Dilemma

Erstellt 01.07.2019, 17:05 Uhr, von Ivo. Kategorie: Allgemein vegan. 31 Antworten.

Dilemma
01.07.2019, 17:05 Uhr
Hallo Ihr Lieben,

Ich bin wieder mal rückfällig geworden. Es sind immer wieder diese Garnelen… Wie bereits schon erwähnt, Wirbeltiere (inklusive Fisch) würde ich nicht mehr runterkriegen, aber auf Garnelen kann ich irgendwie nicht verzichten, obwohl ich weiss, wie sie gezüchtet werden und welche negativen Folgen ihre Zucht für die Umwelt hat.

Auch komme ich jedesmal ins Grübeln, wenn ich bedenke, dass da tote Lebewesen vor mir auf dem Teller liegen. Aber ich rede mir ein, dass sie kein Schmerzempfinden haben, in der Hoffnung, dass ich mir da nichts vormache.

Jedenfalls bin ich sehr hin und her gerissen. Einerseits empfinde ich mich als Veganer, anderseits fühle ich mich als Heuchler, wenn ich es auswärts nicht so genau damit nehme und auch mal vegetarisches (und Garnelen) esse.

Bei uns ist es sehr schwer. Ich gönne mir den Luxus ein- zweimal die Woche auswärts zu essen. Doch leider haben die meisten meiner (teilweise ehemaligen) Lieblingsrestaurants eine sehr eingeschränkte vegane, bzw. vegetarische Auswahl auf der Speisekarte, geschweige denn, von einem vorhanden sein eines Veganrestaurants. In der Stadt Luxemburg soll es einige geben, aber ich meide die Stadt wie die Pest, denn ich bin ein richtiger Landmensch.

Ich weiss nicht warum ich das Bedürfnis habe, mich hier mitzuteilen. Vielleicht hoffe ich auf Verständnis, vielleicht möchte ich beschimpft werden. Haltet Euch bitte nicht zurück. (Mit Beidem ;) )

Wie erging es Euch denn so, nach dem „Umsteigen“,auch Gelüste gehabt? Wie geht Ihr damit um?

Sonnige Grüße,
Ivo

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
01.07.2019, 18:42 Uhr
Schwieriges Thema.
Ich weiß, wie du dich fühlst. Mich bringt wirklich nichts davon ab strikt zu sein außer die verdammten Auswärtsspiele :green: Es passiert beim Essen gehen nicht jedes Mal, aber jedes Mal ist beim Essen gehen. Zuhause kann hab ich grundsätzlich mal nur die richtigen Zutaten. Da KANN die Situation gar nicht aufkommen.

Die empathische Antwort: Man versteht es und es ist ab und zu wahrscheinlich einfach nicht zu vermeiden, wenn man eben mal mit seinen Freunden ins Lieblingsrestaurant geht dann passiert das vielleicht auch mal etc.

Die (argumentativ) korrekte Antwort: Wenn man es durchziehen will, dann sollte man das auch richtig tun. Und ALLEN seinen Gelüsten standhalten.

Meine persönliche Antwort: Natürlich wäre 100% besser. Aber auch 95% mit einmal auswärts Garnelen essen ist besser als Omni zu leben.
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01.07.2019, 18:57 Uhr
Auch wenn dir, Ivo, die negativen Folgen des Garnelenverzehrs bekannt sind, würde ich trotzdem zugunsten der allgemeinen Information (für die gemeinsame Gesprächsbasis), noch einen Link posten, der das m.E. gut zusammenfasst: https://albert-schweitzer-stiftung.de/fische-krebstiere/krebstiere

Zitat VJStiffi:
Meine persönliche Antwort: Natürlich wäre 100% besser. Aber auch 95% mit einmal auswärts Garnelen essen ist besser als Omni zu leben.

Dem schließe ich mich an.
Ansonsten gibt es von mir weder Verständnis noch Beschimpfungen - ich hoffe, du bist da jetzt nicht enttäuscht, Ivo :-)
Unsere Erlaubnis und unser Wohlwollen brauchst du ja sowieso nicht. Die Frage ist, ob du für dich diese Ausnahmen akzeptieren möchtest, oder ob du davon noch weg willst.




"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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01.07.2019, 19:10 Uhr
Bei mir ist es manchmal ein Cappucino, der mich rückfällig werden lässt. :green: Also ich frage schon ab und zu nach , ob es diesen auch mit Soja- oder anderer Pflanzenmilch gibt, habe es auch schon fertiggebracht, diese selbst mitzubringen, wenn der Kaffeeautomat eine extra Aufschäumgerät hat, aber manchmal trinke ich an anderen Orten trotzdem einen Cappucino mit n. Milch, wenn es diese Möglichkeit nicht gibt, weil mir der Kaffee alleine bei manchen zu stark ist. ;)
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01.07.2019, 19:19 Uhr
Zitat Ivo:Es sind immer wieder diese Garnelen…


Sind die Garnelen für dich nur ein Problem beim Essen in Restaurants oder vermisst du sie auch zuhause und erliegst dort der Versuchung?
Falls du sie zuhause vermisst, gibt es auch hier tatsächlich schon vegane Alternativen. Das sind natürlich hochverarbeitete Fertigprodukte, aber für den Übergang schon mal eine Lösung. Sie bestehen zum Hauptteil aus Yams- oder Konjalwurzel und das Fischaroma wird meist aus Algen gewonnen.
Vielleicht horchst du auch mal in dich und überlegst, was genau du an den Garnelen vermisst. Ist es der Fischgeschmack, die Konsistenz oder vielleicht nur die Knoblauchsauce mit mediterranen Kräutern. Diese Überlegungen können dir dann helfen vegane Alternativen zu finden.

