Ökologischer leben

5 Vorsätze, die wir nicht länger aufschieben sollten

Was wäre, wenn alle Menschen plötzlich ökologisch nachhaltiger leben würden? Wenn wir aufhören darauf zu warten, dass Politiker die Welt retten - und einfach selbst anfangen?
Tatsächlich muss Veränderung nicht anstrengend sein. Oft erhöhen gute Entscheidungen sogar unsere Lebensqualität. Gute Gründe also, diese wichtigen fünf Vorsätze nicht mehr weiter zu verdrängen. Alle wurden vom Autor dieser Zeilen bereits selbst umgesetzt - und sind 100% praxistauglich.

Übrigens: Die hier genannten Vorsätze gehen über eine vegane Lebensweise hinaus. Falls Sie noch nicht vegan leben, denken Sie bitte zu allererst darüber nach! Eine vegane Lebensweise ist schließlich mit Abstand der effizienteste Schritt zum Schutz unserer Umwelt. Wenn Sie noch nicht vegan werden, werden Sie jetzt vegan. Am besten noch heute.

Windräder liefern umweltfreundlich Energie
Ökostrom ohne Atom- und Kohlekraft.
Bild: steve p2008, flickr.com (bearb.), CC-BY

Echter Ökostrom statt Atom- und Kohlestrom

Die Erzeugung von Energie aus fossilen Rohstoffen wie Öl oder Kohle ist einer der wichtigsten Gründe für den Klimawandel (nach der Erzeugung von Tierprodukten). Technologien für eine nachhaltigere Energie-Erzeugung stehen längst zur Verfügung - und Deutschland ist weltweit einer der Vorreiter für die "grüne Energiewende".

Das Problem: Die meisten Stromanbieter bezeichnen ihren Strom als "Ökostrom", investieren aber nur wenig in erneuerbare Energien. Beziehen Sie echten Ökostrom von einem der Anbieter, die wir Ihnen hier vorstellen. Ökostrom ist übrigens nicht zwingend teurer als Strom aus Kohle und Atomkraft.

So habe ich es umgesetzt: Ich beziehe Ökostrom der Energiewerke Schönau. Diese zählen zu den vier "echten" Ökostrom-Anbietern in Deutschland.
Das hat sich verändert: fast nichts. Durch den Einbau von Energiesparbirnen ist der Strombedarf gering und macht ohnehin nur einen kleinen Bruchteil der allgemeinen Haushaltskosten aus.

Eine Frau macht einen Smoothie
Bio schmeckt gut und tut gut.
Bild: Fotolia.com

Biologisch einkaufen

Das Bio-Siegel ist eines der wenigen Qualitätssiegel in Deutschland, die streng kontrolliert werden. Dennoch gibt es noch viele Vorurteile über Bio... dass Bio immer teuer sei, oder dass man sich nicht auf die Kontrollen verlassen könne. Bio-Landwirtschaft ist jedoch deutlich ökologischer als konventionelle Landwirtschaft. Bio ist sicher nicht perfekt - aber das Beste, was wir heute ohne großen Aufwand tun können.
Und wer es richtig bio mag (also noch ökologischer als es die EU-Richtlinien vorschreiben), der kauft Produkte vom Bioverband Bioland oder aus zertifiziert bio-veganem Anbau.

So habe ich es umgesetzt: Ich kaufe zu 99% im Biomarkt ein und auch in der Vegpool-Redaktion kaufen wir meistens Bio. Wir sind stolz darauf, mit vielen Bio-Herstellern zusammenzuarbeiten. Denn Bio und Vegan passen perfekt zusammen.
Das hat sich verändert: Mehr frische Lebensmittel, da verarbeitete Bio-Lebensmittel recht teuer sind. Dadurch gesündere Ernährung und das Gefühl, einfach bessere Qualität zu erhalten. Für einen vergleichsweise geringen Aufpreis.
Tipp: Bio-Lebensmittel im Supermarkt sind oft deutlich teurer als im Bio-Discounter. Im Bio-Discounter entfällt oft auch die unnötige Plastik-Verpackung.

