Ministerin will Tierquäler schützen

Erstellt 19.05.2018, 19:59 Uhr, von Chrissie. Kategorie: Umwelt & Tiere. 107 Antworten.

04.10.2018, 23:21 Uhr
Zitat Milchkuh-ok:
Und wenn ihr Fragen habt, fragt.

1. Von welchen Tieren lebst du denn? (Ich tippe auf Kühe, möchte aber sichergehen).
2. Weil das Thema gerade aktuell ist: findest du es in Ordnung, dass Ferkel ohne Betäubung kastriert werden dürfen? Und dass das nach jahrelanger Ankündigung jetzt doch nicht verboten wird, weil dadurch das Fleisch für den Verbraucher ein paar Cent teurer werden würde? Ja, es ist gesetzlich, und ja, es ist Tierquälerei.

Nachtrag (wo wurde eingebrochen, was wurde aufgedeckt und warum wurden die Aktivisten dafür freigesprochen): https://www.ariwa.org/aktivitaeten/aufgedeckt/recherchearchiv/1251-2016-09-26-17-09-07.html
weiterer Nachtrag (hier ein Beispiel von einem Biohof): die Bilder dürfen gezeigt werden, weil es im Interesse der Öffentlichkeit ist: https://www.jurion.de/urteile/bgh/2018-04-10/vi-zr-396_16/
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3x bearbeitet

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05.10.2018, 02:25 Uhr
Wie ist das mit der "Überproduktion" von Fleisch und anderen in diesem Zusammenhang abgeleiteten "Entsorgungsproblemen", z.B. Molke, Kälbchen usw.? Wird da ebenso viel in den Müll geworfen wie beim Backwaren oder Ferkeln (hier Tierkörperbeseitigungsanlage)? Wie hoch ist schätzungsweise die in den Müll entsorgte Überproduktion? Gibt es dazu Zahlen? Was passiert mit der Milch bzw. Folgeprodukten, die nicht abverkauft wird? Wird die weggeschüttet? Wird im Nachgang die Herstellung solcher Produkte nachgeregelt, also gesenkt? Wie hoch sind im Schnitt die von der EU an Landwirte in der Tierhaltung gezahlten EInkommenshilfen und direkten sowie indirekten Subventionen? Wieviel Antibiotika werden an die Tiere verfüttert? Wird in der konventionellen Haltung eigentlich wirklich gentechnisch verändertes Soja von Farmen verfüttert, für die extra wertvoller Regenwald vernichtet wurde? Wie steht es mit den Transporten? Werden die maximal erlaubten Zeiten inklusive Be- und Endladezeiten eingehalten oder stimmen die Berichte, dass kaum ein Transport die EU-Richtlinien einhält?

Fragen über Fragen. Freue mich auf respektvolle Antworten

Gute Nacht.

P.s. ich finde das Wecken der armen Tiere so früh am Morgen auch ziemlich ekelhaft für die Tiere, insbesondere auch bei den Biobauern, deren Tiere wegen Biorichtlinien zuerst in den Schlachthöfen ums Leben gebracht werden.
Unser Ziel ist eine für Landwirte auskömmliche Landwirtschaft und schmackhafte, gesunde Ernährung, ohne Tierleid und ohne Tiertod!

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05.10.2018, 11:05 Uhr
Hallo,

die Verhältnisse in Deutschland sind ungefähr so, dass auf einen Undercover-Journalisten ungefähr 10.000 Landwirte kommen. Und wenn in jedem 2. oder 3. (Tierhaltungs-)Betrieb vorsätzlich oder fahrlässig Tiere gequält (und Gesetze gebrochen) werden (und darauf deuten viele Recherchen hin), dann stellt sich automatisch die Frage, ob das Problem nicht ganz woanders liegt.

Die Veganer werden einfach gerne als Täter hingestellt, weil es in der Gesellschaft Vorurteile gibt und man diese bedienen möchte, um vom eigentlichen Problem abzulenken.

