Vegan und das Arbeitsleben

Erstellt 07.03.2019, 21:35 Uhr, von PuschelQueen. Kategorie: Allgemein vegan. 26 Antworten.

Vegan und das Arbeitsleben
07.03.2019, 21:35 Uhr
Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe dieser Thread existiert noch nicht. In der SuFu hab ich dazu nichts gefunden weswegen ich jetzt einfach mal ein neues Thema starten wollte.

Es geht darum wie euer Arbeitsleben mittlerweile (oder auch seit Längerem) sich mit eurem veganen Lebensstil integriert. Das heißt: Was arbeitet ihr? (Muss natürlich nicht angegeben werden) Und wie steht ihr mittlerweile zu eurem Job seitdem ihr vegan seid? Gibt es Positives oder auch Negatives?

Da ich der Threadersteller bin fange ich natürlich an.

Also ich arbeite auf einem Hof und räume quasi den Mist von Tieren weg. Ja, ich weiß, spannend. Aber ich helfe auch bei anderen Arbeiten auf dem Hof und bin quasi für alles mögliche zuständig. Zudem gibt es auf dem Hof mehrere Tiere. Hauptsächlich Pferde, aber auch Kaninchen, Hunde, usw. Was für mich natürlich eine schöne Sache ist da ich Tiere liebe und es schön finde komplett unter Tieren zu sein.

Ist natürlich nicht selbstverständlich, aber da ich ohnehin im Dorf lebe wohl eher möglich als in der Stadt.

Was hat sich seit meinem Vegan-Sein verändert? Na ja, ich nehme auf jeden Fall meine Umwelt und auch jegliche Tierhaltung anders war. In dem Punkt bin ich froh, dass ich auf einen Hof arbeite wo die Tiere auch gut behandelt werden. Leider ist das ja nicht immer der Fall, aber alleine die Pferde haben eine kilometerweite Koppel wofür man schon ordentlich gehen muss um das Ende davon zu erreichen.

Natürlich nenne ich keine Namen oder einen Ort da mir das dann doch zu privat ist. Deswegen schildere ich auch nur meinen Arbeitsvorgang im Groben.

Positiv fällt mir auf, dass es meinen Chefs (ja, ich hab mehrere) vollkommen egal ist ob ich vegan, gläubig oder sonst was bin. Heißt -> Hier herrscht eine große Toleranz. Und das finde ich super. Zwar gibt es auch so ein paar typische Dorf-Hof-Muster die ich auf meiner Arbeit gefunden habe, aber das liegt auch daran, dass man hier im Dorf allgemein noch nicht so weit ist.

Ich bin aber froh, dass ich meist alleine esse und man mich dann auch in Ruhe lässt. Das heißt ich muss mich nicht irgendwie rechtfertigen. :angel: So hab ich glaub ich nicht das Problem was manche in ihren Jobs haben.

Deswegen auch der Thread: Wie läuft es bei euch so mit der Toleranz? Und denkt ihr mittlerweile über euren Job anders seitdem ihr vegan lebt?

Besonders schwer stelle ich mir das ja in einem Supermarkt vor wo man ja auch für Milch- und Tierprodukte wirbt. :crazy:

Ich hoffe ich habe damit wirklich keinen unnötigen Thread eröffnet, aber mich würde echt interessieren das bei euch so abläuft.

Danke für jeden der das gelesen hat. Ich freue mich über euer Feedback. :wink:
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
08.03.2019, 08:10 Uhr
Hallo,

interessanter Thread.
Das hört sich nach einem tollen Job an : )

Ich hab ein meinem Job keinerlei vegane Berührungspunkte, ich arbeite in einer Maschinenbaufirma als Assistentin der Geschäftsleitung und mache den Export unserer Teile in der Firma.
Wir haben auch keine Kantine (so gross sind wir nicht) und jeder isst was er mitgebracht hat und die meisten achten da eh nicht so drauf ob ich in meinen Nudeln und Sojacreme habe oder Frischkäse. Das ist schon in Ordnung so.
1-2x im Jahr muss ich geschäftlich auf Messe oder auf eine Reise, da wird es oft schwierig und ich muss dann zu vegetarisch switchen, wenn es nicht anders geht, aber das ist okay für mich damit kann ich leben wenn es wirklich keine Alternative gibt, was aber nicht oft vor kommt.

