vegane Geschenke

Ausnahmeregeln

Erstellt 12.07.2016, 12:50 Uhr, von pummelchen. Kategorie: Allgemein vegan. 22 Antworten.

Ausnahmeregeln
12.07.2016, 12:50 Uhr
Hallo ihr,


wie haltet ihr es eigentlich mit "Ausnahmeregeln"? Letztens war ich spontan noch auf einem Geburtstag, auf dem aber zusammen am Tisch gegessen wurde, keiner war auf mich vorbereitet und es war ein riesen Aufhebens, weil es für mich nur Brot, Salat ohne Soße und etwas Gemüse gab. Gastgeber war angepisst, ich hab mich sehr unwohl gefühlt. Im Endeffekt hab ich halt etwas Joghurtdressing auf den Salat getan aber den Rest eben nicht genommen, was natürlich prompt mit noch mehr missfallen begegnet wurde, weil wenn ich dressing nehme dann kann ich ja auch die Kräuterbutter und den Nudelsalat und den Grillkäse essen.
--> Wie geht ihr mit sowas um? In der Situation haben eben Freunde gesagt, dass ich vegan bin, da waren dann natürlich alle möglichen Erwartungen da.
Was macht ihr, wenn ihr wo zu Gast seid, aber es wirklich kaum was für euch gibt? Gibts da probate Strategien, mit der Gastgeber gut leben können?


Weiterhin hab ich letztens eine Freundin getroffen, die die Regel hat, dass sie keine Tierprodukte kauft, aber wenn jemand im Begriff ist, seine Käsesemmel oder sein Schnitzel in den Müll zu schmeißen, dann isst sie das. Lieber im Magen als der in der Tonne, sagt sie immer.


Habt ihr zu sowas auch so kleine Ausnahmeregeln?
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
12.07.2016, 14:22 Uhr
Hallo Pummelchen,

da ich angeblich kein Schamgefühl besitze wäre ich in der Situation zum nächsten Supermarkt gegangen und hätte mir 2 Packungen Bananen o.ä. geholt - Obst gibt es überall

Ansonsten frage ich Gastgeber prinzipiell vorher, ob ich mir selbst etwas mitbringen soll. Wenn das nicht möglich ist (evtl. weil der Besuch spontan ist) kaufe ich prinzipiell vorher noch schnell Obst im nächsten Supermarkt ein.

Wie sich der Gastgeber fühlt ist mir persönlich recht egal. Ich bin verantwortlich für meine Gedanken- und Gefühlswelt, nicht für die anderer.


Von unplanmäßigen Ausnahmen halte ich prinzipiell nicht viel, da diese bei mir schnell und unbewusst zur Gewohnheit werden. Nur um andere Menschen zufrieden zu stellen würde ich meine Grundprinzipien jedenfalls nicht verraten - eher verlasse ich die Feierlichkeit und bestätige das Bild vom "intoleranten Veganer der nicht mal das Dressing isst".


Was wäre auch schon die Alternative? Das Bild vom "inkonsequenten Veganer, der eh immer eine Ausnahme macht" bestätigen[*1] und dabei noch selbst extrem schlecht fühlen weil man das was man getan hat eigentlich gar nicht wollte und durch sozialen Druck dazu gezwungen wurde?
Dafür mag ich mich selbst zu sehr ;)

Wenn ich mal eine Ausnahme mache, dann ärgere ich mich im nachhinein aber auch nicht, wenn wiedermal die Leistung im Sport ein- oder das Gewicht ausbricht.
Ich habe selbst diese Entscheidung getroffen und hatte auch immer einen guten Grund, meine "möglichst" Schranke auf die dunkle Seite des Essens zu überqueren.
Vegan ist dabei immer Grundvorraussetzung und prinzipiell indiskutabel - auch für meinen inneren Schweinehund.


Einzig bei ungeplanten und spontanen Geschäftsessen würde ich in der Not minimalistisch vegetarisch[*2] bestellen, aber auch nur wenn absolut nicht mit dem Personal zu reden ist ohne den Kunden zu vergraulen.
Dies passierte in den vergangenen 12 Monaten genau ein einziges Mal. Das betreffende Restaurant wird mich nicht wiedersehen und der Chef des Restaurants hatte einen ausführlichen Bericht über die mangelnde Kooperationsbereitschaft seiner Angestellten im analogen Briefkasten.