Veganer kaufen keine Tierprodukte und das ist ihr gutes Recht. Die meisten Veganer sind durch Gesundheit motiviert oder stellen sich vielleicht mal bei einer Demo mit dazu oder diskutieren auf Facebook. Das ist völlig legitimes Verhalten. Dass viele Landwirte immer so gerne auf Veganern rumhacken, hat m.M.n. den Zweck, eine Stellvertreter-Diskussion anzuzetteln. Dabei ist Tierschutz ein gesamtgesellschaftliches Thema und kein rein veganes. Und deshalb sollte man das auch nicht zwischen "Veganern" und "Landwirten" diskutieren, sondern als Gesellschaft.

Viele Grüße

Kilian
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05.10.2018, 21:05 Uhr
Warum Petitionen, die sich an Frau Klöckner richten, vermutlich gar nichts bringen: https://graslutscher.de/julia-kloeckner-gegen-den-rest-der-welt/
(Texte vom Graslutscher helfen mir oft, nicht an der Welt zu verzweifeln) :thumbup: :D
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05.10.2018, 23:37 Uhr
Hallo Sunjo,
Du hast richtig getippt, es sind Milchkühe.
Zur zweiten Frage: Ja, es war bisher gesetzlich in Ordnung, die Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren. und ja, sie leiden bestimmt Schmerzen dabei. Zum einen, es geht hier "nur" um die männlichen Ferkel, da sie als ausgewachsene Eber einen Geruch annehmen entwickeln können , der zum Ko...…. ist, aber wohl erst beim Erhitzen. Also ist das Fleisch vorher so nicht zu erkennen.. Also nur die Hälfte der Ferkel ist von der Kastration betroffen.

Es ist, auch für mich, in Ordnung, wenn die Ferkel dabei betäubt werden sollten.
Die Politik bietet mehrere Lösungen an:
1. Die Jungebermast: Die männl. Ferkel dürfen ganz normale Eber werden. Es soll hier auch Programme geben, aber immer nur mit geringer Stückzahl, weil nicht viel Absatz möglich ist.
2.die Jungebermast mit Impfung gegen den Ebergeruch (die so genannte Immunokastration). Dieses will der Handel nicht haben. Für mich ist es eine Art hormoneller Behandlung, obwohl der Impfstoff wohl synthetisch ist. Also eine Art Pille aus der Spritze, die gegebenenfalls auch wiederholt werden muss, da nur begrenzt zeitlich wirksam.
3.Die chirurgische Kastration unter Vollnarkose, durchgeführt vom Tierarzt. Hier werden die Kosten ganz enorm steigen, weil ja jedes Ferkel einzeln behandelt werden muss, und das vom Tierarzt. Hier ist aber die Krux. Es gibt gar nicht genug Großtier-Tierärzte. Mit diesen Ferkeln kann man auch nicht in die Tierarztpraxis fahren . und ganz wichtig, längst nicht alle Ferkel wachen mit den bisherigen Betäubungsmitteln wieder auf!! Und weitere Untersuchungen werden verhindert.
4.In Dänemark wird mit Lokalanästhesie kastriert. Hierfür müsste das Arzneimittel- und Tierschutzgesetz geändert werden. und das kann dauern...…….
Für mich der akzeptabelste Weg.
Und hier schleicht die Katze immer um den heißen Brei und wir werden bestimmt auch in zwei Jahren nicht weiter sein, also politisches Thema.
Eine weitere Möglichkeit wäre, gesextes Sperma zu verwenden, aber ich weiß nicht, wie weit die Entwicklung hier voran geschritten ist, es würden sich aber viele männl, Ferkel vermeiden lassen.
Die anderen beiden Fragen werde ich in den nächsten Tagen beantworten, ich denke, der Beitrag wird sonst zu lang.
Danke und gute Nacht

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06.10.2018, 00:44 Uhr
Hallo Vegbudsd,
auch dir noch ein paar Zeilen.
Das Thema Molke, ja früher nur zum Tierfüttern verwendet. Die Molkereien haben aber viele Verwertungsmöglichkeiten entwickelt. Die bekanntesten sind Buttermilch , auch mit Fruchtgeschmäckern, Molkedrinks, Sportlernahrung, in der Lebensmittelindustrie z,T. als Füllstoffe, die Kosmetikindustrie,
Pharmazie,... Nur hat uns die Zeit der Quote sehr geschadet. Es wäre besser gewesen, die Preise hätten sich all die Jahre dem Markt angepasst . Dann hätten wir jetzt nicht diese großen Sprünge, in der sich das Gleichgewicht und jetzt auf allen Weltmärkten, finden muss.

