Beitrag über Tierquälerei

Erstellt 20.10.2016, 09:31 Uhr, von Kathi. Kategorie: Allgemein vegan. 18 Antworten.

Beitrag über Tierquälerei
20.10.2016, 09:31 Uhr
Guten Morgen,

ich habe gestern Abend bei Stern TV einen Beitrag über Tierquälerei auf einem Bauerhof in Merklingen bei Stuttgart gesehen und bin auch heute noch fassungslos. Nicht wegen der Bilder. In ähnlicher Form habe ich so etwas schon mehrmals gesehen. Es taucht immer wieder so ein Skandal auf – und schon ein paar Tage später ist er vergessen...

Mich macht das so wütend, weil ich mich machtlos fühle. Weil es in den meisten Betrieben, in denen Tiere einfach nur zur Schlachtung gehalten werden, so oder so ähnlich zugeht. Und weil die Menschen weiterhin "ihre" Burger und Schnitzel und Wasweißichwas essen werden, ohne nachzudenken, was sie da eigentlich essen. Dass das Tier, das sie gerade kauen, Freude empfand und Schmerz und dass es leben wollte...
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
20.10.2016, 10:35 Uhr
Hallo Kathi,

ja, das ist mehr als frustrierend, denn es wird alles dafür getan um die Menschen „bei der Stange zu halten“

• Schon mit Kindergarten- oder Schulkindern werden sogen. Vorzeigehöfe besucht um den Kindern „gesunde“ Lebensmittel nahe zu bringen
• In Zeitungen werden ausschließlich „glückliche“ Tiere auf schönen grünen Wiesen gezeigt. Auch wenn der Bericht was anderes sagt
• Im Gegenzug dazu wird in den Zeitungen Veganismus negativ dargestellt – und sei es nur die Schlagzeile. Aber diese prägt sich erst mal ein.
• Tierställe sind weitab von großen Straßen, schön versteckt und somit für den Verbraucher „aus den Augen aus dem Sinn“
• Im Radio werden locker, fröhlich und harmlos ganz selbstverständlich tierische Rezepte verbreitet.
• Die Agrarlobby ist sehr fleißig und verbreitet permanent Beschönigungen, Mythen und Fortschrittsversprechen.
• Der Begriff „Tierwohl“ wird in letzter Zeit geradezu inflationär verwendet und soll dem Verbraucher suggerieren, dass alles gut ist, bzw. dran gearbeitet wird.
• Solche aufdeckenden Beiträge wie z.B. in Stern TV werden fast immer zu verbraucherunfreundlichen Zeiten gesendet.

Man möchte die Menschen am liebsten schütteln, damit sie aufwachen und hinsehen. Leider würde man dadurch eher das Gegenteil erreichen.
Zu mir kommt einmal monatlich eine Gruppe von Freunden, die sich bezüglich ihrer Pferde weiterbilden wollen. Dann koche ich immer vegane Leckereien incl. Kuchen und den Leuten schmeckt es sehr gut. Mittlerweile wollten schon viele die Rezepte haben und ich merke, wie sich die Einstellung zur veganer Ernährung immer mehr ins positive wandelt. Klar, die wussten vorher nicht wie gut vegan schmeckt. Klingt ja für Otto-Normal-Verbraucher erst mal nach Verzicht. Das mit dem Veganismus ist ein Prozess und muss sich erstmal entwickeln. Schließlich waren wir (zumindest die meisten von uns) auch nicht von Anfang an Veganer. Das musste sich auch erst mal entwickeln.
Beim letzten Mal wurde von meinen Freunden vorgeschlagen, dass ich doch bitte während der Winterzeit einen veganen Kochkurs anbieten soll. Das schenke ich ihnen zu Weihnachten. Die werden schauen ;-)
Das ist meine Art, den Menschen einen positiven „Schubs“ in die richtige Richtung zu geben. Zwar langsam, aber „mühsam nährt sich das Eichhörnchen“

LG Eni

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20.10.2016, 10:53 Uhr
Ja, auch ich merke, dass einige Menschen in meinem Umfeld nur aufgrund meines vegan-Seins verändern. Meine Mutter hat aufgehört, Fleisch zu essen und Milch zu trinken. Ja, sie isst immer noch Käse und achtet nicht so sehr, was in verarbeiteten Produkten (vor allem Süßigkeiten) drin ist... Aber es ist ein Anfang.

