Anfeindungen

Erstellt 11.02.2016, von Feli6. Kategorie: Allgemein vegan. 20 Antworten.

Anfeindungen
11.02.2016
Hallo,
wie reagiert ihr auf Anfeindungen bezüglich eurer veganen Lebenseinstellung?
Bei mir auf der Arbeit gibt es Kollegen, die mir JEDEN Tag sagen, welche Mängel ich bekomme, dass ich irgendwann Demenz bekomme und Veganer verblöden.
Einige kommen schon mit erhobenem Finger und einem Kommentar auf mich zu, sobald sie mich sehen.
Als ob sie sich die ganze Nacht den Kopf zerbrechen, was sie als nächstes argumentieren können :wtf:
Manche behandeln mich nun sogar viel distanzierter als vorher. Oo

Wieso sind manche nur so und sprechen das Thema immer wieder an?
Abwehrhaltung?
Wie reagiert ihr auf solche Menschen?

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11.02.2016
Oh gott das ist ja ätzend! Ich würde an deiner stelle glaube ich mal RICHTIG ausrasten...
weil immer nur rechtfertigen bringt ja auch nix auf Dauer, vorallem net jeden tag...


Ich würde es mehr oder weniger ignorieren und wenns mir zu viel wird mal aufn Tisch hauen. :!:
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11.02.2016
So renitenten, nervigen Zeitgenossen würde ich täglich gleich begegnen:
Ich würde ihnen Recht geben.


Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute wenn es sein muss.
Freundlich lächeln, fragen, woher er das denn nun schon wieder weiß, ein erstauntes "ehrlich" und gerne ein "Du hast ja so Recht" einfließen lassen. Ich wette, in zwei Wochen ist es ihnen zu blöde und sie hören damit auf.
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11.02.2016
Wenn es auf Arbeit passiert:
Lass die Leute reden und lächele sie ganz lieb an und sag etwas in der Art "Danke für Ihre Anmerkung.", verabschiede dich höflich und gehe aus der Situation. (Die Ärzte haben ein schönes Lied dazu komponiert: https://www.youtube.com/watch?v=AaQcnnM2a70)

99% dieser "Kollegen" haben sich noch nie mit Ernährung auseinandergesetzt und zitieren unfundiert aus der BILD-Zeitung.

Wenn du gezwungener Maßen Kontakt zu ihnen halten musst und es dich wirklich emotional betrifft, dann lege die klaren Grenzen fest und gehe bei mehrfachem Verstoß zu deinem disziplinarischem Vorgesetzten. Sollte dieser Schnittmenge der "studierten Ernährungswissenschaftler" sein, gehe zu deinem nächsthöheren disziplinarischem Vorgesetzten (ergo seinem) usw. . Wenn nichts hilft, sollte man darüber nachdenken, ob man mit solchen Menschen wirklich weiter zusammenarbeiten möchte.

Wenn du ein sehr sozialer Mensch bist und Ausgrenzung und / oder geändertes Sozialverhalten nicht ertragen kannst (wie u.a. meine Partnerin), sage in einem sozialen Umfeld nicht, dass du vegan lebst und / oder baue dir ein vegan(freundlich)es soziales Umfeld auf.


Wenn du nicht gerne Diskutierst, dann kannst du solche Aussagen auch einfach unkommentiert stehen lassen und diese Aussagen ignorieren.
Entweder die Leute merken irgendwann, dass dieses Thema für dich tabu ist (dann aber auch selbst dran halten ;) ) und lassen dich in Ruhe, oder sie machen weiter und werden von dir einfach ignoriert.

Rechtfertige dich niemals! Das machen die Omnivoren schon indem sie dich mit sowas ansprechen. Du schuldest niemandem Rechenschaft außer dir selbst und die meisten Leute wollen durch diese "Argumentanden" ohne wissenschaftliche Argumente nur ihre eigene Lebensweise rechtfertigen: Lass' dich nicht von ihnen vor den Karren spannen, sondern spann sie vor deinen oder reiß dich los.


