Vegan-Gespräche im täglichen Leben?

Erstellt 09.10.2018, 16:01 Uhr, von Elsu. Kategorie: Allgemein vegan. 30 Antworten.

09.10.2018, 22:45 Uhr
Zitat Elsu:
...
wie seht Ihr den Diskussionsbedarf und den Sinn von Gesprächen im täglichen Leben?
...
dass solche Dialoge entweder völlig sinnlos sind, oder ich sie einfach mit den "falschen Leuten" führe.


Wie seht Ihr das?


Hi also ich mache "mein Ding" und rede da mittlerweile nicht mehr so viel drüber. Meine Freunde/Familie wissen Bescheid, da muss ich nicht mehr darüber reden und das war's.
Ich arbeite in einem Salon mit Kunden und habe viele Gespräche/Diskussionen darüber geführt wenn das Gespräch auf die Ernährung kam und die Aussagen "sind sie Vegetarier? Ach echt? Aber das geht ja noch... Weil vegan wär schon ein bisschen krass!" -.-
Ich habe damit (fast) nur schlechte Erfahrungen gemacht, und fast immer hat es damit geeendet dass ich wütend war und ich mich aufregen musste und das will ich nicht mehr. Deshalb vermeide ich solche Gespräche oder "oute" mich erst gar nicht wenn es nicht unbedingt sein muss.
Wobei ich auch sagen muss dass mein letztes Gespräch mir meinen step-mädels beim Essen gehen (das 1.mal) sehr positiv verlaufen ist, weil sie mich natürlich auch gefragt haben.
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
10.10.2018, 06:53 Uhr
Zitat Waldkauz86:Die arme Kassiererin in Ruhe gelassen und die Wurst selbst weggestellt. ;-)


Also wenn das jeder Kunde machen würde, wäre das ein schönes Durcheinander. Der nächste stellt dann den Apfelsaft neben das Mineralwasser, weil er das passend findet. Außerdem - wie gesagt - kann es auch sein, dass die Wurst halt laut Belegungsplan genau da liegen muss. Das Personal hat sowieso mehr als reichlich Arbeit, da auch noch die Umgestaltungen der Kundschaft wieder rückgängig zu machen, würde sie zusätzlich belasten.


Ihr müsst immer bedenken, ihr seid zu "Gast" in einem fremden Gebäude. Der Eigentümer/Pächter/Marktleiter hat das Hausrecht. Wie wäre es für Euch, wenn ein "Gast" von Euch, in Eure Wohnung kommt und umräumt, weil er es gerade anders passend findet.
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10.10.2018, 07:54 Uhr
Zitat Dana:
Zitat Waldkauz86:Die arme Kassiererin in Ruhe gelassen und die Wurst selbst weggestellt. ;-)


Also wenn das jeder Kunde machen würde, wäre das ein schönes Durcheinander.


Dann hab ich die Situation falsch verstanden.
Ich ging jetzt davon aus, dass die Wurst dort fälschlich lag bzw. hingelegt wurde.
Wenn der Marktbetreiber seine Produkte geplant so aufstellen will - was geht mich das an? :D


Mir käme gar nicht die Idee einfach einen Supermarkt umzuräumen weil "ich" der Meinung wäre, dass vegane und nicht-vegane strikt getrennt stehen müssten etc.
Menschen, die wegen ihrer veganen Überzeugung der Ansicht sind, sie dürften bei der Gestaltung von veganen Regalen in einem fremdem Supermarkt irgendwelche Forderungen stellen mag ich sowieso nicht.

Also Korrektur:
Ich lass die Kassiererin in Ruhe und lass die Wurst genau da wo sie ist, wenn das der vorgesehene Platz ist. Evtl. schreib ich einen Wunsch an den Kundenservice, aber das wars.



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10.10.2018, 08:31 Uhr
Hallo zusammen,

vielleicht ist die Rinderwurst in der Vegan-Abteilung auch die lang erhoffte Antwort auf das konsum-apokalyptische Szenario der "Fleischwirtschaft"?

