Vegan und die Wirtschaft

Erstellt 04.05.2017, 19:07 Uhr, von veggie79. Kategorie: Allgemein vegan. 33 Antworten.

Vegan und die Wirtschaft
04.05.2017, 19:07 Uhr
Ich ernähre mich seit kurzem vegan.
Und um das umzusetzen habe ich mir unter anderem auch etliches auf YouTube dazu angesehen.
Dabei wird immer wieder auf die Vorteile für die Umwelt hingewiesen.
Es wurde unter anderem erwähnt, dass 98% des Getreide/Sojaanbaus in die Tierfütterung geht.
Wenn das stimmt, würde das bedeuten, sollten sich plötzlich ALLE vegan ernähren, die Landwirtschaft auf etwa 10% Ihres jetzigen Volumens schrumpfen würde.
Weiters würde die gesamte Tierindustrie wegbrechen.
Das wären Millionen (vermutlich etlich weltweit) arbeitslose. Ein Land wie Deutschland, in dem die Landwirtschaft jetzt nicht die soooo große Rolle spiel, könnte das (vielleicht) verkraften. Wie stehts da mit den Ländern, die von der Landwirtschaft quasi abhängig sind?

Bevor ich jetzt Prügel bekomme...
Ich ernähre mich aus gesundheitlichen Gründen vegan und finde die Art der Ernährung für mich eine gute Sache...
Mich würden hier nur ein paar qualifizierte Meinungen dazu interessieren, ob die Sache global wirklich so gut wäre. Oder auch hier gilt "Alles mit Maß und Ziel"?
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
04.05.2017, 19:40 Uhr
Moin Veggie,

ich kann deine Argumentation nachvollziehen.
Die größten "Produzenten" für Rindfleisch und Geflügel sind die USA, Brasilien und China und wenn die unterbezahlten, menschenunwürdigen Arbeitsplätze in der Fleischproduktion wegfallen - können die Subventionen ja direkt an die Arbeiter gezahlt werden ;)
Ich bin sicher, die haben dann mehr in der Tüte als vorher - nur da wird die Fleischlobby nicht mitspielen. :-(
Und du vergisst die positiven Auswirkungen auf unsere Umwelt - weniger Treibhausgase.

Wollen wir unsere Erde in Vollbeschäftigung messen oder lieber in intakter Umwelt ?
1x bearbeitet

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04.05.2017, 19:46 Uhr
Ich weiß nicht, ob das funktionieren würde... Denn in dem Fall würden ja die Steuereinnahmen für die Staaten wegbrechen....
Wo sollten dann noch Subventionen herkommen?
Das mit der Umwelt ist schon richtig...
Aber die Frage muss ich zurückgeben... Lieber eine gute Umwelt oder was zum beissen auf dem Tisch?
Wobei das jetzt akut ein wenig überspitzt ausgedrückt sein mag.... Aber wenn der finanzielle Schaden nicht kompensiert wird läufts darauf halt im Endeffekt raus.
1x bearbeitet

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04.05.2017, 19:50 Uhr
Nun Steuereinnahmen - haben wir an dem kleinen Hoeneß gesehen und seit wann zahlt Großkapital Steuern *staun*
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04.05.2017, 19:53 Uhr
Ohne den Fall im Detail zu kennen... soweit ich weiß, hat Hoeneß im Ausland gezockt und gewinne nicht versteuert. Das ist nicht nett, bedeutet aber nicht, dass er gar keine Steuern zahlt...
Und es soll ja nun doch ab und an passieren, dass auch Großkonzerne ganz offiziell Gewinne machen und die auch versteuern ;)
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04.05.2017, 20:16 Uhr
Oder einen Steuerabschlag zahlen.
Um nochmal auf das Thema Landwirtschaft zurückzukommen, die Fleischproduktion ist nur ein Teil davon ;)
Wie kommst du auf Millionen von Arbeitsplätzen ?
Dann es gab immer eine Veränderung des Arbeitsmarktes - heute krabbeln bei uns nicht mehr hunderte von Kinder durch Bergstollen, das macht eine Maschine mit einem Mann, welch ein Verlust.

Wenn zudem noch Immission von Treibhausgasen vermieden wird, gibt es bestimmt auch von dort einige Millarden zur Umwelthilfe.
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04.05.2017, 20:21 Uhr
Ja das Stimmt Fleischproduktion ist nur ein Teil davon...
Der weitaus größte Teil wäre aber wohl die Futtermittelproduktion.
Und die wird ohne Tiere wohl hinfällig...
Und WENN Tatsächlich 98% der Getreideproduktion in Futtermittel gehen, dann werden wir mit insgesamt 10% alle mehr als satt....
Es würden also wohl über den Daumen gepeilt 90% der Beschäftigten arbeitslos.
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04.05.2017, 20:21 Uhr
Die Welt ist stets im Wandel und wenn der Mensch eines kann, so ist es sich anzupassen. Das mag manchmal schneller und manchmal langsamer gehen. Deswegen aber jetzt den Fortschritt aufzuhalten, nur weil hierdurch wirtschaftlich einige Menschen in Bedrängnis geraten, kann nicht das Ziel sein. Am Ende kann man eine sterbende Branche nicht retten. Man kann den Tod nur verlangsamen (s. Kohleindustrie im Ruhrgebiet). :)
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04.05.2017, 20:25 Uhr
@ Ringelblume :thumbup:
Die Subvention des schwachsinnigen Braunkohleabbaus zu Gunsten von RWE:oo
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04.05.2017, 20:29 Uhr
Das ist eine gute Aussage ;)
Und nehmen wir nun mal an, man hätte nicht versucht die doch lange Zeit ziemlich essentielle Kohleindustrie zu retten....
Dann würde ich jetzt die Prognose wagen, dass es unserer Wirtschaft (und damit auch uns) bei weitem nicht so gut ginge und wir unsere Kinder nach der Schule in die NPD-Jugend schicken würden.
Ich würde auch die Prognose wagen, dass wir in spätestens 50 Jahren nur noch sehr wenige Fleischesser haben werden, weil es sehr sehr teuer geworden ist....

Interessant ist für mich das theoretische Szenario, was wäre wenn der Erfolg, den sich alle wünschen plötzlich eintreten würde.... was würde passieren?
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