Wann und warum habt ihr euch beschlossen, Vegan zu werden?

Erstellt 27.12.2020, 13:22 Uhr, von Veganista88. Kategorie: Allgemein vegan. 35 Antworten.

26.01.2021, 21:09 Uhr
alles klar, ich werde mich hineinlesen :D
1x bearbeitet

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
27.01.2021, 11:45 Uhr
Hallo ihr Lieben!
Auch wenn ich noch ein Frischling bin 14.1. Offizieller Start finde ich dieses Thema sehr interessant.
Bei mir war es die Notbremse wegen meiner Allergien und eine schleichende Veränderung meiner Nahrungskette und meines Gewissens.

Ich habe gedacht, dass es mir vielleicht schwerfällt der Anfang, weil ich ziemlich radikal gestartet habe, und noch Tage vorher genüsslich Schinken und Salamibrote gegessen habe. Ich habe meinen Kühlschrank ausgemistet, alles verschenkt.

Bis jetzt vermisse ich gar nichts und bin darüber sehr erstaunt. Dass es noch zu keinem Reiz gekommen ist.
Meine Teller sind bunter denn je an Gemüse. Mein Hund klaut mit bald mein Obst :D .

Spaß beiseite, ich koch für meinen Hund alle 4 Wochen Bio Rindfleisch und Gemüse und frier es dann portionsweise ein. Dies werde ich auch bei behalten, weil sie es gut verträgt.

Ich kann es ohne Ekel, aber erwisch mich schon dabei, wie ich an das Tier denke und mich wie soll ich sagen, bedanke... bete... es klingt komisch ich weiß.


Ich schau mir zur Zeit häppchenweise The Earthlings an, das geht nur Stückchen weise, weil ich dabei nur am Weinen bin. Ich werde mich zwingen es zuende zu schauen, aber seitdem hat mich meine Entscheidung keine Lebewesen mehr zu essen + Ei und Milchprodukte nur noch bestärkt.


Wie hat eure Familie reagiert oder euer Umfeld? Bei mir wissen es bis jetzt nur 3 Leute und auf der Arbeit ist es bisher niemanden aufgefallen. Bin nicht der Typ dafür, ein großes Fass aufzumachen und hab schon im Voraus kein Bock auf Diskussionen.


Habt ihr dadurch auch so ein anderes Lebensgefühl erhalten oder bin ich einfach verrückt?


LG, Rina



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27.01.2021, 13:26 Uhr
Zitat Rina:
Ich schau mir zur Zeit häppchenweise The Earthlings an, das geht nur Stückchen weise, weil ich dabei nur am Weinen bin.


Dann kannst du auf jeden Fall auf "Dominion" verzichten, die Doku, die ich gestern gesehen habe. Dabei musste ich auch eine Pause einlegen beim Schauen. Mal abgesehen von dem blutigen Inhalt, hat es mich am meisten schockiert, wie viele der Leute auf den Farmen und Schlachtereien Spaß dabei haben, die Tiere zu quälen. Die Tiere werden als "Boxsäcke" verwendet, getreten, geschlagen, beleidigt, geworfen usw. Das lässt deutlich erkennen, dass die Arbeiter dort ihren Frust an den Tieren auslassen, also an wehrlosen Wesen, die nach deren Meinung unter ihnen stehen. Das muss den Leuten das Gefühl geben, Herrschaft und Kontrolle auszuüben. Da müssen einige Psychopathen drunter sein, die sich am Leid der Tiere aufgeilen.

Meine Familie dagegen glaubt, ich bin der Verrückte. :green:
Sie haben aber auch gesehen, wie ich früher abgemagert bin und Schwächeanfalle hatte. Da war ich als Veganer ein schlechtes Vorbild, und sie verstehen nicht, warum ich es wieder tue. (Jetzt habe ich Normalgewicht und alles läuft besser).

Eigentlich verstehen die meisten Leute, dass es richtig ist, vegan zu essen, aber sie verdrängen es, und eine Verdrängungsmethode ist Wut gegen Veganismus. Viele sind aber auch neidisch, dass man es schafft, Veganer zu sein. Veganismus erfordert Stärke und Disziplin. Disziplin zu haben, gibt auch ein tolles Lebensgefühl.
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27.01.2021, 15:50 Uhr
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass es Teil der Natur ist und deshalb völlig frei von irgendeiner Moral, dass die eine Art die andere isst. Ich würde nie ein Raubtier verurteilen, und überhaupt - warum zieht man dann nicht die Grenze vor dem Töten von Pflanzen?

Während ich aber früher der Überzeugung war, Menschen bräuchten tierische Nahrungsmittel und seien in der Hinsicht wie Raubtiere zu bewerten, habe ich vegan nach der Lektüre der "China Study" als für die Gesundheit überzeugend befunden und die frühere Sichtweise als Irrtum bewertet.


Ich wollte auch vorher keine perverse Massentierhaltung unterstützen und habe jahrelang Bio-Fleisch gekauft. Das war vor ca. 20 Jahren als Studentin nicht einfach. Ich sagte mir aber, wenn es dreimal soviel kostet, dann esse ich es eben nur ein Drittel so oft. Dass man es oder auch Milchprodukte, irgendwie braucht, davon war ich grundlos überzeugt.

