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Fasten

Erstellt 11.05.2016, 09:06 Uhr, von Medi. Kategorie: Gesund vegan leben. 11 Antworten.

Fasten
11.05.2016, 09:06 Uhr
Liebe Freunde des guten Geschmacks,

angeregt durch einige Kollegen und Freunde, die das bereits gemacht haben, möchte ich demnächst auch eine Fastenkur starten. Sogenanntes „Heilfasten“. Meine Bekannten haben das allesamt während eines Fasten-Urlaubs gemacht. Diese Möglichkeit habe ich leider nicht, sondern ich möchte das Ding im Alltag durchziehen.


Warum ich das machen möchte? Ich habe das Gefühl, es würde mir gut tun, meinen Körper und die Organe zu entgiften und einen „Restart“ zu machen. Es geht mir nicht um Gewichtsabnahme (wobei das ja auch nicht soooo schlecht wäre, höhö).

Ausgeguckt habe ich mir die Zitronen-Fastenkur von Tom Woloshyn. Das Buch habe ich mir im Handel besorgt und eine kurze Übersicht über den Ablauf gibt es hier: http://www.regenbogenkreis.de/shop/inspiration/gesundheit-und-ernaehrung/die-zitronensaftkur-eine-der-einfachsten-und-wirksamsten-entgiftungsmethoden#commentcontainer

Jetzt wollte ich mal in die Runde fragen, ob jemand von euch schon einmal eine Fastenkur gemacht hat und welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt. Habt ihr Tipps und Tricks auf Lager? Oder was haltet ihr davon? Gibt es vielleicht sogar andere Kuren, die ihr für eine Entgiftung bzw. Reinigung empfehlen könnt?


Danke für eure Antworten!

Die Medi

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
11.05.2016, 09:51 Uhr
Hallo Medi,

ich persönlich halte (kurzzeit!) Fasten für eine gute Art den Kopf frei zu bekommen und sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu konzentrieren.
Die maximale Fastendauer sollte dabei 24 Stunden betragen.

Wenn dein Fasten nur einen sehr begrenzten Zeitraum hat kann ich es dir wärmstens ans Herz legen, da man viel über sich selbst und das eigene Umfeld lernen wird, ohne den Körper zu strapazieren und aus der Reserve zu locken.

Wenn es dir allerdings um Darmgesundheit geht, dann wird Heilfasten nicht viel bringen. Hier solltest du lieber auf eine Darmsanierung setzen, indem du mit verschiedenen natürlichen Mineralien, Samen und Probiotika den Bakterienhaushalt im Darm wieder ausbalancierst. Dauert zwar länger, ist dafür aber auch nachhaltig ;)


Jedoch sollte man auch über die falschen Versprechen und Risiken des (langzeit) Heilfasten bescheid wissen, dazu zitiere ich hier ein paar meiner diversen Facebook-Kommentare zu dem Thema:

Wer sich vom Fasten "Entschlackung" oder "schnellere Entgiftung" verspricht wird damit aber leider auf den Hintern fallen.
Es gibt weder "Schlacken" in unserem Darm, noch "entgiftet" der Körper schneller, wenn er durch das fasten in den "Überlebensmodus" schaltet.

Wir können keinen "Booster" anschmeißen, um die Schäden von Jahrzehnten in Monaten, Wochen, oder sogar Tagen zu reparieren.
Der Körper braucht Zeit - und sicherlich keine tagelange Hungerkur ohne Nährstoffaufnahme - um sich zu regenerieren.


Die Gewichtsabnahme wird sicher eintreten, allerdings nicht so wie man es sich wünscht:
Zuerst werden die Glykogenspeicher aufgebraucht, dann werden die Muskeln abgebaut, danach wird der Stoffwechsel heruntergefahren und erst zuletzt wird Körperfett abgebaut.
Wenn also am Ende der Fastenzeit 6kg weniger auf der Waage stehen, dann darf man davon ausgehen, dass nur ein geringer Bruchteil davon wirklich Körperfett ist und die sportliche Leistung enorm einbrechen wird.