Puschelqueen, das gehört zwar nicht zum Job, aber wir haben selber 3 Pferde (bald 4) in solch einem Stall eingestellt wie du deinen beschreibst. Wir haben zum Glück sehr viel Platz und meine leben in einem Offenstall. Wir haben auch Kühe und Hühner und ab und zu Schweine im Stall.
Alle Tiere sind auf der Weide, auch die Schweine und haben einen eingestreuten sauberen Laufstall und unser Stallbesitzer ruft den Tierarzt an wenn eines krank wird. Er macht das aber nur nebenher und verdient kein Geld damit.
Deswegen fühle ich mich da recht wohl und habe auch kein Problem damit mal zu den Kühen oder Schweinen zu gehen, weil sie nicht im Kochtopf landen.
Die Hühner legen Eier, die verkauft er. Gut okay, aber die haben es wirklich sehr gut und sind keine Legemaschinen, die leben auch auf der Wiese mit Ställen, Unterständen und Bademöglichkeiten.
LG
Bellinchen

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08.03.2019, 09:07 Uhr
Hallo Puschelqueen,
bei mir ist es z.Zt. kein Problem, da ich selbständig bin und seit 4 Jahren zu Hause arbeite.Als ich angefangen habe mit dem vegetarischen Essen( ca.1982) - bis zum Tode meines Vaters- habe ich dort im Büro gearbeitet, da war es auch kein Problem, da meine Mutter für mich , als ich noch nur vegetarisch war auch extra kochte-obwohl sie am Anfang meiner vegetarischen Zeit in den 80er Jahren sehr skeptisch dagegen war- . (weil die Wohnung der Eltern nicht weit vom Büro weg war, habe ich mittags dann dort noch mitgegessen und nach der Arbeit zu Hause gegessen) Als meine Mutter -aus Krankheitsgründen- nicht mehr kochen konnte und Pflegekräfte kamen, wurde es schwieriger und ich habe dann irgendwann auswärts gegessen. Zwischendurch eine Zeitlang(ca. 1 Jahr) noch an 2 Tagen pro Woche in einem Büro mitgearbeitet, aber da hat auch jeder seine Sachen mitgebracht und es gab außer mir noch eine Vegetarierin, mit der ich mich austauschen konnte.
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08.03.2019, 09:43 Uhr
Ich arbeite als Polizist und kann da aus mehreren Sichten schreiben weil ich schon mehrere Abteilungen hinter mir habe.

Bis vor zwei Jahren war ich noch ganz normal im Schicht- und Außendienst tätig. Man hatte eine feste Dienstgruppe und verbrachte dementsprechend viel Zeit miteinander. Es gab auch feste Rituale. Zum Beispiel wurde in der Nachtschicht gemeinsam Abend gegessen oder wenn man sonntags Frühschicht hatte gemeinsam gefrühstückt. Weil ich in Bayern bin, waren es meistens Wiener oder Weißwürste oder vom Griechen nebenan. Jetzt bin ich nicht mehr in der Schicht, aber Toleranz hätte ich von meinen omnivoren Kollegen nicht erwarten können. Gerade von meinem Dienstgruppenleiter wüsste ich, dass erst da kaum Verständnis gehabt hätte.

Jetzt bin ich im Tagdienst und in einem Büro. Man Arbeit mehr für sich. Erstaunlicherweise ist es erst einem Kollegen aufgefallen, dass ich kein Fleisch esse. Und das nach fast drei Monaten. Meine jetzigen Kollegen schätze ich toleranter ein. Meistens kaufe ich vor der Arbeit im nahen Lidl ein. Brot, Gemüse und so. Ab und zu gibt's Mal einen Döner. Den gibt's nämlich auch vegan in Nürnberg ;)
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Wenn du es nicht lösen kannst, mache es nicht zum Problem.
-- Buddha --

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1x bearbeitet

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08.03.2019, 09:48 Uhr
Ich arbeite als Assistentin in einem mittelständigen Betrieb.
Wir haben auch keine Kantine und können uns unser Essen selber mitbringen. Wenn ich gefragt werde, rede ich auch schon mal gerne über meine Ernährung und freue mich über die Neugierde und die (meist) positiven Kommentare. Die meisten wissen allerdings gar nicht, dass ich vegan lebe.
Wenn wir Veranstaltungen oder größere Meetings haben, wird auch schon mal Essen bestellt. Dabei wird aber tatsächlich darauf geachtet, dass immer ein vegetarischer und manchmal sogar veganer Anteil dabei ist, da unter unseren Mitarbeitern zwar keine Veganer, aber doch einige Vegetarier sind.
Manchmal bin ich es sogar, die für das Catering zuständig ist und da nehme ich die Chance natürlich immer gerne wahr und bestelle auch etwas Veganes. Mit Freude nehme ich dann auch zur Kenntnis, dass hier neugierig fast alle zugreifen. :-)