Man kann kein Schachspiel gewinnen, wenn man nur in der Defensive spielt, greife an (eigene Argumente bringen) oder spiel nicht mit (ignorieren und freundlich nicken) ;)



Ich bin der klassische Typ für Diskussionen und habe genug Argumente, Rhetorik und Argumentanden inkl. Argumenten parat, dass ich eine der folgenden Situationen (zumindest im geschäftlichen Umfeld) immer erzwingen kann:


- Mein Gegenüber wechselt in die defensive und ich kann das Gespräch (nachhaltig) auslaufen lassen und / oder von dem Thema wegführen, ohne den Leuten kräftig auf den Schlips zu steigen (vielleicht mal ein wenig dran ziehen, aber nichts, was die persönliche Beziehung beschädigt; dafür sorgt der humorvolle Unterton, welcher mir im Privatleben allerdings fehlt: Dort kann ich alleine entscheiden, mit wem ich mich umgeben möchte).

- Mein Gegenüber merkt, dass alle ihre Argumente mit kritischen Fragen gegengeprüft und hinterfragt werden und hören von sich aus auf

Bei Vorgesetzten habe ich bisher noch nie Probleme gehabt. Diese sind meist entsprechend geschult, nicht über solch kritischen Themen wie Religion und Ernährung zu sprechen ;)

Ps: Ein Beispiel für Situation 2 ist z.B. die folgende Antwort auf die Aussage "Du bekommst zwangsläufig einen Vitamin B12 Mangel": "Wirklich? Was genau ist denn Vitamin B12 und voher bekomme ich es?"
Wenn etwas kommt wie "Das wird im Fleisch produziert und ist daher nur in Fleisch" (du weißt ja, kommt aus der Luft und dem großen Nichts und so :lol: ) weiß man woran man ist, meist schauen die Leute nur verdutzt und geben keine Antwort :D
Wer möchte kann dann noch (im Privatleben; bei Leuten, mit denen man sich nicht zwangsläufig umgeben muss) eine Antwort geben wie "B12 wird von Bakterien produziert und den Tieren in hoch-chemikalisierter Form durch mehrere Pillen täglich zugeführt." und / oder "Fleischfresser fressen mir die B12 Pillen weg".. Einfach kreativ sein :clap:

Grüße,
Falk
18x bearbeitet

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11.02.2016
Hi. Ich lass mich auf keine Diskussion mehr ein. Mir ist das echt zu blöd. Vor allem kommt das von Menschen die Null Ahnung haben. Polemik und üble Klisches -mehr nicht. Am Anfang habe ich auch immer wieder versucht zu erklären und einige Irrtümer klar zu stellen. Aber diese Sorte Mensch will keine Besserung für Mensch/Tier und Umwelt. Sie hören nicht zu und wehren sich gegen jede Veränderung. Alles soll so krank bleiben wie es ist!
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11.02.2016
Ich thematisiere das auf Arbeit nicht, dass ich vegan werden möchte. Da wir eine kleine Rettungswache sind, auf der nur ein Auto steht, sitzen wir da meist eh nur zu zweit, allenfalls mal zu dritt, wenn ein Praktikant da ist. Einmal hatte ich ein vegetarisches Fertigessen dabei und wurde von meinem Kollegen gefragt, ob ich auf dem Gesundheitstrip wäre. Ich meinte nur, man könnte es doch mal probieren, er gab mir recht und fragte später, wie es geschmeckt hätte, und meinte, wenn es gut wäre, würde er es auch mal probieren. Leider schmeckte es nicht.

