Reiten

Erstellt 03.06.2019, 15:07 Uhr, von Veilchen. Kategorie: Umwelt & Tiere. 65 Antworten.

Reiten
03.06.2019, 15:07 Uhr
Mich würde mal eure Meinung zum Thema Pferdesport interessieren . Nicht der Hochleistungssport , sondern hobbymäßiges reiten.
Ich bin von Kindheit an gerne geritten und liebe Pferde . Mir taten Pferde in Reitschulen immer leid , wenn sie nur in der Box standen und fast nie auf der Weide waren.
Aber wie seht ihr das mit dem Reiten an sich?
Früher dachte ich immer , ich tue dem Pferd einen Gefallen , es wird ja bewegt durch mich und Bewegung ist gut !!
Mittlerweile denke ich , dass ich das Pferd ausnutze für meinen Spaß .
Ich reite immer noch sehr gerne , habe aber kein eigenes Pferd .
Aber diese Gedanken kommen mir schon öfter.
Was meint ihr ?
Liebe Grüße
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
03.06.2019, 16:11 Uhr
Meine Meinung: Pferde sind keine Sportgeräte,
Reiten ist schon auch eine Form von Ausbeutung und Versklavung.

Ich bin nie geritten und kenne mich deshalb nicht aus: das Zaumzeug, da haben die Pferde doch ein Metallstück im Mund, oder ?

Grüße Petra

„Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Töten.“
Albert Schweitzer

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03.06.2019, 17:01 Uhr
Bin früher als Kind ab und zu bei irgendwelchen Ponyhöfen geritten, wobei das dann mehr Stehen als Reiten war, weil die Ponys meistens keine Lust hatten- heute kann ich das durchaus nachvollziehen. :green:

Ich denke mittlerweile auch, man sollte die Pferde Pferde sein lassen und nicht missbrauchen für uns, wenn ich bei uns in der Nähe ab und zu bei einem Pferdehof beobachte, wie die beim Kutschfahren und Reiten behandelt werden, oder im Internet bei youtube manchmal sehe, wie Pferde misshandelt wurden werde ich schon manchmal traurig oder wütend. :-(


Veg-Badge

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03.06.2019, 17:52 Uhr
Ist so ähnlich wie mit all den anderen Haustieren. Die, die schon da sind, sollte man so gut wie möglich behandeln - dazu gehört Bewegung auf jeden Fall dazu, aber das muss ja nicht unbedingt mit einem Menschen auf dem Rücken passieren. Alles, was Pferdesport und -Zucht fördert, ist aber meiner Meinung nach zu unterlassen - soll heißen, jegliche finanzielle Unterstützung für profesionelle Nutzung (Reitunterricht, Besuch von Rennen oder Turnieren, etc.).
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
Veg-Badge

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03.06.2019, 20:09 Uhr
Zitat DaisyDuck:Meine Meinung: Pferde sind keine Sportgeräte,


Nein, das sind sie nicht, aber ich höre oft, dass sie selbst Freude am Spielen und Ausreiten haben - sogar beim Pferdesport. Letztens erst bei einem Sieg bei irgendeinem Sportevent "sie (die siegreiche Stute) trug mich förmlich durch den Parcour, ich musste kaum was machen" es muss nicht immer schlimm und schrecklich für die Tiere sein. Da aber aller Erfahrung nach die "Guten" unter den Tierhaltern eher die Ausnahme sein dürften, teile ich eher Deine Ansicht, Aber es tut mir wirklich für die "Guten" ehrlich um das Wohlergehen ihrer meist sehr geliebten Vierbeiner leid, die sich alle Mühe geben, ihren Tieren keinerlei Leid zuzufügen, bei denen die Tiere sich durchaus auch wohl fühlen - und die gibt es eben auch.

Zitat DaisyDuck:Reiten ist schon auch eine Form von Ausbeutung und Versklavung.
das ist durchaus vom Grundsatz her richtig. Eine Form von. Aber Tieren in einer solchen oft guten Haltung das Leben generell streitig zu machen, nur weil keine idealen Haltungsbedingungen für Wildpferde herrschen finde ich auch nicht unbedingt zielführend. Aber wie gesagt, bin da sehr unentschieden. Bezogen auf Tierrechte ganz klar: Verbot der Tierhaltung in jeder Form von Gefangenschaft. Bezogen auf wir leben miteinander und es tut nicht unbedingt weh, sondern tut durchaus auch den bei und mit uns lebenden Tieren gut, ein ganz klares "Vielleichtdoch".

