Beziehungen mit Omnivoren?

Erstellt 29.12.2016, 21:17 Uhr, von leajetsia. Kategorie: Allgemein vegan. 34 Antworten.

10.02.2017, 12:36 Uhr
Mich hat ja der Tod meines Hundes zum Umdenken gebracht, und da war ich emotional natürlich sehr bewegt. Vielleicht hat sich mein Gatte auch deshalb relativ schnell bereit erklärt, mit mir "mitzuziehen". Und ich hab ihn auch an allem teilhaben lassen, was ich im Laufe der Zeit an "Ungeheuerlichkeiten" rausgefunden habe.
Wir haben eine zeitlang vegetarisch gelebt, weil es einfach Zeit brauchte, diverse Gewohnheiten abzulegen: brauchen wir Käse? brauchen wir Milch? brauchen wir Joghurt? welche Alternativen gibt es? was kommt aufs Brot? wie verfeinere ich Soßen? etc. Der Schritt zum Vegansein vollzog sich eigentlich schleichend.
Mein Gatte kommt ja nur am Wochenende nach Hause und ich habe ihm klar gemacht, dass in unseren Kühlschrank NICHTS tierisches mehr kommt. Ich sagte ihm, er kann unter der Woche essen, was er will - auch wenn ich das nicht gut finde , aber ich kann es ihm ja schließlich nicht verbieten. Zu Hause kommt auf jeden Fall nix tierisches mehr auf den Tisch, sagte ich zu ihm. Damit hatte er auch nie ein Problem. Aber ich habe im Gegenzug natürlich auch dafür gesorgt (gerade anfangs), dass er jede Menge "Ersatzprodukte" im Kühlschrank findet, die einfach zuzubereiten sind und wirklich gut schmecken. Und man muss auch sagen, mein Gatte ist Pragmatiker. Solange es schmeckt, ist es ihm egal, ob Tier drin ist oder nicht. Ob etwas gesund ist oder nicht, spielte für uns nie eine Rolle, von daher profitieren wir beide vom Vegansein, denn ich mach mir jetzt viel mehr Gedanken um eine ausgewogene Ernährung als früher.
Mein Gatte jedenfalls kommt gut mit der veganen Lebensweise zurecht, auch wenn ich an den meisten Wochenenden nicht da bin. Er ist alt genug und kann für sich selbst sorgen.
Ich denke, ich habe mit ihm Glück gehabt. Er ist einfach sehr unkompliziert und in keinster Weise verbohrt oder so.
Und im Übrigen: ihm schmeckt das vegane Grillzeugs sogar viel besser, als das, was vorher auf unserem Grill gelandet ist :)
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Hey,

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Viele Grüße!
10.02.2017, 12:51 Uhr
Zitat MelX:
Bei mir ist es so, das wir nun 13 Jahre zusammen sind, davon lebe ich ein Jahr vegan.
Und warum soll ich meinen Mann dazu zwingen etwas mitzumachen, wo er nicht selber von überzeugt ist?
Es ist ja nicht so, das ich nicht selbst 42 Jahre gebraucht hätte um dahin zu kommen!
Und er ist noch am verdrängen, aber durch mich wird er immer "wacher" und aufgeschlossener
dem vegan sein gegenüber.

Naja, da ihr gleichberechtigte Annahmen nebeneinander habt muss er dir nicht vegan kochen und nicht vegan mitessen - wieso musst du ihm dann Tiere kochen?


Es geht mir ja nicht darum, dass man den anderen nicht respektiert und so. Aber wie kommt es dazu, wenn einer sagt: "ich lebe jetzt vegan und ich möchte, dass du das akzeptierst", dass es auch heißt: dann koche ich für alle extra, wo vorher einmal gereicht hat. Vor allem, wenn beide berufstätig sind und dann quasi man selbst als veganer doppelt arbeit hat, weil man doppelt kochen "muss" - muss man ja nicht, fleischessen ist genauso eine entscheidung.
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10.02.2017, 14:06 Uhr
Wie gesagt, ein muss ist es nicht.
In der Woche koche ich nicht Extra, wenn er zum veganen Essen was fleischiges essen will,
dann macht er sich son TKSchnitzel oder ähnliches dazu.
Aber meistens isst er das mit oder hat bereits unterwegs gegessen.
Am WE ist das was anderes, da habe ich Zeit und koche gerne.
Da ich dann eh für die Woche vorkoche, is mir das Schnurz, ob ich ihm da auch noch ein Extragericht koche.
Ich finde auch den Geruch nicht wirklich ecklig, vielleicht bin ich innerlich noch nicht vegan genug?
Liegt vielleicht auch daran, das ich ja vegan wurde, wegen meiner Gesundheit und die
moralischen Gedanken erst später dazu kamen?!
Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, das ich will, das mein Mann zufrieden ist.
Mich macht es ja nicht unzufrieden, wenn ich für ihn Extra koche.
Auch wenn ich mich freue, wenn ihm das vegane Essen besonders gut schmeckt!
Ein Veganer (denke ich) wird er nie werden, dazu trinkt er zu gerne Milch.
Alles andere, darauf könnte er verzichten, aber ne Milchalternative (pur) gibt es für ihn nicht.