Die meisten Menschen wollen jedoch nichts über die Realität wissen. Hauptsache, es schmeckt. Und das finde ich so traurig. Vor kurzem war ich mit der Familie meines Partners essen – und alle Erwachsenen haben Schnitzel gegessen, die Kinder Pizza oder Burger. Es interessiert niemanden, dass das ein Lebewesen gewesen ist. Ich konnte gar nicht hinsehen, habe nur auf meine Folienkartoffel und mein Gemüse geschaut und bin richtig traurig geworden. Weil ICH in deren Augen nicht ganz normal bin, weil ICH in deren Augen auf etwas verzichte und ja so willensstark bin.

Viele Menschen wollen sich keine Gedanken über ihre Gewohnheiten machen. Sie sehen vielleicht solche Beiträge und denken sich: "Das Fleisch, das ich esse, kommt ganz bestimmt nicht von solchen Bauernhöfen..."
Vor ein paar Tagen war ich auf der Autobahn unterwegs und sehe einen Lkw, der augenscheinlich Fleischprodukte transportiert. Aufgemalt waren auf der Lkw-Plane zufrieden lächelnde Schweine und Kühe – und ich dachte: Was für eine kranke Welt! Wer wirklich denkt, dass die Schweine und Kühe zufrieden lächelnd ins Schlachthaus spazieren, weil sie sich freuen, Wurst oder Schnitzel zu werden, der muss doch echt einen an der Waffel haben...

Aber du, Eni, hast recht. Schon von klein auf bekommen wir Lügen serviert. Und die Werbung ist das Schlimmste.
Ich wollte mich nie in die Lebensgewohnheiten anderer Menschen einmischen, aber im Moment bin ich einfach nur wütend über all die Ignoranz...
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20.10.2016, 11:22 Uhr
Ich wollte mich nie in die Lebensgewohnheiten anderer Menschen einmischen, aber im Moment bin ich einfach nur wütend über all die Ignoranz...

Ach ja, Kathi ich versteh dich nur zu gut! Diese Wut und Hilflosigkeit kenne ich sehr wohl.
Aber man erreicht nichts, im Gegenteil man schadet sich nur selber, denn diese Wut kann einen förmlich zerfressen und man kommt lediglich negativ rüber.
Dann schüttle ich mich und sage mir selbst „Schluss damit“, erinnere mich an die Zeit als ich selbst noch kein Veganer war und tue weiterhin was ich tun muss ;-)
LG Eni

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20.10.2016, 11:50 Uhr
Einerseits hast du recht. Andererseits: Hätte mich jemand aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis mit 18 oder 20 mit dieser Realität konfrontiert, wäre ich vielleicht schon früher Veganerin geworden... Ich muss, denke ich, einen Weg für mich finden, um mit solchen Themen umzugehen... Weil die Wut, wie du sagst, oft nicht förderlich ist. Weil sie aber auch ein Motor sein kann, um mehr zu tun, aktiv zu werden...
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20.10.2016, 12:22 Uhr
Liebe Kathi,

wie gut auch ich dich verstehen kann.

Ich bin ja erst vor ein paar Jahren vegan geworden, habe aber schon in den 80er und 90er Jahren die Dokus zu diesem Thema gesehen und war geschockt und entsetzt. ABER, ich war willensschwach, habe den Geschmack zu sehr geliebt, wollte bekannte Pfade nicht verlassen, meine Gewohnheiten nicht aufgeben. Ich musste echt lange kämpfen mit mir selbst, um vegan zu werden. ABER, mich haben diese Dokus nie verlassen, ich hatte sie immer im Hinterkopf und das war gut so.

