Wie geht ihr mit Verleitungen um ?

Erstellt 11.10.2016, 16:20 Uhr, von Veggi. Kategorie: Allgemein vegan. 40 Antworten.

Wie geht ihr mit Verleitungen um ?
11.10.2016, 16:20 Uhr
Leider muß ich bekennen, dass ich mich momentan immer mal schwer total schwer tue, Vegan zu bleiben.
Vorletzte Woche Mittwoch waren bei uns im Odenwald, da gibt es wirklich noch nicht mal vegetarisch und wir waren mit meinen Pateneltern essen. Sie finden meinen Ernährungsstil gefährlich und Blödsinn und lassen nichts auf ihr Fleisch kommen!


Am Donnerstag darauf bin ich bei einer Freundin eingeladen gewesen. Ihr hatte ich zwar erzählt, dass ich vegan lebe und wir haben uns darüber ausgetauscht, aber sie hatte trotzdem einen NICHT veganen Kuchen gebacken. War nicht böse gemeint, sie hatte es vermutlich nur vergessen...
Nachmittags war ich dann bei einer anderen Freundin.
Ihr kleiner 2 jähriger Sohn will jeden Gast immer aus der Vollautomat-Kaffemaschine einen Kaffe zubereiten. Ich konnte nicht ablehnen und Tränen riskieren und habe also einen Milchkaffe angenommen und getrunken... :red:
Tja, sorry da gilt für mich Höflichkeit vor vegan...
Wie geht ihr mit was um???


Liebe Grüße
silke
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
11.10.2016, 16:27 Uhr
Ich sage immer nein Danke. Ich finde andere sollten mein nein auch akzeptieren, auch kleine Kinder sollten lernen mit einem "nein" umzugehen.. Ich meine ich zwinge niemanden dazu Brokkoli zu essen, wenn mir jemand sagt, dass er keinen möchte (und ich lasse mich auch nicht dazu zwingen Brokkoli zu essen, ich mag nunmal keinen).

Wenn ich eingeladen bin spreche ich das entweder vorher ab oder/und nehme mir immer eine Kleinigkeit zu essen mit. Seien es auch nur mal Nüsse, aber hauptsache etwas zu essen..

Falls ich in Versuchung gerate und denke "hmm, jetzt mal ne Milchschnitte" oder so dann schaue ich mir Tiervideos an. Also.. schlimme aus der Massentierhaltung, dann möchte ich schon gar nicht mehr..

Liebe Grüße
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11.10.2016, 17:03 Uhr
Hallo Silke (ich glaube, wir kennen uns aus dem BücherTreff) :D
So klein ist die Welt. :D

Ich habe ja 2007 angefangen vegan werden zu wollen. Habe es mal ein halbes Jahr gemacht dann wieder vegetarisch oder gar omnivor. Dann wieder mal ein dreiviertel Jahr vegan und so weiter. 9 Jahre lang. Immer habe ich hie und da mal eine Ausnahme gemacht oder klein bei gegeben, wenn jemand mein Vegansein mal wieder ignoriert hat. Aber immer kam ich mir dabei schlecht vor, bis ich dann endlich, nach 9 Jahren die Reißleine gezogen habe.

Ich esse und lebe vegan, weil es mir ein Bedürfnis ist, Tiere zu schützen, immer und in jeder Hinsicht. Von daher gibt es für mir keine Verleitungen/Ausnahmen mehr. Wenn ich weiß, dass an einem Ort das Vegansein unmöglich oder schlecht sein wird, dann nehme ich mir was mit. Und wenn ich mal in eine Situation komme, wo es vorher nicht abzuschätzen war, dann muss ich da eben durch, auch wenn das heißt Brot, Wasser, Tomate und nix weiter. Das ist aber sowas von selten.

Was den Milchkaffee des kleinen Mannes angeht, so würde ich den einfach an jemanden weitergeben und nur so tun, als wenn ich probiere und trinke und mir parallel dazu meinen Kaffee mit eigener (M)ilch zubereiten lassen. Ich habe immer meine Kaffeesahne dabei. Es gibt ja auch Menschen, die mögen z. B. keinen Kaffee, wie ich. Ich trinke keinen Bohnenkaffee, sondern nur den aus der Senseomaschine. Ich würde den Kaffee annehmen und so tun als wenn ich trinke oder wirklich sagen, dass ich ihn nicht mag. Tränchen hin oder her, aber wenn ich etwas aus Überzeugung nicht zu mir nehme, dann auch nicht als Ausnahme, egal, wie die Situation ist.