Wieso trotzdem soviele Leute vom Fasten schwärmen?
Nun, weil sie endlich mal auf krankmachende Lebensmittel (u.a. Fleisch, Milch, Eier, etc.) und höchst ungesunde Produkte (Industriefutter, Donuts, Pizza "mit allem") verzichten und sämtliche Produkte weglassen auf welche sie, meist unbewusst, allergisch oder schlecht reagieren (z.B. Gluten, Hülsenfrüchte, Pilze).

Dieses "Wohlfühlen" könnte man auch mit einer gesunden und möglichst natürlichen Ernährung erzeugen, oder mit einer Ausschlussdiät die allergenen Lebensmittel herausfinden..
Wer beschäftigt sich aber schon gerne mit dem Essen, wenn es solche "Wundermittel" wie das "Heilfasten" gibt, mit denen man sich quasi selbst die "Erlaubnis" gibt 80% der Zeit etwas falsch zu machen, da man ja 20% der Zeit "alles richtig" macht.


Prinzipiell entgiftet der Körper sobald man aufhört ihm Sachen zu füttern die er nicht mag. Sein dies - individuell unterschiedlich - Geschmacksverstärker, Gluten, Hülsenfrüchte oder Soja. Dafür braucht man sich selbst nicht in ein Nährstoff- und Muskelabbauloch zu stürzen und Heilversprechen irgendwelcher - wissenschaftlich nachweisbar, nicht vorhandener - "Schlacken" zu glauben.


Unser Darm ist kein Ofenrohr und reinigt sich regelmäßig selbst, wenn man ihn nicht ständig mit Lebensmitteln vollpumpt, die er nicht (oder nicht vollständig) verarbeiten kann.

Dafür würde es ausreichen einfach nur auf den eigenen Körper zu hören, anstatt ihm ständig neue Aktivitäten aufzuzwingen, die dieser eigentlich vermeiden möchte, wie z.B. das Verhungern beim (langzeit Heil-)Fasten mit riesigem Vitamin-, Mineralstoff und Energiedefizit..


Nach dem Heilfasten isst man dann wieder so "gesund" wie vorher. Und der Kreis schließt sich..

Grüße,
Falk
18x bearbeitet

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11.05.2016, 10:57 Uhr
Hi Falk,


danke für deine Antwort! Interessante Aspekte.


Um meinen Darm geht es mir allerdings nicht, der ist in Ordnung, sondern ich möchte hiermit ein paar Gallensteinchen los werden und meiner Leber etwas Gutes tun :angel:

"Meine" Kur dauert 10 Tage und ich bin total gespannt, wie es mir währenddessen und danach geht. Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr begeistert.
Natürlich kann es daran liegen, dass ungesunde Krankmacher mal für einen bestimmten Zeitraum weggelassen werden. Aber darum geht es ja auch. Und Hungerperioden gab es in der Geschichte immer und ich denke, dass ich das gut wegstecken kann. Spannend :D
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11.05.2016, 10:59 Uhr
Ich kann dir intermittierendes Fasten empfehlen, das lässt sich leicht durchhalten (sogar pummelchen schafft es) und der positive Effekt von Fasten tritt genauso gut auf wie bei langem Fasten, eigentlich sogar noch besser, da der Körper nicht anfängt, sich selbst zu verdauen. Laut Buch reicht ein Tag die Woche verminderte Kalorienaufnahme oder ein 18 Stunden Fastenfenster - wenn du also einmal das Abendessen weglässt und am nächsten Tag einen späten Brunch isst, dann hat dein Körper gefastet und konnte all die Hormone ausschütten, die man beim Fasten haben will aber kommt nicht in Stress. Das lässt sich auch gut in den Büroalltag integrieren. Um einen langfristigen Effekt zu haben, muss man das aber auch kontinuierlich machen.