Ich muss aber leider sagen, dass diese Dokus viel seltener geworden sind, als sie das beispielsweise in den 90er waren. Da kamen ständig Infos zu Schlachttransporten von Pferden und Kühen und Schweinen. Andauernd und es ging ein Aufschrei durch die Massen und damals schon sind viele zum Vegetarismus übergesiedelt. Aber irgendwie hat das stark nachgelassen.

Ja, und leider ist es nicht nur die späte Sendezeit, sondern leider auch die Sendezeit an sich. 20 min. für so ein wichtiges, entsetzliches, uns alle betreffendes Thema? Eine Farce. Ganz ehrlich.

Und deshalb bin ich aktiv geworden...
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20.10.2016, 12:29 Uhr
Hallo Kathi,
diesen Beitrag habe ich verpasst....aber das hätte mich wahrscheinlich (wie dich) wieder sehr traurig gemacht.
Heute früh hat mich auch ein Beitrag sehr traurig gemacht, über ein s.g. Schweinehochhaus :oo
Ja es ist das was man denkt, ein Haus über 6 Etagen (Bunker ähnlich) wo Schweine gezüchtet werden.
Ich spende seit Jahren an 3 Organisationen (WWF, Peta + 4Pfoten).
Bekomme dadurch regelmässig Post und mittlerweile verkneife ich sie mir genauer anzuschauen.
Es macht mich nur fertig und traurig!
Ich kann es nicht mehr sehen, wie Tiere ausgebeutet werden, ob für die FLeisch-, Milch oder Pharmaindustrie.
Mich widern die Menschen in Asien (China) an, die für ihre Potenz oder sonstiges Leiden
Tiere quälen/töten müssen und das nur weil sie dran "glauben".
Ich tröste mich damit, das ich Spende und somit einen kleinen Beitrag leiste.
Außerdem spende ich regelmässig bei der Tiertafel, hier in Berlin, und habe auch schon geholfen,
die Sachen zu verteilen, aber selbst das macht mich fertig :red:
Ich bin dafür einfach zu weich...
Das schlimme ist, das ich selbst ja bis vor kurzen (seit Jan 2016) noch kein Veganer war und frage mich Heute oft,
wie ich das SO lange verdrängen konnte und warum mich eigentlich nur mein eigener Egoismus (krankheitsbedingt) zum vegansein "gezwungen" hat :evil:

Daher denke ich, das selbst mitfühlende Menschen es einfach gewohnt sind Tiere und ihre Produkte zu essen.
Wie sie gehalten werden verdrängt man ganz gerne oder sagt sich dann "gut ich esse bio, da sind die glücklicher" :wtf:
Ich liebte früher den Zoo...ich kann da nicht mehr hingehen, letztes Jahr habe ich geheult,
weil dort die Braunbären am Rand standen und mit dem Kopf hin und her gewackelt haben.
Nach 1 Stunde sind wir wieder gegangen, weil ich meinen Mann mit angesteckt habe.

In meiner näheren Umgebung versuche ich wenigstens die Tierhalter darauf aufmerksam zu machen,
das sie ihre Tieren ein besseres Zuhause geben könnten.
Z.B. bei Katzen- + Hundehaltern über Einzelhaltung, Beschäftigung (Freigang ist mitten in der Stadt für Katzen leider nicht möglich) Ernährung etc.
Verteile auch Flyer an Bäume oder Tierläden wegen Katzenhaltung.

Früher bin ich oft Reiten gewesen.....ich kann selbst das nicht mehr....ich habe einfach das Gefühl,
das Pferd würde lieber ohne mich auf dem Rücken über die Wiese jagen, auch wenn die
Bewegung ihm an sich Spaß macht.
Bis vor 4 Jahren hatte ich eine Hündin, Josy sie ist 13 Jahre alt geworden.
Hier in der Stadt bringe ich es nicht mehr übers Herz einen Hund zu halten.

Und so könnte ich ewig weiter schreiben.....

