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Vertiefungsarbeit: Vegan leben- Überzeugung oder Trend?

14.09.2017, von , 5 Beiträge
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Vertiefungsarbeit: Vegan leben- Überzeugung oder Trend?

Hallo zusammen wir sind Luana und Jessica

Momentan arbeiten wir an einer Vertiefungsarbeit, welche den Veganismus betrifft. Wir wollten euch mal fragen was ihr davon haltet, eure Beweggründe sind seit wann ihr vegan lebt und wie der Alltag für euch ist. Ausserdem werden wir uns selber 2 Wochen vegan ernähren und sind euch dankbar wenn ihr uns noch Tipps habt.

Wir danken euch schon im voraus! :D

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Benutzerbild von Lilly

Hallo, willkommen im Forum.

Was ist denn eine Vertiefungsarbeit? Geht ihr noch zur Schule oder geht ihr auf die Universität?
Ich denke Mal dass die meisten hier vegan leben, um das Tierleid etwas zu verringern. So ist es zumindest bei mir. Vegetarisch ernähre ich mich schon ziemlich lange, vielleicht 8-9 Jahre, den genauen Zeitpunkt, wann ich damit angefangen habe, habe ich mir nicht notiert. Komplett vegan seit letztem Winter, da habe ich dann das letzte Mal Käse und Honig gegessen.
Wenn man sich aber mit dem Veganismus auseinander setzt, erfährt man immer wieder neue Dinge. Leider sind viele Produkte gar nicht vegan, obwohl man es meint. ZB Essig, Saft und Wein werden oftmals mit Gelatine gefiltert. Farbstoffe in Lebensmitteln, etc.

An eurer Stelle, würde ich mir einfach Mal hier verschiedene Treat dazu durchlesen. Ich glaube nicht, dass vegan leben etwas mit einem Trend zu tun haben, sondern, dass wir heutzutage viel mehr Informationen über Internet bekommen, als früher.
Ich dachte, wenn ich Käse esse muss kein Tier dafür sterben aber leider stimmt das nicht. Für die Käseherstellung benötigt man das Labenzym, was in den Mägen von Babys von Säugetieren vorkommt, also müssen sie getötet werden. Außerdem, damit eine Kuh, Ziege, Schaf oder anderes Tier Milch geben, brauchen sie Babys, die werden ihnen dann nach der Geburt weggenommen und meisten geschlachtet. Aber dazu gibt's hier im Forum sehr gute Informationen.

Wir haben sehr viel Auswahl und brauchen keine Produkte, wofür ein Tier sterben musste.
Bei Eskimos, die kaum Vegetation haben, verstehe ich natürlich, dass sie sich hauptsächlich vom Fischfang ernähren. Wenn die Tiere nicht eingepfercht sind und Robben nicht lebendig das Fell abgezogen wird, sondern schnell getötet werden, ist es für mich in Ordnung, denn die Menschen machen es, um zu überleben. Aber hier, wo wir leben, müssen wir keine Tiere töten, um zu leben.

Liebe Grüße
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Benutzerbild von Nefasu

Hallo Luana, hallo Jessica,

ich würde hoffen, dass es sich beim Veganismus um einen Überzeugungsbasierten Trend handelt, welchen irgendwann die Mehrheit der Gesellschaft einnimmt und die Versklavung von nichtmenschlichen Tieren zukünftig ebenso verurteilt wird wie die Versklavung von menschlichen Tieren seit ca. 1865 (in weiten Teilen der Welt).


Meine Beweggründe sind dabei denkbar einfach (und beinahe plakativ klischeehaft):
Da der Mensch in keiner Lebensphase einschl. Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend keine tierischen Produkte benötigt um gesund zu leben[*1], ist es weder notwendig noch ethisch oder moralisch vertretbar empfindsame und leidfähige Lebewesen zu versklaven und / oder zu töten :thumbup:

Eine, gut geplante, vegane Ernährung ist gesünder ..

... für den Menschen als Individuum (z.B. im Gegensatz zu der heutzutage dominanten tierproduktlastigen Ernährung welch einen Großteil der sog. "Zivilisationskrankheiten" wie Diabetis und Adipositas begünstigen oder konkret auslösen)

... für den Menschen als soziales Wesen (z.B. könnte die derzeitige Nahrungsmittel- und absehbare zukünftige Wasserkriese durch eine weltweite vegane Ernährung komplett gelöst werden, Welthunger wäre somit kein großes Thema mehr[*2])

... für den Planeten als Ganzes (z.B. wg. der schlechten Kalorien- und Wasserbilanz von tierischen Produkten[*3], der Rodung ganzer Wälder zum Futtermittelanbau)

... für die Tiere (z.B. wg. Praktiken wie Schreddern von männlichen Küken nach der Geburt[*4], Kindesraub und dauerhaftem Zwangsschwängern bei weiblichen Kühen[*5] und nicht zuletzt wegen dem Töten aller Nutztiere - inkl. Milchkühen, Schurwollschafen und Legehennen - zum reinen Genuss)

Unsere Gesellschaft und die Judikative in Deutschland basiert weitgehend auf der kantschen Ethik, welche u.a. durch den kategorischen Imperativ geprägt wurde:
Zitat Immanuel Kant: AA IV, 421:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Damit stellt sich die ethische Frage, ob das derzeitige Handeln der Menschheit diesem Anspruch genügt:
Können wir wirklich wollen, dass Lebewesen (welche konsequent, nach dem Prinzip des Schleiers des Nichtwissens, auch nichtmenschliche Haustiere wie Hunde oder Katzen und alle menschlichen Tiere einschließen müssten - und dies in manchen Gesellschaften auch tun) zu Genusszwecken getötet werden?


