Katzen vegan ernähren

Erstellt 07.02.2020, 17:42 Uhr, von Larashe. Kategorie: Umwelt & Tiere. 16 Antworten.

Katzen vegan ernähren
07.02.2020, 17:42 Uhr
Hallo liebe Forengemeinde,

ich war eine lange Zeit hier nicht aktiv...
Ich selbst lebe nun seit 2,5 Jahren vegan und dementsprechend fällt es mir immer schwerer, meine Katzen nicht vegan zu ernähren.
Da ich sie bisher BARFe, habe ich mich viel mit Nährstoffen und gesunder Ernährung von Katzen auseinandergesetzt und daher lange geglaubt, dass man Katzen nicht vegan gesund ernähren kann.

Nun sehe ich das mittlerweile etwas anders. So ist zum Beispiel ein Argument gegen vegane Katzenernährung, dass Katzen nicht das pflanzliche VitD2 verwerten können, sondern nur das tierische D3 ebenso wie kein VitK1 sondern nur K2 etc. Allerdings nehme ich selbst auch veganes VitD3 und K2 und weiß daher, dass es das auch in Vegan gibt. Daher kam mir der Gedanke, dass das mit den anderen "Problemen" bei der veganen Katzenernährung ja ähnlich sein könnte.

Daraufhin habe ich angefangen, mich ein Wenig zu belesen und muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin.
Alles was ich zu dem Thema finde, sind die üblichen Fragen "kann man denn Katzen vegan ernähren, ist das Artgerecht" etc. und die Antworten darauf "ja kann man wenn man es richtig macht und Artgerecht ist sowieso so ne Sache" verbunden mit Erfahrungsberichten von Einzelfällen.
Allerdings habe ich bisher nirgends etwas dazu finden können, WIE man es denn richtig macht, weder Literatur noch Forumsbeiträge o.Ä.
Mir fehlt irgendwie ein Wenig das: DAS sind die kritischen Nährstoffe wo Katzen die Enzyme zur Aufspaltung fehlen und SO kann man das lösen, um ihnen die Nährstoffe in der für sie geeigneten Form auch vegan zur Verfügung zu stellen.

Ich vertraue in der bisherigen Fütterung nicht irgendwelchen Herstellerversprechen bei Fertigfuttern und ich möchte auch zukünftig gern die Möglichkeit haben, das Futter für meine Katzen selbst herzustellen. Leider habe ich im Moment den Eindruck, dass die Informationen darüber, wie das richtig zu handhaben ist, schwierig bis unmöglich zu finden sind.

Gibt es hier Menschen, die ihre Katzen mit selbst hergestelltem Futter vegan ernähren und einem Einsteiger vehilflich sein können/wollen?

Ich bin über jede Hilfe sehr dankbar :-)

Liebe Grüße,
Lara
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
07.02.2020, 19:08 Uhr
Hallo Larashe
ich habe zwar weder Katzen noch Hunde, aber es gibt wohl von Dr. Henrich bei Provegan Tipps für vegane Haustierernährung. Musst Du mal bei Infothek schauen, da gibt es viele Beiträge. Aber sicher gibt es hier im Forum auch Menschen, die ihre Katzen vegan ernähren. Die werden sich bestimmt auch noch melden.

lieben Gruß
METTA
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07.02.2020, 19:23 Uhr
Hallo Lara,

hier kannst Du Dich von einem Tierarzt professionell beraten lassen:

https://www.veganvet.info/unsere-dienste

Hier ein Video über eine Katze (Freigänger) die seit 2 Jahren vegan ernährt wird mit AmiCat und Spirulina, Kokoswasser und Taurin.


https://www.youtube.com/watch?v=9Vq4dg7wkVk

LG
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07.02.2020, 19:24 Uhr
Hallo METTA,

vielen Dank, den Beitrag habe ich mir jetzt mal durchgelesen!
Leider wird aber auch hier nur wischiwaschimäßig gesagt "Fleisch ist eh ungesund und natürlich geht vegane Ernährung auch hier alles andere ist völliger Blödsinn", erstens geht es in dem Beitrag aber nur um Hunde (die eh omnivor essen können) und nicht um Katzen und b) werden auch hier nicht die bei Katzen problematischen Stoffe angesprochen mit Lösungen...

