Umgang mit "Vegan-Kritikern"/blöden Sprüchen

Erstellt 26.09.2016, 22:21 Uhr, von thegreenway. Kategorie: Allgemein vegan. 184 Antworten.

25.12.2016, 14:15 Uhr
Hi,
solche Sprüche kann ich gar nicht ernst nehmen. Die meisten "Provozierer" reden ja gar nicht mit einem persönlich, sondern über ein langweiliges "Vegan"-Klischee, das sie selbst haben. Sie wollen das Gefühl haben, Zustimmung und damit Aufmerksamkeit und Beifall zu bekommen. Bei Populismus klappt das ja. Und sich wie eine Art "letzte Bastion" gegen "die Veganer" zu positionieren ist halt nix anderes als Populismus und der Schrei nach ein bisschen Aufmerksamkeit. :-) Jede Reaktion gibt ihm diese Aufmerksamkeit und bestätigt ihn dadurch.

Ähnlich dieses Bild: http://bit.ly/2hEhTSv
Irgendwie berührt mich das Bild in einer seltsamen Weise... Natürlich ist die erste Reaktion: Was für ein Pfosten.Wie er da steht, übergewichtig und ungepflegt, sozusagen Symbol eines Fast-Food-Konsumenten.

Aber allein dass er sich da hinstellt zeigt doch, dass er eine Reaktion sucht, die ihm Aufmerksamkeit verschafft. auch wenn es keine lobende oder bewundernde Aufmerksamkeit ist (besonders kreativ oder einfallsreich ist es ja nicht). Hauptsache Aufmerksamkeit.

Vermute, es geht echt NUR um die Aufmerksamkeit selbst. Das Thema KFC/Tierquälerei usw. ist vermutlich komplett irrelevant dabei.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf muss man sich über billige Vegan-Provokationen auch nicht aufregen. Einfach ignorieren und die Leute weiter nach Reaktionen suchen lassen.

Viele Grüße
Kilian
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2x bearbeitet

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25.12.2016, 20:30 Uhr
Da muss ich dir leider zustimmen, Kilian. Aber ich finde irgendwie auch, dass keine Reaktion im Endeffekt auch als Billigung empfunden werden kann. Am Supermarktregal: keiner sagt was dagegen, meine Meinung scheint okay zu sein. Oder beo KFC: stellt sich einer dazu, keiner macht was: anscheinend sind die doch nicht so überzeugt, wie sie immer tun.
Das mit der Maßregelung von solchen Asozialen (ich verwende das Wort, weil ich solche Verhalten wirklich einfach nicht sozial finde - man beschimpft ja normalerwiese niemanden direkt auf der Straße oder im Supermarkt, der einem nie etwas tat) ist irgendwie so eine Zwickmühle. Ich persönlich will solchen Leuten nicht vermitteln, dass ich ihr Verhalten billige, ich will ihnen aber auch nicht Recht geben, indem ich ihnen Aufmerksamkeit und meine Wut schenke. Ich würde ihnen am liebsten aufzeigen, dass sie einfach nach grob und bösartig handeln, wenn sie pauschal auf Veganer schimpfen und das in der aggressivsten Art, die öffentlich möglich ist.
cthulhu fhtagn ia ph nglui mglw nafh

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25.12.2016, 20:33 Uhr
Hi Pummelchen,
ich würde jedenfalls nicht versuchen, mich zu rechtfertigen :D
Wahrscheinlich würde mir grade noch ein "aha" rausrutschen :)
Viele Grüße
Kilian
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25.12.2016, 20:34 Uhr
Hat jemand schonma versucht, zu fragen, warum der Mensch so eine Wut hat? "Warum sagen sie das?"
cthulhu fhtagn ia ph nglui mglw nafh

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26.12.2016, 12:07 Uhr
Zitat pummelchen:Hat jemand schonma versucht, zu fragen, warum der Mensch so eine Wut hat? "Warum sagen sie das?"

