Besorgter Chef

Erstellt 23.01.2020, 20:44 Uhr, von Eigenliebe. Kategorie: Allgemein vegan. 11 Antworten.

Besorgter Chef
23.01.2020, 20:44 Uhr
Hallo zusammen
Ich muss euch mal eine kleine Story erzählen, über meinen Chef.
Ich war 15 Jahre selbstständig und war in dieser Zeit mein eigener Chef.
Da war keiner um mich besorgt, ich sorgte für mich alleine.
Jetzt wo ich angestellt bin, habe ich viele Kollegen und natürlich einen Chef, der sich um mich sorgt.
Der hat mehrfach mein Mittagessen gesehen und immer wieder das Gesicht verzogen.
Irgendwann sagte er mir, du, das was du da essen tust, kann dir auf Dauer nicht gut tun.
Meistens habe Rohkostsalat mit Oliven- Bohnen oder Tofuwürfel dabei.
Das sagt mir ein Mann, der 30 cm kleiner ist und 30 kg schwerer.
Der überwiegend von Brühwurst- Schnitzel- Pommes und Cola lebt.
Ein Mann der 1 Jahr nicht richtig laufen konnte und mit Blutdruck von über 200 zu kämpfen hatte.
Die Schulmedizin konnte ihm nicht helfen und er ging zum Alternativ Arzt. Danach machte er 7 Tage Fasten, zum entgiften.
Das tat im gut, bis er wieder in seine alten Gewohnheit reingerutscht ist.
Dieser Mann wollte mir was von Ernährung erzählen und da kamen die üblichen Sprüche, die ihr alle kennt.
Ich habe mir abgewöhnt, mich für meine Ernährung zu rechtfertigen.
Ich sagte ihm, ich bin wie ich bin und Gott sei Dank sind die Menschen unterschiedlich.
Dann hatten wir das Thema erstmal durch.
Natürlich werde ich auch von manchen Kollegen hinter den Kulissen belächelt und in eine Schublade gesteckt.
Aber ok, da kann ich mit leben.
Habt ihr eigentlich auch solche Erfahrungen schon mal gemacht?
Lg Dietmar

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
23.01.2020, 21:42 Uhr
Aber sicher doch, sogar zu den Zeiten, als ich noch „Omni“ war. Da hatte ich schon so Manches von meinem Speisezettel gestrichen (Säugetiere, Froschschenkel, Foie gras usw.) und wurde deswegen belächelt und teilweise gehänselt (…mmm, kuck mal, wie lecker…)


Die Menschen sind halt so wie sie sind. Der Eine hat sich früher auf den Weg gemacht und ist deshalb etwas weiter, der Andere steht erst am Anfang. Ich habe gelernt, damit umzugehen und es gelingt mir …wen auch nur zu etwa 87,3% :rofl:
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24.01.2020, 06:31 Uhr
Ich denke, dass liegt sicher auch am Alter vom Chef. Meiner ist Ende 20 und für ihn ist meine Essensweise völlig in Ordnung und normal (er selbst isst extrem wenig Fleisch und daheim auch nur vegetarisch). Er achtet sogar immer darauf, dass es etwas für mich gibt. Am Weihnachtsmeeting hat er sogar in einem Varieté sogar extra für mich vorab das vegane Essen bestellt (ich war die einzige die überhaupt etwas anderes bekam, für alle anderen gab es ein Standard-Menu ohne Auswahl).
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24.01.2020, 08:19 Uhr
Eigenliebe, schöner Beitrag.
Ich bin inzwischen Rentner, aber als ich noch berufstätig war gab es wegen meiner Ernährung auch schon mal sowas wie ein belächeln, jedoch nie Beleidigungen etc. Von mir kam dann manchmal sowas wie: macht ihr nur so weiter, die Quittung kommt noch in Sachen Gesundheit. Und bei einigen kam sie inzwischen.
Dana, ich glaube schon dass die jüngeren Leute wie dein Chef der veganen Lebensweise schon eher aufgeschlossen gegenüber stehen, die meisten jedenfalls.
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24.01.2020, 08:50 Uhr
Ich arbeite mit meinem Chef eigentlich nicht so nah zusammen, als dass er mich regelmäßig essen sieht. Er weiß zwar, dass ich vegan lebe und hat damals mal kurz mit den Augen gerollt, hat aber nichts negatives gesagt. Ich glaube, er hats inzwischen auch schon wieder vergessen :lol: .

Meine direkten Kollegen wissen es natürlich alle und stehen dem eher positiv gegenüber. Ein Kollege hat es mal über 2 Monate probiert vegan zu leben, ist dann aber wieder "rückfällig" geworden. Seit dem lebt er aber zumindest "bewusster", seinen Angaben nach.