Zitat DaisyDuck:Ich bin nie geritten und kenne mich deshalb nicht aus: das Zaumzeug, da haben die Pferde doch ein Metallstück im Mund, oder ?

Grüße Petra


Das Metallstück im Maul ist eine Art "Fernbedienung" oder auch mit einem "Telefon" zwischen Reiter und Pferd zu verstehen. Das Tier dürfte das ähnlich einem Piercing nur sehr kurze Zeit als wirklich unangenehm empfinden, aber der Reiter hat dadurch die Möglichkeit per Zügel dem Tier Signale zu geben für Richtung und andere Sachen (von denen ich allerdings gar nix verstehe!). Das muss - und darf -nach meiner Kenntnis dem Tier keinen dauerhaften Schmerz zufügen.

Am schlimmsten finde ich die nach wie vor erlaubte Brandmarkierung der Tiere - allein deswegen müsste die Pferdezucht verboten werden. Denn das ist nach meiner Überzeugung ein barbarischer Akt.

Vor allem deshalb und wegen der oft ungenügenden Haltung der Tiere neige ich eher zu der Auffassung, dass die Pferdehaltung zumindest an stärkere Beschränkungen und Auflagen gebunden werden muss um Tierleid zu vermeiden.

Aber ganz ehrlich - davor haben wir die Aufgabe, die Tierquälung zur "Sterbensmittelerzeugung" nebst allen Tierqualtransporten innerhalb und nach außerhalb der EU zu beenden - es wird allerhöchste Zeit!!

Das ist jetzt kein "Whataboutism", aber wer weiß, was da Tag für Tag passiert setzt andere Prioritäten...
Unser Ziel ist eine für Landwirte auskömmliche Landwirtschaft und schmackhafte, gesunde Ernährung, ohne Tierleid und ohne Tiertod!

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04.06.2019, 03:42 Uhr
Zunächst mal: Kein Pferd springt freiwillig unter den Sattel. Der Mensch muss dem Pferd beibringen, ein Gewicht auf seinem Rücken zu dulden. Pferde sind Fluchttiere weil sie von vielen Raubtieren gejagt werden. Manche dieser Raubtiere lassen sich von oben, aus Bäumen auf Pferde fallen oder springen auf seinen Rücken. Das Pferd, auch das domestizierte Pferd hat also noch Angst davor wenn plötzlich etwas auf seinem Rücken ist. Es muss daran gewöhnt werden.
Die Wirbelsäule der Pferde ist von der Natur nicht dafür "gebaut" einen Reiter auf senen Rücken zu tragen.
Deshalb git es viele Rückenschäden bei Pferden.
Ein Gebiss im Maul behindert die Atmung des Pferdes. Natürlich tut eine feste Stange im Mund dem Pferd auch weh. Im Mund und an den Mundwinkeln. Stellt euch das doch nur einmal selbst vor und probiert es aus. Das Reithalfter, Zaumzeug wird dann so verschnallt, dass das Pferd dem Druck/Schmerz im Mund nicht ausweichen kann. Hier fängt schon Tierquälerei an. Das Tier wird duch Schmerz zu bestimmten Reaktionen/Handlungen gezwungen.
Die natürlichste Art sich zu bewegen ist für das Pferd der Schritt. Es bewegt sich langsam grasend vorwärts. Der Fachausdruck dafür ist "Fernwanderwild". Pferde rennen nur, wenn sie vor eine Gefahr fliehen.
Die beste Art ein Pferd zu halten, ist es auf eine großen Weide mit einem Unterstand zu stellen. Dort besucht man es jeden Tag, putzt es ohne harte Metallstriegel und kontrolliert dabei Haut und Fell auf Verletzungen. Man säubert die Hufe und schaut nach gesunden Hufen. Eisen lässt man weg. Mähnen werden vorsichtig gekämmt oder gebürstet. Halfter am Pferd gibt es auf der Weide nicht. Dadurch sind schon tödliche Verletzungen passiert. Natürlich braucht das Pferd als Herdentier noch einen Freund.
Reiten geht im Übrigen auch ohne Sattel und Gebiss. Wichtig ist eine gute Vertrauensbasis und die Fähigkeit des Menschen das Wesen und die Bedürfnisse eines Pferdes zu verstehen.Ich bin früher selbst sehr viel geritten. Ich habe Pferde ausgebildet und in einem Dressurstall gearbeitet. Ich hatte selbst Pferde. Meine Stute ging auf Gewichtsverlagerung und mit verbalen Kommandos. Ich ritt im Westernsattel ohne Gebiss und natürlich ohne Sporen.