Ich versuche trotzdem niemanden (auch meinen Mann nicht) zu missionieren, da stellen die sich
quer oder machen zu.
Und ich verstehe das ja irgendwo, schliesslich war ich bis vor kurzem selbst noch so,
OBWOHL ich dachte ich ware tierlieb :wtf:
Aber das man Tiere und ihre Produkte nicht essen muss, habe ich total verdrängt, es schmeckte ja.
Ich versuche die Leute durch Essen zu überzeugen (die meisten sind ja tierlieb).
Fast jede Woche bringe ich irgendwas auf Arbeit mit, was meine Kollegen kosten dürfen.
Klar manchmal sind Gewürze dran die der ein oder andere nicht mag, aber bisher ist immer alles
alle geworden. Und man fragt mich nach dem ein oder anderen Rezept. Bei diesem Austausch
versuche ich dann immer einfliessen zu lassen, das man EBEN keine Tiere essen muss,
damit es schmeckt oder gar verhungert!
Bei meinem Mann mache ich auch immer mehr Fortschritte, er isst fast immer mit, will kaum
noch Extra Fleisch haben. Nur fürs Brot findet er keine Alternativen.
Auftriche und ähnliches geht garnicht.
Aber auch daran arbeite ich...letzte Woche z.B. habe ich ihm immer einen Wrap gefüllt mit
Bohnen, Mais, Tomaten, Avocado etc mitgegeben (kein Fleisch,Wurst oder Käse).
Es hat ihm geschmeckt...leider weicht das ihm zu sehr durch, wenn er es erst Mittags isst.

Um mal zum Punkt zu kommen :D Ich denke, jeder muss für sich entdecken, wie weit sein Tierschutz und
wie aussieht. Zu radikal, vorgehen, bringt zwar Aufmerksamkeit, aber man erreicht nicht viele zum Umdenken.
Da wird man dann wie bei Peta zum Spinner abgestempelt, anstatt das die Leute sich damit auseinander setzten.
Trotzdem werden diese "Spinner" gebraucht, um die Leute mit Gewalt wach zu rütteln!!!!



1x bearbeitet

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20.10.2016, 13:05 Uhr
@ Tanni: Ich finde auch, dass es mehr Informationen geben sollte, auch zu Sendezeiten, zu denen die meisten nicht schon im Bett liegen, weil sie am nächsten Morgen früh aufstehen müssen... Wobei ich auch glaube, dass da viele einfach wegschalten würden. Sie wollen sich ihre Illusion nicht zerstören lassen...

@ MelX: Irgendwo hast du recht. Sobald man in einem omnivoren Umfeld auch nur ein bisschen aktiv wird, gilt man als Spinner. Ich merke es zum Beispiel an den Reaktionen bei Facebook. Ich blogge über Themen wie Glück, Zufriedenheit und Berufung. Dann gibt es immer viele Likes und auch positive Kommentare. Sobald ich aber irgendeinen Beitrag von Peta teile, scheint keiner meiner vielen Kontakte diese Posts zu sehen. Sehen zu wollen... Das macht mich echt traurig.
Ich meine, wir leben in einer Überflussgesellschaft und mittlerweile gibt es SO viele vegane Gerichte und Lebensmittel/Produkte selbst in stinknormalen Geschäften und Supermärkten. Es muss kein Tier mehr leiden oder sterben... Aber dennoch ist das die Realität.

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21.10.2016, 08:41 Uhr
Ich war gestern bei einer Freundin zum Frühstück. Auf meine Frage ob sie den Beitrag auf Stern TV gesehen hat, hat sie gesagt "Nein, ich habe umgeschaltet, das war mir zu heftig"
:(
Nebenbei hat sie von ihrem Salami-Brötchen abgebissen :rolleyes:

lg Aubergina
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21.10.2016, 08:59 Uhr
Zitat Aubergina:Ich war gestern bei einer Freundin zum Frühstück. Auf meine Frage ob sie den Beitrag auf Stern TV gesehen hat, hat sie gesagt "Nein, ich habe umgeschaltet, das war mir zu heftig"
:(
Nebenbei hat sie von ihrem Salami-Brötchen abgebissen :rolleyes:

lg Aubergina


Das ist eben genau das Verhalten, das ich meine... Die Leute wollen ihre Illusion bewahren: dass alle Tiere sich riesig darauf freuen, auf ihrem Brötchen zu landen... :evil:
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