Angst vor vegan-Umstieg

Erstellt 21.12.2021, von Felice. Kategorie: Allgemein vegan. 5 Antworten.

Angst vor vegan-Umstieg
21.12.2021
Hallo!

Ich habe mir vorgenommen, mich ab dem 01.01 komplett vegan zu ernähren. Der Hauptgrund für mich ist das Wohl der Tiere. Ich liebe Tiere und sehe es nicht ein, dass ein Lebewesen für meine Bedürfnisse leiden muss. Ich habe jedoch seit kurzem, jetzt wo es bald soweit ist, irgendwie Angst vor dem Umstieg. Ich habe Angst, dass ich es nicht durchhalten kann oder ich doch zu viel vermisse um wirklich glücklich zu sein. Außerdem denke ich oft an die "Ausgrenzung" meines Umfeldes. Ich bin 15 und niemand meiner Freunde oder Familie ernährt sich vegan. Niemand hat ein großes Problem damit, dass ich es ausprobieren möchte, aber auf Geburtstagen oder sowas bin ich dann immer die, die Probleme macht. Wenn ich aber in mich höre, weiß ich, dass ich Tiere zu sehr liebe, als an ihrem Leid teilzuhaben. War das bei euch ähnlich?

Liebe Grüße
Felice <3
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21.12.2021
Hallo Felice,

ich habe auch lange Zeit geglaubt, ich sei die "Problematische" die "Auffällige" die "Besondere". Aber das war ich nicht, denn ich habe nichts Problematisches, Auffälliges, oder Besonderes getan, ich habe "NUR" ein paar Lebensmittel weggelassen - mehr ist es doch nicht!

Ausgrenzung findet eigentlich durch einen selbst statt, indem man sich solche Gedanken macht, sich zum Problem macht.


Geh' damit unkompliziert um. Mach es nicht zum problematischen Thema, zum auffälligen Thema, zum besonderen Thema. Iss, was zu essen möchtest (vegan) und diskutiere nicht darüber. Sei du. Bring' unkompliziert was mit auf Geburtstage. Koch was Zuhause. Halte niemandem was vor, wenn nichts Veganes da ist. Bring' für dich zu Beginn immer kommentarlos was für dich mit. Wer fragt, kriegt Antwort von dir, aber ohne, dass du missionierst, sondern nur erklärst, aber dass es für dich kein Problem ist, dir was mitzubringen.

Irgendwann kocht man für dich, achtet auch dich und deine Ernährung, etc.
Geh' du damit unkompliziert um, angstfrei.

Was das Durchhalten angeht, so liegt es da auch an dir, wie gut du dich organisierst im Alltag. Wenn unterwegs der kleine Hunger kommt, MUSS was veganes da sein (vorbereitet oder eine Kaufmöglichkeit) sonst wirst du schnell scheitern, bzw. läufst schnell Gefahr, was Unveganes zu verzehren.

Zuhause immer was da haben, was "schnell" zubereitet werden kann, auch für süße Gelüste, herzhafte Gelüste, damit du gar nicht in unvegane Versuchung kommst. Am Anfang bedarf es ein wenig Organisation und Durchhaltevermögen, wenn du dir nicht traust.
Auch, wenn man ethisch motiviert ist, ist es nicht soo einfach.

Sei mutig, versuch' es. Aber mach dich nicht fertig, wenn du mal was Unveganes gegessen hast. Dann nicht aufhören oder umkehren, sondern einfach vegan weiter machen! Nur Mut. :heart: :thumbup:
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22.12.2021
Hallo Felice
erstmal herzlich willkommen hier im Forum ! :wink:
Hier gibt es auch ein paar jüngere Menschen wie Zwöfvegan etc. die Dir für Dein Alter noch Tipps geben können, ansonsten stimme ich Seelchen definitiv zu.
Ich sehe manchmal bei youtube einen Podcast: Gans normal vegan, da kommen auch viele verschiedene Menschen zu Wort, die vegan leben und mit entsprechenden Vorurteilen zu tun hatten und diese gemeistert haben - unter anderem auch Lulu, die den Song : "Herzen auf, Schlachthäuser zu " geschrieben und gesungen hat, aber auch andere. Ist sehr interessant, dauert meistens ca. 1,5 Stunden - letzte Folge war allerdings fast 2,5 Stunden.
Oder schau Dir mal Folgen von Nico Rittenau an, wo Du Dich über Nährstoffe , aber auch Einführung zum Kochen informieren kannst. Da kannst Du dann selbst für Dich kochen und backen und anderen etwas mitbringen und sie mal probieren lassen, ohne erst mal zu sagen, dass es vegan ist, wenn es - z.B. Deinen Freunden- geschmeckt hat, kannst Du es ja sagen.
Lieben Gruß
METTA

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22.12.2021
Hallo Felice,

Auch ein :heart: -liches Wilkommen von mir.
Mit Ratschlägen bin ich nicht so gut, den Part überlasse ich hier besser den „Profis“. 😅

