Meine größte Angst war von Freunden und Familie abgestempelt zu werden

Erstellt 31.01.2019, 18:58 Uhr, von Neues-Ich. Kategorie: Allgemein vegan. 21 Antworten.

Meine größte Angst war von Freunden und Familie abgestempelt zu werden
31.01.2019, 18:58 Uhr
Hallo liebe Community,

ich bin ganz neu im Forum. Aus diesem Grund freue ich mich sehr mit euch auszutauschen. :D :D

Mich würde unglaublich interessieren was für Ängste und Unsicherheiten ihr zu Beginn eurer Umstellung - hin zum Veganismus - hattet, welche Fragen ihr gehabt und nie gestellt, worin lagen eure größten Schwierigkeiten?

Bei mir war es - wie bereits oben beschrieben - die Angst vor dem "Stempel" durch Außenstehende, Freunde und Familie, die mir den Start etwas erschwert haben.
Als ich vor 1 1/2 Jahren, vom einen auf den anderen Tag, vegan geworden bin konnten es die Meisten nicht glauben. Sie löcherten mich mit Fragen oder stocherten mit Aussagen wie "hast du noch alle Tassen im Schrank?!", "du warst doch immer der größte Fleischesser von allen".
Mit der Zeit habe ich gelernt damit umzugehen und mich nicht entmutigen zu lassen.

Wie habt ihr eure Umstellung erlebt und was waren eure größten Ängste? Gab es Gründe aus denen ihr anfangs gezögert habt vegan zu werden?

Ich freue mich wirklich sehr von euch und euren Erfahrungen zu hören!

Beste Grüße

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Hey,

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Viele Grüße!
31.01.2019, 19:33 Uhr
Herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass du zu uns gefunden hast. :happy:

So eine klassische Umstellung von einen Tag auf den anderen gab es bei mir gar nicht. Ich habe noch nie besonders gerne Fleisch oder Tierisches gegessen, also mich z.B. beim Grillen schon immer eher an Salat und Brot gehalten. Dann bin ich mit den Jahren vom Vegetarischen immer mehr ins Vegane übergegangen. Es war ein eher schleichender Prozess. Darum war es für mein Umfeld auch nicht so eine große Überraschung und einige haben es nicht mal richtig mitbekommen.
Ängste und Unsicherheiten gab es deshalb bei mir eigentlich gar nicht. Ich habe mich auch schon immer viel mit Ernährung beschäftigt, so dass ich mir die meisten Fragen dazu selber beantworten konnte.

Also vielleicht kann ich dir ja auch mal mit der ein oder anderen Antwort helfen. :D

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31.01.2019, 20:03 Uhr
Von mir auch ein Herzliches Willkommen :wink:
Bei mir war es ähnlich schleichend wie bei Annabella , aber ich habe schon vor über 30 Jahren die Umstellung auf vegetarisch gemacht und das war damals fast genauso schwierig, wie heute vegan, da es nicht so viele Restaurants gab- gerade in den deutschen Restaurants war es immens schwierig, bei Italienisch, griechisch, Asiatisch ging es eigentlich besser. Und blöde Kommentare musste ich mir auch anhören. :green: Wahrscheinlich ist es auf dem Land noch schwieriger als in der Stadt, also damals war es so im Urlaub, da gab es nur gebackene Camemberts oder halt Salat. :-(



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31.01.2019, 21:54 Uhr
Hallo und Herzlich Willkommen :angel:

Es freut mich immer wenn Neulinge hier ankommen. Habe mich selber auch erst vor einigen Tagen/bzw. 2 Wochen hier angemeldet und bin auch noch ganz frisch bei dem Thema. Zwar habe ich mich davor schon 60-70% vegetarisch ernährt, aber ganz auf Fleisch verzichtet hab ich doch nicht. Vor allem hing ich sehr an Käse und Milch. Bis raus kam, dass ich laktoseintolerant bin (wie ja 75% der Bevölkerung). Jedenfalls kann ich die Nervosität sehr gut verstehen.

