Diskriminierung: Wie geht ihr damit um?

Erstellt 23.05.2021, 12:25 Uhr, von Doro. Kategorie: Allgemein vegan. 19 Antworten.

24.05.2021, 12:05 Uhr
Es gibt doch für alles eine Phobie.. :D
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
24.05.2021, 12:12 Uhr
Den Begriff selbst habe ich noch nie gehört. Die Tatsache, dass man jemandem aufgrund seiner Ernährung mit Hass und Gewalt begegnet erstaunt mich hingegen nicht im geringsten- leider...
Es ist komplett unsinnig, schliesslich tut man dadurch ja keinem etwas zu leide, aber genauso unsinnig ist für mich auch Homophobie, Xenophobie, etc. und die gibt es ja leider auch.
Die Wortzusammensetzung mit „-phobie“ zeigt, finde ich, aber auch einen Teil der Ursache. Es ist mehr Angst, als Hass, Bzw. Hass, welcher auf Angst gründet.
1x bearbeitet

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24.05.2021, 12:34 Uhr
Diskriminierung: Wie geht ihr damit um?


Nun ja, es ist nicht immer leicht im Umgang mit Omns, aber ich bemühe mich redlich, sie nicht zu diskriminieren. Aber manchmal fällt es mir echt schwer.
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24.05.2021, 12:39 Uhr
Hi, also ich bin bei der Frage tief in mich gegangen, und muss ganz ehrlich gestehen, dass es mir beinahe umgekehrt geht:


Ich packe Mitmenschen, in meiner Umgebung, mittlerlweile direkt in eine Schublade (Titel: egoistische, unmoralische Ignoranten), wenn Sie sich bis heute noch nicht aus Tier- oder Klimaschutzgründen dem Veganismus (mindestens) geöffnet haben - da es heutzutage einfach keinerlei Entschuldigung für ignorantes omnivores Nahrungs-Verhalten gibt.


Mit diesen Menschen möchte ich mich gar nicht mehr umgeben, ich vermeide es regelrecht, privat "normale Omnis" kennenzulernen. Ich suche explizit nur noch nach veganen Freunden. :heart:

Wenn im omnivoren Bekanntenkreis ein Kind geboren wird, ist meine Gratulation dazu ehrlich gesagt scheinheilig und dient nur der sozialen Höflichkeit, denn innerlich denke ich betrübt: Wieder ein weiterer Mensch, für den Tiere gequält und getötet werden. :-( :-( :-(

Bevor ich meine Freizeit mit omnivoren Menschen verbringe, bin ich ganz ehrlich lieber alleine. Wenn es familiär nötig ist, Zeit mit diesen Menschen zu verbringen, bereite ich mich regelrecht vor, habe Infomaterial dabei und rüste mich emotional, diese Menschen nicht mehr tiefer an mich heran zu lassen.

So gesehen kann mir ein Omnivor vorwerfen, der Diskriminierende zu sein. Ja, es stimmt, ich habe auf diese "Art" von Menschen keinen Bock mehr. SIe machen Flora und Fauna, also unsere Welt kaputt.


5x bearbeitet

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24.05.2021, 22:07 Uhr
Zitat Doro:Kennt ihr den Begriff Vega Phobia?
Vegaphobia or vegephobia is an aversion to, or dislike of, vegetarians and vegans.
- Wikipedia

Erschreckend, dass manchen Menschen wirklich mit Hass und Gewalt gegenübergetreten wird, aufgrund ihrer Ernährung.


Das ist wie bei Homophobie, zu der folgendes Zitat Morgan Freeman zugeschrieben wird und welches man auf Vegaphobia übertragen kann:
"Ich hasse den Ausdruck Homophobie, es ist keine Phobie, du hast keine Angst. Du bist einfach nur ein Arschloch."

Leute, die Veganer nicht mögen, dürften in den meisten Fällen keine Phobie (Angst) vor Veganern haben, sondern andere Gründe/Vorwände für ihre Abneigung.
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09.06.2021, 06:25 Uhr
Ich bin zwar "nur" Vegetarierer (mit veganen Tendenzen), aber die "Außenstehenden" scheren uns eh meistens über einen Kamm. D. h. die Aussagen von Fleischis gegenüber Veggies oder Veganer dürften sich nicht allzu sehr voneinander unterscheiden.
Ich denke, das Wichtigste, was man bei eventuellen Anfeindungen und Provokationen machen kann ist: cool bleiben. Auch, wenn es noch so schwer fällt. Bestürzt, beleidigt oder vielleicht sogar aggressiv zu reagieren bewirkt nur eine Verschlimmerung der Situation. Und die Akzeptanz gegenüber dem Vegetarierer/Veganer schwindet noch mehr.
Ich für meinen Teil hatte anfangs auch den Fehler gemacht, mich auf Diskussionen mit denen einzulassen, denen es gar nicht ums diskutieren ging.
Mit der Zeit bekommt man mit, wer ernsthaft am veganen/vegetarischen Lebensstil interessiert ist und wer nicht. Mit den Interessierten kann man dann natürlich tiefsinnigere Gespräche führen.
Allen anderen mit Humor, (Selbst)ironie, Sarkasmus und Augenzwinkern entgegentreten. So entwaffnest du deine Provokateure und hinter deinem Rücken sagt keiner: der/die Veganer/in oder Vegetarierin hat doch einen Knall ab. Etwas Fleisch würde dem/der guttun."