Bei den Schlacken und dem Gift muss ich Nefasu zustimmen, ich habe bis jetzt auch keine Publikation gelesen, die nachweisen konnte, dass durch Fasten irgendwie Schadstoffte besser weggehen. Gift kann sich natürlich ansammeln, aber dein Körper arbeitet ständig daran, dich zu entgiften (nichts anderes macht man beim pinkeln :D ) Du entgiftest höchstens dahingehend, dass deine in deinem Fett gespeicherten Gifte frei werden, ganz schnell, ganz viel, und dann deinen Körper eher belasten. Das spirituelle Hochgefühl kommt meistens einfach vom Hungermodus des Körpers, man fühlt sich zwar ziemlich leicht und toll, aber im Endeffekt hat es meines Wissens nach keinen positiven Effekt, länger als einen Tag zu fasten und kann eventuell sogar schädlich sein, wenn man es übertreibt. Meine Tante hat mal irgendwie zu lange gefastet und ist dann am gesamten Körper angeschwollen, war nicht schön...


Im Endeffekt würde ich sagen, dass du eh relativ gesund lebst und dir langes Fasten keinen großen Nutzen bringen wird. Es ist aber eben auch, egal wie viele Publikationen man dazu hat, eine Glaubenssache: Wenn wir dir jetzt etwas versauen, auf dass du dich super gefreut hast, dann mach es, aber sei vorsichtig, dass du dich nicht kaputt machst oder unnötig quälst und es dir nicht gut geht.
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11.05.2016, 11:02 Uhr
Zitat pummelchen: Im Endeffekt würde ich sagen, dass du eh relativ gesund lebst und dir langes Fasten keinen großen Nutzen bringen wird. Es ist aber eben auch, egal wie viele Publikationen man dazu hat, eine Glaubenssache: Wenn wir dir jetzt etwas versauen, auf dass du dich super gefreut hast, dann mach es, aber sei vorsichtig, dass du dich nicht kaputt machst oder unnötig quälst und es dir nicht gut geht.


Danke! :wink:

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11.05.2016, 11:07 Uhr
Und bloß nicht übertreiben, sonst gehst du auf wie Pizzateig :-/ Und wenn dein Zahnfleisch anfängt, weh zu tun, dann ist da ein Alarmsignal^^ Ach ja: wenn dein Körper auf Ketonhaushalt umsteigt, um Energie zu gewinnen, fängt der Mundgeruch an :red: Auf jeden Fall genug trinken und hin und wieder auch eine Prise Salz ins Wasser, wenn du keine Brühe trinkst. Solltest du je gekifft haben, mach dich auf nen Trip gefasst, das kommt alles wieder aus dem Fett und macht dich high :D
Das sind meine Tips(viele von meiner Tante, die fastet jedes Jahr)
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11.05.2016, 11:09 Uhr
Hallo Medi,

dann wünsche ich dir viel Erfolg :)

Sag bescheid wie es war und ob sich etwas mit den Gallensteinen und der Leber getan hat ;)

Die Bilder meiner Gallensteine sind mir ein Mahnmal an den übermäßigen Verzehr von Tierprodukten in der Vergangenheit und meine Leberwerte eine Warnung für alle kommenden Silvester sowie ein Andenken an meine Abitur- & Studienzeit :lol:


Zitat pummelchen:Solltest du je gekifft haben, mach dich auf nen Trip gefasst, das kommt alles wieder aus dem Fett und macht dich high

Jetzt muss ich mich doch nochmal genauer ins Fasten einlesen :clap:

Grüße,
Falk
1x bearbeitet

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11.05.2016, 11:12 Uhr
Hi Medi,
ich faste im circa 1-2 x im Jahr für 10-20 Tage (je nachdem wie es mir bekommt, bzw. es mir geht). Dabei meistens immer die "pure" Variante, d.h. Wasser und Tee.
Je nachdem gibt es auch mal eine klare Gemüsebrühe dazu (1-2x/Woche).
Ich selber kann davon abraten zu fasten, sofern es längerfristig ist, im normalen Alltag, vor allem beim ersten mal. Es empfiehlt sich, sich ausführlich zu informieren und je nachdem mit dem Heilpraktiker oder Arzt das ganze abzusprechen.
Psychisch und physisch ist fasten eine tolle Sache und definitiv eine wertvolle Erfahrung.
Sofern man beim Fasten aber im normalen Berufsleben steht sollte man bedenken, dass man evtl. stimmungsmäßig nicht unbedingt besonders gut gelaunt ist und evtl. leicht reizbar ist.
Ich empfehle fürs Fasten sich 1 min. Woche Urlaub zu nehmen, zum anfasten usw., und es sich gut gehen zu lassen (z.B. Wellness, Sauna, Massagen usw..). Gerade in der ersten Woche hat man öfters Kopfschmerzen (z.B. durch Kaffeeentzug) und schlechte Laune evtl. auch Schmerzen bis der Körper sich daran gewöhnt hat.
In der zweiten Woche hat sich der Körper und das Gemüt eher ans Fasten gewöhnt und kann eher wieder arbeiten. Allerdings ist körperlich anstrengende Arbeit für den Kreislauf während des Fastens fordernd (und man sollte aufpassen dass man nicht umkippt :D ).
Ob man Schlacken oder Entgiftung glaubt oder nicht, ist jedem selbst überlassen (ich glaube es nur seeehr begrenzt). Ich faste meistens aus psychischen Gründen, weil ich dadurch wieder ruhiger, fokussierter und entspannter bin. Gewichtsabnahme war anfänglich (vor 5 Jahren) der Grund, aber wie bereits von Falk geschrieben bringt fasten da nur begrenzt etwas.
Ich stimme erstmal mit dem was Falk gesagt hat im groben überein.
Mittlerweile geht man davon aus, dass die Abnahme der Muskeln nicht ganz so extrem ist wie vermutet.


Eine ganz neuer netter Bericht zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=9BpCHTh4EXY
Auch ganz nett war der Bericht im Geo Magazin vom Februar (glaube ich zumindest) über das Fasten.
Ansonsten verweise ich auch auf das Internet, wobei ich Schlacken bzw. Behauptungen usw.. immer kritisch hinterfragen würde.

(Ich habe hier von meinen eigenen Erfahrungen im Bezug auf Wasser/Tee Fasten gesprochen, manchen Leuten kann es dabei komplett anders gehen bzw. können komplett andere Erfahrungen machen. Nichts von dem Geschriebenen ist die Wahrheit als solches, wenn überhaupt nur eine Idee von ihr. :angel: )
4x bearbeitet

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11.05.2016, 11:14 Uhr
Hahahaaa! :D Na die Dinger will ich bei mir auch mal sehen. Igitt! Und meine Leber ist im Laufe der Jahre auch mit ihren Aufgaben gewachsen. Daher wünsche ich mir eben den Reset. Und wenn es nicht gut ist, dann mach ich es nie wieder. Aber wie man auf fränkisch so pragmatisch sagt: "Hilft's nix, schadt's nix!"
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11.05.2016, 11:23 Uhr
Hallo Medi,
ich habe selbst noch nicht gefastet, habe aber viel Gutes gehört... ob positive Effekte nun belegbar sind oder nicht, spielt beim Wohlbefinden ja nicht unbedingt eine Rolle :-)
Man liest viel übers Fasten. So soll Fasten sogar bei der Behandlung von Krebs unterstützend wirken... aber wie immer gibt es auch Gegenstimmen, die zu erhöhter Nahrungsaufnahme raten...
Naja. Ich glaube nicht an "Entschlackung" und denke, dass z. B. Schwermetalle auch trotz Fasten weiter im Körper verbleiben.
Mein weg ist es eher, auf gesündere Ernährung zu achten (was für mich bedeutet: mehr frisches Obst/Gemüse, allgemein weniger essen, langsamer essen).
Viele Grüße
Kilian
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