Zum Glück nimmt 95% meines Umfelds es positiv auf. Überrascht waren alle da ich davor Milch und Käse geliebt habe, aber als ich die Hintergründe (Earthlings) erfahren habe wurde mir ganz anders dabei. Seitdem meide ich alles was mit Tierischen zu tun hat. Obwohl ich das bisher noch nicht mit Kosmetik/Kleidung/usw. umsetzen konnte, aber wie viele ja sagen -> Es ist ein Prozess. Deswegen lasse ich mich da überraschen und lass das einfach auf mich zukommen. (:

Aber ich lenke zu sehr vom Thema ab. Und ja... ich war sogar noch vor zwei Jahren gegen diese "nervige Veganer" /natürlich mittlerweile mit einem ironischen Zwinkern ;) Faszinierenderweise hat mich dieses Thema durch die Information "Es gibt Menschen die auf tierische Produkte verzichten" nicht mehr los. Und siehe da: Ich hab mit Hilfe meines Partners diesen Sprung ins Vegane geschafft. 8)

Ohne wäre es für mich auch schwer gewesen. Doch jetzt bin ich einfach froh, dass ich es gemacht habe denn dadurch sind nicht nur meine Pickel zurück gegangen sondern auch die immer störenden Magenkrämpfe.

Viel Spaß hier im Forum. Ich denke du wirst dich hier sehr wohl fühlen. :thumbup:
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01.02.2019, 12:23 Uhr
Hallo und willkommen!

ich lebe seit knapp Drei Monaten jetzt vegetarisch und versuche mein Leben momentan zu "veganifizieren", aber dazu nachher mehr.

Die Umstellung auf Vegetarisch habe ich, ähnlich wie du, von heute auf Morgen beschlossen. Ich war vorher auch ein sehr großer Fleischesser und ich habe eigentlich jeden Tag Fleisch oder Wurst gegessen. Mit Gemüse konntest du mich jagen ;) .

Als ich es in meiner Familie (Frau, drei kleine Kinder) verkündet habe, wurde ich erst mal so richtig ausgelacht. Danach kamen Sprüche wie: "das hältst du keine Woche durch", "du hast doch nen Vogel", usw. Anfangs gab es echt oft richtig heftig Streit. Denn meine Frau wollte nicht anders kochen. Wenn es Fleisch gab, aß ich es einfach nicht. Lediglich die Beilagen. Das machte sie oft ziemlich sauer. Nach ein paar Wochen ebbte das ein wenig ab. Es gab weniger Fleisch dafür mehr Süßspeisen und so Zeugs. War Okay. Letzte Woche schließlich habe ich ihr gesagt, dass ich Veganer werden möchte. Es machte *boooom* und die Hütte brannte... Ich bin immer noch am Scherben sammeln aber mein Entschluß steht. Sie würde übrigens nie im Leben etwas veganes probieren wollen (was nicht sowieso schon vegan ist). Allein aus Prinzip nicht. Ach und falls du denkst ich könnte ja selbst kochen. Das könnte ich tatsächlich. Ich koche gerne, allerdings lässt mich meine Frau nicht vegan kochen...

Meine Eltern nahmen es mit Schulterzucken und dem Satz: "Im Sommer wird gegrillt. Dann bist du wieder kuriert". Die werden schon sehen was ich bin :D . Der SchwiVa ist ein alter Grantler und motzt die ganze Zeit. Freunde und Nachbarn waren sehr überrascht und wollten mich schon oft überreden. Natürlich mit fadenschienigen Argumenten.

Ich muss sagen, es ist hart. Ich hätte vorher nie gedacht wie stark man von den "Fleischessern" schon fast attakiert wird. Schade eigentlich. Da sieht man wieder wie intolerant viele Menschen sind... Ach, meine Frau ist übrigens fest der Meinung, dass ich jetzt endgültig in der Midlife-Crissis angekommen bin :lol:
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01.02.2019, 13:22 Uhr
Zitat habanero79: Ich koche gerne, allerdings lässt mich meine Frau nicht vegan kochen...