Kälbchen und Ferkel werden grundsätzlich nicht "in den Müll geworfen". Ja es kommt vor, das Kälber und Ferkel tot geboren werden oder kurz danach sterben, z,B. Lebensschwach, Durchfallerkrankungen. Nur diese auf den Betrieben verendeten Tiere gelangen von uns zur Tierkörperbeseitigungsanlage. Die TKBA holt aber auch Schlachtabfälle, gefundenes verendetes oder angefahrenes Wild, Heimtiere, Küchen- und Speiseabfälle, überlagertes oder minderwertiges Fleisch( z.T. aus dem Ausland geliefert),..... Also nicht nur wir "beliefern".
Verarbeitet wird es zu Zusatzbrennstoff in Kohlekraftwerke, als NP-Dünger, Tierfett für die chemische Industrie.


Die Transporte sind gesetzlich geregelt. wobei ich auch davon ausgehe, das diese Zeiten auch eingehalten werden. Transporte ins Ausland müssen angemeldet werden, wobei auch Ruhezeiten mit anzugeben sind. Die Filmaufnahmen, die immer wieder auftauchen, fragt bei den Sendern nach , in welchen Ländern dieses gefilmt wurde. lasst euch nicht abwimmeln. Es sind Länder mit Häfen am Mittelmeer , die nach Nordafrika und vorderen Orient liefern.
Ich hoffe, dir schon ein paar Informationen gegeben zu haben. Auch die anderen Fragen werde ich in den nächsten Tagen beantworten.

Danke und gute Nacht

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06.10.2018, 03:24 Uhr
Hallo Milchkuh-ok, wenn die von dir genannten Lösungen, egal aus welchen Gründen, nicht praktikabel sind, dann ist die einzige verbleibende Option, kein Fleisch zu essen. Genuss über die Qual von Tieren zu stellen ist ethisch nicht akzeptabel. Stimmst du mir da zu? Du kannst dich übrigens gern kürzer fassen, es ist nicht so, dass du uns hier viel Neues erzählst.
Im Gegenzug wäre es schön, wenn du dich informiertest, was ethisch motivierte Veganer so an jeglicher Tiernutzung stört. Kannst ja netterweise mal selbst aufzählen, was das deiner Meinung nach ist, damit wir wissen, wo dein Aufklärungsbedarf besteht... Da du immer sehr wenig Zeit zu haben scheinst, reicht es für den Anfang, wenn du dich dabei auf Milchkühe beschränkst. Danke.
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06.10.2018, 08:43 Uhr
Liebe Milchkuh,
ich finde es mutig, dass du dich hier der Diskussion stellst. Vielleicht kannst du unsere Argumente auch ein wenig nachvollziehen. Wenn man in dem Geschäft drin ist, und die Tierproduktion als normal erlebt, ist das vielleicht schwer, aber vielleicht findest du ja den einen oder anderen Denkanstoß.

Selber bin ich erst seit ca 2 Monaten vegan - das schlechte Gefühl beim Fleisch konsumieren hatte ich aber schon viel viel länger. Das Problem, das mich am meisten beschäftigt ist die Masse - diese schier unglaubliche Menge an Tieren, die verbraucht werden und die unmenschliche Art und Weise wie dies geschieht. Und wie viel davon tatsächlich sinnlos ist, weil es weg geworfen wird (in den Medien findet man die Zahl von 13,6 Millionen Schweinen jedes Jahr) - und dazu kommt wahrscheinlich noch verarbeitetes Fleisch, das im Supermarkt oder beim Verbraucher weg geschmissen wird.

Vielleicht werden die Tiere bei dir und bei einigen anderen Landwirten etwas besser behandelt - aber das macht nicht die schlimmen Zustände wett, die bei so vielen Betrieben normal sind. Wie sind denn bei dir die Haltungsbedingungn? Wie leben deine Kühe?