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04.06.2019, 08:20 Uhr
Danke für deine ausführliche Schilderung . Das ist sehr interessant aber stimmt auch nachdenklich , dass meiste habe ich mir als Reiterin natürlich schon gedacht .
Das ein Pferd eine große Wiese braucht mit Artgenossen und schonend geritten wird , sollte eigentlich klar sein .
Leider habe ich auch Reitschulen gesehen , wo man rauh mit Pferden umgeht oder wenn sie zu langsam sind , werden schnell die Sporen angelegt oder Pferde stehen permanent in einer Einzelbox , dass ist schon wieder Tierquälerei .
Ich denke reiten ist eine Gradwanderung ...und natürlich sehr stark an die Haltung geknüpft , die dem Pferd wiederfährt.
Ich denke bei einer möglichst artgerechten Haltung und liebevoller Zuwendung darf ein Pferd auch geritten werden ohne Schaden zu nehmen.
Nur oft ist es nicht so !!

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04.06.2019, 16:03 Uhr
Ich habe die Zeit noch mit erlebt als die Pferde schwere Ackerwagen, Pflüge, Holzstämme und diverse Geräte auch bei großer Hitze ziehen mussten. Auch lag ich als 4 - jähriger unter einer Ladung mit vollen Kartoffelsäcken als das Pferd an der Steigung ausrutschte und der Wagen umstürtzte, ich erlitt nur leichte Blessuren. Es war damals eine Tortur für Mensch und Tier. Das Pferd war dem Menschen ein treuer und wichtiger Helfer. Ich könnte heute z.B. leichte Ausritte akzeptieren. Nicht aber Quälerei wie Dressurreiten und Pferderennen und vergleichbares wo die Tiere Schaum vor dem Mund haben.
Veg-Badge

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04.06.2019, 16:15 Uhr
Hallo,

ich melde mich mal zu Wort, da ich seit 30 Jahren nun, reite und auch Pferde habe. Ich betreibe das ganze in meiner Freizeit, d.h. ich bin Freizeitreiter aber das professionell. Ich bin Dressurreiter mit Leidenschaft.

Zuerst möchte ich bei Daggix Beitrag einsteigen, weil die Aussage ist nicht korrekt.
Zuerst einmal muss man Bedenken, das das domestizierte Hauspferd, nicht mit einem Wildpferd das in der Steppe lebt zu vergleichen ist. Dafür fehlt hier die Vegetation und der Lebensraum. Was aber nicht heisst, das man Pferde hier nicht gut und artgerecht halten kann (ich rede hier nicht von Wildpferden sondern vom normalen Hauspferd).
Das normale Pferd, wird leider oft krank vom rumstehen, sie verfetten, bekommen zuviel Futter und haben zu wenig Beschäftigung.
Ich bin seit 30 Jahren in der Reiterszene unterwegs und das sind leider Fakten. Lieber ein gut gerittenes, schlankes Pferd, wie ein fettes krankes, das nur auf der Weide rumsteht.

Das ein Gebiss die Atmung des Pferdes behindert stimmt nicht, Pferde atmen nicht durchs Maul. Nur im Notfall und das geht schwer.
Anatomisch nicht möglich.
Ein Gebiss, richtig angewendet, verursacht dem Pferd keine Schmerzen, nur der Reiter der damit umgeht.
Genau diese beschriebene Haltungsform, auf der Weide mit Unterstand, das macht viele Pferde krank.
Eisen weg lassen, kann man per se auch nicht sagen, nicht jedes Pferd kann ohne Eisen laufen. Leider.

