Thema jagen

Erstellt 06.06.2020, 21:32 Uhr, von Eule96. Kategorie: Allgemein vegan. 30 Antworten.

18.12, 18:49 Uhr
Ich denke auch, dass man anders mit den Tieren umgehen könnte. Ein weiterer Punkt ist auch, dass eben immer noch zu viel Essen in die Mülltonnen landet, anstatt im Magen, sei es, weil die Supermärkte verbieten, dass Leute sich da wieder etwas rausholen, aber eben auch im Privathaushalten zu viel gekauft wird, dann schlecht wird oder nicht gebraucht wird und im Müll landet.


Lieben Gruß
METTA
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19.12, 14:55 Uhr
Totschießen von Tieren ohne vernünftigen Grund ist grundgesetzlich untersagt. Das ist eines der großen Probleme der Jagd in unserem Land. Deswegen wird jedes Jahr eine neue Dämonisierungskampagne durchgeführt: Waschbärenplage, Wildschweinplage, der Wald stirbt nicht wegen Trockenheit und Borkenkäfer, sondern durch Rehe und Hirsche, die die jungen Triebe auffressen, die deswegen zum Waldschutz kaputt gemacht werden müssen, also reihenweise abgeknallt werden und so weiter und so fort. Dass das niemandem auffällt und unerbunden und entlarvt wird....

"Schönes" Motto, was auch bei "Grünen" derzeit die Runde macht: "Wald vor Wild". So funktioniert Framing. Tscha, jeder blamiert sich, so gut er eben kann. Martin Häusling grüner EU-Abgeordneter und selbst Milchbauer, lädt zu dem Thema auf EU - Ebene sogar Waldexperten zu einem Webinar ein, in dem es auch um das Thema Änderung des Jagdrechtes geht - natürlich ohne Experten für Tierschutz oder gar Tierrechte - Nachtigall, ick hör Dir trapsen...

Was mich besonders stört an dieser Debatte: Es wird entgegen der Verpflichtung aus dem deutschen Grundgesetz offensichtlich nicht zuerst nicht tödliche Lösungsmöglichkeiten der Populationskontrolle angestrebt, erforscht und zur Anwendung gebracht, sondern irgendwer ruft in die Runde, die Rehe fressen die jungen Triebe des Waldes auf, wir müssen die also sofort abschießen. Kein Gedanke daran, wie man effektiv und ohne Tiertötung dieselben Ziele erreichen könnte. Nicht mal, wenn man darauf hinweist - das wird schlicht völlig ignoriert. Wie gesagt, das GG ist die Richtschnur, nicht der Waldexperte, der Halali ruft.

Wenn wir Menschen zu blöde sind, intelligente nicht tödliche Methoden zum Waldschutz vor Verbiss herauszufinden, müssen wir eben damit leben, dass dort unsere durch unsere Lebensweise selbst herbeigeführten Probleme gibt und auf uns selbst zurückfallen. Totschießen von gesunden, lebenswilligen und lebensfähigen Tieren ist für mich das Allerletzte und eine Kapitulationserklärung für den menschlichen Geist und Erfindungsreichtum. Wir sind die einzigen Tiere auf diesem Erdball, der es tatsächlich schafft, die Lebensgrundlagen aller Lebewesen dieser Welt in Gefahr zu bringen und dann auch noch meinen, wir könnten das Problem lösen, indem wir friedliche Tiere, die sich versuchen zu ernähren einfach abknallen. Von mir aus nennt man das Jagd - für Euphemismen sind wir ja bekannt. Das macht das Abknallen aber eben nicht einen Deut besser...
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19.12, 20:02 Uhr
Habe hier einen interessanten Beitrag dazu gefunden:
https://wildbeimwild.com/psychologie/jaeger-besser-verstehen-psychopathie/8949/2016/12/20/

@ Vegbudsd: weißt Du vielleicht wie viele Grüne es gibt, die auch Jäger sind, das würde mich mal interessieren.


Lieben Gruß
METTA
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19.12, 22:19 Uhr
Zitat METTA:
@ Vegbudsd: weißt Du vielleicht wie viele Grüne es gibt, die auch Jäger sind, das würde mich mal interessieren.


Nein, leider gibt es darüber nach meiner Kenntnis auch keinerlei Erhebungen - Datenschutzgrundverordnung und so - wer hat's erfunden ? Richtig Jan Ph. Albrecht von den Grünen...