Wenn es nur Bauernhöfe mit draussen rum hüpfenden Tieren, humane Schlachtmethoden und vernünftiges Konsumverhalten gäbe, wäre ich vielleicht nie Veganerin geworden, aber das, was in unserer Welt heute abläuft, konnte ich nicht länger unterstützen. Die unglaublichen Mengen an Fleisch- und Milchprodukten in den Geschäften - das ist doch furchtbar. Vom gesundheitlichen Nachteil für die Konsumenten mal abgesehen.

Könntest du dir denn vorstellen auf Pflanzenproduktion umzusteigen? Oder Ackerfläche für Hobbygemüsebauern vermieten oder so?


User wurde auf eigenen Wunsch deaktiviert.

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06.10.2018, 09:45 Uhr
Hallo,

Zitat Milchkuh-ok:
Kälbchen und Ferkel werden grundsätzlich nicht "in den Müll geworfen".


ich denke, hier geht es darum, was mit den vielen Kälbchen geschieht, die in der Milchproduktion "anfallen" (u.a. durch die jährliche Befruchtung der Tiere).
https://www.vegpool.de/magazin/milch-kaelbchen-sterben.html

Im Übrigen bat ich um eine sachliche Diskussion. Deine Anspielungen, dass Medien etwas erfinden würden (bzgl. Bilder aus dem Ausland) sind Agrar-Propaganda, die ich hier nur sehr begrenzt zulasse. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, was in Deutschland zugeht. TV-Journalisten sind hierzulande so auf der Hut, dass viele Dinge gar nicht erst angesprochen werden, aus Angst, dass Agrar-Funktionäre dann wieder ihr einstudiertes Gejammer anstimmen (in Verbindung mit juristischen Klage-Androhungen), wenn es nicht 100%-ig nachweisbar ist.
(und im Zweifel war halt ein Zulieferer verantwortlich, von dem man sich - pro forma - trennt).

Journalisten führen solche Nachweise u.a.:
- durch Zeitungen, die in die Kamera gehalten werden (aktuelles Datum, damit wird bewiesen, dass die Aufnahmen aktuell sind)
- GPS-Tracker (für Position)

Genau aus dem Grund, weil Landwirte praktisch immer behaupten, es hätte gar nichts mit ihnen selbst zu tun. Mit demokratischer Diskussion hat das nichts zu tun. Und wie soll man mit Landwirten diskutieren, denen Rechtsverstöße erst nachweisen werden müssen, bevor sie darauf eingehen?

Viele Grüße

Kilian
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06.10.2018, 22:20 Uhr
Hallo vegbudsd,
Die "Überproduktion" regelt sich wie bei Obst und Gemüse mit den Marktpreisen.. Wie ist es mit dem Biosalat, der im Supermarkt nicht verkauft wird? Auch hier sind die Regale immer voll. Ja, wir leben in einer Überflussgesellschaft, die auch auf Bioschiene stattfindet. Ja, die Supermärkte sind immer gerappelt voll, die Auswahl erschlägt einen fast, aber die Discounter reagieren auf Kaufnachfragen. Manchmal dauert es etwas. , so wie bei der GVO-freien Milch. Erst ist eine Nachfrage nach Produkten, dieses wird in diesem Fall an Molkereien gerichtet. hier ist es jeden Erzeuger freigestellt, ob er seine Fütterung so umstellt, diese muss auch für die Kühe passen. die einen füttern mehr Gras, andere mehr Mais oder Gras und Getreide, je nach Standort , also Grünlandregion oder mehr Ackerregion.
Wir sind auch seit einigen Monaten auf GVO umgestiegen, wir brauchten die Futterration nicht ändern .
Bei der nicht Gentechnikfreien Milch geht es um die Sojafütterung. Fast der gesamte Weltmarkt, speziell Süd- und Nordamerika baut Gentechnik-Soja an. In Deutschland finden seit einigen Jahren Soja-Anbauversuche statt. Soja liebt warm-feuchtes Wetter, und ist daher noch nicht in allen Gebieten in Deutschland anbauinteressant.
In Verbindung wird immer die Tierfütterung genannt. Was ist mit den ganzen Sojaölflaschen im Supermarkt?
Welche Seite ist denn nun Abfallprodukt vom anderen, Sojaschrot oder Sojaöl? Ich weiß es nicht.
Ich hoffe, ich konnte hiermit wieder einiges erklären.

Danke, bis nächstes Mal



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