Fliege wegen mir tot...

Erstellt 27.11.2019, 22:07 Uhr, von PuschelQueen. Kategorie: Allgemein vegan. 24 Antworten.

Fliege wegen mir tot...
27.11.2019, 22:07 Uhr
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll... fühle mich gerade total schlecht...

Und hab auch etwas Angst die Geschichte zu erzählen da wir eigentlich jetzt seit Wochen/Monaten schon die Fliegen mit einem Lebendfänger fangen. Irgendwie kam ich auf die dumme Idee nochmal diese Fliegenkleber hinzumachen weil wir für kurze Zeit ein richtiges Nest hatten (schlechtes Streu durch Nager wo sich scheinbar auch einige vermehrt haben - das war beim Hamster, die Kaninchen werden regelmäßig sauber gemacht. Da hab ich es leider einmal 1 Woche zu spät gemacht und dadurch war es leider schon sehr verschmutzt :-( ).

Kurz gesagt: Heute hat sich eine Fliege verhangen und noch gelebt. Die Flügel haben dran geklebt und sie war am Leiden. Ich hab sie erlöst, aber momentan könnte ich einfach nur weinen. Das wollte ich doch nicht. Lieber hätte ich sie rausgeschmissen. Nur war das so eine blöde Reaktion (durch den Ärger wegen der vielen Fliegen 20-25 Stück) und den Großteil konnten wir sogar so aus der Wohnung holen mit dem Lebendfänger (damit kann man auch große Spinnen und so weiter fangen, aber die lassen wir eigentlich aus Gründen immer in der Wohnung).

Das Problem ist, dass Fliegen auch Krankheitserreger an sich dran haben und das auch auf unsere Nager übergehen kann. Und ich würde mir das nicht verzeihen wenn ein Kaninchen von uns deswegen krank wird.

Jedenfalls hab ich sie dann (mit Klos im Hals) mit einem Taschentuch erlöst. :-(

Aber ich fühle mich gerade so schuldig da das nie passiert wäre hätte ich diese Dinger nicht wieder hingehängt. Bin gerade kurz vorm Weinen... das ist eigentlich total gegen meine Prinzipien und ich liebe Tiere (Fliegen ebenso... die Krankheitserreger sind für mich der einzige Grund neben der starken Vermehrung warum sie aus der Wohnung verbannt werden).

Ich weiß es gab schon einen ähnlichen Fall, aber ich musste mir das grade von der Seele schreiben. Die Fliege tut mir einfach nur leid und mir tut es gerade im Herzen weh. :'-(
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Strohhalme aus Glas
27.11.2019, 22:27 Uhr
Ich finds einfach schön wie viel Mitgefühl du in dir trägst.
Du darfst nicht ganz so streng mit dir sein. Du hast ja jetzt daraus gelernt, dass du besser darauf achten musst und diese Klebedinger nicht wieder aufhängen solltest.
Ich weiß nicht wie lange die Fliege daran fest hing, aber bestimmt nicht so lange und so hat sie nicht so schlimm gelitten wie du es dir grad wegen deinen Schuldgefühlen ausmalst. Danach hast du sie schnell und schmerzlos erlöst.
Verzeihe dir das!
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27.11.2019, 22:32 Uhr
Ich versuchs... danke für dein Verständnis. Ich fühle mich gerade einfach wie ein Mörder. :'(
Dabei wollte ich nie mehr ein Tier töten und ich weiß das ist unmöglich, aber ich fühle mich so schrecklich deswegen.
Leider hing sie ca. 1 Stunde daran weil ich es davor (durch den Fernseher) leider nicht wirklich gehört habe.
Und ja, ich werde diese Fliegenfänger/Klebedinger jetzt verbannen. Muss nur noch schauen wo hin damit. Leider hatte ich in meiner Mischkost-Zeit sehr viel von denen bestellt. :|

