Kamelabschuss in Australien (Speziesmus)

Erstellt 11.01.2020, 11:43 Uhr, von Sunjo. Kategorie: Umwelt & Tiere. 11 Antworten.

Kamelabschuss in Australien (Speziesmus)
11.01.2020, 11:43 Uhr
Das Thema ist zwar eigentlich nicht neu, aber jetzt hat es der Abschuss der Kamele in Australien auch in unsere Medien geschafft und die Empörung allerorten ist groß.


Kurze Zusammenfassung der Problematik: Kamele kamen in Australien nicht natürlich vor, wurden importiert, sind aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an die vorliegenden Bedingungen aber einheimischen Arten überlegen und eine ernstzunehmende Bedrohung für das natürliche Ökosystem (für Flora und Fauna, einschließlich Mensch).
Ausführlich hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Kamele_in_Australien#Umweltproblematik_und_Kontrolle_der_Population

Ist jetzt also der Mensch verpflichtet, den Schaden, den er angerichtet hat (durch den Import der Kamele), zu begrenzen (durch den Abschuss der Kamele)? Oder sollte man jetzt der Natur den Verlauf der Dinge überlassen, auch wenn das bedeutet, dass das Ökosystem zerstört wird, die heimische Flora und Fauna ausstirbt und es sicherlich deutlich mehr als ein paar Menschengenerationen dauern wird, bis sich dort ein neues natürliches im Gleichgewicht befindliches Ökosystem (weiterhin wohl eher lebensfeindlich) entwickeln wird?

Was ich bei der Frage gern vernachlässigen würde, sind die wirtschaftlichen Folgen und die nicht mehr gegebene Lebensgrundlage für die Menschen, die dann als "Umwelt"-Flüchtlinge woanders eine neue Heimat bräuchten.

Wie seht ihr das (aus Sicht von Antispeziesmus, Tierrechten, Tierschutz, Naturschutz, Umweltschutz)? Ich kann mich da noch nicht wirklich entscheiden.
antworten | zitieren |
Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
11.01.2020, 16:45 Uhr
Interessanter Artikel, danke Sunjo!
Ich denke, dass die von Tierschützern vorgeschlagene Geburtenkontrolle zusammen mit einer starken Einschränkung der Viehzucht evtl. eine Lösung wäre. Die Viehzüchter sind immer schnell mit Forderungen nach Ausrottung von Wildtieren, das ist ja überall auf der Welt das Gleiche.
antworten | zitieren |
11.01.2020, 16:56 Uhr
Ich bin da immer sehr zwiegespalten. So ist bekannt, dass gerade in Australien Tiere, die "eingeschleppt" worden sind, die einheimischen Tiere zum Teil völlig verdrängt haben. Aber die eingeschleppten Tiere dann töten? Ich weiss es nicht, ich bin da ratlos...
antworten | zitieren |
11.01.2020, 20:02 Uhr
Aus der Sicht von Tierrechten gibt es nur eine Möglichkeit: die Tiere zu kastrieren oder per Hormonchip unfruchtbar zu machen, so wie Tierschützer das auch bei Straßenhunden und Streunerkatzen tun. Aber wie bei den Straßenhunden und Straßenkatzen wird das niemals flächendeckend geschehen, da es wie immer am Geld scheitert. Da ist Mord halt die billigere Variante.


https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/australien-scharfschuetzen-sollen-wegen-duerre-10-000-kamele-toeten-a-2f8084a6-2efe-4d40-8a72-004bc5f59d41