Was allerdings durchaus hilfreich ist, ist die Liste mit Nahrungsmitteln, die die Tiere NICHT fressen dürfen, weil sie für sie schädlich oder gar giftig sind.

Aber wie ich meine Katzen richtig und gesund mit den Nahrungsmitteln ernähren kann, die sie essen dürfen, erklärt mir der Artikel leider auch nicht.

Dir auch vielen Dank, DaisyDuck!
Ich hab mir die Seite des Tierarztes mal angesehen, leider ist auch der auf Hunde spezialisiert - es scheint tatsächlich noch immer sehr schwierig zu sein, bei Katzen kompetente Hilfe zu bekommen.
Katzen und Hunde haben unterschiedliche Bedarfswerte, da Katzen viel striktere Carnivoren sind als Hunde und ihnen in vielen Fällen die Enzyme fehlen, Nährstoffe aus pflanzlicher Nahrung aufzunehmen.
Diese Nährstoffe müsste ich also dann natürlich synthetisch zusetzen und da bin ich momentan noch überfragt, welche Möglichkeiten es da gibt.
Außerdem vertragen Katzen nur wenig Kohlenhydrate, weshalb mir in den meisten Fertigfuttersorten zu viele Kohlenhydrathaltige Komponenten drin sind, was einer der Gründe ist, weshalb ich das Futter lieber selbst machen würde.

Das Video ist echt schön :-)
1x bearbeitet

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07.02.2020, 21:52 Uhr
Professionelle Ernährungsberatung für Menschen bekommt man auch nicht kostenlos im Internet. Es könnte also vielleicht helfen, die vorgeschlagenen Tierärzte mal zu kontaktieren, ob sie dir nicht doch weiterhelfen können.

Es gibt auch bei Facebook eine Gruppe "Vegane Katzen" . Falls du Facebook nicht magst, musst du halt abwägen, wo deine Prioritäten liegen.
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07.02.2020, 22:24 Uhr
Zitat Sunjo:Professionelle Ernährungsberatung für Menschen bekommt man auch nicht kostenlos im Internet. Es könnte also vielleicht helfen, die vorgeschlagenen Tierärzte mal zu kontaktieren, ob sie dir nicht doch weiterhelfen können.

Es gibt auch bei Facebook eine Gruppe "Vegane Katzen" . Falls du Facebook nicht magst, musst du halt abwägen, wo deine Prioritäten liegen.


Wow.
Punkt eins: es geht hier nicht um professionelle Ernährungsberatung, die in aller Regel auch Ernährungspläne etc beinhaltet, sondern ganz allgemein um die Fragen welche Lebensmittel decken bestimmte Nährstoffe ab und ja, das findet man im Internet sowohl für Menschen (u. A. auch in diesem forum) als auch für Hunde, nur eben nicht für Katzen.
Punkt zwei: ich sagte nicht dass es kostenlos sein muss, ich fragte ja auch zB nach Literatur, die in aller Regel auch nicht kostenlos ist.
Ich sehe nur nicht, warum ich einen Arzt, der offenbar auf Hunde spezialisiert ist, fragen soll, denn - um bei deinem Vergleich zu bleiben - ich frage ja auch einen Ernährungsberater für Menschen nicht nach Tipps zur Ernährung meiner Katzen, da das offenbar nicht sein Fachgebiet ist.

Die Facebook-Gruppe hatte ich mittlerweile auch schon gefunden und eine Anfrage gestellt, danke für den Tipp.

