychologisch vor?

Ich bin kein absoluter Gentech-Gegner, aber man muss sich nur den wissenschaftlichen Diskurs über Ernährung in Deutschland anschauen, um schon seine Zweifel an der Kompetenz mancher Wissenschaftler zu bekommen. Wissenschaftliche Prinzipien sind ja schön und gut, das bringt aber nichts, wenn sie nicht konsequent angewandt werden, auch wenn das große Geld lockt.
Und das ist der Punkt, wo ich mir eher Sorgen mache. Denn Gentechniker sind ja auch nicht immer komplett uneigennützig.

Viele Grüße

Kilian
Mut bringt neuen Mut hervor.
~ Millicent Fawcett

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16.09.2018, 15:11 Uhr
Hallo,

hier mal was Bewährtes: https://www.youtube.com/watch?v=r1x681ozhZs

Wenn man sich an diese Grundsätze hält, dann braucht man das Erbgut nicht zu verändern. Man muss den Pflanzen ein geeignetes Umfeld bieten, nicht die Pflanzen an unsere verrückten Landwirtschaftsmethoden anpassen. Ich bin zu 100% davon überzeugt, dass ein Leben mit der Natur besser ist, als gegen die Natur. Wenn ich heute Sojabohnen auf riesigen Feldern anbauen will, biete ich den Schädlingen die Möglichkeit, sich massenhaft zu vermehren, Monokultur ist erwiesenermaßen schlecht.

Die moderne Landwirtschaft muss wieder zurück zur Natur, sonst verlieren wir den gesunden Boden und verwüsten unser Land. Den guten Boden können wir ziemlich sicher nicht künstlich erzeugen, wenn wir ihn verloren haben.

Liebe Grüße
Chrissie
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16.09.2018, 16:00 Uhr
Zitat Chrissie:Hallo,

hier mal was Bewährtes: https://www.youtube.com/watch?v=r1x681ozhZs

Rudolf Steiner? :-( Danke, da bin ich raus.

Und ja, man kann die Augen vor den tatsächlichen globalen Gegebenheiten verschließen und sich in seine eigene kleine heile Biowelt zurückziehen und auf Gentechnik verzichten (? nee, geht gar nicht mehr), aber das hat ja mit einer faktenbasierten Diskussion nichts zu tun.

Und Kilian, du verknüpfst deinen Idealismus auch mit Geldverdienen. Das jetzt Wissenschaftlern vorzuwerfen und daraus eine generelle Wissenschaftskritik zu basteln, halte ich für unredlich.


Nach meinem Eindruck nach - übrigens auch über das Video, das Sunjo geteilt hat - dient Gentechnik heute vor allem dazu, Produktionsweisen effektiver zu machen.

So unterschiedlich können Eindrücke sein :rofl: Also wer das Video nicht gesehen hat, sollte sich nicht aufgrund Kilians Eindruck eine Meinung dazu bilden, sondern es einfach mal selbst anschauen.
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Veg-Badge

1x bearbeitet

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16.09.2018, 16:06 Uhr
Zitat Sunjo:Und Kilian, du verknüpfst deinen Idealismus auch mit Geldverdienen. Das jetzt Wissenschaftlern vorzuwerfen und daraus eine generelle Wissenschaftskritik zu basteln, halte ich für unredlich.


der Vergleich ist echt albern.

Viele Grüße

Kilan
Mut bringt neuen Mut hervor.
~ Millicent Fawcett

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16.09.2018, 16:11 Uhr
Das können wir gern per PM fortführen, aber: warum ist der Vergleich albern?
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