Milch gar nicht so ungesund?

Erstellt 15.08.2014, 10:19 Uhr, von kilian. Kategorie: Gesund vegan leben. 23 Antworten.

Milch gar nicht so ungesund?
15.08.2014, 10:19 Uhr
Hallo,

Ist Kuhmilch gar nicht so ungesund, wie das von Veganer behauptet wird?
Hier ein Artikel auf Spiegel Online.
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/milch-kampagne-bringt-milch-in-zusammenhang-mit-uebergewicht-a-985707.html und ein Interview dazu:

Die "Dick wie eine Kuh"-Kampagne kenne ich gar nicht - Ihr vielleicht?

Wie, glaub Ihr, kommen solche Artikel zustande? Irgendjemand muss die Unwahrheit sagen. Filme wie "Gabel statt Skalpell", die China Study usw weisen auf die schädlichen Folgen des Milchkonsums hin. Aber der Interview-Partner von Spiegel Online dürfte ja auch einiges Fachwissen haben. Wer hat also Recht?

Ich trinke in erster Linie aus Tierschutz- und Öko-Gründen keine Milch.

Viele Grüße:

Kilian
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
16.08.2014, 09:35 Uhr
dazu gab es auf der facebook-seite von vegpool einen hinweis auf diesen Artikel:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/a-818974.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://lm.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fwirtschaft%2Flebensmittelindustrie-top-beamter-in-doppelter-mission-a-818974.html&h=cAQHy-eVX&s=1

Fragt man sich doch, warum der typ überhaupt interviewt wird..

Viele Grüße:

Kilian
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16.08.2014, 19:46 Uhr
Fakt ist: Milchkühe und ihre Kälber leiden unermesslich.
Fakt ist: Die Milchindustrie ist auch ökologisch ein Desaster.
Fakt ist: Zumindest brauche ich Milch nicht, um mich gesund zu ernähren (unabhängig, ob sie nun ungesund ist oder nicht), denn es gibt genügend pflanzliche Calcium-Quellen.
Ergo: Für mich ist es gänzlich unethisch, Milch und Milchprodukte zu konsumieren.

Zitat kilian:Die "Dick wie eine Kuh"-Kampagne kenne ich gar nicht - Ihr vielleicht?

Die 'Dick wie eine Kuh' Kampagne kannst du nicht kennen, Kilian, da es sie nicht gibt, sondern:

Zitat kilian:Wie, glaub Ihr, kommen solche Artikel zustande? Irgendjemand muss die Unwahrheit sagen.

Irgendwo auf dem Weg, den Frederik Jötten täglich geht/fährt, schreibt jemand angeblich seit geraumer Zeit mit Kreide wechselnde Slogans ('Kreidebotschaften') gegen den Milchkonsum auf eine Wand, den Boden... . Diese Kreidebotschaften bezeichnet Herr Jötten als eine Kampagne, als gezielte PR-Arbeit gegen Milch. Als Aktivisten gibt Jötten 'die Veganer' an, den Beweis dafür bleibt er genauso schuldig, wie für alles andere, was in seinem Artikel behauptet wird. Dafür holt er sich einen sog. Experten mit ins Boot, den Präsidenten des MRI, eines Bundesforschungsinstituts, dessen direkt übergeordnete Behörde das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) ist und der gleichzeitig ein Mitglied des Direktoriums des ILSI (International Life Science Institute), einer Lobbyorganisation der Lebensmittelindustrie, ist. Dieser bläst natürlich bereitwillig ins von Jötten hingehaltene Horn. Wen wundert's, dass auch hier nur plakative, unbewiesene Behauptungen im Sinne Jöttens herauskommen? Nun versieht man den Artikel noch mit einer provokanten Überschrift ('Der Milch-Quark der Veganer') und kann sicher sein, dass einschlägige Magazine, denen es höchstens marginal um echte Information geht, nun gerne gegen Bares zugreifen.

Das Ganze dient zu nichts anderem, als dass sich die Beteiligten die Taschen füllen und ihr Ego gestreichelt fühlen. Deshalb pflege ich Derartiges im Allgemeinen zu ignorieren, da ich es sowohl für überflüssig, als auch für unseriös halte.

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19.08.2014, 16:16 Uhr
Gut finde ich ja schon den Einstieg: Vielleicht haben die landwirtschaftlichen PR-Strategen damals einen Bumerang losgeworfen, der jetzt zurückkommt - in Form einer Anti-Milch-Kampagne, die mich jeden Tag auf der Straße anschreit.

Leider wurde mir jetzt nicht klar, wo sich Herr Jötten so aufhält. Also mich schreien nicht täglich diese Kreidebotschaften an. Eigentlich habe ich sie noch nie gesehen :oo:

Die Argumente sind...naja ziemlich dürftig.

