Veganes Hundefutter

Erstellt 28.04.2018, 22:01 Uhr, von dandedilia. Kategorie: Allgemein vegan. 96 Antworten.

30.10.2019, 20:24 Uhr
Zitat METTA:Wie seht Ihr das mit Futterspenden an Tierheime im In-und Ausland, sollte man die auch veganisieren, also nur veganes Futter dorthin bringen ,z.B. Flocken oder eben anderes veganes....

Für mich ganz klar: keine Spenden an Tierheime. Wäre das anders, wäre es nach dem Prinzip: vegan oder gar nicht.

Zitat METTA:Und dann ist die Frage,ob sie es dann auch verbrauchen, oder wegschmeißen, da ja einige Tierheime nicht unbedingt das Bewusstsein haben, dass sie ihre Hunde etc vegan ernähren wollen.

Das müsste man idealerweise vorher erfragen. Wenn sie es nicht nutzen, wäre das Geld (für Futter) viel zu schade für so ein Tierheim.
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
31.10.2019, 02:03 Uhr
Zitat METTA:Wie seht Ihr das mit Futterspenden an Tierheime im In-und Ausland, sollte man die auch veganisieren, also nur veganes Futter dorthin bringen ,z.B. Flocken oder eben anderes veganes....


Ehrlich gesagt wäre ich sogar für die Abschaffung von Tierheimen, wobei ich mir durchaus darüber im klaren bin, dass ich damit die Tiere, die dort zumindest eine gewisse Zeit versorgt werden (weil kein Tier ewig dort bleibt) dem vorzeitigen Tod ausliefere. Da gibt es aber leider keine Wahl: Entweder das zu fütternde Tier stirbt zu früh, oder die vielen Tiere, die verfüttert werden. Da ich bei den Tieren keinerlei Rechtsunterschied erkennen kann (zumindest nicht bei leidensfähigen Wirbeltieren), wäre hier eine quantitative Entscheidung durchaus ethisch vertretbar: Lieber ein schneller Tod für das eine Tier im Tierheim, als die vielen getöteten Tiere, die als Futter für das eine Tierheimtier zu Grunde gerichtet werden.

Ich weiß, das ist im Einzelfall eine an Grausamkeit kaum zu überbietende Entscheidung. Aber irgendwie wird ebendiese Entscheidung ja tagtäglich zu Ungunsten der "Futtertiere" getroffen - und sie werden getötet.

Mein Vorschlag wäre, dass die Tierheimtiere mit den auf den Straßen bzw. die ach so vielen angeblich unter Windrädern sich auftürmenden Vögel und Fledermäuse an die Tierheimtiere verfüttert werden könnten, statt sie in die Tierkörperbeseitigungsanlage zu bringen, dafür aber weitere Tiere kaputt zu machen.

Ansonsten habe ich eine echte Empfehlung für veganes Katzen - und Hundefutter: www.futterservice.fulda.de.

p.s.: solange die Katzen nicht wissen,dass es veganes Futter ist, stört es sie keineswegs und sie freuen sich auf das Futter ganz enorm! :green: :thumbup:
Einziger Nachteil: Es gibt relativ wenig Abwechslung - aber mit etwas Geschick und viel Ausprobieren bekommt man das auch hin. Bei Hund hab ich es noch nicht getestet.
1x bearbeitet

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31.10.2019, 14:32 Uhr
Hallo Vegbudsd,
zu Deiner quantitativen Entscheidung (der ich voll zustimme) passt dieser Text extrem gut.
Auch wenn er hier schon vor einiger Zeit gepostet wurde, er ist einfach sehr lesenswert:

https://www.veganbook.info/eine-interessante-frage/

Auch ich kann dazu eine kleine Beispielrechnung aufmachen: ein mir gut bekannter „Gnadenhof“, er ist ein e.V., beherbergt durchschnittlich ständig gut 30 Hunde. Die Hunde stammen fast alle aus Rumänien. Dort werden täglich mindestens 15 Dosen Nassfutter a 800Gramm und 10KG Trockenfutter verfüttert. Das macht mindestens 12KG Nassfutter und 10 KG Trockenfutter am Tag. Als Durchschnitt kann man von 15KG totem „Nutz“tier pro Tag ausgehen. Das macht pro Jahr 5.475 KG totes „Nutz“tier um die 30 Hunde zu ernähren.
Nun kommt es noch darauf an ob hauptsächlich Rind verfüttert wird, oder kleinere Tiere wie Pute oder Huhn. Das Internet sagt das durchschnittliche Schlachtgewicht eines Rindes wären 322KG, dann wären es genau 17 Rinder die für diesen „Gnadenhof“ pro Jahr hingerichtet werden müssen. Bei Hühnern mit einem Schlachtgewicht von 1,5KG wären es 3650 Hühner die für diesen „Gnadenhof“ jährlich sterben müssten.