Ja, diese Frage stelle ich mir sehr oft. Eine Antwort darauf kenne ich bislang aber nicht. Von mir selbst kann ich aber sagen, dass ich vor 10 Jahren auch noch fleißig beim Veganer-und-Vegetarier-Basing mitgemacht habe. Ich habe solche Menschen früher auch immer ausgelacht (allerdings nicht beleidigt). Naja und irgendwann dann das Teil zwischen den zwei Ohren verwendet... und den Rest kennt ihr ja :D

Vielleicht weiß jeder in seinem Unterbewusstsein, dass es fragwürdig ist, Tiere zu töten und zu essen - will aber sein eigenes Selbstbild nicht hinterfragen ("das passt schon, machen ja alle") und reagiert deswegen gleich so völlig aggro?
Wer weiß...
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27.12.2016, 10:32 Uhr
Also ich muss jetzt auch mal meinen Senf dazugeben, weil ich an Weihnachten mal wieder zwei Situationen erlebt habe, bei denen ich einfach nur den Kopf an die Wand schlagen wollte. :crazy: Muss das jetzt mal raus lassen.

Erste Situation: Ich war mit meiner Familie väterlicherseits essen. Wir sehen uns nur einmal im Jahr, da mein Vater in München wohnt und ich habe ihn davor nicht über meinen Veganismus unterrichtet. Wir saßen also im Italiener, alle bestellten fleißig Fisch und Steak und ich meine Nudeln mit Tomatensauce. Mein Vater sah mich daraufhin irritiert an.
"Warum bestellst du nicht auch Steak? Hast du doch sonst immer so gern gegessen."
"Hm, naja, ich bin seit April Veganer."
Mein Vater LAUTHALS: "Ne, oder? Boah, das ist ja wie eine Sekte. Überall nur noch diese Bekloppten. Und dann auch noch diese Hardcore-Veganer, die sogar auf Leder verzichten. Die haben doch alle eine Vollmeise! In München gibt's überall nur noch Läden für Veganer, Restaurants für Veganer, ich hab gar keinen Bock mehr, in die Stadt zu gehen. Na dann fress halt deine Nudeln, wenns dir schmeckt, aber lass mich mit diesem Schwachsinn in Ruhe!"
:-( Ich wusste dann erstmal gar nicht, was ich sagen sollte. Da es mein Vater ist und Weihnachten war, habe ich um des lieben Frieden Willens den ganzen Abend GAR nichts mehr gesagt (weil sonst wäre ich geplatzt). Aber das hat mein Verhältnis zu meinem Vater tief erschüttert. :-(

Zweite Situation: Mein Freund wollte einen Tisch reservieren und fragt dann immer extra für mich, ob es veganes Essen gibt (oder irgendwas Veganes). Er hat mir dann im Nachhinein erzählt, was der Wirt gesagt hat: "Oh Gott, Sie Armer! Sie tun mir ja so leid! Das würde ich ja nicht aushalten, eine vegane Freundin, die würde ich gleich aussortieren. Bei uns gibt es drei Bräten an Weihnachten und würde es nur einen weniger geben, würde meine Frau Ärger bekommen. Für Ihre Freundin haben wir gar nichts. Ein bisschen Salat mit Essig und Öl, aber sonst ist überall was vom Tier drin, damits halt auch nach was schmeckt und nicht nur nach Karnickelfutter!"
Kurzum, wir sind leider nicht dort essen gegangen. Leider, weil ich dem Wirt gerne mal ein Wörtchen gesagt hätte, wenn er mir gegenüber auch nur so etwas in der Art angedeutet hätte. :haehae:
Das Schlimme daran war, dass mein Freund dann auch noch so gesagt hat: "Na, dein Veganzeugs hat schon Vor- und Nachteile... auch für mich." :-(

Soweit mein erstes veganes Weihnachten. :crazy: Nächstes Jahr bitte anders...
"Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.“
(Christian Morgenstern, deutscher Schriftsteller, 1871 – 1914)

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27.12.2016, 10:47 Uhr
Hallo Avocadoly,

na da hast du ja allerhand erlebt an Weihnachten :crazy:

Ich kenne solche Reaktionen nur zu gut und kann entsprechend mitfühlen. Dass du in Situation 1 so reagiert hast, wie du reagiertest, finde ich gut. Bei solchen Familienfesten macht diskutieren keinen Sinn, das wäre alles nur noch schlimmer geworden. Dein Vater hat seine Meinung gesagt - und gut isses dann auch. Alles anderen würde nur wieder in "ihr Veganer müsst ja jedem eure Meinung aufdrängen" enden.
Ich hatte mir vor einer Weile schon mal überlegt, ob es sinnvoll ist, gerade am Anfang bei solchen Familienfesten immer vorab zu informieren, dass man Veganer sei. So können sich die Gemüter außerhalb der Feier beruhigen und man selbst überlegen, ob man (je nach Reaktion) da überhaupt noch hin möchte...

Zu Situation 2: Gut, dass ihr vorher angefragt habt - sonst hätte das vor Ort in einem Desaster geendet. Kennt man als Franke ja, alles voller Fleisch - da gewöhnt man sich das Fragen an :rolleyes:
Ich finde die Reaktion deines Freundes so aufs erste Lesen eigentlich total gut: er hat deine Wünsche und Bedürfnisse beachtet und akzeptiert sie - in dem er die Entscheidung mitträgt, dort nicht Essen zu gehen, obwohl es sein Bedürfnis ist. Er respektiert deine Vegan-Entscheidung und formuliert auch klar, dass diese Entscheidung ihn auch mitbetrifft (was ja auch so ist). Ist doch gut, dass er es dir offen sagt und es nicht in sich "hineinfrisst" und vor sich hinschmollt :thumbup:

Lass dich nicht unterkriegen und freue dich aufs zweite vegane Weihnachten. Aus Erfahrung sage ich dir: es wird besser :D :thumbup:
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27.12.2016, 11:39 Uhr
Bei mir wars auch ähnlich. Da reden dann die eigenen Eltern 20 Minuten nur darüber, dass Veganer alle kranke, böse Menschen sind, die allen ihr Fleisch wegnehmen wollen, alles mies machen und sowieso total falsch liegen. Sie sagen zwar immer "die Veganer" - aber zu denen gehör ich halt jetzt dazu. Das tut schon weh, die eigene Familie findet mich krank, dumm, militant und was nicht sonst alles. Ich finde es recht schwer, damit umzugehen. Auch wenn sie wahrscheinlich irgendwie zwischen mir und "den Veganern" trennen, beschimpfen und verachten sie ja mich auch mit - die gesamte Zeit. Und das alles nur wegen einem Stück Fleisch und ein bisschen Milch. Ich fühle mich, als wäre ich ein bockiges Kleinkind, das nur wieder auf Linie gebracht werden muss. So eine Erfahrung ist schon was schlimmes, ich glaube ich kann jetzt wenigstens im Ansatz sehen, wie sich Homosexuelle fühlen, die von ihrer Familie nicht akzeptiert werden :-(

Ich wäre dafür, eine Art veganen Dinnerclub für Weihnachten und andere Feste zu gründen. Familie kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon.
cthulhu fhtagn ia ph nglui mglw nafh

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27.12.2016, 12:26 Uhr
Hi,
Zitat pummelchen:
Ich wäre dafür, eine Art veganen Dinnerclub für Weihnachten und andere Feste zu gründen. Familie kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon.

:thumbup:
Man sollte trotzdem nicht vergessen, dass es durchaus viele Leute gibt, die veganismus nicht ablehnen und die (zumindest im direkten Kontakt) respektvoll sind. Die schlimmsten Vorurteile entstehen ja in der Gruppendynamik, wo viele den Mut und ihr Rückgrat verlieren, nicht auffallen wollen und sich dem Populismus beugen :-)
Viele grüße
Kilian
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1x bearbeitet

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27.12.2016, 12:26 Uhr
Ich frage mich, woher diese ganzen Vorurteile eigentlich kommen. Es ist ja manchmal unerträglich und auch ernüchternd.
Vielleicht entspricht es auch einfach einem vereinfachten Denken... die Politiker, die Polizisten, die Veganer... es wird sehr häufig verallgemeinert.

Veganer Dinnerclub? Bin dabei! :D :clap: :thumbup:
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