Ein anderer Kollege ist Vegetarier, der sich teilweise vegan ernährt, über den machen sich einige andere lustig. Er ignoriert das aber wohl, sagt er. Mir ist das zu blöd, deshalb erzähl ich den anderen nix, ausser ihm. Er hat mir schon einige gute Tipps gegeben.
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11.02.2016
Ich ertrage blöde Kommentare bisher gleichmütig. Aber ich überlege mir so langsam, ob ich meine Strategie da nicht ändern will. Immerhin mache ich das ja aus Gründen und auch wenn ich nicht missionarisch unterwegs bin will ich verdammt nochmal eigentlich, dass sich die Leute bewusst werden, was sie da Tag für Tag in sich reinstopfen. Auf der anderen Seite will ich keine Diskussionen, aber ich weiß nicht, ob ich das länger als Argument gelten lassen kann, wo ich doch eigentlich Überzeugungstäter bin... :-(
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11.02.2016
Naja, missionarisch tätig werden, weiss nicht, ob das sinnvoll ist. Wenn jemand überzeugter Fleischesser ist, wird er nur tausend blöde Ausreden finden, warum er weiter Fleisch essen muss.

Ist doch mit den Rauchern ähnlich. Sagste zu nem eingefleischten Raucher was, kommen so Ausreden wie: " Wenn ich nicht rauchen kann, rast ich aus.", oder " Ich rauch doch nicht viel, nur eine Schachtel am Tag", oder " Ich rauch doch nur mit Filter, das ist nicht ungesund. Nur ohne Filter."

Sorry, da hat man einfach irgendwann keinen Bock mehr, was zu sagen, und könnte genauso gut auch mit der Wand reden. Ich denk mir dann immer: " Ihr seid alt genug. Nicht mein Problem."
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11.02.2016
Liebe Feli,

ich kann dich gut verstehen. Aller Anfang ist schwer. Man macht was gutes und ist davon völlig überzeugt. Man kann gar nicht verstehen warum, keiner es nachvollziehen kann.
Ich glaube man durchläuft mehrere Phasen. Wie gesagt man ist erst geschockt über das Unverständnis, dann versucht man seine Gedanken mitzuteilen, dann kämpft man für die Gerechtigkeit und weißt du was? Schließlich ist es dann egal was die denken, weil wir wissen, was wir tun!
Im Laufe dieser ganzen Phasen wirst du dir so ein enormes Wissen aneignen, dass du sicherer und bestimmter im Auftreten sein wirst. Und glaube mir, deine Gegenüber werden es spüren und es schließlich akzeptieren. Ja, sie werden sich sogar dafür interessieren.
Meine Kolleginnen sind mittlerweile total begeistert, was ich immer zum Mittagessen dabei habe. Die Gründe sind den mittlerweile egal aber sie akzeptieren es.

Leider ist es nicht nur beim Thema Vegan so. Als ich damals ein Pflegekind aufgenommen habe, hieß es aus der Familie: wie kannst du dir nur so ein Abschaum ins Haus holen! Könnt ihr euch das vorstellen, wie entsetzt ich war!
Bei einem damaligen 16 Monate altes Kind was für sein Schicksal nichts dafür konnte.
Nach 10 Jahren durch dick und dünn, wagt sich keiner mehr mir mit so einem Spruch zu kommen. Alle haben mittlerweile großen Respekt vor mir. Aber auch hier war alles hart "erarbeitet".

Man wächst mit seinen Aufgaben und Herausforderungen. Es ist zwar hart aber am Ende ist man stolz auf sich.


Traue deinen Instinkt, der dir rät, wie du dich zu verhalten hast und halte durch!

LG Bettina

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11.02.2016
Ich habe am Anfang auch mich immer geärgert,wenn Leute mich angefeindet haben. Mittlerweile sehe ich es gelassener. Oftmals ist es einfach nur Unsicherheit von den Anderen. Sie werden durch uns an ihr eigenes Essverhalten erinnert und finden es vielleicht nicht so gut. Aber bevor man was zugibt, ist es einfacher andere zu kritisieren und anzufeinden.
Ich versuche tolerant zu sein und oft reagiere ich nicht auf blöde Sprüche oder ich mache selbst einen blöden Spruch zurück.
Wenn jemand wirklich interessiert ist,diskutiere ich gerne.

Ich denke mir einfach: Ich bin vegan-und das ist gut so.

1x bearbeitet

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