Wobei das ja jeder von uns kennt. Plötzlich ernähren sich die Omnis mir gegenüber alle bewusst und kaufen ihr Fleisch nuuuur vom Bauern im Dorf. Genau, deshalb leben auch 98% der Tiere in Massentierhaltung...


Hast du zufällig ein Blutbild parat Eigenliebe? Das könntest du deinem Chef ja dann mal präsentieren. Nach seiner Ärzteodyssee kann er dir ja bestimmt eins von sich zum Vergleich vorlegen, oder? :clap: :D
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24.01.2020, 09:26 Uhr
Moin
Ich habe kein aktuelles Blutbild, das würde da nicht helfen.
Er hat die klassische Einstellung, alles was schmeckt verbleibe ich mir ein.
Erst wenn der Körper massiv streikt, soll es der Arzt richten.
Die Pharma muss ja auch Pillen verkaufen.
Lg Dietmar

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24.01.2020, 12:18 Uhr
Zitat Dana:(ich war die einzige die überhaupt etwas anderes bekam, für alle anderen gab es ein Standard-Menu ohne Auswahl).


Das muss ich jetzt einfach erzählen, weil das hier so gut passt.

Letztens war der 80. Geburtstag eines Großcousins, der in dem besten Restaurant hier vor Ort gefeiert wurde. Man durfte vorher auswählen, ob man "Klöße mit Sauerbraten" oder "Schnitzel mit Pommes" oder "Veganes" haben möchte (mein Cousin weiß, dass ich/wir vegan leben). Meine Frau und ich waren die einzigen, die "Vegan" gewählt hatten. Die anderen bekamen ihr "Zeug" á la Standard, und wir beine bekamen Falafel aus Kichererbsen und Oliven (leeeecker!), dazu ein Tomatensugo, gebratene Auberginen in einer ganz leckeren hauchdünnen Hülle, und Dinkelbratlinge in einem Sesammantel. Und ob Ihr es glaubt oder nicht: Unser Essen war das einzige (!), das von den anderen Tierleichenverzehrern "Ohs" und "Hms", "Ahhhs" und "Ach, wie toll das ausssieht" bekam. Da haben wir uns mal wieder gefragt, warum die Menschheit sich mit diesem Standard"essen" zufrieden gibt, wo es oft so tolle vegane Gerichte gibt, die 100mal fantasievoller sind als die Einheitsmenüs.

Übrigens war das das Restaurant, bei dem ich mich vorher immer anmelde und darauf hinwiese, dass ich nur vegan esse, und ich dann immer eine Extra-Speisekarte mit 3 oder 4 veganen Gerichten zur Auswahl vorgelegt bekomme.

Sorry, für offtopic...
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24.01.2020, 16:39 Uhr
Ich frage mich das auch immer im Flugzeug. Da bestelle ich immer das Jain Menu und jedesmal bekomme ich die neugierigen Blicke der Sitznachbarn. Das Essen sieht besser aus und schmeckt auch besser (da es nicht in den großen Mengen wie die Standardmenues gekocht wird).
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25.01.2020, 19:32 Uhr
Mein Mann hat neulich beim Arzt erwähnt, dass er ja jetzt vegan lebt. Da kam das übliche, man braucht das Fleisch wegen dem Protein. Der Arzt fing eine Diskussion an, das Menschen wegen dem Fleisch angefangen haben aufrecht zu gehen und wir ohne unsere Nährstoffe nicht decken können. Dann sagt er, ich kenne mich damit aber nicht aus. :crazy:

Zitat habanero79:
Wobei das ja jeder von uns kennt. Plötzlich ernähren sich die Omnis mir gegenüber alle bewusst und kaufen ihr Fleisch nuuuur vom Bauern im Dorf. Genau, deshalb leben auch 98% der Tiere in Massentierhaltung...


Das kenne ich mittlerweile von so vielen. Ehrlich ist es nie. Ob die das überhaupt bemerken? Kollegin sagt sie kauft ihr Fleisch nur vom Biobauern den sie selber kennt. "Fleischsalat? Ich kaufe immer den billigen von Edeka."
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25.01.2020, 22:08 Uhr
Zitat PeeBee:Da haben wir uns mal wieder gefragt, warum die Menschheit sich mit diesem Standard"essen" zufrieden gibt, wo es oft so tolle vegane Gerichte gibt, die 100mal fantasievoller sind als die Einheitsmenüs.
.


Zum Thema Standard-Essen: Ich frage mich sowieso, wieso es überhaupt noch "gut bürgerliche" Gaststätten gibt. Da gibt es doch eh nur das, was man auch daheim isst. Dafür brauche ich dann doch nicht wegzugehen. Also wenn ich auswärts esse, dann will ich doch etwas, was ich daheim eben nicht bekomme oder neue Inspirationen für mich.
1x bearbeitet

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