Diejenigen, die sich für unser Thema interessieren, kommen durch sachte Werbung eher auf uns zu. Die anderen bekommt man auch nicht mit langen Diskussionen auf unser Seite. Möglicherweise überlegen sie mal kurz beim nächsten Gichtanfall, ob sie was ändern sollten.... 8)

Ich weiß, das Thema ist nicht einfach. Und jeder geht damit anders um.
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09.06.2021, 18:14 Uhr
Kannte ich jetzt nicht, aber wundern tut es mich auch nicht.
Es gibt mittlerweile auch Leute, die einem einen Gesundheitswahn unterstellen, wenn man sich so ernährt, das wird dann auch von Ärzten so genannt: Orthorexie:
Orthorektiker beschäftigen sich außergewöhnlich stark mit gesunder Ernährung. Frauen sind tendenziell häufiger betroffen als Männer. Was bedeutet Orthorexie? Orthorexie bezeichnet ein auffälliges Essverhalten, bei dem sich Betroffene aus Sorge um die eigene Gesundheit zwanghaft mit dem Thema Ernährung beschäftigen.

Aber die andern , die sich mit krankhafter Ernährung zuballern, also z.B. fast jeden Tag fast food essen, die sind dann normal oder ? :wallbang:

Lieben Gruß
METTA
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09.06.2021, 19:47 Uhr
Zitat tomx:beim nächsten Gichtanfall, ob sie was ändern sollten.... 8)


Also meine Erfahrung ist eher die, dass in einem solchen Fall eher Tabletten eingenommen werden, als das etwas geändert wird.
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09.06.2021, 20:59 Uhr
Zitat METTA:
Aber die andern , die sich mit krankhafter Ernährung zuballern, also z.B. fast jeden Tag fast food essen, die sind dann normal oder ?

Nein, aber Orthorexie verharmlosen würde ich jetzt auch nicht. Damit sind nicht automatisch alle gemeint, die sich für gesunde Ernährung interessieren, aber dass verschiedenste Esstörungen auch mit Interesse für vegane Ernährung verknüpft werden können (nicht müssen), sollten wir schon ernst nehmen.
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09.06.2021, 23:01 Uhr
Die Tochter meiner Chefin leidet auch an einer schweren Essstörung. Sie ernährte sich schon als kleines Kind vegetarisch, aus Tierliebe. Im Teenageralter stieg sie dann auf vegan um. Bei einem Gespräch erzählte sie mir, dass es viele in ihrer Klinik gegeben habe, die sich vegan ernährt haben. Ihrer Meinung nach hat das zwei Hauptgründe. Zum einen beschreibt sie den Ekel vor Nahrung, welcher bei Ihr und anderen, die sie kennt bei Fleisch/Fisch am grössten ist. Auch bei anderen tierischen Produkten stark und bei Gemüse und Obst am kleinsten. Spannend in dem Zusammenhang ist noch, dass ihre Form der Störung wirklich auf Ekel basiert. Sie wollte nie dünn sein oder hat Kalorien gezählt und daher den Salat bevorzugt, sondern hat sich einfach je länger je mehr vor Nahrungsmitteln geekelt.
Den zweiten Grund, den sie nennt ist der, das man eine gute Ausrede hat, wenn man sagt, man esse vegan. In der Eisdiele mit Freunden, im Restaurant etc. Es gäbe da halt sehr wenig vegane Auswahl und mit der Ausrede, dass man dann genau das eine Gericht xy, welches es in vegan gibt nicht mag, käme man ums Essen rum.
Ich will damit auf keinen Fall Veganismus und Essstörung zu sehr in Zusammenhang bringen, zu einem grossen Teil wird es wohl auch als Ausrede benutzt und wirft so leider ein schlechtes Licht auf den Veganismus. Auch kann sich wohl jede Beschäftigung mit einem Thema zu einem ungesunden Ausmass steigern… Sportsucht, Spielsucht, Waschzwang, Sexsucht, es gibt unzählige Beispiele für positive Dinge, welche im Übermass krankhaft sein können.
Dass tierische Produkte aber diejenigen sind, welche am ehesten Ekel auslösen wundert mich hingegen gar nicht.
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