Vegbudsd, ich geben Dir mit Deiner quantitativen Entscheidung völlig recht !
Viele Grüße Petra
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31.10.2019, 14:48 Uhr
Alles schön und gut, aber was heisst das? Nur Tierheime unterstützen, die Tiere halten, die vegan leben (von Natur aus, wie Pferde z.B.). Und alle anderen töten? Ich halte das für ethisch sehr fragwürdig, wobei ich nicht weiss, ob Rinder eigens fürs Tierfutter getötet werden, oder ob das "Abfälle" sind. Ich weiss es nicht...

Ein Kompromiss wäre, nur noch Tierheime zuzulassen, die ihre Tiere vegan ernähren. Aber das ist Utopie...

Kompliziertes, schwieriges Thema, wo ich niemandem so ohne Weiteres zustimmen kann, denn da hängen zig weitere Fragen und Probleme dran.
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31.10.2019, 14:59 Uhr
Ja, grundsätzlich müsste man natürlich die Frage stellen, ob es in der heutigen Zeit überhaupt noch ethisch vertretbar ist, Haustiere in diesen Mengen zu züchten und zu halten. Die Tierheime sind ja unter anderem auch deswegen so voll, weil jeder Hinz und Kunz züchten darf, und auch an die Halter kaum Anforderungen gestellt werden.

Wenn man über die Zukunft spekuliert, wird oft gesagt, Nutztierhaltung können wir uns dann nicht mehr leisten, weil das zu viel Fläche verbraucht. Haustierhaltung ist in dieser Hinsicht noch kritischer zu sehen. Erstens, weil man bis auf Hunde kein Tier wirklich artgerecht halten kann, und zweitens, weil die Tiere eben auch ernährt werden müssen. Spätestens, wenn man nicht auf Fleischfütterung verzichten kann/will, sollte man es einfach lassen.
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31.10.2019, 15:05 Uhr
Ja, es gibt mittlerweile auch Hundefutter in Lebensmittelqualität, da kann also das omnivore Herrchen/Frauchen problemlos mitfuttern. Z.B. die Marke Terra Canis:

https://www.terracanis.de/uber-uns/lebensmittelqualitat.html

Wobei das Argument „das ist ja nur Abfall“ echt schlimm ist, denn an einem Lebewesen hat alles seine Funktion, es gibt keinen Abfall. Nur der Mensch deklariert es zu „Abfall“ , ein schlimmes Wort für Teile eines Lebewesens.

Die Lösung ist einfach: wenn ich Tieren helfen will OHNE ANDEREN TIEREN ZU SCHADEN muss ich vegan füttern ! Somit wird keiner getötet. Ganz einfach !


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31.10.2019, 15:07 Uhr
Ja, Sunjo, so sehe ich das auch. Aber es GIBT nun einmal diese Millionen Tiere in Heimen und Haushalten... Ich habe für mich schon vor Jahrzehnten die Entscheidung getroffen, keine Katzen mehr ins Haus zum holen. Ich LIEBE Katzen, hatte von meiner Geburt bis 1993 immer Katzen in unserer Familie, aber mir schien das irgendwann widersprüchlich. Nach dem Tod der letzten Katze haben wir dann keine mehr ins Haus geholt. Als ich 2011 schwerstes Asthma bekam (Allergien gegen Tierhaare, Gras usw.), war ich froh, dass mir eine erneute Entscheidung, Katzen in die Familie aufzunehmen, endgültig abgenommen worden war.

Aber das alles löst nicht das ethische Dilemma, das wir JETZT haben: Heimtiere töten, um Schlachttiere zu retten? Wobei ich immer noch nicht so recht weiss, ob für Tierfutter wirklich eigens Tiere getötet werden.

Zitat DaisyDuck:
Wobei das Argument „das ist ja nur Abfall“ echt schlimm ist, denn an einem Lebewesen hat alles seine Funktion, es gibt keinen Abfall. Nur der Mensch deklariert es zu „Abfall“ , ein schlimmes Wort für Teile eines Lebewesens.


Ja, das ist schlimm. Daher habe ich das Wort in "..." gesetzt, weil mir auch nichts anderes einfiel.