Vor einer Woche ist mir mal was Ähnliches passiert. Da ist eine Fliege in meinem Kaffee ertrunken, aber das kann ja (leider) immer mal passieren. Nur da hab ich diese Dinger ja quasi bewusst (im Ärger) aufgehängt. Und ich bereue das einfach total. :-(

Ich hoffe ich kann mir das bald verzeihen. Auch wenn es jetzt nicht so danach klingt, aber auch in meiner Mischköstler-Zeit habe ich schon immer geweint wenn ich ausversehen ein Tier getötet habe (meist Insekten). Nur mit dem Unterschied, dass ich da halt noch nicht vegan war und es für mich mittlerweile tausendmal schlimmer ist.
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28.11.2019, 08:07 Uhr
Ich kann das gut verstehen. Meine Frau und ich fangen auch jedwede Art Getier, Insekten, usw. im Haus und setze sie raus. Spinnen haben bei uns im Winter Hausrecht, ebenfalls die wenigen kleinen Wanzen (sind ganz grün, keine Ahnung, welche Gattung/Art), die im Garteneingang zu unserem Holzkeller überwintern. im Sommer setzen wir alle Tiere in den Garten oder auf den Balkon. Wenn bei meiner Fangaktion mal ein Tier stirbt (ich fange sie immer mit einem Plastikbecher und einer Postkarte, und zweimal habe ich eine Fliege verletzt und danach auch getötet, da ein Flügel abgerissen war), fühle ich mich auch irgendwie schuldig.
Dennoch wurde mir im Laufe meines Lebens klar, dass bei Sachen/Aktionen etc., die ich zu verantworten habe, niemandem geholfen ist, sich danach noch lange Vorwürfe zu machen. Ich versuche, daraus eine Lehre zu ziehen, z.B. beim Fangen noch achtsamer zu sein, und denke, damit ist zukünftigen "Gefangenen" mehr geholfen, als wenn ich mir schwere Vorwürfe mache und dann dadurch unachtsam werde.

Dennoch berührt es mich sehr, wie mitfühlend Du bist. Das ist schön, abewr für Dich auch schwer.

Diese Klebefallen würde ich in den Restmüll geben, sofern es nur ein üblicher Kleber ist. Wenn es andere, belastende Chemie ist, in die Gefahrstoffentsorgung (bietet eigentlich jede Gemeinde an, bei uns kommt zweimal im Jahr so ein Wagen für solcherart Müll).
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28.11.2019, 08:26 Uhr
Das Leid, das du spürst, entsteht in dir selbst. Mitleid ist autogenes Training im negativen Sinn. Es hilft niemandem und hat mir den Tatsachen auch nichts zu tun. Daher gewöhne dir Mitleid (= Leid) ab, denn das schwächt, ohne zu helfen.

Empathie ist wirksamer, und die gilt den Lebenden.

Niemand kann leben, ohne versehentlich zu töten. Wir alle töten versehentlich. Und "versehentlich" ist in dem Fall alles, was nicht geplant und vorsätzlich ist. Es genügt, nicht mehr vorsätzlich Tiere zu schlachten und auszubeuten.

Ein Artikel dazu (der absolut ernstgemeint ist, wenn auch etwas forsch formuliert): https://www.vegpool.de/magazin/mitgefuehl-statt-mitleid.html

Also mach dich nicht verrückt und komm wieder auf die gut gelaunte, wirksame Seite des Lebens. :wink:
Du musst kein perfekter Mensch sein. Fehler sind erlaubt, wenn die Basis stimmt. Und daran habe ich keine Zweifel.
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28.11.2019, 08:32 Uhr
Das ist zwar richtig, lieber Kilian, wenn man zu sehr "mitfühlt", lähmt man sich. Aber dennoch frage mich schon seit 35 Jahren, seitdem ich mit den Buddhismus kennen lernte, warum die buddhistische Tugend karunâ (Mitgefühl, aber durchaus auch "Mitleid") in unserer Gesellschaft eher geringgeschätzt wird.
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28.11.2019, 09:04 Uhr
Bei der Überschrift habe ich ja erst etwas gestutzt.
Allerdings gibt es einen schöne Spruch in der Bibel. Je älter ich werde desto weniger kann ich mit Religionen im herkömmlichen Sinne anfangen aber der ist hängen geblieben:
Was ihr den geringsten unter den meinen tut, das tut ihr mir.