Das Buch "Besser leben ohne Plastik"
Plastiktüten sind völlig unnötig.
Bild: K/Vegpool

Jutetasche statt Plastiktüte

Plastiktüten werden durchschnittlich etwa eine halbe Stunde lang verwendet, sind biologische aber praktisch nicht abbaubar. Viele Plastiktüten landen in der Umwelt. Im Ozean gibt es riesige Inseln aus Müll. Plastik zerfällt im Laufe der Zeit zu immer kleineren Partikeln, wird aber praktisch nicht abgebaut. Plastiktüten sind eines der schädlichsten Produkte unserer Zeit, das sich zugleich am leichtesten ersetzen lässt. Zum Beispiel mit einer klassischen Baumwolltasche. Diese lässt sich einfach im Rucksack verstauen und kann bei Bedarf schnell gewaschen werden.

So habe ich es umgesetzt: Obst und Gemüse kommt ohne Tüte in den Einkaufskorb und nach der Kasse direkt in die Jutetasche.
Das hat sich verändert: Ich lege die Waren direkt in den Einkaufswagen und aufs Warenband. Kein großer Aufwand. Nur bei meinem Aufenthalt auf Teneriffa wurde ich in Supermärkten angestarrt... denn dort wird das Obst gewöhnlich mit Einweg-Plastikhandschuhen entnommen und - nach Sorte getrennt - jeweils in Plastiktüten verpackt.

Waschmaschinentrommel
Ökologisch waschen und die Umwelt weniger belasten.
Bild: Pablo Ibañez, flickr.com (bearb.), CC-BY

Ökologisches Waschmittel

Waschmittel, dass wir in die Waschmaschine geben, gelangt zu mehr oder weniger großen Teilen in die Umwelt. Viele Bestandteile des Waschmittels (z. B. Bleichmittel, optische Aufheller und Komplexbildner) können in Kläranlagen nicht heraus gefiltert werden und gelangen in die Natur. Doch es gibt Anbieter von ökologischen Waschmitteln, die in ihrer Leistung den konventionellen Billig-Produkten in nichts nachstehen. Solche Waschmittel finden Sie z. B. im Biomarkt, in vielen Drogeriemärkten und z. B. von der Waschkampagne.de. Übrigens: Pulver ist ökologischer als Flüssig-Waschmittel. Achten Sie auf eine angemessene Dosierung, denn "viel" hilft nicht immer viel.

So habe ich es umgesetzt: Ich nutze derzeit Flüssig-Waschmittel von Frosch, einem Hersteller, der sich ökologische Verantwortlichkeit auf die Fahnen schreibt und das Waschmittel als "vegan" deklariert. Allerdings hat mich das Angebot der Waschkampagne zum Nachdenken gebracht und ich werde wohl wieder auf Pulver umstellen, das auf die regionale Wasserhärte abgestimmt ist.
Das hat sich verändert: Die Kosten pro Waschgang sind ein paar Cent höher als bei konventionellem Billig-Waschmittel. Die Waschleistung ist gleich geblieben.

Bankkonto bei einer nachhaltigen Bank eröffnen.

Ökologisch orientierte Banken investieren Geld in nachhaltige Projekte. Sie vermeiden Investments in Unternehmen, die mit Waffenproduktion, Atomkraft und Kinderarbeit in Verbindung stehen und fördern Projekte, die der Umwelt und der Gesellschaft zugute kommen. Leider gibt es bislang nur wenige explizit vegane und umweltfreundliche Investitions-Möglichkeiten - doch der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank ist der wichtigste Schritt, um sein Geld sinnvoller einzusetzen.

So habe ich es umgesetzt: Ich habe mein Privatkonto bei der GLS-Bank und mein Geschäftskonto bei der Triodos-Bank. Der Wechsel war unkompliziert und die Gebühren sind vergleichbar mit klassischen Banken. Das hat sich verändert: Eigentlich gar nichts.



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Kommentare

Mareike
Kommentar #1 18.11.2016, 18:35 Uhr
Liebe Leute,
ich habe zu den Nachhaltigen Banken ein paar Fragen. Wie läuft das genau. Funktioniert sie anstelle meiner normaler Bank ? Wo kriege ich dann Geld wenn ich etwas brauche?, ich hab ja keine Filiale davon bei mir?
Danke

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