Essen bei Verwandten / Bekannten

13.06.2017, von , 12 Beiträge
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Essen bei Verwandten / Bekannten

Hallo liebe Community,

ich weiß, wir hatten das Thema vereinzelt schon, aber ich wollte gern hier mal Tipps und Tricks zusammen tragen, wie man seine Familie (oder wohin auch immer man mal zum Essen eingeladen wird) darauf "trimmt", wie man sich nun ernährt und was genau das bedeutet. Vor allem bei den "älteren Generationen" stößt man da ja oft auf Unwissen.

Wir sind nun seit über 3 Wochen vegan und haben uns bisher davor gedrückt, zu meiner Mutter zum Essen zu fahren. Gerade dort ist das Thema sehr schwierig. Meine Schwiegereltern sind interessiert und aufgeschlossen, meine Mutter und ihr Lebensgefährte leider das genaue Gegenteil.

Schon ein paar mal fielen die Fragen "Was soll ich denn dann noch für euch kochen?" oder "Was packe ich denn jetzt noch auf den Grill für euch?" usw. Es scheint mehr als schwierig zu sein.

Auch wie ich erklären soll, dass ich bitte nicht mein Gemüse mit dem eben erst benutzten Steakmesser geschnitten bekommen haben möchte oder auf dem selben Teller wie eben noch das Bratgut usw, das weiß ich echt noch nicht.
Für den Anfang wäre ich nur froh, Gemüse und Kartoffeln zu bekommen, die nicht in Bratensauce getränkt wurden nach dem Motto "Ist doch gar kein Fleisch dran!" :rofl:

Wie war das damals bei euch zu Anfangszeiten? Habt ihr immer was mitgebracht oder macht ihr das immer noch? Wir müssen intensive Sensibilisierungsarbeit leisten, das ahne ich jetzt schon, aber ich möchte es von Anfang an richtig machen und nicht dastehen wie eine Aussetzige, aber auch nicht wie ein Prediger oder Missionar :rolleyes:

Ich mache mir da zur Zeit sehr viele Gedanken und überlege, was ich machen könnte, um das Thema so sanft wie möglich anzugehen bei diesen beiden so verschlossenen Menschen, daher bitte ich euch um ein paar Tipps, z.B. was ihr zu Essen mitgebracht habt oder wie ihr mit euren Liebsten geredet habt, ein paar kluge Sätze oder Herangehensweisen :crazy:
Keine Ahnung, ob ihr sowas parat habt aber alles würde mir derzeit helfen :lol:

Für den kommenden Sonntag habe ich mir schon überlegt, ob ich einen veganen Käsekuchen mache. Der soll ja so ziemlich wie der "normale" schmecken.

Für euer Feedback danke ich euch jetzt schon mal :heart:

Liebe Grüße
eine verzweifelte Jenny :lol:
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Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute. Seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw
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Also ich habe für uns am Anfang immer etwas mit genommen. Jetzt ist es schon normal,das meine Eltern,Verwandten und Bekannten etwas für uns da haben(oder sie rufen mich nochmal an,wenn sie gerade beim Einkaufen sind,was geht und was nicht). Das braucht halt seine Zeit.
Aber die Idee mit dem Käsekuchen ist sehr gut,dann nimmst du deinen Eltern schonmal ein großes Gewicht von den Schultern und sie sehen,das man nicht mutiert ist :crazy:
Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat – wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?

Pythagoras(-582-496),griech.Philosoph und Mathematiker
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Liebe Jenny,
ich kann dir zwar keine Erfahrungswerte weiterreichen, da ich es an der Stelle bisher sehr einfach mit meine Liebsten hatte, aber die Idee mit dem Käsekuchen finde ich ebenfalls ziemlich schön. Ich glaube, deinen Eltern da einfach entgegenzukommen, könnte genau das Richtige sein. Wenn ihr grillt, könntest du einfach selbst einpacken, was ihr grillen wollt und Kartoffeln und Gemüse sind ja auch schnell eingepackt und können einfach als Beilagen mit auf den Tisch gestellt werden, oder? Vielleicht mögt ihr auch mal deine Eltern zu euch nach Hause zum Essen einladen und irgendwas zwar sehr leckeres, aber vielleicht nicht ganz so vegan-exotisches auftischen (also vielleicht besser keinen Tofu-Nussbraten mit Tausend-Sprossen-Salat, sondern vegane Quiche, Pasta, Lasagne, etc?) Sprich: etwas zum nachkochen und zeigen: das ist kein Hexenwerk.

Das mit dem Fleischmesser und dem Fleischteller etc. würde mich auch herausfordern. Hm. Vielleicht könnt ihr dazu übergehen, euch am Tisch/Grill selbst zu bedienen und dann habt ihr freie Wahl über Geschirr und Besteck? Ich kann mir vorstellen, dass das erstmal für Irritation sorgt und nehme an, eine einladende Erklärung dazu, könnte hilfreich sein. Also mal ganz drastisch: nicht "wir machen das ab jetzt, ihr versteht das ja nicht", sondern "wir haben uns gedacht, wir tischen jetzt einfach mal auf, dann könnt ihr euch entspannen und müsst nicht für uns mitdenken". Irgendwann pendelt sich das dann vielleicht ein und deine Eltern lernen vom Zugucken, worauf es euch ankommt?

Wie gesagt, alles nur Ideen und nicht selbst erprobt. Ich drücke meine Anti-Verzewiflungs-Daumen! :D :thumbup:
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Das sind sehr schöne Vorschläge, danke dafür!

