Umgang mit "Vegan-Kritikern"/blöden Sprüchen

Erstellt 26.09.2016, 22:21 Uhr, von thegreenway. Kategorie: Allgemein vegan. 236 Antworten.

29.12.2016, 06:50 Uhr
Es ist ja leider so, dass ich einerseits sowas von nicht schlagfertig und andererseits extrem harmoniebedürftig bin. :red: Jegliche verbale Auseinandersetzung scheidet bei mir von Vorneherein aus, deswegen blieb mir nur die Wahl, den Saal zu verlassen oder zu schweigen. :lol:
Na in zwei Monaten bin ich wegen meines Studiums eine Nacht bei meinem Vater. Ich habe beim Abschied des Weihanchtsessens noch gesagt, dass ich dann mein Essen selbst mitbringen werde :rolleyes: Bin mal gespannt, wie das wird...

Da solche Reaktionen von Omnivoren leider des Öfteren vorkommen (wenn auch nicht so heftig), sage ich von mir aus auch schon gar nicht mehr, dass ich vegan bin. Nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt, weil man sich bspw. selbst was zu Essen mitbringt. :-( Es ist wirklich schade, weil man ja eigentlich "nur" auf Tierleid verzichtet und damit eigentlich "nur" etwas Positives bewirken will. Aber mit der Zeit nervt es einfach nur noch, von jedem in irgendeiner Weise angegriffen zu werden, und sei es auch nur, dass derjenige die Augen verdreht. :|
In einem Restaurant möchte ich essen - wie jeder andere auch. Es wäre toll, wenn die anderen Gäste dabei auch vegan wären, aber das kann ich mir eben nicht aussuchen. Aber auf ständige Diskussionen, Anfeindungen und Rechtfertigungen habe ich echt keine Lust mehr. Auch wenn dabei leider jeglicher vegane Vorbildcharakter verloren geht. :rolleyes:
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
29.12.2016, 09:27 Uhr
Hallo Avocadoly, :wink:

ich kenne die Themen Harmoniebedürftigkeit und "Nicht-Schlagfertigkeit" sehr wohl.
Vor längerer Zeit - ab dem Zeitpunkt meiner Krebsoperation - habe ich meine Einstellung und mein Verhalten verändert und mich hinterfragt, warum mir Harmonie wichtiger ist als meine Meinung kundzutun. Es ist schlichtweg die Angst gewesen, daß ich dafür nicht mehr geliebt werde. :-(
Heute teile ich meine Gefühle mit, in erster Linie natürlich bei Personen, die mir wichtig sind und siehe da, meist ist mein Gegenüber entweder positiv überrascht über mein Statement :surprise: und ich stelle fest, daß der Respekt mir gegenüber gewahrt wird :thumbup: :D . Zudem lerne ich immer mehr Schlagfertigkeit (natürlich mit Worten :lol: ). Übungsfeld ist dabei meist mein Partner oder meine Familie.
Es handelt sich um eine Entwicklung, die jeder selbst vorantreiben kann. Oft helfen ein paar Stunden bei einem Therapeuten Verhaltensweisen zu ergründen und dahingehend zu ändern,
wo es für einen nötig ist um sich gut zu fühlen. :D
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29.12.2016, 09:46 Uhr
Hallo Irmgarda :wink:

das ist tatsächlich ein Thema, an dem ich schon lange arbeite, aber noch einen steinigen Weg vor mir habe. :red: Die Angst, nicht mehr geliebt/gemocht zu werden und auch davor, mich in eine unangenehme Situation zu begeben, ist bei mir noch ziemlich groß. :| Ich würde lieber aus einem Flugzeug springen, als einem Kellner zu sagen, dass mir das Essen nicht schmeckt :lol:
Aber wie du sagst, es ist alles eine Entwicklung :thumbup: Genau wie der Veganismus, den musste ich ja auch erst für mich entdecken :-)
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05.01.2017, 15:23 Uhr
Kenne das sehr gut. Und ich bin am Anfang sehr tolerant gewesen und ruhig, danach ungeduldig und aufbrausend und bin gerade mittlerweile an einem Punkt wo ich etwas zynisch bin und gar nichts mehr sage, nicht ma wenn ich gefragt werde. Weil die eigentlich Frage ist nicht "warum isst du denn kein Fleisch" was sie eigentlich fragen ist "wie kann man so dumm sein und kein Fleisch essen" ... wenn sie dann die Antwort bekommen, die Ihnen nicht passt und sich benehmen als hätte man so eben Ihre Familie beleidigt ist die Stimmung im Eimer. Mittlerweile nehme ich es mit einem ruhige sarkastischem grinsen hin. Und wenn dann die Diabetes und Herzinfarkt welle kommt bin ich zur Aufklärung da. Die einzigen Personen die ich aufkläre sind die, bei denen ich wirklich das Gefühl habe, die haben wirklich ein tiefes Interesse, denn da ist die Wahrscheinlichkeit sie zu erreichen viel größer. Es wird der Moment kommen, wo wir Veganer nicht mehr so verrückt sind wie es Momentan aussieht, bis dahin können wir nur mit unsere Gesundheit Vorbild sein und gezielter Aufklärung.