Die Lösung ist einfach: wenn ich Tieren helfen will OHNE ANDEREN TIEREN ZU SCHADEN muss ich vegan füttern ! Somit wird keiner getötet. Ganz einfach !


Die Lösung mag für uns ganz einfach sein, aber die Ethik unserer Gesellschaft ist dazu doch noch lange nicht bereit. Heisst das also, bis dahin sollte man alle Heimtiere und Tiere, die man aufgreift, töten?

2x bearbeitet

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31.10.2019, 15:12 Uhr
Zitat PeeBee:Wobei ich immer noch nicht so recht weiss, ob für Tierfutter wirklich eigens Tiere getötet werden.

Es gibt ja nicht immer nur einen Zweck. Tierfutter wird vermutlich eher aus Schlachtnebenprodukten hergestellt, wie auch Gelatine usw. Dennoch hilft die wirtschaftliche Total-Verwertung der Tier-Industrie.
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31.10.2019, 15:35 Uhr
Es gibt sicher Tierfutter, was aus anderweitig nicht verwertbaren Tierresten hergestellt wird, aber das dürfte nur einen geringen Teil des gesamten Futterangebots ausmachen. Die meisten Tierhalter füttern ihrem Tier besseres Fleisch als sie selbst essen (ich hab schon von Frischfleischtheken für Haustierfutter gelesen). Für's (eigene) Tier nur das Beste, für sich selbst nur das Billigste ;-)

Heimtiere töten um Schlachttiere zu retten, oder Schlachttiere leidvoll mästen und dann töten, um Heimtiere zu retten? Rein quantitativ ist diese Frage ganz leicht zu beantworten. Auch bei der Qualität des Leids müsste man sich klar fürs Einschläfern von nicht gewollten Haustieren aussprechen. In beiden Fällen spricht man aktiv Todesurteile aus, so dass man auch im Falle einer Nichtentscheidung (einfach weitermachen wie bisher) Mitschuld trägt.

Aber Heimtiere machen ja auch nur einen Bruchteil aller Haustiere aus, und das Problem liegt generell in der unglaublich hohen Zahl, vor allem von Hunden und Katzen (ich hab für Deutschland grob 23 Millionen im Gedächtnis). Selbst bei veganer Ernährung ist es einfach Wahnsinn diese Tiere als zusätzliche Konsumenten in die Welt zu setzen. Wenn man die Frage diskutiert, ob es zu viele Menschen gibt, dann muss man auch die Frage diskutieren, ob diese zu vielen Menschen auch alle noch viel zu viele Tiere halten sollten.

Mag sein, dass man da momentan in einem ethischem Dilemma steckt, aber umso wichtiger wäre es doch, dass man endlich mal die Weichen richtig stellen würde (Verbot von Massentierhaltung, viel strengere Vorschriften für Haustierhaltung). In ein paar Jahren gäbe es dann einfach viel weniger Nutz- und Haustiere und die Situation an sich wäre schon viel entspannter.

In Bezug auf Haustiere/Tierheime sehe ich da momentan überhaupt keine Entwicklung.
1x bearbeitet

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31.10.2019, 16:31 Uhr
Zitat Sunjo:
Mag sein, dass man da momentan in einem ethischem Dilemma steckt, aber umso wichtiger wäre es doch, dass man endlich mal die Weichen richtig stellen würde (Verbot von Massentierhaltung, viel strengere Vorschriften für Haustierhaltung). In ein paar Jahren gäbe es dann einfach viel weniger Nutz- und Haustiere und die Situation an sich wäre schon viel entspannter.


Ja, klar. Sehe ich ähnlich (die Forderungen), aber ich sehe nicht, dass das nur ein Mag-Sein-Dilemma ist, sondern für mich ein massives! Für mich gibt es keine "Menschen- und Tierethik", sondern eine Ethik. Punkt. Die umfasst alles, Mensch und Tier, d.h. alles Leben, das leiden kann.

Und da stellt sich mir sofort die Frage: Ist die Tötung EINES Menschen ethisch gerechtfertigt, wenn man dadurch zwei oder drei oder x am Leben hält, die sonst auch getötet würden? Ich kann da nicht so sicher und gewiss entscheiden. Für mich zählt zunächst einmal nicht das Wohl von vielen mehr als das Wohl einzelner. Zumindest kann ich diese Frage nicht ohne langes Nachdenken und massives Bauchweh beantworten. Und selbst eine mögliche Antwort (wie immer sie aussehen mag) würde mir grosses moralisches Unbehagen verursachen.
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