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08.03.2019, 10:22 Uhr
Ich bin zwar nicht mehr im Berufsleben, nach 49 Jahren bin ich in Rente und habe in einem mittelständigen Betrieb mit über 500 Mitarbeitern als Facharbeiter gearbeitet. Mein Essen habe ich mir teilweise mitgenommen, teilweise habe ich in der Kantine gegessen. Ich war bis 5 Jahre vor meinem Ausscheiden ja noch Normalesser, dann Stück für Stück wurde der Konsum von tierischem abgebaut. In der Kantine gab es kaum tierfreies. 2 Jahre vor meinem Ausscheiden bekamen wir eine neue Kantine mit neuem Pächter und der bekam die Auflage auch täglich vegetarische Gerichte anzubieten, immerhin. Aber das waren dann Gerichte mit vielen Zusatzstoffen, wahrscheinlich viel Fertigpampe. Ich habe mich dann da auch sehr bei diesem Essen zurückgehalten. Von ehemaligen Kollegen habe ich erfahren dass es inzwischen einen neuen Pächter gibt, wie das Essen jetzt ist weiss ich nicht. Nun bin ich zu Hause und kann meine vegane Ernährung nach belieben geniessen.
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08.03.2019, 10:51 Uhr
Ich arbeite in einer Krippe ohne Mittagessen. Zum Frühstück bringt sich jeder selbst alles mit. Ich esse immer Haferflocken mit Obst, Walnüssen, Leinsamen, Rosinen und Hafermilch. Meine Kollegen finden mich etwas schräg, lassen mich aber in Ruhe.
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08.03.2019, 17:33 Uhr
Ich bin im Außendienst und von daher absolut flexibel. Da ich tagsüber eh nicht der große Esser bin, gibt es meist einen Smoothie, den ich morgens gemacht habe. Manchmal hole ich mir auch ein Brötchen mit veganem Belag (eher selten) oder mal einen Soja-Cappuccino, der mir dann bis abends reicht. Bei Meetings kommt es drauf an: bei unseren Teams-Meetings wissen die Kollegen, dass ich vegan esse und der zuständige Kollege kümmert sich auch immer darum, dass ich etwas veganes bekomme. Bei den großen nationalen Meetings muss ich meist auf vegetarisch umschwenken.
लोकाः समस्ताः सुखिनो भवन्तु,

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu - Mögen alle Wesen auf dieser Welt verbunden sein, in Harmonie sein und Glück erfahren. (Sanskrit)

Dana

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08.03.2019, 17:47 Uhr
Ich arbeite als Erzieherin in einer Krippe. Beim gemeinsamen Frühstück hab ich immer mal wieder vegane Brotaufstriche zum Probieren mitgebracht. Das kam sehr gut an. Die meisten Kinder lieben sie. Deshalb gibt es sie jetzt täglich. Und wenn wir mit den Kindern z.B. Waffeln oder Pfannkuchen machen, sind die vegan. Ich hab da echt Glück mit meinen Kolleginnen.
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08.03.2019, 17:52 Uhr
@Bellinchen: Danke, ich weiß meinen Job auch sehr zu schätzen. Hab erst heute erfahren, dass meine Chefin ein Schlappohrkaninchen aus schlechter Haltung gerettet hat. Ich bin einfach glücklich einen Job gefunden zu haben wo ich meine Arbeit in Ruhe verrichten kann. Nur in der Sommerzeit ist etwas mehr los. Warum das für mich so wichtig ist liegt daran, dass ich Asperger habe. Dementsprechend leide ich sehr schnell unter Reizüberflutung weswegen Jobs wie Gastronomie, Supermarkt, usw. für mich unmöglich wären. Und dazu bin ich unter so vielen Tieren... mittlerweile kann ich da wirklich von einem Traumjob sprechen. :heart:

Da ich mir sowieso immer das Essen mitnehme ist das kein Problem. Zwar wird mir dort auch was angeboten, aber das ist meist nicht vegan oder halt vegetarisch (Kuchen, z.B.).

@Pferde: Ja, die Pferde hier haben auch einen Offenstall. Also quasi nur Überdachung und wirklich große Koppeln. Ich hab die Dicken auch schon sehr ins Herz geschlossen. Die kennen mich einfach und sie kennen mich. Das ist voll schön. Ich fühle mich total verbunden mit diesen Tieren. War schon immer ein kleiner Pferdenarr weswegen mir auch die Nähe der Tiere sehr gut tut. :angel:

Und ab nächster oder übernächster Woche werde ich wohl noch zwei Pferde kennenlernen da ich "quasi befördert" wurde. ;) Werde jetzt 2h mehr die Woche arbeiten. An sich nicht viel, aber mein Job ist schon anstrengend. Das stört mich aber nicht im Geringsten. Ich bin gespannt wie die anderen Pferde auf mich reagieren werden. Es macht mir unglaublich Spaß im Freien zu arbeiten.

Auf meinen Betrieb gibt's auch Hühner. Obwohl ich die bisher nicht wirklich zu Gesicht bekommen habe. Was aber auch daran liegt, dass sie eher zu einem anderen Grundstück gehören mit dem ich nicht viel am Hut habe. ^^"

Am liebsten würde ich dich gerne mal besuchen. Würde einfach mal gerne glückliche Schweine sehen. Kühe sowieso. Bisher bin ich noch auf der Suche nach einem schönen Gnadenhof wo ich vielleicht auch mal jährlich was spenden kann, aber bisher war die Suche leider erfolglos. Suche in Nähe Hannover/bzw. Hannover und fände es toll wenn ich da mal einen Hof besuchen könnte. :angel:

LG
PuschelQueen
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