South Park & Veganismus

Erstellt 20.12.2021, von ItsaMeLisa. Kategorie: Allgemein vegan. 6 Antworten.

South Park & Veganismus
20.12.2021
Mir ist schon klar, dass South Park nicht jedermanns Sache ist, aber ab und an gefällt mir die bissige Gesellschaftskritik. Ein Thema, was mich bei der Serie jedoch aufregt, ist die Tatsache, dass sie immer wieder Veganismus und Veganer schlecht darstellen und sie immer der Witz der Geschichte sind. Das ist mir eben wieder unangenehm aufgestoßen, als ich eine Folge der 23. Stafell gesehen habe mit dem Titel "Sollen sie doch Glibber essen". Dort geht es darum, dass viele Leute lieber gesündere und fleischfreie Gerichte essen wollen und das Essen in der Cafeteria der Schule geändert werden soll.
Hier einmal die problematischen Inhalte der Folge (damit ihr sie nicht angucken müsst):
1. Der Gründer von "Impossible Foods" wird als zwielichter Typ dargestellt und es wird behauptet, dass seine Produkte aus wortwörtlichem chemischen Glibber bestehen würden und er die Leute verarscht, dass es gesund und natürlich wäre. Er nennt sich auch ständig selbst der "Glibbermann".
2. Weil von jetzt auf gleich ALLE Leute in South Park nur noch Produkte auf Pflanzenbasis essen, weiß ein Bauer nicht, wohin er mit seinen 300 Kühen soll, da keiner sie mehr essen will. :rolleyes:
3. Die Kühe werden auf Randys Farm abgegeben, der aktuell selbst Pflanzen-Burger verkauft. Da er das aber nur aus Profit tut und die Kühe ihm nichts nützen, tötet er einfach alle, obwohl er vorher mit all den "Parolen" geworben hat, wie z.B. auch mit Tierleid und er hat den Bauern Kuhmörder genannt.
4. Cartman sträubt sich anfangs gegen eine Veränderung, aber nachdem er erfährt, dass das Impossible Fleisch "ungesunder chemischer Müll" ist, ist er vollkommen zufrieden damit, da er sich zwar fleischfrei, aber nicht gesünder ernähren muss. Er sagt, dass alle, die die Veränderung wollten Heuchler wären, da sie gesagt haben, dass das insgesamt besser ist.


Auf der einen Seite wurden innerhalb der Folge wirklich sinnvolle Aussagen getätigt und den Produzenten scheint durchaus bewusst zu sein, dass Veganismus nicht schlecht ist. Es wird auf so ziemlich alles eingegangen: die Umweltproblematik, die Gesundheit, das Tierwohl, die Massen an Lebensmitteln für die Produktion von Fleisch. Aber all diese Aussagen wurden nur von (nervigen) Nebencharakteren erwähnt oder eben von den Hauptfiguren genutzt, um ihr eigenes Ziel zu verfolgen, ohne, dass sie das ernst meinen. Und ich glaub auf die Sache mit den überschüssigen Kühen muss ich gar nicht erst eingehen...
Am Ende der Folge war ich mir um ehrlich zu sein nicht sicher, ob diese Folge sich über Fleischesser, Veganer oder Proudenzten von Lebensmitteln lustig macht.
Wenn man die Folge nämlich als Teil des Ganzen sieht, kam es bereits mehrmals vor, dass Veganer dort schlecht dargestellt wurden:
- in einer Folge haben Aktivisten von PETA intime Beziehungen zu Tieren und sogar Nachwuchs gezeugt... (Staffel 8 )
- Feegan the Vegan, der seit seiner Geburt von seinen Eltern dazu gezwungen wird vegan zu leben. (Staffel 15)
- Cartman jubelt der veganen Heidi Fleisch unter, was ihr besser schmeckt. (Staffel 21)

Insgesamt lässt sich zwar ein deutlicher Trend erkennen, dass Veganismus nicht mehr ganz so schlimm dargestellt wird (von den Tierf*ckern dazu, dass veganes Essen in South Park jetzt zur Normalität wird), aber ich finde es sehr problematisch, dass sie im Endeffekt die, die Veränderung wollten, als die Dummen darstellen und auch noch so gegen Impossible Burger schießen. Jedem intelligenten Menschen sollte klar sein, dass Fleischersatzprodukte nicht zwangsläufig gesund sind, denn das ist auch gar nicht ihr Ziel.
Ich weiß nicht, ob die Macher vorhatten, dass sie mit der Folge einfach gegen alle schießen, aber im Endeffekt kommt keiner gut weg, was echt schade ist, da sie die Problematik so weniger ernst nehmen und einige Zuschauer sich so in ihren Vorurteilen bestätigt sehen könnten.
Es hilft auch nicht wirklich, dass Cartman sich am Ende auf das Essen freut und "Es ist Fleischersatzprodukte-Tag" singt, da gerade er immer die Person ist, mit den schlimmsten moralischen Werten und generell ein unsympathischer Charakter ist. Er wird halt immer dafür genutzt, um zu sagen "Sei nicht wie Cartman". Also wenn ausgerechnet er Fleischersatz toll findet, kann man sich schon fast denken, wie die Produzenten dazu stehen...

1x bearbeitet

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21.12.2021
Das klingt zwar bescheuert, aber so kann sogar Reklame FÜR vegane Ernährung funktionieren, nämlich nach dem alten Politikermotto:

"redet gut über mich, redet schlecht über mich! Hauptsache, Ihr redet irgendwie über mich..."

Übertragen auf die Serie, die ich nicht kenne, könnte das bedeuten, dass sie die Leute lustig, scheinbar abwehrend und veralbernd, aber eben dennoch sozusagen "im Vorübergehen" über das Thema informieren und mitteilen, worum es letztlich geht: Tierschutz und persönliche Gesundheit.