Kenne persönlich nur Konstantin von Notz, der sich nach meiner Kenntnis aber nicht direkt in die Debatten um Jagd einklinkt. Der ist eher Bürgerrechtler und Sicherheitsexperte usw.


Andere Jäger kenne ich nicht persönlich. Es gibt allerdings sehr gute Fachleute für alle Belange des Tioerschutzes, die bei den Grünen in Landesarbeitsgemeinschaften und der Bundesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik zusammen arbeiten und viele der Themen, die hier im Forum aufploppen ebenfalls intensiv beraten und parteiintern (nach außen haben diese Arbeitsgemeinschaftendazu auch Stellungnahmen abgeben und in diesem Jahr intensivst am neuen Grundsatzprogramm der Grünen mitgearbeitet haben. Leider sind die (von grünen Mehrheiten gewählten) Repräsentanten nicht immer dafür aufgeschlossen - siehe "Kastenstandskompromiss".


Rühmliche Ausnahme: vor allem Renate Künast. Nein, keine Veganeri, aber nicht ideologisch auf dem "Fleisch ist geil" - Trip. Dennoch machen auch die anderen real in ihren Ämtern teils sehr wirksame Tierschutzpolitik: Priska Hinz, Hessen: Nach wie vor sind Tiertransporte ins nichteuropäische Ausland verboten. Umbnau der Landwirtschaft auf biologischen Landbau - damit verbunden die Reduzierung der Tiergefangenhaltungsmengen, Professuren für die Verbesserung, Reduzierung und den Ersatz von Tierversuchen in Frankfurt und Giessen. Martin Häusling (EU) mal so mal so: Anhörung und Expertengespräche zu EU- weiten Tiertransporten und vielem mehr.

Deshalb bin und bleibe ich in dieser Partei und werde auch weiter dafür werben, dass die Leute ein Mandat bekommen, auch für Tierschutz mehr auf allen politischen Ebenen tun zu können. Insbesondere werde ich vegane Politiker unterstützen. Würde mich sehr freuen, wenn das mehr und mehr Leute tun würden, wenn nicht aus Tierschutzgründen, so doch aus Gründen des Klimaschutzes.

Beim Thema Jagd werden die zum teil unbedarften Amtsträger auf Kreis und Landesebene von den "Experten im Lodenmantel" und von "Ökologen" die nur den Wald im Blick haben so "beraten", dass dabei nix vernünftiges mehr rauskommt. Daran arbeiten wir aber sehr intensiv, diesen Missstand abzustellen.
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26.12, 14:13 Uhr
Hallo,
ich kenne persönlich zwei Jäger. Bei denen scheint vor allem das Machtgefühl im Vordergrund zu stehen. Der Herr über Leben und Tod sein. So von den eigenen Schwächen, Problemen und Minderwertigkeitsgefühlen ablenken anstatt sich damit auseinander zu setzen. Irgendwie gruselig und wenig konstruktiv. Das Schlimme ist dass ich in dem Fall trotzdem nicht sagen kann das es grundsätzlich böse Menschen sind. Eher zerrissene Persönlichkeiten. Wäre besser wenn sie keine Waffen hätten :evil:
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26.12, 15:16 Uhr
Da gibt es soicher sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Ebenso wie bei Schlachtern oder ähnlich gelagerten Berufen. Die einen sind machtgeile Vollpfosten, die ihre persönlichen Defizite an möglichst machtlosen Lebewesen - seien es Kinder oder Tiere oder andere ohnmächtig ihnen ausgelieferte Menschen - auszugleichen versuchen, indem sie möglichst viel Schaden an ihren Opfern anrichten, ohne dafür irgendwelche juristischen Folgen fürchten zu müssen, andere wiederum sind keineswegs Sadisten oder ähnlich gelagerte Charaktere, sondern eher "Handwerker des Todes", die aufgrund einseitiger Ausbildung, Bildung und Erziehung tatsächlich davon überzeugt sind, dass die Jagd und die so genannte "Entnahme" von Tieren notwendigerweise zum Leben dazu gehören und angeblich unvermeidlich sind. Die letzteren sind mir zwar eigentlich die, die weniger zuwider sind, aber auch dort wird man nur sehr schwer mit Argumenten für nicht tödliche Populationskontrolle in Wäldern zu überzeugen - in die wir z.B. die Rehe und Hirsche getrieben haben, die eigentlich den Wald meiden weil sie Steppentiere sind. In Hessen haben sich Jäger sogar gegen die von der grünen Umweltministerin geforderten Jagd auf Rehwild in den "Urwäldern" gestellt, mit der sie gegen den Verbiss in diesen Wäldern vorgehen will.

