Vegan mit Kindern

Erstellt 22.01.2019, 08:13 Uhr, von Parain. Kategorie: Allgemein vegan. 3 Antworten.

Vegan mit Kindern
22.01.2019, 08:13 Uhr
hallo, (bin neu hier)
wir, also meine Familie und ich ernähren uns seit etwa einem halben Jahr vegan. Meine beiden Kinder sind 1 und 4 Jahre alt und nehmen die Ernährung eigentlich sehr gut an. Nur gibt's ein kleines Problem: sie sind nicht die größten Fans von Bohnen,Nüssen und Tofu. Ich mach mir weniger Sogen um den ganz kleinen da der noch gestillt wird aber bei der großen ist das Thema doch präsenter. Ich befürchte dass sie (voll im Wachstum) zu wenig Eiweiß zu sich nimmt.

Hat das Problem sonst noch jemand bzw. gibt's hier Zahlen wie viel Protein/Tag oder Woche ein wachsendes Kind zu sich nehmen sollte ?

danke schon mal fürs lesen.

lg Parain
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
22.01.2019, 09:38 Uhr
Hallo Parain,

willkommen im Forum :star:

Zitat Parain:Ich befürchte dass sie (voll im Wachstum) zu wenig Eiweiß zu sich nimmt.
[...]
gibt's hier Zahlen wie viel Protein/Tag oder Woche ein wachsendes Kind zu sich nehmen sollte ?

Den größten Proteinbedarf hat ein Neugeborenes Kind im Alter bis zu 6 Monaten, da hier das Wachstum am größten ist (prozentual zur relativen Körpergröße).

Der Proteingehalt in reifer Muttermilch beträgt 1,2g pro 100ml, was in einem prozentualen Proteingehalt von 1,2%, bzw. 6,4% der Gesamtkalorien (G.kcal) resultiert[*1].

Als Vergleich hierzu der Proteingehalt verschiedener, vermeintlich "nicht besonders proteinhaltiger", Gemüse:
Kartoffeln 2g / 100g (~12% G.kcal)
Blumenkohl 2,5g / 100g (~45% G.kcal)
Broccoli 2,8g / 100g (~51% G.kcal)
Naturreis, gekocht 3g / 100g (~10% G.kcal)
Rote Linsen 25,5g / 100g (~32% G.kcal)

Garlick P.J. legte die minimale Proteinaufnahme fest auf:
Zitat https://www.karger.com/Article/Abstract/95009:1.12 g/kg/day at age 6 months to 0.74 g/kg/day at 10 years

Offizielle, nicht wissenschaftliche, Quellen rechnen hier zumeist noch mit einen ordentlichen Aufschlag, z.B. um individuellen Resorptionsstörungen entgegenzuwirken.


Die bisher einzigen, wissenschaftlich nachweisbaren, Faktoren für einen Proteinmangel sind genereller Nahrungs- bzw. Nährstoffmangel (z.B. Kriesengebiete, Esstörungen, Mangelernährung - vgl. manche Formen der Makrobiotik bzw. "Puddingveganer") sowie Protein-Resorptionsstörungen (z.B. Krankheiten, genetische Dispositionen).

Es gibt keinen, mir bekannten, dokumentierten Fall von Proteinmangel ohne auftreten mindestens einer dieser beiden Faktoren - was auch nur logisch ist, wenn man bedenkt, dass bereits eine geringe Diversifikation von Gemüse für einen ausgewogenen Aminosäurenhaushalt sorgt.


Evtl. solltest du darüber nachdenken einen (pro-veganen) Ernährunsgberater für eine professionelle Beratung bzw. einen Ernährungsmediziner zur Feststellung der tatsächlichen Proteinresorption aufzusuchen.


Insbesondere bei Tofu kommt es aber auch sehr auf die Marke und die gewählte Zubereitungsmethode an.
Gedünsteter Mangotofu schmeckt komplett anders als kross gebratener Räuchertofu ;)

Dazu ist die Menge an verfügbaren Hülsenfrüchten und Bohnen derart gewaltig, das ihr sicherlich noch ausreichend Spielraum habt andere Sorten und Zubereitungsmethoden auszuprobieren ;) :thumbup:

Liebe Grüße,
Falk

[*1] https://www.multi-mam.de/zusammensetzung-der-muttermilch.html
11x bearbeitet

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22.01.2019, 15:12 Uhr
wow danke für die rasche und umfangreiche Antwort :surprise:
meine Frau ist sehr kreativ was das kochen angeht. Leider ist meine Tochter gerade in einer Phase ihrer Entwicklung wo ihr an dem einen Tag was soooooo gut schmeckt und am nächsten ist das einfach nur ekelhaft was die Mama da gekocht hat.
Das mit der veganen Ernährungsberatung klingt sehr gut, ich denke ich wird mich da mal umschauen obs da irgendwo in der Nähe sowas gibt. (wohnen leider ein bisschen weit weg...von allem :-) )
vielen vielen dank nochmal !

lg Parain
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24.01.2019, 12:46 Uhr
Hallo Parain,
herzlich Willkommen hier in dieser Runde :)
Das klingt so, als wärt Ihr gerade ganz neu "dabei". Habt Ihr denn andere Veganer im Freundeskreis, mit denen Ihr Euch austauschen könnt?

An sich ist eine vegane Ernährung kein Hexenwerk. Dennoch ist es wichtig, es von Anfang an richtig zu machen und nicht bloß Tierprodukte wegzulassen, denn das wird schnell eintönig (was nicht unbedingt ungesund ist, aber es macht schon mehr Spaß, wenn die Ernährung vielfältig ist). Daran hapert es bei vielen Vegan-Umsteigern und deshalb ist es sinnvoll, sich da aktiv Unterstützung zu suchen. :star:

Hier im Forum wirst Du bestimmt ebenfalls gute Alltags-Tipps bekommen (auch wenn fachliche Fragen eher von Fachpersonal beantwortet werden sollten). :wink:

Es gibt bereits ein paar gute Bücher rund um vegane Kinder-Ernährung. Angesichts der Vorurteile und des mangelnden Wissens bei vielen Kinderärzten auf dem Gebiet würde ich Dir - wie Falk - empfehlen, Dir professionelle Beratung bei einem Ernährungsberater zu holen. Wichtig ist natürlich, dass er sich mit der Thematik auch auskennt. Ansonsten helfen vielleicht Bücher wie dieses:
https://www.amazon.de/Vegane-Ern%C3%A4hrung-Schwangerschaft-Stillzeit-Beikost/dp/380015126X/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1548330286&sr=8-4&keywords=kinder+vegan
Viele Grüße
Kilian
1x bearbeitet

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