Zitat https://www.vegpool.de/forum/allgemein/zum-schmunzeln-1.html:Nur fleischwirtschaft.de bietet mMn noch etwas bessere Satiere:
Zitat http://www.fleischwirtschaft.de/verkauf/nachrichten/Fleischfreie-Produkte-Fuenf-Fakten-zum-Vegan-Hype-31423:Die zunehmende Regalfülle veganer Produkte führt zwangsweise zur Auslistung altbewährter nichtveganer Produkte. Das irritiert Kunden, die ihr geliebtes Produkt im Regal nicht mehr finden.


Diese armen Leute sehe ich auch in jedem Discounter:
Orientierungslos, auf der Suche nach ihrer liebgewonnenen 99ct. Salami, durch die mit Veganblumen behangenen Gänge streifend.

Es ist schon wirklich schwer als Omnivor noch karnismusgerecht einzukaufen, wo doch 98% der Discounterfläche von veganen Produkten eingenommen wird..

Da geht neben dir der Veganer mit einem prallgefüllten Einkaufswagen voller Tofu, Tempeh, Lupinen, Soja-Brathähnchen und anderen Ersatzprodukten aus dem Laden und als Omni findet man in der hintersten Ecke des Ladens gerade noch so eine beinahe abgelaufene Packung Salamischeiben..


Liebe Grüße,
Falk
1x bearbeitet

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10.10.2018, 08:59 Uhr
Zitat Elsu:... wie seht Ihr den Diskussionsbedarf und den Sinn von Gesprächen im täglichen Leben?



Ich kenne eine Menge Leute, bei denen ich sicher bin, daß es keinen Sinn hat, mit Ihnen darüber zu reden.

Zitat Nefasu:..
vielleicht ist die Rinderwurst in der Vegan-Abteilung auch die lang erhoffte Antwort auf das konsum-apokalyptische Szenario der "Fleischwirtschaft"?...
Liebe Grüße,
Falk



Die wollen die Veganer umbekehren - guckt mal die leckere Wurst ...... jamjam...
1x bearbeitet

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10.10.2018, 10:40 Uhr
Finde es klasse, mit Euch zu diskutieren! Da bekommt man mal andere Perspektiven aufgezeigt und das empfinde ich grundsätzlich als Bereicherung.

Zum Vegan-Regal: Das ist eine ganze Wand (ohne Kühlung), die extra eingerichtet und mit "VEGAN" gekennzeichnet wurde. Ich freue mich erstmal über solche Neuerungen und schaue ab und zu dort vorbei, ob es etwas interessantes gibt. Auf der Suche nach Inhalten für einen kleinen veganen Geschenkkorb ist mir die Wurst aufgefallen, die eindeutig dort "eingeräumt" war. Genauso, wie eine tierische Butter, über die ich vor einigen Wochen schon mal mit der Abteilungsleitung gesprochen habe. Das Personal ist freundlich und bemüht, hat aber entweder keine Ahnung, oder scheint von "vegan" gestresst zu sein.

Dafür noch ein Beispiel: Ein Bäckerladen innerhalb eines Supermarktes kennzeichnete die relevanten Brote mit großen, gut lesbaren "Vegan-Schildern". Ich freue mich darüber und mache einfach nur eine positive Bemerkung. Voraufhin die Verkäuferin mir sofort ihr Leid klagt, dass viele Kunden jetzt ihre gewohnten Brotsorten nicht mehr kaufen, WEIL vegan dran steht. Die Verkäuferin versucht sogar, die Leute aufzuklären. Aber das stresst sie einfach und inzwischen werden die Schilder nur noch nachlässig und wahllos angebracht.

Ein anderer Gedanke ist mir noch gekommen: Vielleicht habe ich ja einfach ein "Perfektionismus-Problem". Dabei bin ich eher eine 90% Veganerin. Aber der innere Antrieb, der sich einstellt, wenn man eine vegane Lebensweise ernsthaft und dauerhaft anstrebt, führt mich derzeit zu der Erkenntnis, dass der Lebensmittelbereich der relevanteste im täglichen Leben und deshalb für mich regelmäßig zu hinterfragende ist.
Die verfügbaren Ansprechpartner sind da eher das Verkaufspersonal. Aber ich habe auch schon z.B. mit der Zentrale unserer größten regionalen Bäckerkette kommuniziert. Interessant ist, dass man "ehrliche Aussagen" (oder das, was ich dafür halte) nur mündlich bekommt. Und die führen dann dazu, dass ich unsere Bäckerei inzwischen aus veganer Sicht als unüberschaubaren Sumpf empfinde.