antworten | zitieren |
11.01.2020, 21:36 Uhr
Auf der einen Seite tut es mir um den einzigartigen und bedrohten Lebensraum leid.
Auf der anderen Seite, es ist wie es ist. Das gab es doch schon immer. Immer wieder konnten die einen Lebensformen durch verschiedene Umstände neue Gebiete besiedeln und bedrohten damit automatisch das natürliche Gleichgewicht. Arten starben, neue lebten weiter. Und das Gleichgewicht pendelte sich wieder ein.
Mir geht es um das Leben an sich und kein Lebewesen ist wertvoller als ein anderes, egal wie selten es sein mag.
Aber das was wir hier sehen ist ein menschengemachtes Phänomen- und auch dieses würde seinen Lauf nehmen. Die Umwelt würde sich anpassen. Wäre da nicht der Mensch, der meinen würde den Großteil der Flächen für Nutztiere zu beanspruchen und darüber zu urteilen wer das Recht auf Leben hat und wer nicht. Dabei ist der Mensch der größte Feind der Artenvielfalt und meint dann andere Lebewesen vernichten zu dürfen nur weil diese von ihm in die Situation gebracht wurden?
Das gibt es ja immer und überall, auch in Deutschland.
Mustangs in den USA, Opossums in Neuseeland oder auch ganz einfache Stadttauben in Großstädten.
Der Mensch beansprucht zu viel Raum für sich, zerstört das Gleichgewicht und verurteilt dann andere Lebewesen für ein wesentlich harmloseres verhalten.


In diesem Fall bin ich auch für eine Bestandsregulierung. Wobei das zugegeben nicht so einfach ist. Man müsste entweder so gut wie alle männliche Tiere kastrieren oder die weiblichen unfruchtbar machen. Was das jedoch für Auswirkungen auf die seelische Gesundheit und das Herdengefüge hat gilt es zu bedenken. In den USA herrscht ja lange die gleiche Diskussion um Mustangs und das Thema wird stark diskutiert.


Liebe Grüße :wink:
antworten | zitieren |
11.01.2020, 21:57 Uhr
Oder sollte man jetzt der Natur den Verlauf der Dinge überlassen?

Ja da dafür bin ich. Ich halte nichts davon andere unschuldige Tiere einfach so abzuknallen, aus wessen Umständen auch immer
antworten | zitieren |
13.01.2020, 06:51 Uhr
Ich bin zwar auch ein wenig hin und her gerissen, aber ich stimme hier Sarah und Kaninchen zu. Seit dem Anbeginn der Erde gab es das schon. Schwächere Rassen sind ausgestorben, stärkere haben dominiert. Umsiedlungen gab es damals vermutlich auch schon, wenn auch nicht so stark global. Auch das würde sich vermutlich irgendwann wieder einpendeln.
antworten | zitieren |
13.01.2020, 18:52 Uhr
Ich finds total bescheuert, dass man hierüber locker flockig diskutieren kann, nur weil es Tiere sind.
Würde jemand davon sprechen im Sinne der Umwelt Menschen zu kastrieren, dann würde er direkt als der allergrößte Menschenhasser dastehen.
Das ärgert mich total. :x :
antworten | zitieren |
14.01.2020, 06:29 Uhr
Würde jemand davon sprechen im Sinne der Umwelt Menschen zu kastrieren, dann würde er direkt als der allergrößte Menschenhasser dastehen.

Ja, diese Aussage lässt sich leider auf so gut wie alles was wir mit Tieren machen anwenden...
antworten | zitieren |
14.01.2020, 07:34 Uhr
Ich habe gestern noch lange darüber nachgedacht. Ich glaube, das kleinere Übel wäre es tatsächlich, der Natur ihren Lauf zu lassen. Ich fürchte nur die Folgen, denn das könnte auch bedeuten, dass die Umweltausbeutung, Tier"nutzung" usw. noch schlimmer würde, weil man ja dann, wenn alles kaputt ist, wieder "der Natur ihren Lauf lassen kann".

Ach, ich denke, es gibt hier keine eindeutig richtige Lösung, und das ist alles so schrecklich.


1x bearbeitet

antworten | zitieren |

Nächster Thread:

Mal eine gute Nachricht, wenn auch nur etwas gut...

Weiterlesen:

Forensuche

Werde Teil der Community

Melde Dich jetzt an und werde Teil einer der freundlichsten veganen Communities. Kostenlos.
Jetzt registrieren
Renderzeit: 0 Sek.