Petition: Keine Jagd ohne "vernünftigen Grund"

Erstellt 28.04.2021, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 6 Antworten.

Petition: Keine Jagd ohne "vernünftigen Grund"
28.04.2021
Ein Organisationsbündnis fordert aktuell die verpflichtende Aufnahme eines "Vernünftigen Grunds" im Jagdgesetz. Zudem soll die Liste der "jagdbaren" Tierarten anhand wissenschaftlicher Daten gekürzt werden.
Alle Infos und Link zur Petition:
https://www.vegpool.de/news/petition-keine-jagd-ohne-vernuenftigen-grund.html
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28.04.2021
Warum muss überhaupt gejagt werden ? Da sind doch viele Hobbyjäger*innen dabei, die nur rumballern wollen und eine Trophäe zur Bestätigung ihres EGO brauchen, egal ob hier in D oder in anderen Ländern. Ich denke , man kann vieles ähnlich wie in anderen Ländern Wildtier-Rangern übertragen, also z.B. wenn ein Tier krank oder durch ein Autounfall verletzt wurde und dann wegrennt.


Lieben Gruß
METTA

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17.12.2021
Die Petition hatte ich schon vor längerer Zeit mal gesehen. Ich unterstütze sie aber nicht, da sie sich aus meiner Sicht vordergründig weder für den Schutz von Wildtieren noch gegen die Jagd einsetzt, sondern in erster Linie dem Schutz wildernder Haustiere dient. Tatsächlich sind wildernde Haustiere aber ein ernsthaftes Problem für Wildtiere und die Haustierbesitzer, die das zulassen, sind, wenn überhaupt, nur durch Angst um ihre Tiere überhaupt zu Vernunft, Rücksichtsnahme und verantwortlicherem Handeln zu bringen.
Aus meiner Sicht ist es also ein vernünftiger Grund für einen Abschuss, wenn ein Haustier wildert, aus Sicht der Petition aber nicht. (Nachtrag: Abschuss natürlich nur, wenn das Tier nicht eingefangen werden kann - dem Halter sollte in diesem Fall eine saftige Strafe und ein Verbot der Tierhaltung blühen).

1x bearbeitet

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18.12.2021
Ist eine Katze, die eine Maus fängt, ein wilderndes Haustier? Ein Koi, der eine Fliege fängt? Wo setzt du die Grenze und mit welchem Recht? Ist ein Tier auf Nahrungssuche schädlicher als eine lustige Gesellschaft auf Treibjagd?
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18.12.2021
Ich denke, eine Katze, die eine Maus fängt meint Sunjo damit nicht , auch kein Koi , der eine Fliege fängt, sondern eher Hunde oder Katzen, die andauernd z.B. Rehkitze oder Kaninchen oder Vögel im Garten( das kann man wohl durch ein Glöckchen verhindern) oder sonstige Wildtiere im Wald reißen, ohne dass ihr Herrchen/Frauchen sich dafür verantwortlich fühlt.
Leider hatte unser Englischer Setter( Jagdhundrasse), den mein Bruder in den 70ern aus Frankreich mitbrachte , auch schon mal Kaninchen getötet und wurde auch von meinem Bruder mal mit auf eine Entenjagd genommen.( ich war da nicht dabei, mich hat das schon damals gestört).
Ich denke, da liegt es wirklich in der Verantwortung des Menschen solches Verhalten zu unterbinden, bzw. wenn die Gefahr bzw. Neigung zum Jagen dazu vorhanden ist, den Hund eben nicht von der Leine zu lassen.
Was ich aber auch schlimm finde ist diese Sitte in Spanien, dass die Jagdhunde, die zu wenig jagen nach der Saison aufgehängt oder erschossen werden
http://p6.focus.de/img/fotos/id_410855/strassenhunde.jpg?im=Resize%3D%28630%2C472%29&hash=21404215873d00fd230fee92431b053a2699d4579acbfd7965eb84dbb1caa633
Erst werden sie dazu erzogen oder gezüchtet zu jagen, dann werden sie getötet, wenn sie nicht dem Leistungsanspruch ihrer Besitzer entsprechen. :wallbang:

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18.12.2021
Zitat Crissie:Ist eine Katze, die eine Maus fängt, ein wilderndes Haustier? Ein Koi, der eine Fliege fängt? Wo setzt du die Grenze und mit welchem Recht? Ist ein Tier auf Nahrungssuche schädlicher als eine lustige Gesellschaft auf Treibjagd?


Eine Katze, die auf dem Besitz des Eigentümers eine Maus fängt (klassisches Beispiel für das Hauskatzen ja früher auch mal nützlich waren, ist das Jagen von Mäusen in der Scheune) ist natürlich kein wilderndes Haustier.

Eine Hauskatze (gefüttert, medizinisch versorgt, warmer und sicherer Schlafplatz), die aus menschlich erwünschter Zucht oder aus verantwortlungsloser Vermehrung (fehlende Kastrierung oder Sterilisierung von Freigängern) stammt, keiner echten Konkurrenz und natürlichen Auslese ausgesetzt ist, demzufolge in massiv höherer Zahl vorkommt, als das ohne den schädlichen Einfluss des Menschen jemals vorgekommen wäre, muss von Wildtieren ferngehalten werden. Dieses Tier existiert nur durch Menschen und muss durch Menschen versorgt werden. Selbst wenn ein Tier nicht oder nicht erfolgreich jagt, bedeutet die bloße Anwesenheit eines Raubtieres (tierischen Jägers) Stress für die Wildtiere, selbst dann, wenn sie keine potentiellen Beutetiere sind. Und das billige Argument, dass nur schwache oder kranke Tiere erlegt werden, trifft insbesondere auf Ästlinge (Jungvögel, die gerade fliegen lernen und deren Schutzmechanismus aus stillem Hockenbleiben besteht) nicht zu.

Viele schimpfen über den Umgang mit Straßenhunden in anderen Ländern, aber wie wir mit unseren Tauben (auch ehemalige Haus- und Zuchttiere) umgehen, oder wie wenig Verantwortung Katzenbesitzer für das Stressen, Quälen und Töten ihrer freilaufenenden Lieblinge übernehmen, ist keinen Deut besser.

Und deine Frage zur Treibjagd. Ich kann sowohl zum Vergnügen tötende Jäger als auch aus völliger Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit verantwortungslose Katzenbesitzer ebenso wie alle anderen speziezistischen Tierhalter, die durch die Haltung eines einzigen Tieres eine deutlich größere Anzahl von Tieren töten lassen, moralisch, ethisch und empatisch unterentwickelt finden.
Hinzu kommt, dass die meisten, die sich über den Abschuss streunender und wildernder Haustiere empören, weder selbst vegan leben noch ihre Haustiere vegan ernähren (einige Ausnahmen, z.B. hier im Forum, setze ich selbstverständlich voraus).


Die Petition wird ja mehrheitlich von Organisationen unterstützt, die es mit Tier- und Naturschutz wirklich ernst meinen. Und vielleicht ist es sogar klug gewesen, Haustierbesitzer, die sich erfahrungsgemäß immer mit anderen Haustierbesitzern solidarisieren, egal wie rücksichtslos und falsch diese handeln, mit ins Boot zu holen. So viele Unterschriften hätte man nur mit Wildtierschutz vermutlich niemals zusammenbekommen.

2x bearbeitet

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