Jetzt kann man sagen es war nur eine Fliege. Niemand würde sich hinstellen und die da raus waschen.
Und wie Kilian schon sagt kommt man nicht durch die Welt ohne zu töten, sei es nun an der Windschutzscheibe, am Fahrradhelm oder unter den Füßen.
Du wolltest deine Tiere schützen. Und ich ertappe mich auch dabei wie ich gerade Fliegen in die nächste Welt schicke bevor ich sie auf dem Essen meiner Kinder rumkotzen lasse. Wenn Sie sich denn nicht vertreiben lassen. Macht man natürlich nicht täglich und auch nicht zum Spaß, aber manchmal schlagen die etwas primitiveren Instinkte durch, auch wenn es sehr selten ist und seit meiner persönliche Odyssee noch seltener als ohnehin schon.

Ich denke das wichtige ist dass man es nicht aus Spaß tut, und auch Tiere nicht unnötig leiden lässt. Zumindest wenn man darauf Einfluss hat.


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28.11.2019, 09:49 Uhr
Interessant. Zuerst dachte ich, dass sein ein Scherz. Aber wenn ich mir wirklich Gedanken darüber mache, setze ich Spinnen auch nach draußen. Fliegen werden dagegen platt gemacht (muss ich mal überdenken). Andererseits glaube ich gelesen zu haben, dass Insekten kein Schmerz empfinden haben. Täusche ich mich da? Sind Insekten sich überhaupt bewusst das sie leben? Honig ist z.B. das einzige Lebensmittel tierischen Ursprungs, dass ich überhaupt noch esse. Honig pur nicht, aber wenn es in irgendeinem verarbeiteten Lebensmittel vorhanden ist, esse ich es zum Teil trotzdem (z.B. Honigsenf bei meinen Eltern).
Naja vielleicht kommt das Unrechtsbewusstsein für Insekten ja noch. Vor zwei Jahren habe ich mir noch nicht mal Gedanken um Säugetiere und Fische gemacht. Heute finde ich es nur grausam.

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28.11.2019, 10:08 Uhr
Ich finde eher merkwürdig dass man auch innerhalb der Insekten unterscheidet.
Stechmücken haben zugegeben auch relativ schlechte Überlebenschancen bei mir, obwohl die die ich gestern entdeckt habe hab ich auch da sitzen lassen wo sie war.

Wir wohnen direkt am Wald und aufm Dorf. Da sind Spinnen eigentlich tägliche Gäste. Die könne auch meistens da bleiben wo sie sich einrichten. Es sei denn die sind so groß wie Katzen und meine Holde fühlt sich unwohl, dann werden die raus komplementiert.
Bienen, Hummeln usw. peppelt man ja dann noch mit einer Hummeltankstelle auf.
Und alles was Käfer ist wird auch eher rausgebracht als alles andere.


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28.11.2019, 10:15 Uhr
Zitat David1983:Andererseits glaube ich gelesen zu haben, dass Insekten kein Schmerz empfinden haben.


Völlig egal. Sie leben. Sie sind Lebewesen, und ich versuche, nichts und niemanden zu töten oder zu verletzen.

Sind Insekten sich überhaupt bewusst das sie leben?


GANZ provokant: Sind Babys sich sofort von Anfang an bewusst, dass sie leben?

Aber von all dem unabhängig: Wer gäbe uns Menschen das Recht, zu entscheiden, welche Kriterien dafür oder dagegen sprechen, ob Leben leben darf???
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