Die Jäger sind genau so wenig wie Tierschützer eine "homogene Gruppe", die alle über einen Kamm gekämmt werden können. Das macht eine echte Veränderung auch in diesem Bereich so unendlich schwer. Nicht alle Tierschützer sind mir sympathisch, und nicht jeder Jäger per se ein Unsympath - das ändert aber nichts an meiner eigenen Richtung in Bezug auf Tierlebensschutz.

1x bearbeitet

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26.12, 15:29 Uhr
Müssen nicht auch Förster eine Jagdausbildung haben, um eventuell ein nicht mehr zu rettendes Tier zu "erlösen" .


Bei den Schlachtern wird es wohl auch welche geben, die z.B. einfach den Familienbetrieb übernommen haben oder übernehmen mussten- weil das früher so üblich war - obwohl sie dafür vielleicht gar nicht geeignet waren und sich vielleicht jahrelang damit rumgequält haben, auch weil sie vielleicht keine andere Alternative hatten oder sahen. Bei uns im Ortsteil gab es zwei solcher Familienbetriebe, der eine ist relativ groß geworden, weil er neben der Metzgerei noch einen Bäcker und einen Gemüsehändler in seine Ladenfläche aufgenommen hat. Der andere hat letztes Jahr geschlossen, da ist jetzt eine Pizzeria drin, die auch vegane Gerichte anbietet.


Lieben Gruß
METTA
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26.12, 15:41 Uhr
Natürlich gibt es, wie in jedem Bereich, verschiedene Typen auch bei Jägern und Schlachten.
Bei dem Jäger den ich kenne ist eben bemerkenswert dass er in sich so gespalten ist. Einerseits kommen blöde Sprüche, da er ja meine Einstellung kennt. Andererseits zeigt er mir dann Bilder von Rehkitzen die er bei einer entsprechenden Aktion während der Erntezeit vor dem Mähdrescher gerettet hat. Und berichtet dass er sich im Winter um Tierfütterung kümmert. So als könnte man damit das andere ausgleichen.
Er erzählte auch mal dass seine Mutter Vegetarierin sei und inzwischen sogar vegan, also die hat ihn wohl nicht so erzogen
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26.12, 16:12 Uhr
Förster müssen keine Jagdausbildung haben:
https://www.planet-wissen.de/natur/naturschutz/foerster/pwieaufgabendesfoersters100.html
Ich kenne auch einige Jäger - mein Schwager und mein Zahnarzt z.B. Diese und auch andere Menschen die mit der Jagd zu tun haben sind mir schon sympatisch - komischerweise :crazy:
Ich weiß nicht warum das so ist, ich komme gut mit denen zurecht. Sie sehen das Jagen als etwas ganz normales an.
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26.12, 18:54 Uhr
Zitat Smaragdgruen:Ich weiß nicht warum das so ist, ich komme gut mit denen zurecht. Sie sehen das Jagen als etwas ganz normales an.


Und an uns ist es nun im Lichte neuerer Erkenntnisse über die Intelligenz und Lebensberechtigung von Tieren auch Jägern, Förstern und Schlachtern beizubringen, dass das Lebenlassen von Tieren das normalste von der Welt ist und Jagen und Tiere Töten höchstens als Überlebensausnahme oder aus direkter Notwehr angewendet werden darf.
Beim Thema Lebensrecht kommen die meisten Totschießer nämlich regelmäßig ins Schleudern, da sie häufig ihrer Sache keineswegs so sicher sind, wie sie vordergründig tun.

Komme auch mit den meisten Jägern gut klar. Habe aber auch schon erlebt, mit welcher verbalen Gewalt die gegen Andersdenkende vorgehen können. Z.B. 3000 Jäger gegen einen Politiker einer Landesregierung, die per Verordnung Schonzeiten geändert hatte... Die zuständige Politikerin hatte für die Erfüllung ihrer Aufgabe sogar tatsächlich den Jagdschein gemacht - war also kein gefühlsduselnder Laie.
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