Grüße,
Falk

[*1] dabei dann auch noch die mannigfaltigen omnivoren Überzeugungen bestätigen und festigen, die man so oft an den Kopf geworfen bekommt

[*2] soll heißen nicht die Eiernudeln Quatro Formaggi sondern Eiernudeln mit Tomatensoße, etc. - so wenig Tierprodukt wie auf der Karte möglich ist, ohne einem konservativen Kunden Angriffsfläche zu bieten.
Glücklicherweise werden die Geschäftsführer von heute oftmals jünger und aufgeschlossener, sodass auch schon ein paar Treffen in veganen Restaurants - ohne mein Bei-tun - stattfanden. Da kann man kommunikativ direkt das Eis brechen und mal ehrlich: Für freundliche und bewusste Mitmenschen arbeitet man doch prinzipiell lieber, als für große Unternehmen mit skrupellosen Geschäftsführern ;)

17x bearbeitet

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12.07.2016, 14:59 Uhr
Hallo Pummelchen,
das Problem ist ja nicht, dass Du vegan lebst, sondern dass die meisten Leute nicht darauf vorbereitet sind. Es ist für sie Gewohnheit, überall Tierprodukte unterzumischen.
Dür Dich ist die vegane Ernährung Gewohnheit (und darüber hinaus ja auch ethisch begründet).

Wenn nix Veganes da ist, würde ich dort nix essen.

Ich habe die Lust auf Vorurteile und Erklärungen inzwischen weitgehend verloren und würde dann
- vorab checken (kurz anrufen) ob es was Veganes gibt oder ob man selbst was vorbereiten soll oder
- nach dem Essen dazu stoßen oder
- ganz wegbleiben

Kommt auf die Situation an und wie wichtig mir die Veranstaltung ist (und ich den Teilnehmern).

Aber das sind Situationen, die wirklich sehr selten vorkommen, da eigentlich alle Freunde und Verwandten wissen, dass ich vegan lebe und weil die meisten Diskussionen geführt wurden.

Extrovertiertere Freunde würden sich vielleicht einen Spaß draus machen und sich als vorher ein paar Dinge aus dem Supermarkt holen und sich daraus mit viel Palaver und Schnickschnack einen mondänen Burger basteln, um den ihn alle beneiden, angesichts ihrer traurig-gräulichen Würstchen. Lieber offensiv als defensiv. :)

Viele Grüße
Kilian
1x bearbeitet

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12.07.2016, 15:38 Uhr
Liebes Pummelchen,

du Arme, das war bestimmt furchtbar.

Mittlerweile würde ich auch keine Ausnahme mehr machen. Das würde dem allen wiedersprechen woran ich einstehe und zudem, wie Falk schon sagte, Angriffsfläche für noch mehr bieten - inkonsequentes Handeln.
Ich biete meistens an, was mitzubringen. Am Sonntag war ich auf einen Brunch eingeladen. Habe selbstgemachtes Brot und Aufstriche gemacht. Und hatte mir fest vorgenommen, keine Grundsatzdiskussion zu entfachen - Tja:oo Die Gastgeberin wusste das bereits und hatte viele (ganz stolz) veganes gemacht - Ich war sehr gerührt und musste Sie mehrmals umarmen :red:
Dadurch ist es überhaupt nicht aufgefallen, jeder fand es toll und es wurde nicht Gegenstand des Tages.
Allerdings passiert mir das auch oft, gerade wenn ich auf Tagung bin oder Sitzung habe, dass es nicht viel gibt. Tja, dann Frühstücke ich vorher gut, nehme mir Obst mit und esse halt nur ein wenig Gemüse. Sorgt manchmal auch für Spot aber so what :green:
Mir ist es mittlerweile egal was die über mich denken.
Die Anderen würden ja auch nicht auf ihr Fleisch verzichten, nur um mal eine Ausnahme zu machen oder?
Manche Situation vermeide ich: Wir haben morgen Abend ein kleines internes Grillfest :evil: Mein Chef war so süß und hat mich gefragt, ob er mir Tofu grillen soll. Nun, netter Gedanke aber der Ton macht die Musik - das Schmunzeln habe ich gehört - dankend habe ich sein Angebot abgelehnt. Und für mich beschlossen, nicht hinzugehen. Ich kann und will mich dem nicht aussetzen. So wie ich momentan drauf bin, würde ich glatt anfangen zu heulen. :-/

Also du siehst, liebes Pummelchen, das kannst nur du entscheiden in wie weit du gehen möchtest und kannst.

Lieben Gruß

Bettina



3x bearbeitet

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12.07.2016, 17:46 Uhr
Ja die lieben Ausnahme Regeln....
Das ist etwas was ich situationsabhängig entscheide.
Wenn ich natürlich zu Hause bin und es halbwegs planbar ist,
esse ich vegan.
Wenn ich bei meinen Verwandten bin (Omas und Opas) gibt
es vegetarisch für mich (das sind sie jetzt schon 23 Jahre gewöhnt ^^).
Ich habe ehrlich gesagt nicht die Muße ihnen den Veganismus zu erklären,
sondern bin froh, dass sie sich mit dem Vegetarismus mittlerweile ohne
"Grundsatzdiskussionen" anzufangen abgefunden haben.
Bei meinen Eltern ist das kein Problem, mein Vater ist Veganer,
wenn ich bei meiner Mutter bin koche ich eben.