Lustig finde ich auch, die Stelle mit der versteckten Sahne, nach der die Leute verängstigt fragen würden^^ Vielleicht wäre es einfacher essen zu gehen, wenn klar ersichtlich wäre, welche Zutaten verwendet wurde. Dann müsste keiner verängstigt nachfragen und Jöttens Restaurantbesuch wird nicht gestört!
Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.
Pythagoras

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19.08.2014, 21:39 Uhr
Hallo,

ich habe auf Facebook von Kreide-Kampagnen erfahren... allerdings meistens zum Film Earthlings. Der Artikel erscheint mir auch sehr suspekt. Es wird auf die vielen Untersuchungen und Veröffentlichungen zum Milchkonsum kaum eingegangen. Mich würde interessieren, wie der Ernährungswissenschaftler Filme wie "Gabel statt Skalpell" oder auf die China Study II aus rein wissenschaftlicher Sicht antworten würde... Das mit dem Geld... ich weiß nicht... irgendwie klingt das doch schon sehr klischeehaft... oder was meint Ihr? Glaubt Ihr, da werden Wissenschaftler von der Industrie bestochen?

Viele Grüße aus dem ICE nach Berlin:

Kilian
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21.08.2014, 21:23 Uhr
was ist das denn für ein dummer artikel! unglaublich!
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23.11.2014, 10:25 Uhr
ine wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Trinken von zu viel Milch Krebs bekommen,aber ich weiß nicht so genau.
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02.05.2017, 20:45 Uhr
Der Beitrag ist schon etwas älter, aber da ich neu hier bin und mich außerdem gerade mit genau dieser Thematik beschäftigt habe, wollte ich noch einmal etwas dazu beitragen.

Ich davon überzeugt, dass es wissenschaftliche Gremien und Ernährungsorganisationen gibt, die ganz klar von der Fleisch-, Fisch- und Milchindustrie gefördert werden. Das läuft dann z. B. so, dass Forscher gut bezahlte Beraterverträge oder sonstige lukrative Aufträge von der Tierindustrie bekommen.

Und nein, ich halte Tiermilch nicht für gesund. Das Gegenteil ist der Fall.

Dafür muss man sich nur einmal überlegen, welche Aufgabe die Milch hat:
Sie dient als natürliche Nahrung für Säuglinge. Durch sie kann das Wachstum des Neugeborenen initialisiert und gefördert werden. Dies funktioniert über das in der Milch enthaltene IGF-1. Zusätzlich stimuliert Milch die Bildung von IGF-1 in der Leber des Menschen. IGF-1 ist ein starkes Wachstumshormon. Es aktiviert seinerseits das Enzym mTor. Dieses fördert erheblich das Zellwachstum und führt so zu der gewünschten Entwicklung des Neugeborenen. Dieser natürliche und gewollte Mechanismus schlägt jedoch ins Gegenteil um, wenn wir nach dem Abstillen weiterhin Tiermilch zu uns nehmen.

Die andauernde Wachstumsstimulation führt zu gesundheitlichen Problemen wie Krebs, Diabetes, Übergewicht und Akne. Es geht sogar so weit, dass mTor bzw. IGF-1 als Schlüsselregulatoren für das Altern und altersbedingte Krankheiten bzw. Zivilisationskrankheiten gelten. Nachzulesen z. B. im Magazin Nature (Johnson SC et al. mTOR is a key modulator of ageing and age-related disease. Nature 2013, 493:338-345).

Ich kann bei Interesse gerne noch ins Detail gehen und Studien nennen, sowohl für Krebs, Diabetes, Akne, Übergewicht und einiges mehr. Aber ich finde alleine schon die Überlegung, dass die Milch starkes Wachstum triggert, ziemlich überzeugend. Einmal in Bezug auf Probleme wie Übergewicht. Vor allem aber, weil dadurch langfristig der Metabolismus angefeuert wird und der Körper schneller verschleißt und frühzeitig altert.

Und in Bezug auf Tierleid und Ethik ist die Antwort ja eh klar, wie auch Ebony schon geschrieben hat. :thumbup:



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02.05.2017, 21:17 Uhr
Ähnliche Kampagnen waren in den USA ebenfalls großflächig angelegt.

McDougall handelt in einem komprimierten Video die meisten (gesundheitlich) wichtigen Punkte ab:
https://www.youtube.com/watch?v=vzAxw_1UvLU

Grüße,
Falk
Auf eigenen Wunsch deaktiviert.

1x bearbeitet

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02.05.2017, 21:19 Uhr
Jao, man muss nur mal HINTERFRAGEN:
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte am Donnerstag im Bundestag, noch in dieser Woche erwarte man den entsprechen Rechtsakt aus Brüssel. Danach werde sofort die notwendige Eilverordnung auf den Weg gebracht, um eine Antragstellung noch im laufenden Jahr zu ermöglichen.

Wegen fallender Einnahmen bei den Landwirten hatte die EU vor einem Monat ein umfangreiches Hilfspaket zugesagt, von dem knapp 70 Millionen Euro nach Deutschland fließen sollen. Das Geld soll vor allem Milchbauern und Schweinefleisch-Produzenten zugute kommen, die vom jüngsten Preisverfall besonders betroffen sind. (dpa)
Ist zwar von 2015 ( http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Agrarpolitik/Millionen-Hilfspaket-aus-Bruessel-erwartet_article1444994409.html) aber wer bekommt schon Subventionen ?
Wenn ich in meinem Beruf keinen Umsatz bringe, ist Pleite angesagt oder ich muss mich am Markt orientieren - anders unsere "Bauern". Wem nützt die Milch ?
"Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird."
George Adamson

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