Allen anderen auch nochmal vielen Dank dafür, dass ihr euch Mühe gegeben habt, Tipps zu geben ohne passiv-aggressiv zu werden und mir An- und Absichten zu unterstellen, die ich nicht habe :-)
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07.02.2020, 23:37 Uhr
Hey. :angel:
Bei Katzen ist das tatsächlich etwas schwieriger als bei Hunden. Wenn man sich so die analytischen Bestandteile von (guten) Alleinfuttermitteln anschaut, sieht man schon, dass das selbst herstellen sehr schwierig wird. Ich will nicht sagen unmöglich, aber du brauchst dann eben wirklich eine ganze Palette an Dingen, die du dann immer besorgen und mehr oder weniger frisch verwerten musst. Vielleicht könntest du einfach mal direkt bei Futterherstellern anfragen, wo die verschiedenen Nährstoffe herkommen, wenn nicht schon aufgelistet?
Aber ich würde es so machen: Beim Tierarzt ein großes Blutbild mit den kritischen Werten machen lassen (ca. 60€), dann auf das dir am sympathischsten Futter umstellen und mindestens 4 Wochen warten, dann wieder ein Bluttest. Nach 3 Monaten nochmal, wenn du dann immer noch sehr skeptisch bist. Dann weißt du ja perfekt, ob du dem Futter vertrauen kannst, bzw. du musst dann gar nicht mehr vertrauen, weil du es kontrolliert hast. Während der ersten Zeit würde ich natürlich auch das Verhalten der Katze stärker beobachten, und oberflächliche Punkte, wie Fell und Haut.
Wenn du über die genauen Spaltungsvorgänge genau informiert sein willst, musst du dich tief in die Biochemie der Tiermedizin reinlesen. Das ist leider sehr sehr aufwendig. Ich denke bisher gibt es dafür speziell für Katzen leider keine Zusammenfassung.
Ich verstehe sehr gut, dass das enttäuschend ist, wenn man nur das beste für seine Tiere möchte. Tut mir Leid. :(

Nachtrag:
Du könntest auch einem Fertigfutter noch Nährstoffe zusetzen, oder kombinieren, und so das Ganze optimieren.
Eventuell machst du dir auch umsonst so viele Gedanken, denn viele Katzen fressen veganes Futter nicht. Dann würde ich auf Wild oder gezüchteten Fisch setzen. Das ist die tierleidärmste Variante.
1x bearbeitet

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08.02.2020, 08:30 Uhr
Hallo Lenshar!

Vielen Dank für deine Antwort :-)
Damit sind wir dann prompt wieder beim Thema: Was ist ein "gutes" Futter?
Wie gesagt habe ich mich mit Katzenernährung schon viel auseinandergesetzt und halte daher absolut nichts von Trockenfutter - erstens hat es absolut keine zahnreinigende Wirkung, zweitens entzieht es dem Körper Flüssigkeit. Ein Nassfutter soll es also sein, okay.
Da gibt es dann Terra Pura und Herrmann's, beide von der Zusammensetzung her okay, aber leider nur Einzelfuttermittel, also für die alleinige Ernährung ungeeignet.
Dann gibt es Benveno (oder so?) und Amicat, da sind allerdings bei beiden Kohlenhydratquellen drin und da leider keine Mengenangaben draufstehen, kann ich nicht ersehen, wie viele, was für Tiere mit einem so geringen Kohlenhydratbedarf blöd ist.
Bei Amicat zB sind Kartoffeln aufgelistet, das könnten jetzt 2% Kartoffeln sein, was okay ist, oder auch 20%, was viel zu viel wäre - leider steht es nicht dabei und ist daher für mich eine Wundertüte.
Oder steht das auf den Dosen genauer als bei der Auflistung im Netz?

Regelmäßige Blutbilder will ich sowieso machen, eine echte Kontrolle ist es aber nie, da zum Beispiel Nierenschäden im Blut erst erkannt werden können, wenn die Nieren schon zu über 60% irreparabel beschädigt sind, da der Körper das vorher ausgleicht und es im Blut zu keinen Schwankungen kommt.
Daher meine Suche nach den Kritischen Nährstoffen im Vorhinein :-)

In die Biochemie habe ich mich schon bei den Anfängen des BARFens reingelesen, auch darüber, welche Nährstoffe problematisch sind aus pflanzlichen Mitteln zu beziehen, da die Katze keine Enzyme hat um die Nährstoffe aus den "Vornährstoffen" herauszuspalten.
Das wären VitD3, K2, A, Arachodinsäure, Nicotinsäure, Methionin, Lysin, Tryptophan und Linolsäure.
Die müssten also dem Futter synthetisch zugesetzt werden.
Bei VitD3 und K2 habe ich keine Probleme, die nehme ich selbst synthetisch, auch VitA dürfte kein Problem sein, synthetisch zu bekommen.
Aber der Rest bereitet mir Kopfzerbrechen.
Es gibt ein Präparat, das wohl auch Arachodinsäure beinhaltet (Vegecat), das kann man aber wohl nur im Ausland beziehen, bei den anderen habe ich überhaupt keine Ahnung, wo ich die herbekommen soll, google hat mir da leider nicht helfen können.
Evtl. frage ich mal in einer Apotheke nach...