Aber, wenn du damit zurecht kommst und es dich nicht weiter quält, ist das doch vertretbar für dich. Wenn du das nicht kannst, weil du es nicht aushalten willst oder kannst, dann musst du Lösungen für dich finden.


Liebe Grüße von Tanni
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11.10.2016, 18:49 Uhr
Hallo Silke, hier erst mal mein Brotrezept......135g Sonnenblumenkerne, 90g Leinsamen, 65g Haselnüsse, 145g Haferflocken, 2 Essl. Chiasamen, 4 Essl. Flohsamenschalen, 1TL Salz, 1Essl. Ahornsirup, 3 EL Kokosöl, 350ml Wasser.
Die trockenen Sachen vermischen, Flüssigkeit separat verquirrlen, dann alles zusammen mit den Händen durchkneten bis die Masse gleichmässig feucht ist, ab in die Kastenform. 2 Stunden stehen lassen. Bei 175 Grad 20 Minuten backen. Dann das Brot aus der Form nehmen, Oberseite nach unten auf Backpapier legen und nochmals 30-40 Minuten backen. Das Brot klingt hohl wenn es fertig ist. Was ich nicht esse friere ich ein. Ich finde es superlecker. Das Kokosöl kann auch durch anderes Öl ersetzt werden. Guten Appetit!
Dann zu den Verführungen.......
Ich kenne das, und ich bin auch ab und zu am Schwanken soll ich oder soll ich nicht. Aber da arbeitet mein Gehirn gut mit. In dem Moment in dem ich "soll ich" denke, sehe ich die Augen des Rindes vor mir aus Kilians Film "easy vegan". Das geht voll automatisch. und schon ist die Versuchung Vergangenheit. Ich habe ja auch immer ein Stück von "meinem" Brot in der Tasche falls es mal gar nichts zum Essen für mich gibt. Aber wie Tanni schon sagt: Notfalls Brot, Tomate Wasser.
Wenn du damit zurecht kommst mit den kleinen Ausrutschern zu leben , finde auch ich das vollkommen in Ordnung. Ich finde man darf im Leben nichts allzu verbissen sehen. Aber mir helfen die Augen dieses Rindes automatisch "Nein" zu sagen.
LG Ingrid
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11.10.2016, 21:11 Uhr
Zitat Veggi:Leider muß ich bekennen, dass ich mich momentan immer mal schwer total schwer tue, Vegan zu bleiben.


Hallo Silke,

das erste Jahr eines Veganers ist in der Regel mit einigen Rückfällen gekennzeichnet, die Erinnerung an Käse, Eier, Milchkaffee oder Joghurt (aus der Sicht eines Vegetariers - der Einfachheit bleibe ich bei diesem Beispiel) lässt Dich in schwachen Momenten "rückfällig" werden. Ist ja auch OK - Du bist ja erst im ersten Jahr :angel:

Im zweiten Jahr bist Du viel stabiler - :wink: :wink: :wink:

Du hast neue Rezepte ausprobiert, Dich in die Literatur eingelesen, evtl. neue Freunde kennengelernt und... ein ganz anderes Bewusstsein entwickelt. Hier im Forum findest Du so viele hilfreiche Informationen, die Dir weiterhelfen werden.

Also... Kopf hoch... Du bist bereits unterwegs...


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11.10.2016, 21:18 Uhr
Hallo,
meine Erfahrungen sind: Je mehr Rückfälle, desto schneller gibt man auf. Weil Rückfälle zur Normalität werden. Und dann prägt man sich ein, dass man nicht vegan leben kann und lässt es später ganz bleiben. Das sind Klassiker :|
Das war übrigens auch einer der Hauptgründe, den veganen Kurs zu erstellen. Nicht, weil es die Infos nicht gäbe - sondern weil einem der praktische Einstieg und die Kontinuität oft fehlt.
Viele Grüße
Kilian
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12.10.2016, 07:32 Uhr
Hallo,

ja das ist schwierig, mir gelingt das heute noch nicht 100%. Ich versuche möglichst vegan zu bleiben, das gelingt mir aber, beruflich bedingt nicht immer.
Ich esse dann vegetarisch, stehe aber auch dazu und habe da kein Problem mit. Ich gebe mein bestes.

