Veganfreundlichen Arzt finden?

Erstellt 14.01.2021, 17:10 Uhr, von Ef70. Kategorie: Gesund vegan leben. 13 Antworten.

15.01.2021, 17:06 Uhr
Also insgesamt zeichnet sich hier doch ein ziemlich verbesserungswürdiges Bild ab, finde ich!
Offenbar gibt es in der Hinsicht eher Probleme oder bestenfalls ein In-Ruhe-Lassen, aber nicht einen konstruktiven Austausch zwischen Arzt und veganem Patienten.

Dass Ernährung nicht mit zum Studium gehört, oder höchstens am Rande, ist ja schon beschämend. Aber dass es mittlerweile mehr und mehr Vegetarier und Veganer gibt und dieser Trend auch in Lebensmitteln und Kochbuchangeboten usw. allgegenwärtig sichtbar wird, sollte doch den einen oder anderen Arzt wenigstens interessieren. Als würde der Mehrzahl gar nicht in den Sinn kommen, dass die Ernährung eine Rolle bei den körperlichen Abläufen spielt.
Bei der Onlinesuche nach "vegan", "Arzt" und meiner Stadt kam ich z.B. auf eine Praxis, deren Arzt extra für Veganer Blutuntersuchungen anbietet. Erstmal war ich interessiert, aber sein Text dazu lautete sinngemäß, dass es heute immer mehr Menschen gibt, die sich vegan ernähren, obwohl das eine große Reihe von Risiken berge, vor allem Mangel an Eiweiß, Eisen, Zink, Vit.B12 (und wer weiß was noch) mit gravierenden Folgen. B12 könne ausschließlich über Fleisch, Milch oder Eier aufgenommen werden.
Ich meine - Eiweißmangel? Woher hat der das? Und dass die Tiere B12 selber über Supplemente bekommen, sollte m.E. auch jedem bekannt sein, der meint, sich fachkundig zur Ernährung zu äußern. Jedenfalls bietet der gute Herr einen Bluttest an, um die armen Irren nicht komplett vor die Hunde gehen zu lassen.


Ich möchte mich zwar einerseits nicht nur in einer Informationsblase bewegen, wo alle inkl. Arzt mir nach dem Mund reden, aber wie oben schon gesagt: Die Ärzte sind die Gesundheitsexperten und sollten sich freiwillig interessieren.
Meine Tochter hatte als Baby Hautausschlag, und durch Experimentieren fanden wir heraus, dass der wegging, nachdem wir auf unparfümiertes Waschmittel umstiegen (sowieso eine gute Entscheidung). Glaubt ihr, der Hautarzt hätte auch nur eine Frage danach gestellt, wie sie ernährt wird, was für Materialien sie trägt oder wie wir das Kind oder die Kleidung waschen? Meine kurzen Fragen in Richtung Ursachensuche wiegelte er ganz schnell ab. Sowas ist zum Haareraufen.

Unsere aktuelle Ärztin, die ja leider aufhört, hatte meine Werte mit positivem Interesse betrachtet und meinte anerkennend, ich sähe viel jünger aus als erwartet. Wollte wissen, wie ich auf pflanzlich gekommen sei und notierte sich sofort die "China Study", von der sie selber nie gehört hatte. Das ist der Spirit, den ich suche. Und wenn dann ein Arzt das Gleiche gelesen hat wie ich und dennoch Einwände hat, dann bin ich doch selber auch daran interessiert, diese zu hören und zu verstehen.

Dass man solche Ärzte nur im Ausnahmefall trifft und ansonsten gleich in die Esoterikecke gestellt wird, ist ein Armutszeugnis des modernen medizinischen Angebots. Eure ganzen Berichte und Notlösungen spiegeln das in seiner Gänze wider.
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
15.01.2021, 19:33 Uhr
Zitat Ef70: Die Ärzte sind die Gesundheitsexperten und sollten sich freiwillig interessieren.


Nein, eben nicht. Die heutigen Ärzte sind keine Gesundheitsexperten sondern Krankheitsexperten. Darauf ist auch das ganze Studium ausgelegt. Ein weiterer Punkt ist, dass die große Mehrheit der Patienten überhaupt nicht an Ursachenforschung interessiert ist, sondern möglichst komfortabel mit ihrer bisherigen Lebensweise weitermachen will. Ein guter Arzt ist der, der eine passende Pille verschreibt, die die Symptome lindert aber ansonsten nichts ändern will. Auf diese Vorgehensweise ist bei uns Gesundheitswesen (besser gesagt das Krankheitswesen) ausgelegt: Krankheitssymptome lindern (aber um Gottes Willen nicht heilen, dann bringt der Patient kein Verdienst mehr), aber nicht auf Prävention gehen weil, siehe Klammer. Gesunde und Tote bringen kein Geld, also lässt man die Kranken krank. Sorry, für meinen Zynismus, aber das musste ich mal loswerden.
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15.01.2021, 21:27 Uhr
Hallo Dana
ich denke das ist kein Zynismus, wenn man bedenkt, dass z.B. auch Krankenkassen z.B. teure OP's bei Herzinfarkt etc . ohne Bedenken zahlen, aber bei manchen Hilfsmitteln sich zieren.


Hallo Ef70 :
Dem Arzt in Deiner Stadt könntest Du mal ein Bericht von der A.N.D ( American Society of Nutrition and Diety) senden, die die vegane Ernährung für alle Lebensalter empfiehlt:
https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-news/12-05-2017-position-der-us-amerikanischen-academy-of-nutrition-and-dietetics-vegane-ernaehrung-bei-guter-planung-fuer-alle-geeignet/
:green:

Mit der Argumentation die er bringt, versucht er doch nur Menschen einzuschüchtern und von dieser Ernährung weg zu bringen.

Lieben Gruß
METTA



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17.01.2021, 13:12 Uhr
Trotzdem schade, dass es so ist wie es ist.
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