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10.02.2017, 15:25 Uhr

Das ist zum Beispiel auch ein Punkt, den ich absolut nicht verstehen kann.
Wie oft hört man 'ohne dies oder das könnte ich nicht leben',
Milch und Käse wird da ja oft genannt.
Denken diese Personen tatsächlich, sie würden ohne diese Lebensmittel plötzlich tot umfallen?
Ist nicht genau diese Einstellung das wahre "Luxus-Problem"?
Es ist das Wollen, nicht das Können.
Und wenn jemand weiß, was hinter dem Produkt steckt, dann akzeptiert er dieses Unrecht. Und genau da! hört bei mir die Toleranz auf. Ich würde einem Mann gegenüber sitzen, der all dieses Leid billigend in Kauf nimmt, nur weil er auf dieses oder jenes Produkt nicht verzichten WILL. Das könnte ich nicht.
Eine Beziehung mit einem Omni wäre für mich ein absolutes NoGo. Lieber bliebe ich allein.
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13.02.2017, 03:31 Uhr
Tot umfallen nicht.

Das Problem ist das Ersatzprodukt. Es gibt keinen guten bezahlbaren Käseersatz. Der Käseersatz auf dem Markt schmeckt gruselig. Die Pasten sind seltsam. Und Gemüseaufstrich etc. mag ich zum Bsp. überhaupt nicht auf dem Brot. Ergo bleibt Marmelade, Nutella. Das darf ich zum Bsp. auch nicht, da ich den Zucker nicht vertrage.
Was bleibt dann noch für aufs Brot?

Milchprodukte sind kein Problem. Da gibt es wirklich absolut leckere.

Und ohne Euch auf die Füße treten zu wollen: Wenn man jemand über Jahre oder Jahrzehnte liebt, dann lernt man auch mit "Eigenheiten" umzugehen. Dazu gehört auch, dass der Partner sich anders ernährt.
Vegane Ernährung ist für viele Partner auch nicht das Gelbe vom Ei. Trotzdem akzeptieren sie es.
Weil sie die Person lieben - und nicht deren Essverhalten.
Nennt sich Toleranz.
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13.02.2017, 09:05 Uhr
Magst du Erdnusspaste (Erdnuss"butter" aus 100% Erdnüssen)? Streiche die auf Knäckebrot und streue noch etwas Sesam darüber. Finde ich selber sehr lecker.
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13.02.2017, 10:02 Uhr
Nein. Nicht wirklich.
Das Frühstück ist und bleibt ein Dilemma für mich.
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13.02.2017, 10:42 Uhr
Hallo Leute!
Ich will nun auch mal meinen Senf dazugeben.
Bei einigen Einträgen musste ich schmunzeln, weil ich es von mir kannte. Andere habe ich nicht verstanden. Ich glaube aber, dass eben jeder für sich die Entscheidung treffen muss, ob er mit einem Omni zusammenleben kann oder eben nicht.

Meine Erfahrung sieht so aus: mit einem Verganer in einer Beziehung kann gut geht, muss es aber auch nicht.
Ich war längere Zeit mit einer Vegetarierin zusammen. Wir haben das quasi zusammen ausprobiert und fanden es gut und sind später auch vegan geworden - soweit es eben ging. Tja, die Beziehung ging dann doch in die Brüche.
Dann habe ich meine Frau kennengelernt, die sich omnivor ernährt. Sie wusste, dass ich mich vegan ernähre, aber am Anfang haben wir beide das Thema Ernährung etwas gemieden, da wir beide wussten, dass dort ein gewisses Reibungspotenzial liegt. Irgendwann kam das Thema aber dann natürlich doch zur Sprache. Wir haben beide unsere Ansichten erklärt und sind beide aber auch so tolerant gegenüber der anderen, dass wir die Ernährungsweise akzeptieren.
Am Anfang hat sie immer noch gefragt, ob ich ihre Bolognese nicht auch mal probieren möchte, aber das war eher ausversehen und wir haben nur gelacht. Mittlerweile ist es so, dass ich für uns koche (sie kocht einfach nicht gerne und ist auch etwas ungeschickt :rofl: ) und sie isst alles und sagt auch immer, ob es schmeckt oder nicht. Wenn wir unterwegs essen, dann sag ich auch nichts, wenn sie Fleisch isst. Ich finde es nicht schön, aber es ist eben ihre Sache. Ich bin schon froh, dass sie ihren Fleischkonsum eingeschränkt hat und sie alles probiert, was ich koche.

Toleranz ist hier wohl das oft erwähnte Schlüsselwort ;)
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13.02.2017, 11:16 Uhr
Hallo,

ich empfinde das Wort "Toleranz" zumeist als vollkommen fehl am Platz.

Was gibt es denn am Veganismus nicht zu "tolerieren"?
Wenn man von "Toleranz" gegenüber Omnivoren spricht, dann stellt man damit Gewalt (Karnismus) und Gewaltfreiheit (Veganismus) als gleichberechtigte und gleich-moralische Entscheidungsmöglichkeiten auf eine Stufe.

Somit könne man als Frauenschläger "Toleranz" fordern, weil man ja ebenso "toleriert", dass andere Männer ihre Frauen nicht schlagen.. :wtf:

Grüße,
Falk
5x bearbeitet

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13.02.2017, 12:09 Uhr
Ich finde, wenn man quasi der einzige Veganer bei einer feiergesellschaft ist, muss man selbst Tolerant sein. Aus Toleranz in der Beziehung sich irgendwie "schuldig" zu fühlen finde ich allerdings auch nicht. Da finde ich beide mindestens auf gleicher Stufe nebeneinander.
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