Vegan lebe ich nun zeitlich seit über 2 Jahren.


Mein Alltag wird natürlich gewaltig davon beeinflusst:
Wenn man tagtäglich an jeder Ecke, u.a. durch Werbung, unreflektierte und teilw. postfaktische Aussagen mancher Mitmenschen, mit den Misständen der Tierhaltung und unserer Gesellschaft konfrontiert wird, ist es entsprechend schwierig sich von dem Thema zu distanzieren ;)


Auf Tipps werdet ihr im Forum zuhauf stoßen.
Wenn ihr konkrete Fragen habt, seid ihr natürlich herzlich dazu eingeladen einfach ein neues Thema zu eröffnen :thumbup:

Grüße,
Falk

[*1] http://www.vrg.org/nutrition/2009_ADA_position_paper.pdf
[*2] http://www.vegetarisches.net/informationen-und-rezepte/vegetarismus-gegen-den-welthunger-30.html
[*3] vgl. https://www.welt.de/wissenschaft/article130445467/Produktion-von-Rindfleisch-belastet-Umwelt-stark.html
[*4] http://www.focus.de/finanzen/news/kuekenschreddern-alternativlos-agrarminister-rechtfertigt-millionenfache-toetung-maennlicher-kueken_id_5395476.html
[*5] http://www.sagneinzumilch.de/produktion.php
"Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt."
Siddhartha Gautama "Buddha" (560 - 480 v. Chr.)

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急がば回れ。
(Wenn du in Eile bist, mache einen Umweg - japanisches Sprichwort)

"Ich habe keine Zeit dafür" ist nur ein anderer Begriff für "Es ist mir nicht wichtig genug".

15 mal bearbeitet
Benutzerbild von Craspedia

Ihr habt schon so gut vorgelegt, da weiß ich fast gar nichts mehr zu ergänzen. :thumbup:

Mein Mann und ich sind aus gesundheitlichen Gründen Veganer geworden und werden aus ethischen dabei bleiben. Je mehr man sich mit der gesamten Materie beschäftigt und informiert, desto sicherer ist man bei dem Entschluss. Er scheint die einzig logische Konsequenz.

Viel Erfolg bei eurer Arbeit und dem Selbstversuch. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ansonsten würden wir uns auch freuen, wenn ihr uns berichtet, was ihr so für euch heraus gefunden habt und wie es euch bei all dem ergeht :-)

Viele liebe Grüße
Jenny
Veg-Badge
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Das ist eigentlich interessant. Vegan wir vielfach auf die Ernährung abgestellt. Keiner fragt warum essen wir etwas und genau diese Nahrungsmittel? Unsere Ernährung ist das Ergebnis von Jahrtausenden Versuch und Irrtum. Und betrachtet man die Lebenserwartung, sind die Inuit nicht vorn dabei.
Heute wissen wir durch wissenschaftliche Arbeiten welche Nahrungsmittel gut für uns sind.
Das wollen viele nur leider nicht wahrhaben und keiner legt sich mit der Milliarden Mafia der Nahrungsmittelindustrie an. Ich erinnere nur an den Kampf gegen die Tabaklobby.
Es kann doch jeder rauchen und essen was er mag, nur über die Gefahren für die Gesundheit sollte sich jeder klar sein. Ob ein Raucherbein oder Diabetikerbein amputiert wird, der Effekt ist der selbe. Ich kann nicht mehr so gut laufen.

Ich persönlich habe aus gesundheitlichen Gründen aufgehört Nahrungsmittel tierischen Ursprungs zu essen. Und heute geht es mir richtig gut. Natürlich kann das jeder halten wie er will, aber schaut man sich in der Natur um, welche Säugetiere haben die höchste Lebenserwartung, Das sind alles Pflanzenfresser. Elefanten schaffen locker 50 Jahre wenn sie nicht von dummen Menschen erschossen werden. Davon können Löwen nur träumen.
Wie Menschen auf die Idee gekommen sind Milch von Kühen zu trinken wird sich mir nie erschließen. Ich finde Milch schmeckt einfach widerlich und als Kind brauchte ich sie nicht zu trinken da ich mich schon beim Geruch sofort übergeben habe. Mir wird heute noch schlecht wenn ich jemanden im Fernsehen sehe der eine Flasche Milch aus dem Kühlschrank nimmt und dann trinkt.
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