Nicht die dümmste Variante, denn zumindest fangen sie sich nicht den Vorwurf ein, sie würden missionieren - was sie natürlich so dennoch tun.

Schlimmer fänd ich, wenn sie "unser" Thema gänzlich ignorieren würden. Wer aufmerksam zusieht, wird feststellen, dass immer häufiger in verschiedenen Variationen über Veganerinnen abgelästert wird, oder sie zumindest medial erwähnt werden.


Wie ich finde, ein großer Erfolg, auf den wir stolz sein können!
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21.12.2021
Ich hab schon lange kein South Park geguckt, aber früher recht viel, ich denke, so schätze ich die Produzenten ein, dass die wie so oft, versuchen auf übertriebene Art und Weise darüber zu berichten. Ich glaube auch, dass die so mehr Leute ansprechen, als wenn die komplett nur das positive zeigen würden. Natürlich gibt es genug Leute die das alles zu ernst nehmen, aber die meisten wissen doch dass es überspitzt wird und hauptsächlich unterhalten soll, mit einer kleinen Moral. Also ich würde es nicht allzu negativ sehen :)
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21.12.2021
Hallo Lisa,

ich habe früher (aus den selben Gründen wie du) auch viel South Park geguckt und kenne die Folgen mit PETA & Co. Hat mich damals tierisch genervt und aufgeregt. Ich verstehe bis heute nicht, worauf die Macher hinaus wollen.


Gab’s nicht auch mal eine Folge von den Simpsons wo Homer so drastisch abnehmen musste und sich auch pflanzlich ernährt hat? Meiner Erinnerung nach hat Bart sich zwar darüber lustig gemacht, aber im Gesamtbild war es eine positive Werbung für pflanzliche Kost. Hat mir gut gefallen.


Sicherlich ist etwas dran, wenn Veganismus thematisiert wird und die Leute dann damit wieder konfrontiert werden. Ich bin da ehrlicherweise aber echt null cool, wenn’s veralbert wird. Ich denke dann immer, dass sich genauso die Menschen fühlen müssen, über die sich aufgrund ihrer Religion oder ihres Äusseren oder sonst was lustig gemacht wird.


Mich nervt aktuell eine regionale Radio-Werbung einer Fleischerei, wo ich den Produzenten am liebsten fragen würde, ob er betrunken gewesen ist: es wird Werbung für Kohl & Pinkel gemacht und die Wurstware wird damit beworben, dass sie zu 50% vegan ist wegen Hafergrütze :wallbang: und das Fleisch ja natürlich direkt aus der Nachbarschaft kommt :crazy:

Kurz: aaaaaaaaaaah 😫😫😫😫😫😫😫😫😫

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22.12.2021
Hallo Katzenmami
schreib das - wegen der Werbung- doch mal an foodwatch e.V. , die kümmern sich gerne um solche absurden Veralberungen und mahnen die Firmen dann oft ab, oder sie bekommen den Goldenen Windbeutel. :green:
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22.12.2021
Hallo Metta,

vielen Dank für den Tip! Das mach ich auf jeden Fall!!!! :thumbup:
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21.01.2022
Habe die Serie jetzt schon lange nicht mehr gesehen. Bei South Park war es immer so, dass kulturelle Aufreger in einer obszönen art und weise dargestellt werden und allen Charakteren was närrisches anhaftet (als sei es nicht so gemein-t). Das Design der Serie stützt letzteres noch.

Wenn alle irgendwie mal durch den Dreck gezogen werden, fällt es nicht so unangenehm auf, dass marginalisierte Personengruppen eben wieder mal durch den Dreck gezogen werden.


Zitat Vegbudsd: Wer aufmerksam zusieht, wird feststellen, dass immer häufiger in verschiedenen Variationen über Veganerinnen abgelästert wird, oder sie zumindest medial erwähnt werden.

Wie ich finde, ein großer Erfolg, auf den wir stolz sein können!


Du könntest auch in South Park auftreten...deine Bemerkung die Diffamierungen als Erfolg auf den man(n) stolz sein darf, zu vermarkten ist genauso obszön wie die Serie.

Wenn sie über Veganer ablästern, würde dich das dann genauso freuen und stolz machen?

Der Diffamierungsanstieg ist jedenfalls kein gutes Zeichen, wenn er wahr ist.b
Er ist ein sehr tolles Mittel totalitärer Staatsherrscher und Soldaten oder auch einfach Mobber, gezielt Menschen und Menschengruppen als "Ungeziefer" darzustellen, das weg muss.

Und wenn Veganerinnen medial häufiger attackiert werden, so stellt das wohl einen Anstieg der Misogynie dar, die meistens aber nicht alleine ansteigt.
Evtl. sind zusätzlich Menschen betroffen mit Attributen wie schwarz, arm, behindert, alt, homo, nichtbinär etc.... von daher müssen ebenso Rassismus, Klassismus, Ableismus, Altersdiskriminierung und Heterosexismus medial (und real) angestiegen sein.
Aufklärende Studien wird es dazu bestimmt nicht geben. Die Wissenschafler sind nämlich auch nicht gerade frei von vorherrschenden Werten und sind für Forschungen auf Begünstiger angewiesen. Woher kommen die Gelder? Ihr müsstet das kennen von Studien und Artikeln die Milch als super gesund und Fleisch als notwendig bewerben und im gleichen Atemzug irgendetwas zu Osteoperose schreiben und das Pharmatablette Y helfen wird, die natürlich auch nicht vegan ist und an Tieren getestet wurde, weil das angeblich notwendig zur Verträglichkeitsabschätzung beim Menschen sei.

Die drehen sich die Wahrheit immer wie sie wollen.


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