Aber schön, dass du dich angemeldet hast. Du wirst hier auf jeden Fall Unterstützung finden!
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22.12.2021
Hallo,
Ich bin 14 und vor etwa drei Jahren erst vegetarisch geworden, wobei ich Milch und Ei immer stärker reduziert habe, und seit etwa 4 Monaten bin ich endlich ganz vegan. Der Umstieg ist am Anfang schwerer und ich habe in den ersten Wochen, nachdem ich vegetarisch wurde, Fleischprodukte vermisst. Aber nach diesen paar Wochen machte es mir nichts mehr aus, inzwischen habe ich auch gar keine Lust mehr auf richtigen Fleischgeschmack und alles was fischig riecht, kann ich nicht mehr leiden.
Meine Familie stand meinen Entschlüssen generell eher skeptisch gegenüber und manchmal gab es Diskussionen, aber es hat sich schlussendlich alles eingependelt. Familie und Freunde wissen, wie ich mich ernähre und von ihnen werde ich nicht „verurteilt“, sondern man versucht Rücksicht darauf zu nehmen, dass auch ich bei Feiern etc etwas zu Essen bekomme.
In der Anfangszeit wird es in den meisten Fällen Probleme geben, man muss sich beim Backen, Kochen und auswärts essen umgewöhnen, doch je länger man vegan ist, desto normaler wird es. Man gewöhnt sich an die leicht veränderten Abläufe und irgendwann ist es kein „Durchhalten“ mehr, sondern einfach Normalität. Für mich war es eine sehr gute Entscheidung vegan zu werden, denn der Gedanke daran, was Tieren geschieht, nur damit ich ein leckeres Essen habe, war für mich sehr belastend. Jetzt habe ich immer noch jede Menge leckere Gerichte und muss eigentlich nicht wirklich auf etwas verzichten, aber dafür musste kein Tier leiden. Dieses Gefühl bestärkt mich darin, dass es richtig war, sich umzustellen.


Ich rate dir daher: gehe an alles etwas entspannter heran und verurteile dich nicht, falls anfangs mal ein Fehltritt passiert. Danach kann man immer noch weiter machen und die Tiere werden es dir nicht weniger danken. Wenn man die ersten Wochen erstmal hinter sich hat, wirkt Veganismus plötzlich nicht mehr so abstrakt oder kompliziert, sondern wird zur Gewohnheit.
Um Fehltritte möglichst zu vermeiden, solltest du schon bevor du „richtig“ beginnst genug Ersatzprodukte dahaben und ein paar getestet haben, dann hast du immer etwas, das du essen kannst, falls du hungrig wirst. Häufig muss man sich erstmal durch die verschiedenen Produkte durchtesten, nur weil eine Marke nicht schmeckt, gilt das nicht für alle anderen. :-)

Und um Konflikte zu vermeiden kann es sein, dass du dich manchmal zurückhalten müssen wirst. Auch wenn man gerade dann, wenn man selbst erkannt hat, was eigentlich hinter unserem Lebensmittel-System steckt, auch anderen zeigen möchte, was eigentlich los ist, kommt das meist nicht gut an. Wer nicht offensichtlich an einer veganen Ernährung interessiert ist und somit auch offen für Argumente ist, kann idR nicht oder nur sehr schwer überzeugt werden. Versuche daher am besten, ethische Argumente außen vor zu lassen, da man (auch wenn sie wahr sind) darauf häufig aggressivere Reaktionen bekommt. Wenn jemand fragt, warum du vegan bist, antworte am besten nicht zu ausführlich, da man sich so leicht in Diskussionen verstricken kann, die einen besonders anfangs noch sehr belasten können. Später, wenn du selbst sicherer bist und dein Umfeld sich erstmal damit abgefunden hat, kannst du dich sicher auch einmal auf Diskussionen einlassen, aber nur dann, wenn du es auch möchtest, da einige Leute nur auf Provokation aus sind. Wenn das passiert, lass dich nicht entmutigen. Vielleicht werden sie eines Tages auch erkennen, dass vegan besser ist und aufhören, die Realität zu verdrängen. Bis dahin muss man allerdings mit ihnen auskommen und sollte das auch akzeptieren können.


LG und viel Erfolg dabei, deinen Entschluss in die Tat umzusetzen :thumbup:


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04.01.2022
Liebe Felice,
es ist sehr schön, dass du nur noch vegan essen möchtest.
Das du Angst hast nicht richtig glücklich zu werden, weil du etwas vermissen könntest wird nicht passieren. Du wirst eher mal glücklich sein, weil für dein Essen kein Tier sterben musste. Klar, ab und zu vermisst man vielleicht etwas, aber man wird nicht glücklich vom Essen oder Besitz (außer bei Schokolade vielleicht 😉),sondern man wird glücklich indem man andere glücklich macht.
Und wenn man mal Fehler macht, ärgert man sich etwas und macht dann weiter, dabei ist gar nichts schlimm.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu omahaft.

Ich wünsche dir alles Gute,
schoko-oma
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