Pferde halten ob ja oder nein, das muss jeder selber wissen. Aber die Aussage, das es allen Pferden schlecht geht, ist nicht richtig. Es gibt auch Pferde, die sind beim reiten hochmotiviert bei der Sache. Und es gibt auch Pferde die für ihr Leben gerne über Hindernisse springen, das gibt es wirklich.
Hatte ich alles schon. Allerdings auch viele Kreaturen, die durch unsachgemäßes reiten und nicht so tolle Haltung „kaputt“ geworden sind, was natürlich nicht so schön ist.

Und ja ich bin vegan, aber ich reite und das werde ich immer tun. Das ist mein Hobby. Und da ich in diesem Gebiet sehr viel weiss und vermutlich auch nicht der schlechteste Reiter unter der Sonne bin, behaupte ich meinen Pferden geht es gut.

Wir haben 2 ziemlich alte Pferde (beide fast 27) die noch sehr fit und gesund sind bis auf normale Alterserscheinungen und ein etwas jüngeres (11) und in 2 Wochen wird unser Kleiner einziehen (der jetzt 3 geworden ist).
Meine Pferde leben dann viert in einem Offenstall. Das heisst, Liegefläche und ein grosser Paddock mit Heuraufe und im Sommer direkten Zugang zu einer grossen Weide, 24 Stunden.
Und ich kann nicht sehen, das einer von Ihnen unglücklich ist, ich habe schon einige unglückliche Pferde gesehen aber es gibt genügend Pferde die wirklich zufrieden sind.

LG
Bellinchen

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04.06.2019, 21:48 Uhr
Ich glaube ich kann mich ein klein wenig dazu äußern, aber bin kein Experte auf dem Gebiet. Muss auch dazu sagen, dass generell die Haltung eines Tieres ein gewisses Können und Wissen erfordert. Und vor allem Einfühlungsvermögen.

In diesem Punkt bin ich froh in einem so guten Betrieb zu arbeiten wo die Tiere große Paddocks haben mit sehr liebevoller Behandlung. Wie gesagt: Ich bin kein Experte, verlasse mich da aber auch auf meine Instinkte. Ja, ich weiß, diese Tiere werden auch mal vor die Kutsche gespannt, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es ihnen schadet. Sie haben dort eine ruhige Hand und nicht umsonst gibt es strenge Regelungen bei diesen Betrieben. Vor allem muss man dazu auch erst einmal die nötige Ausbildung machen und ich hatte schon oft gesehen wie die Pferde vor die Kutsche gespannt werden.

Ich würde sagen, dass es auch auf die Umgebung ankommt. Zum Beispiel bin ich kein großer Fan davon wenn Kutschen durch die Stadt gefahren werden, aber in diesem Fall ist es so, dass die Tiere größtenteils auf Landwegen fahren und nur wenig Kontakt mit dem Verkehr haben.

Es ist ein schwieriges Thema. Denn natürlich dient hier das Tier wieder dem Menschen. Doch auch ich lehne es ab grundsätzlich den Menschen (was in der heutigen Zeit sowieso schier unmöglich ist) komplett vom Tier abzukapseln. Mein Gefühl sagt mir einfach, dass Tiere auch die Nähe zum Menschen suchen. Und ich sehe jeden Tag wie sich die Tiere zufrieden wälzen und richtig glücklich sind. Weswegen ich nicht glaube, dass es grundsätzlich falsch ist Tiere zu reiten/vor die Kutsche zu spannen.

Allerdings kenne ich auch Betriebe (nicht dieser hier wo ich arbeite) wo die Tiere in ihrem eigenen Mist stehen, kaum Bewegung haben und man in ihren Augen sieht, dass der Funke der Leidenschaft vergangen ist.

Jetzt hab ich mich doch etwas mehr ausgeweitet. :-)

Jedenfalls ist das meine Ansicht. Man muss da auch nicht mit mir über einstimmen, aber ich denke nicht, dass Tiere immer Qualen leiden. Allerdings ziehe ich bei vielen Dingen auch meine Grenzen (viel mehr als vor meiner Veganerzeit). Ich hoffe ich konnte meine Ansicht gut schildern da ich momentan leider auch etwas müde bin (leider würde ich später nicht mehr auf diese Art und Weise auf den Beitrag eingehen können x_x).

LG
Veg-Badge

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