Geht's noch? Es ist doch Deine Sache, ob Du Dir in der Küche etwas für Dich kochst oder nicht. Ich würde mir doch nicht in meinem eigenen Haus / eigener Wohnung verbieten lassen, ob ich koche oder nicht.
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01.02.2019, 17:04 Uhr
Hallo zusammen! Da ich jahrelang Vegetarier gewesen bin und dann vor ca. 1 Jahr komplett auf vegan umgestellt habe, wobei ich nur noch eine ganz kleine Familie habe und zu Hause komplett alleine bin, habe ich mit einer Umstellung keinen sozialen Druck gehabt. Allenfalls Kollegen kommen einem manchmal ein bisschen dumm, aber ganz ehrlich gesagt ... es klingt vielleicht doof, aber im Grunde gefällt mir meine relative Aussenseiterrolle im sehr grossen Kollegenkreis sogar! Es gibt ja auch schon mehrere Vegetarier unter ihnen und auch wenige Veganer. Aber klar, im Grossen und Ganzen sind die Kollegen natürlich meist Carnivoren, leider. Schön ist aber, dass es oftmals bei Geburtstagslagen immer wieder den "extra" Salat für uns Veganer gibt oder die "extra" Pizzaecken für "uns". Ich finde das schon sehr nett, dass dann von einigen doch auch an uns Vegetarier / Veganer gedacht wird. Und sollte jemand doch mit einem dummen Spruch um die Ecke kommen, perlt der an mir ab wie Wasser am Rücken einer Ente!


Um Stress bei Familienessen zu entgehen z.B. zu Weihnachten etc., mache ich immer gleich darauf aufmerksam, dass ich mir meine eigenen Lebensmittel mitbringe oder mein eigenes Essen koche. Das nimmt den Stress von den anderen, und ich nehme gleich die Möglichkeit einer nervigen Diskussion raus. Hat bisher immer gut funktioniert! Gruss!
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01.02.2019, 17:04 Uhr
Zitat Dana:
Geht's noch? Es ist doch Deine Sache, ob Du Dir in der Küche etwas für Dich kochst oder nicht. Ich würde mir doch nicht in meinem eigenen Haus / eigener Wohnung verbieten lassen, ob ich koche oder nicht.

Ja so sollte es idealerweise sein. Momentan ist die Situation aber wirklich zum zerreißen angespannt, weshalb ich erst Mal kein Wasser ins heiße Fett gießen möchte...

Wie ich ja schon geschrieben habe, haben wir demnächst ein klärendes Gespräch und je nachdem was dort gesprochen wird, geht es dann weiter. Oder eben nicht, was dann aber nicht an mir liegen düfte. Ich bin nämlich sehr tolerant im Gegensatz zu meiner besseren Hälfte...
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01.02.2019, 17:16 Uhr
Zitat habanero79:[quote=Dana]
Wie ich ja schon geschrieben habe, haben wir demnächst ein klärendes Gespräch und je nachdem was dort gesprochen wird, geht es dann weiter. Oder eben nicht, was dann aber nicht an mir liegen düfte. Ich bin nämlich sehr tolerant im Gegensatz zu meiner besseren Hälfte...


Huhu, ich weiss ja nicht, ob Du "nur" aus gesundheitlichen Gründen vegan geworden bist oder aus Tierliebe. Wenn es aus Tierliebe ist, dass hast Du zumindest das Argument - für Dich und ggf. auch für sie - dass der "denkende" Mensch Entscheidungen treffen kann und somit Tierleid verhindern kann, und die Tiere ohne "Dich" keine Chancen haben ... Und Videos, wie es den Tieren wirklich geht, gibt es zuhauf, leider. Auch auf Facebook gibt es mittlerweile Gruppen ohne Ende, die aufklären und Dich unterstützen. Sehr empfehlenswert! Viel Glück und, wie mir scheint, in Deinem Fall vor allem VIEL KRAFT!!!
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01.02.2019, 19:32 Uhr
Zitat habanero79:
demnächst ein klärendes Gespräch


Ich frage mich, wieso ich ein klärendes Gespräch über Dinge führen muss, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Was stört denn Deine Frau daran, wenn Du Dir Dein Essen selbst zubereitest. Lass mich raten: Ihr Babysitter ist dann nicht da und kann sich um die ach so anstrengenden Kinder kümmern.


Das klingt jetzt böser als es gemeint ist: Ich habe auch zwei Kinder (gut heute beide groß, aber sie waren ja auch mal klein), habe immer Vollzeit gearbeitet und mich noch um mein Haus gekümmert. Abends habe ich dann auch noch ein warmes Essen gemacht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, meine Kinder meinem Mann in den Arm zu drücken. Es ist immer eine Organisationssache und ein bisschen guter Wille von beiden Seiten. Da setzt natürlich Respekt und Verständnis für einander voraus. Das sollte aber in einer Ehe Grundvoraussetzung sein.
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