Also du siehst, ich habe mir durchaus schon einige Gedanken gemacht und Informationen eingeholt, mein größtes Problem besteht tatsächlich in den Bezugsquellen :-D

Was die akzeptanz angeht - das Terra Pura Ergänzungsfutter haben sie unter ihr BARF gemischt anstandslos mitgefressen und auch sonst... ich hab noch jede Katze umgestellt bekommen^^
Ich hatte mal ne Katze, die ihr Leben lang nur Trockenfutter gefressen hat.
Es hat 6 Monate gedauert sie zu überzeugen, aber schlussendlich hat sie auch gegessen, was die anderen gegessen haben.
Also da mach ich mir weniger Gedanken, das wird vielleicht ne Herausforderung, aber das schaffen wir schon, ich hab da nen langen Atem :-D

Puh, ich denke, wenn ich es geschafft habe, herauszufinden, wo ich die passenden Nährstoffe herbekomme, mach ich mal irgendwo ne Datei auf mit kritischen Nährstoffen und wie man die in die Nahrung bekommt, damit der Nächste sich da nicht so dumm und dämlich suchen muss :-D
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08.02.2020, 09:58 Uhr
An Deiner Stelle würde ich den Tierarzt Dr. Uwe Romberger kontaktieren, denn er schreibt auf seiner Seite:
„Meine Spezialgebiete sind die Orthopädie und die Ernährung von Mensch und Tier.“
https://www.veganvet.info/


Hier gibt es auch Beratung bezüglich veganer Katzen, ist aber keine TA:


http://www.vegancats.de/fragen/index.html

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08.02.2020, 10:35 Uhr
Also sagen wir es doch mal so: Erstens sind Katzen, die sich ihr Futter selbst fangen so gut wie nicht gefährdet, an Mangelerscheinungen zu erkranken, wenn die Zufütterung vegan erfolgt. Da besteht viel mehr die Gefahr, dass sie erschossen, überfahren oder im Kampf mit anderen Tieren verletzt oder getötet werden.

Bei Hauskatzen sieht die Sache etwas anders aus. Da dabei ja sowieso die größtmögliche Entfernung von "artgerechter Tierhaltung" erreicht ist, ist das Thema Ernährung sowieso völlig entgleist. Da ja auch beim "Barfen" seltenst Mäuse, Ratten und Spinnen oder andere gerne von Katzen gejagte Tiere verfüttert werden, bin ich nicht sicher, ob das so der beste Weg ist Katzen zu füttern.

Kenne ansonsten keine einzige Katze, auch keine Freigänger, die sich Kühe (auch keine Kälber) erfolgreich zur Strecke bringen und vertilgen. Deshalb bin ich auch nicht sicher, ob das Verfüttern solcher Tiere richtig ist.

Die veganen Fertigprodukte, die es z.B. hier https://www.futterservice-fulda.de/ gibt, scheinen gut zu funktionieren, da mir zumindest tatsächlich keinerlei auffällige Befunde über mangelernährte vegane Katzen vorliegen. Natürlich kann man nicht einfach Fleisch durch Kartoffeln und Bohnen ersetzen und meinen, das sei eine gesunde vegane Katzenernährung - kenne allerdings auch keinen Katzenhalter, der solch einen Unsinn vertreten würde. Auch bei den Tierärzten sind die Wartezimmer seltenst voll mit mangelernährten veganen Katzen, aber häufig frequentiert von mit tierisch schlechtem Dosenfutter zugerichteten, häufig unter Bewegungsmangel und Fettleibigkeit leidenden Hauskatzen.

Die Idee von Lenshar mit der systematisch per Blutbild überprüften Futterumstellung halte ich tatsächlich für den besten Weg, wenn man es wirklich mit der Umstellung auf vegane Katzenernährung ernst meint.
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