Thema Bäckerei soll hier nur als Beispiel stehen. Hab gestern meine Brötchen wieder selbst gebacken, aber das kann nicht immer - und schon gar nicht für jeden - die Lösung sein.



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10.10.2018, 11:50 Uhr
Aber so ein Vegan Regal ist doch schon toll.
"Unser" Laden im Viertel hat im Kühlregal so ein halbes Fach mit Tofu, Hummus und so teuren Quarkersatz.
Drüber, drunter und daneben gibt es halt "normale " Milch- und Fleischsalatprodukte und so.
Das Kühlregal füllt die ganze Längsseite des Ladens. Da fühle ich mich schon etwas verloren beim Einkauf. :wtf:

Und übrigens hat man bei meiner (Stief-)enkelin einen Eisenmangel diagnostiziert.
Die Ärztin sagte, das Kind müsse halt mehr Fleisch essen.
Ich habe meine Stieftochter gegenüber erwähnt, dass das Kind nicht unbedingt Fleisch essen muß, wenn es das nicht möchte, da es genügend pflanzliche Lebensmittel gibt, die den Eisenbedarf decken können. Habe darauf KEINE Antwort erhalten.


Jetzt freuen sich alle, wenn das Kind Chicken McNuggets oder Würstchen gegessen hat. Weil das Kind muß ja Fleisch essen. :x :

1x bearbeitet

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10.10.2018, 12:59 Uhr
Hallo zusammen,

von mir aus spreche ich eher niemanden darauf an.

Allerdings hatte ich tatsächlich kürzlich eine ähnliche Situation bei Edeka: Ich sprach (mehr ein Flüstern, um nicht die Aufmerksamkeit der anderen Leute in der Kassenschlange zu erregen) die Kassiererin darauf an, dass mir aufgefallen ist, dass leider an den Edeka-Regalen keine Vegan-Hinweise stehen, so wie es in vielen anderen Geschäften schon üblich ist. Und ob Edeka nicht auch darüber nachdenken könne, da es eine große Hilfe für Veganer und auch für Allergiker wäre? Die Kassiererin war sehr freundlich, hat sich für den Hinweis bedankt (!!!) und wollte es an die Geschäftsleitung weiterleiten. Von dieser sehr netten Reaktion war ich sehr positiv überrascht. :thumbup:

Wenn ich auf meinen Veganismus angesprochen werde, reagiere ich situationsabhängig bzw. gefühlsabhängig (will mich der Fragende nur provozieren oder ist er ernsthaft interessiert?). Mit Letzterem diskutiere ich natürlich sehr gerne.
Bei Ersterem werde ich mich auf keine Diskussion mehr einlassen, sondern denjenigen fragen, warum ich mich dafür rechtfertigen sollte, dass ich niemanden mehr dafür bezahle, anderen Lebewesen Leid zuzufügen und zu töten.

Dieses Forum ist wirklich sehr angenehm!

Viele Grüße
catotje
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12.10.2018, 08:25 Uhr
Ich glaube, die Kassiererinnen sind selten der richtige Ansprechpartner.
Lieber eine Schicht- oder Filialleitung ansprechen.
Beim Kassieren muß man sich bestimmt auf andere Sachen konzentrieren.
"Ich geb´s weiter" sag ich auf Arbeit auch schnell, wenn ich gerade keine Zeit für Diskussionen habe. :red:
Was ich für wichtig erachte gebe ich natürlich weiter, wenn ich später daran denke, ernte oft aber ähnliche Reaktionen. Da sagt Cheffe auch so was wie - "das müssen wir mal ansprechen..." :crazy:
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12.10.2018, 12:30 Uhr
Liebe Vonny, über Deinen Beitrag habe ich gerade herzlich gelacht! Da hast Du wohl mit Deinem Argument ins Schwarze getroffen. "Wir nehmen Ihr Anliegen sehr ernst"... Hahaha
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