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08.01.2017, 14:19 Uhr
Ich bin auch erst versteckt damit umgegangen. Inzwischen sehe ich das als falsch an. Flyer besorgen zum Thema und verteilen. Es gibt viel kostenlos oder für wenig Geld zu bestellen.
In eine Orga eintreten und aktiv werden, damit Du nicht so alleine mit dem Thema bist. Das stärkt den Rücken ... und immer freundlich bleiben ...
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08.01.2017, 17:21 Uhr
Mittlerweile darf bei mir jeder wissen, dass ich vegetarisch/vegan lebe.
Fleisch schmeckte mir - bis auf meinen Ausrutscher - ja schon lange nicht mehr. Und da es nun halt eine gesundheitliche Komponente geworden ist, kann es meinem Gegenüber noch mehr egal sein, ob ich was vom Tier zu mir nehme oder nicht.

Es ist doch die Frage, warum man sich generell dafür rechtfertigen muss, was man ißt?
Mich interessiert doch auch nicht, warum mein Nachbar nen dicken Porsche fährt oder die Frau von gegenüber 3 Lover hat. Ist doch deren Bier.

1. Warum glauben Veganer sich für ihre Lebensweise rechtfertigen zu müssen?
2. Warum ziehen Veganer Shirts mit veganen Sprüchen an - tut ein Fleischmampfer doch auch nicht.
3. Warum stehen so viele Menschen im Leben von anderen?
4. Warum kümmert sich nicht jeder um seinen Kram?

Klingt vielleicht ein bisserl brutal pauschaliert. Aber ich frage mich das wirklich, warum um das Essen so ein Hype gemacht wird?
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08.01.2017, 17:29 Uhr
Ich würde sagen: ja, im Endeffekt kann es jedem egal sein, was man so tut, ausser es ist eine Straftat.
aber...
1. Ich glaube nicht mit rechtfertigen zu müssen, ich wurde von vielen dazu gedrängt...Aber selbst da hab ich es nach einmal (totaler reinfall) einfach aufgegeben.
2. Das tun Fleischis doch auch Oo Ich kenne Shirts mit "Bacon Strips on Bacon Strips on Bacon Strips...."endlosborte, "Fleisch ist mein Gemüse!" und sowas - machen Leute doch auf jeder Seite.
3. Im Leben eines anderen stehen interpretiere ich als einmischen. Antwort: weil es jeder besser weiß!
4. Weil jeder das tun soll, was man selbst gut findet, und: weil halt :rofl:
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08.01.2017, 22:50 Uhr
Zitat TSB:...
4. Warum kümmert sich nicht jeder um seinen Kram?

Weil der Mensch ein soziales Wesen ist, den Austausch, die Diskussionen und die Kontakte braucht. Wenn sich jeder nur um seinen Kram kümmert, dann haben wir bald eine Gesellschafft voller Egoisten, in der sich jeder nur "um seinen Kram" kümmert. Älteren Personen oder Menschen mit Behinderungen helfen? Egal. Mit 200 kmh neben einem Kindergarten umherrasen? Egal. Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, damit ich noch mehr Geld habe? Egal.
Na in so einer Welt möchte ich nicht leben.
Und ja: alles andere ist anstregend.
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10.01.2017, 16:29 Uhr
Vielleicht sollte ich es auch anders formulieren.

Warum ist es zum Bsp. möglich, dass in Amiland Veganer ohne weiteres mit Vegan for free rumlaufen können ohne dass man sie anpampt?

Wie kommt es, dass immer mehr Menschen dort vegan leben wollen, während hier den Menschen die Bratwurst auf dem Brötchen lieber ist, als irgendwas zu ändern? Und das in dem Land, in dem am meisten Fleisch/Burger verzehrt werden.

Warum ist vegan für den Deutschen generell ein Problem? Ist in anderen Ländern doch auch nicht so. Oder liege ich da falsch?


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10.01.2017, 18:19 Uhr
Hallo TSB,
Zitat TSB:
Warum ist vegan für den Deutschen generell ein Problem? Ist in anderen Ländern doch auch nicht so. Oder liege ich da falsch?

gute Frage!
Ich denke, dass Speziesismus in den meisten Ländern verbreitet ist - und daher auch der "Zwang", den erlernten Fleischverzehr auf Teufel komm raus und mit den absurdesten Argumenten zu verteidigen. Vielleicht ist es in Ländern mit mehr Gemüse in der Küche nicht ganz so ausgeprägt...
Viele Grüße
Kilian
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