Vor 17 Jahren wurde mein Sohn geboren, der in den ersten Lebensjahren u.a. gegen Milch allergisch war. Der Kinderarzt, (der eigentlich vegan problematisch findet), hatte mich auf meine besorgte Nachfrage wegen Kalzium damals aber schon beruhigt - könne man durch passendes Gemüse zuführen. Das hatte ich mir damals schon gemerkt.

Einige Jahre später machten mich weitere Widersprüche stutzig: Schweine, so hieß es, wären den Menschen physiologisch so unglaublich ähnlich - man benutzt doch sogar Schweineherzklappen für Menschen, oder? Jedenfalls wollte nicht in meinen Kopf, warum Schweinefleisch das ungesündeste Fleisch sein sollte. Da in unserer Familie Arthritis vorkommt, wollte ich es genauer wissen: Meine Mutter bekam immer empfohlen, auf Schwein zu verzichten, während ich dachte, vielleicht wäre gerade Schwein die Lösung.
Etwa zeitgleich hielten wir für die Kinder ein paar Farbmäuse. Bei der Recherche zum richtigen Futter hieß es, mehr als ein sehr kleiner Prozentsatz tierischen Futters (Mehlwürmer etc.) wären krebserregend für die Mäuse. In dem Mäuseforum, in dem ich damals war, gab es einen teilweise aggressiven Tonfall, wenn Leute einen nicht genug großen Käfig vorweisen konnten. Da dachte ich mir auch: Laut irgendeiner gesetzlichen Regelung zur Haustierhaltung ist man verpflichtet, einer Gruppe von 5 Mäusen eine Bodenfläche von mind. 1 x 0,5 m zu geben. Wir hatten zwei solche Etagen. Aber wären es Hühner, hätten wir legal wohl noch mehr Stück dort reinsetzen dürfen. Das ist einfach nur irre!

Also all diese Punkte zusammen veranlassten mich, völlig ergebnisoffen nach Antworten jenseits von Foren oder Vereinen zu suchen, und so stieß ich auf die "China Study".

Das war 2013, und bis auf wenige Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann, ernähre ich mich seit 2013 vegan. Mein Mann las das Buch nach mir und schloss sich gleich an.

Wir fühlen uns fit, haben sehr gute Blutwerte und das Erstaunlichste ist, dass bei uns Erkältungen meist nach einem halben Tag weg sind.
Unser beider Heuschnupfen ist allerdings nicht besser geworden, und auch meine leichte bis mittlere Rosacea ist nicht einen Deut besser geworden. Die schwankt nach wie vor zyklusabhängig.

Also ich kann nicht sagen, dass alle Wehwehchen weggezaubert sind, aber an sich sind wir gesundheitlich sehr fit und bauen auch nicht ab, obwohl wir nicht mehr jugendlich sind.

Und hier schließt sich dann sehr spät der Kreis zur Moral: Wenn pflanzlich das Gesündeste ist und Menschen eben nicht von Natur aus Allesfresser sind, dann ist es moralisch nicht zu vertreten, Tiere in so einem Ausmaß und auf die bekannte Weise zu "produzieren". Und den Menschen gegenüber ist es auch nicht moralisch, sie in diesem Unwissen zu belassen und immer weiter zu verführen und das Ungesunde zu subventionieren usw.

Die Sache mit dem Klima habe ich in dem ganzen Ausmaß erst noch viel später erfahren. Dazu muss man hier nichts weiter sagen: Man könnte sooo viel sooo einfach erreichen, und alle wären auch noch gesünder und die Tiere nicht mehr versklavt, und Menschen müssten nicht hungern - dass DAS nach wie vor die "extreme" Haltung ist, ist unfassbar.


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28.01.2021, 10:29 Uhr
Ich bin damals wegen meiner Gesundheit (viel Entzündungen vor allem der Atemwege, oft verschleimt etc.) in Richtung Vegan gegangen. Auf Käse und Eier habe ich bis jetzt noch nicht vollkommen geschaft zu verzichten :red:

Nun die Beschwerden sind mehr oder weniger geblieben, jedoch auch der "vegane Ansatz" meiner Ernährung.
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28.01.2021, 10:45 Uhr
Hallo Lucavega

Mein Mann hatte auch in den 80ern immer wieder Probleme mit Asthma und Bronchitis, wir aßen damals schon vegetarisch, aber eben immer noch Milchprodukte, er hatte auch öfter mit Stirnhöhlenentzündungen zu tun. Seit er die Milchprodukte weitgehend weglässt- es sei denn mal in einem Produkt auswärts wie z.B. Sahnesoße bei Nudeln, geht es ihm erheblich besser. Er hat zwar im Frühjahr durch die Pollen mal kleinere Probleme mit Atemnot oder wenn die Ozonwerte hoch sind, aber sonst nicht mehr so viel.

lieben Gruß
METTA
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