Zuhause oder wenn wir so mal essen gehen, klappt das sehr gut.
Ausnahmen sind bei mir immer z.B. Messen. Ende Oktober bin ich eine Woche auf Messe, da scheitert es oft schon am Mittagessen (und da kann ich mir nichts vorbereiten wir sind ja im Hotel, da geht es schlecht und es ist ein kleines Hotel, mit wenig veganen Sachen), da gibt es zwar oft auch thailändisch auf dem Messegelände, aber oft fehlt mir die Zeit da hin zu gehen und was zu holen.
Und beim Abendessen ist das natürlich auch schwierig.
Bei solchen Events, schaue ich schon nach veganen Alternativen, aber ich lass da 5 auch mal grade sein, weil es echt schwierig ist.
Das sind wenige Ausnahmen im Jahr, aber damit muss ich und kann ich gut leben.

Aber das muss jeder selbst entscheiden denke ich, und man darf deswegen niemanden verurteilen. Ich denke wir versuchen alle unser Bestes.

LG
Bellinchen


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12.10.2016, 08:19 Uhr
Hallo Silke,
Rudolfo hat es ganz gut getroffen.
Bin seit Januar vegan und am Anfang gab es auch 2 Rückfälle, die ich sofort bereut habe.
Den ich dachte ich habe einen totalen Hunger auf Käse und als ich den dann gegessen habe :crazy:
Fand ich ihn irgendwie garnicht mehr lecker.....genauso wie ich meine frühere Lieblingssosse für
meinen Mann gekocht habe....es hat zwar geschmeckt in dem Augenblick....aber 5 min später :wtf:
Fragte ich mich, was ich da getan habe!
Mittlerweile MUSS ich die Fenster mittags aufreissen , da meine Kollegen fast täglich bestellen.
Und spätestens wenn die fettigen eckligen Gerüche der "bestellten Sachen" rüber kommen....geh
ich lüften. Dabei war ich früher oft dabei und habe genau die Sachen geliebt.
Jetzt kann ich locker verzichten.....also Kopf hoch, es wird besser :clap:
Wenn ich mal eingeladen werde, dann bringe ich mir entweder was mit oder ich esse schon vorher und nehme dann nur
noch Beilagen.
1x bearbeitet

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12.10.2016, 09:22 Uhr
Zitat MelX:.
Bin seit Januar vegan und am Anfang gab es auch 2 Rückfälle, die ich sofort bereut habe.
Den ich dachte ich habe einen totalen Hunger auf Käse und als ich den dann gegessen habe :crazy:
Fand ich ihn irgendwie garnicht mehr lecker.....genauso wie ich meine frühere Lieblingssosse für
meinen Mann gekocht habe....es hat zwar geschmeckt in dem Augenblick....aber 5 min später :wtf:
Fragte ich mich, was ich da getan habe!
Mittlerweile MUSS ich die Fenster mittags aufreissen , da meine Kollegen fast täglich bestellen.
Und spätestens wenn die fettigen eckligen Gerüche der "bestellten Sachen" rüber kommen....geh
ich lüften. Dabei war ich früher oft dabei und habe genau die Sachen geliebt.
Jetzt kann ich locker verzichten.....also Kopf hoch, es wird besser :clap:
Wenn ich mal eingeladen werde, dann bringe ich mir entweder was mit oder ich esse schon vorher und nehme dann nur
noch Beilagen.

Ich koche ja nahe nahezutäglich noch für meinen Mann sein Omnivores Essen. Ich habe kein Problem mit dem verarbeiten des Fleisches, dem Geruch. Ich muß ja auch häufig seine Soßen abschmecken. Mir poppen denn aben die Bilder im Kopf auf, von Massentierhaltung oder beim Schlachter oder in Schlachthäusern... und da bin ich dann froh, dass ich es nicht essen muß...
Ich glaube, wenn ich das Essen meines Mannes nicht mehr zubereiten kann, komme ich an ein Problem, weil mein Mann nicht kochen kann, mein Essen nicht isst und nicht will.
(Das ist ein anderes Thema)


Danke Euch allen, es hilft einem wenn man merkt, dass man nicht alleine ist, dass es anderen genauso geht wie einem selbst und man aus Erfahrungen von anderen fürs ich Hilfe ziehen kann

Gruß Silke
1x bearbeitet

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12.10.2016, 09:30 Uhr
Komisch das Essen von meinem Mann zubereiten geht meistens, abschmecken muss er nun selber :wtf:
Allerdings isst er nix so fettiges und daher stinkt es nicht so. Sondern eher nach Gewürze,
daher geht das, glaube ich!
Meiner isst allerdings immer öfter mit oder ich mache mir "mein" Essen und er bekommt das dann
mit ner H.brust dazu oder ich überbacken ihm das.


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