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01.07.2019, 20:13 Uhr
Danke für Eure Rückmeldungen.

Den Link, da oben, werde ich mir nachher ansehen. Danke auch dafür.

Zuhause kochen und auch einkaufen tu ich ausschließlich vegan. Bei den Garnelen ist es eine Kombination aus Konsistenz, Geschmack und Soße, wobei ich letzteres auch, zum Beispiel, bei Kartoffeln verwende. (Klein geschnitten, roh in den Ofen, bis sie von allen Seiten diese wunderbare zähe Kruste bekommen und dann in eine Olivenöl-Knoblauchsoße damit. Mmmmmmm, lecker)

Einen Garnelenersatz hatte ich auch schon, war aber total enttäuscht, der war auf Sojabasis. Andere habe ich noch nicht gefunden. Ich habe ein Rezept mit Seitan eingewickelt in Reispapier. Werde ich demnächst mal probieren. Zu meiner „Verteidigung“ ;) möchte ich sagen, dass ich in den letzten sieben Monaten insgesamt viermal Garnelen hatte. Aber wie gesagt, habe mich jedesmal wie ein Heuchler gefühlt, obwohl (oder vielleicht WEIL) sie mir geschmeckt haben. Vielleicht überwiegt das nächstemal das Gefühl des Heuchlers und ich bestelle keine mehr. Wer weiß… :-)

Fischersatz mit Algen für‘s Aroma hatte ich mir auch schon „gebastelt“. Mit Tofu oder mit Kräuterseitlingen. War lecker, aber nicht so richtig „fischig“. Sowieso, nie mehr Fisch, seitdem ich mir bewusst gemacht habe was alles passiert, ehe er auf dem Teller landet. Schrecklich, da ist mir der Appetit vergangen. (Also… auf das Tier, nicht auf den Geschmack)

Ich weiss, dass ich weder Wohlwollen, noch Erlaubnis brauche und es mit mir selber ausmachen muss. Aber hier, im richtigen Leben kann ich mit niemand drüber reden, weil es die wenigsten verstehen.


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01.07.2019, 22:53 Uhr
Zitat Sunjo:(…) einen Link posten, der das m.E. gut zusammenfasst: https://albert-schweitzer-stiftung.de/fische-krebstiere/ (…)

So, hab jetzt alles gelesen. Danke nochmals für den Link. Glücklicherweise bin ich des Englischen mächtig, so konnte ich mich auch mit den im Text verlinkten, weiteren Informationen, beschäftigen.

Vieles war mir neu und/oder nicht bewusst, sodass es jetzt unter dem Strich so aussieht, als ob ich in Zukunft dem Appetit auf Krustentiere (sofern er sich noch einstellen sollte), nicht nachgeben werde.
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02.07.2019, 06:42 Uhr
Ich höre auch immer wieder, dass Fische bzw Meerestiere kein Schmerzempfinden hätten weil sie ja gar kein Gehirn haben. Ist ja auch wunderbar denn damit kann man ganz viel Zeug rechtfertigen was bei Wirbeltieren viel zu grausam wäre.

Aber inzwischen wurde mehr als einmal getestet, dass es offensichtlich wohl nicht so ist. Nur weil die Wissenschaft das Nervensystem von Meerestieren noch nicht so richtig entschlüsselt hat, können sie doch trotzdem Schmerzen empfinden... Das Problem ist wahrscheinlich, dass Meerestiere einfach nicht schreien können... :rolleyes: .

Was wäre nur, wenn die Wissenschaft nun nachweisen kann, dass Fische auch Schmerz empfinden!? Stellt euch mal den Aufschrei der Angler vor wenn das Tierschutzgesetz geändert werden muss... Da sind ja nur "Wirbeltiere" aufgeführt.

@Ivo
Ich sehe es auch so wie VJStiffi. Wenn du ab und zu "schwach" wirst, ist es immer noch besser als die Flinte gleich ganz ins Korn zu werfen. Man kann sich ja immer verbessern und irgendwann schaffst du es schon darauf zu verzichten. Je mehr du drüber liest wie es den armen Tieren geht, desto mehr wird dir dein Gewissen dabei helfen ;)
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Wenn du es nicht lösen kannst, mache es nicht zum Problem.
-- Buddha --

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02.07.2019, 16:36 Uhr
Ich finde auch 90 Prozent vegan , ist eine super Bilanz und mehr als viele andere leisten....
Im Endeffekt geht es nicht um Perfektion , stell dir mal vor viele Menschen würden schon so essen wie du....wie geil wäre das ?
Ich hadere auch manchmal mit meinem Auswärts Cappuchino , aber im Endeffekt sage ich mir , , dass ich schon viele Schritte weiter bin als andere...



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02.07.2019, 22:25 Uhr
Wie bereits erwähnt, auswärts sehe ich zu, dass so viel pflanzlich wie nur möglich in meinem Essen ist. Einen minimalen Prozentsatz Ei oder Milch nehme ich in Kauf.
Seit ich den Entschluss fasste, mich in größtenteils vegan zu ernähren, war meine Devise „keine Wirbeltiere“ (inklusive Fisch). Jetzt heißt es „keine Lebewesen“.
Die kleine Einschränkung da oben, werde ich vorläufig beibehalten.
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