Das mit dem Kuchen hat sich direkt erledigt. Ich habe sie gefragt, ob ich einen mitbringen kann und ihre Antwort war, sie wollte doch ihre Blätterteigtaschen machen. D.h. sie will die Dinger aus dem Tiefkühler nehmen, die sind nämlich fertig gekauft :rolleyes:
Ich verstehe das schon wieder nicht, versuche aber mich nicht aufzuregen . . (gelingt bisher nur mäßig).
Wir bekommen also nur Gemüse und Kartoffeln. Ob sie daran denkt, entsprechend andere Mengen zu kochen, wage ich zu bezweifeln. Mein Mann sagt, ich soll ihr diesbezüglich noch einen Hinweis geben, aber ich habe nur das Gefühl, ich verursache Mehrarbeit und überlege, ob ich Gemüseburger für uns mache und mitbringe... :|

Das wird noch ein sehr langer und steiniger Weg :-/
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Zitat Craspedia:
Das mit dem Kuchen hat sich direkt erledigt. Ich habe sie gefragt, ob ich einen mitbringen kann und ihre Antwort war, sie wollte doch ihre Blätterteigtaschen machen. D.h. sie will die Dinger aus dem Tiefkühler nehmen, die sind nämlich fertig gekauft :rolleyes:

Es gibt TK-Blätterteigtaschen z.B. manche Apfeltaschen, die vegan sind. Vielleicht habt ihr Glück. Eine Packung veganer Kekse hätte ich in so einer Situation aber vorsorglich dabei.
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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Und Gemüseburger würde ich vorsichtshalber auch mitnehmen.
Das wird schon,nur nicht aufgeben und verzweifeln.
Beim nächsten Mal findet der Familientag bei euch statt und du zeigst dann wie unglaublich schmackhaft vegane Speisen sind :wink:
Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat – wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?

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Liebe Jenny,

lass Dich nicht so schnell entmutigen!
Ich würde an Deiner Stelle den Kuchen backen, und dann einfach nur ein paar Stückchen mitnehmen, und diese dann mit auf den Teller mit den ollen gekauften Blätterteigtaschen legen...Für Euch und eben wen auch immer, der mal kosten mag. Den Rest des Kuchens in Stückchen geschnitten einfrieren, und dann immer mal nach Laune was zum Naschen haben :heart: . Ein veganer Apfelkuchen geht übrigens ganz einfach, und da man ja nur 1 Ei und die Butter ersetzt, wirkt das auch nicht "aufdringlich" bei Fremden, die mit "uns" so ihre Kämpfe fechten. Ist und bleibt ein Apfelkuchen und ist nix was heißt "ich schmecke wie..."

Meine Anekdote zum Essen in der Familie:
Meine Mutter lud wie jedes Jahr zu Weihnachten ein. Wir sprachend darüber, und ich sollte "etwas für mich" noch mitbringen. Als ich kam, war sie fleissig in der Küche, für mich kein Plätzlein am Herd frei. Als alle saßen, sie das Essen fertig hatte und man mit dem Essen beginnen wollte, sagte sie zu mir: so, nun ist der Herd frei für Dich und Dein Essen. So habe ich also mein Essen gegart, während der Rest der Familie mit dem Essen begann...Na da hab ich vielleicht geschluckt :wtf: ....

Dafür bekommt nun meine Mutter zum Geburtstag seit 3 Jahren eine vegane Torte/Kuchen...das muss sie jetzt aushalten :-) . Letztes mal eine Schwarzwälderkisch, die ihr angeblich auch wirklich schmeckte :angel:

Liebe Grüße
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Hallo Craspedia,

ich glaube diese Probleme hat fast jeder vegan Anfänger zu lösen.
Ich habe immer etwas mit genommen. Kuchen, zum Grillen usw.
Wer Lust hatte konnte natürlich Probieren und sich überzeugen, dass vegan auch lecker ist. :)
Wegen dem Grillbesteck musst du halt deine Augen offen halten, den dafür ist wahrscheinlich nicht mit viel verständniss zu rechnen und wenn, wird es schlicht weg vergessen.
Aber sei gewiss, kommt Zeit kommt Rat! Bei uns ist es so, dass wenn es z.B.: mal Raclette gibt, dass einfach zwei aufgestellt werden. So kann sich jeder das bereiten, was er möchte.
Es braucht wirklich seine Zeit, aber die Erfahrung zeigt, dass wenn das Umfeld merkt, dass das nicht nur eine Phase ist die man durch macht, sondern ein Dauerzustand bleibt, wird sich das Umfeld darauf einstellen. Du wirst sehen! :thumbup:

lg.
LiveVegan
Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.
Quelle: Indianisches Sprichwort

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Meine Tochter ist da komplett konsequent. Mittlerweile ist sie Rohköstlerin, was ja noch einiges mehr beinhaltet an Kontroversen. Doch sie bleibt ihrer Linie treu.
Sie bietet an, sich selbst das Essen mitzubringen ob das nun gut oder schlecht ist, vermag ich nicht zu sagen. Es führt jedenfalls zu etlichen crahs. Nicht bei mir - es ist mir egal. Ich bin an die permanent sich verändernden Eskapaden meiner Tochter mittlerweile gewöhnt.
Aber andernorts. Sprich: Beim Vater und bei den Geschwistern.
Ich wäre da vermutlich mehr auf Kompromiss aus. Sie nicht.
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Ist denn Deine Tochter vegane Rohköstlerin? Obwohl ich persönlich glaube, damit gäbe es weniger Probleme. Man stellt als Gastgeber einfach nur rohes Obst und Gemüse auf den Tisch. Bei Veganern gibt es mehr zu "denken".
Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Dana
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