Bei Freunden halte ich es ebenso, wenn planbar, bringe ich etwas mit,
wenn nicht, dann vegetarisch. Ich selber sage meinem Umfeld ich bin Vegetarier,
das macht die Sache für mich angenehmer (ich habe wenig Lust auf die Diskussionen)
und schließt ja nicht aus, dass ich Veganer bin.
Beim Essengehen, achte ich auf die Wahl des Restaurants, beim Italiener, Chinesen, Thai, Inder usw. macht man eigentlich nie etwas falsch :) .
Demnach lebe ich zu 95-98% vegan, was für mich in Ordnung ist. Ich mache nicht im Wettbewerb der beste/veganste Veganer mit, sondern versuche Lebensfreude und Spaß zu vermitteln. Ich versuche auch nicht vegan als "besser" darzustellen, sondern als Möglichkeit auch glücklich und zufrieden zu leben (das nimmt die Moralkeule weg und lässt den anderen Veganismus über neutraler sein ohne ihn gleich vehement abzulehnen. Wer sich nicht angegriffen fühlt, muss nichts verteidigen).
Ps:
Mit der Zeit werden vielleicht noch die restlichen Prozent nach und nach "veganisiert" (Shampoo, Seife, Kleider, usw...), aber das mache ich ohne akuten Zwang/ Handlungsdruck.
1x bearbeitet

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13.07.2016, 00:11 Uhr
Hallo Pummelchen,
Für mich als Immer-noch-Vegetarier ist die Sache deutlich einfacher. Ich war allerdings vor einem halben Jahr mit einer Freundin verreist. Sie hat sich vom Fischimbiss ein Stück Bratfisch mitgebracht, es aber nur halb gegessen. Ich fand die Vorstellung, dass dieser Dorsch für die Tonne gestorben sein sollte, so grässlich, dass ich die Reste verputzt habe. War lecker :red:
Ich kann deine Freundin da also verstehen....
LG Nanny
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13.07.2016, 08:35 Uhr
Hi Pummelchen,


doofe Situation was?

Ich musste bisher nur einmal eine Ausnahme machen: Während unseres Urlaubs auf dem Kreuzfahrtsschiff. Um nicht die komplette Woche nur trockene Salatblätter zu essen, habe ich "nur" auf Fleisch verzichtet.


Ich habe für mich entschieden, meine Ernährung nicht über die soziale Interaktion zu stellen. Mir ist das Beisammensein mit Freunden und Familie extrem wichtig. Und es ist in unserer Gesellschaft nun mal so, Wertschätzung unter anderem eben auch über Essen auszudrücken.


Bisher hatte ich aber immer Glück und es gab Salate. Und frei nach dem Motto "das bisschen, was ich esse, kann ich auch trinken", bin ich meist diejenige, die immer ein Bierchen oder Sektchen in der Hand hat und damit fahre ich meistens gut.


Prost, Leute!

Evita


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13.07.2016, 15:02 Uhr
Hi. Bei mir ist das genauso wie bei Medi. Ich trinke dann das was ich essen sollte. Geselligkeit mit Freunden und Familie ist mir lieber als die Ernährung. Und wenn es gar nichts Veganes gibt, esse ich halt Salat und etwas geringes vegetarisches. Und ich muss zugeben obwohl ich das ganze nicht so eng und dogmatisch sehe,muss ich trotzdem kaum Ausnahmen machen. Es bleibt bei 95-98% Veganem! Ganz selten, dass beim Gastgeber mal der Nachtisch nicht vegan war oder mit Sahne gekocht wurde. Ich habe es dann trotzdem gegessen. Hatte auch kein schlechtes Gewissen. Ja und manchmal (an schlechten Tagen) gibt es bei mir sogar Nutellabrot. Habe noch leider keinen Nutellaersatz gefunden.
Lg. Meltem
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13.07.2016, 19:00 Uhr
Hallo Meltem,
Ich hab Grad mein erstes Paket von Alles-vegetarisch bekommen. Ich hatte mir Schakalode Typ Nussnougat bestellt. Schmeckt nicht genau wie Nutella, aber es schmeckt mir gut! Allerdings hatte sich das Öl abgesetzt, das kann man aber unterrühren. Ist palmölfrei und vegan.
LG Nanny
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13.07.2016, 20:53 Uhr
Hi Meltem,

und bei DM gibt es auch veganen Nuss- Schokolade Aufstrich, ist richtig lecker!

Lieben Gruß

Bettina
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