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Ausgrenzung als Veganer? So reagierst du darauf!

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Was tun, wenn man als Veganer ausgegrenzt wird? Bild: Fotolia.com

Das Angebot an veganen Ersatz-Produkten wächst und wächst und die mediale Berichterstattung lässt den Eindruck entstehen, als lebten bereits die meisten Menschen vegan. Als wären die vielen guten Gründe für eine vegane Lebensweise längst überall bekannt und akzeptiert.

Dennoch berichten die meisten Veganer, mindestens einmal Erfahrung mit Ausgrenzung gemacht zu haben. In seltenen Fällen soll es sogar zu Drohungen und tätlichen Angriffen gekommen sein.

Das betrifft nicht jeden Veganer. Viele Veganer kommen mit ihrem sozialen Umfeld gut klar. Doch die, die regelmäßig - und vielleicht auch im beruflichen Umfeld - von Ausgrenzung betroffen sind, fragen sich vielleicht, was sie dagegen tun können

Was tun gegen soziale Ausgrenzung?

Wie verhält man sich als Veganer am besten, wenn man im sozialen Umfeld bloßgestellt, verächtlich gemacht, gemobbt oder anderweitig ausgegrenzt wird? Wenn das vegane "Bullshit Bingo" einfach zu viel Zeit im Leben in Anspruch nimmt und man sich als Mensch einfach nicht mehr ernst genommen fühlt?


"Einfach ignorieren", sagen viele. Und das ist bei gelegentlichen Sticheleien oder flapsigen Kommentaren wohl der beste Rat. Einfach darüber lachen und nicht weiter drauf eingehen.

Doch wenn aus Sticheleien Ausgrenzung und Mobbing wird, geht das auf Dauer an die Substanz. Das soziale Umfeld kann man sich nicht immer aussuchen. Nicht immer kann man also den unangenehmen Persönlichkeiten einfach aus dem Weg gehen.

Die gute Nachricht: Wenn man sich konsequent an ein paar Grundregeln hält und die klassischen "Klippen" umschifft, gelingt der Umgang meist auch mit unangenehmeren Zeitgenossen.

Emotionen schlagen Argumente

Mobbing, Ausgrenzung und Co haben psychologische Hintergründe, die auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen sind. Verständnis oder gar Anerkennung sind daher nicht immer zu erwarten. Meist ist eine strategische Koexistenz schon ein guter Kompromiss.

Der Glaube, mit guten Argumenten punkten zu können, trügt leider nur zu oft.


Wir Menschen beurteilen andere Menschen vor allem emotional. Auch wenn wir glauben, rein rational zu handeln, entscheidet oft unser Bauchgefühl darüber, ob wir jemanden auf den ersten Blick sympathisch finden, oder nicht.

Und wenn wir stets von "radikalen", "verzichtenden", "deprimierten" Veganern hören, dann erscheint uns jeder noch so lebensfrohe Veganer schnell wie eine Vogelscheuche!

Gute, sachliche Argumente sind dagegen oft machtlos. Die Gründe für eine vegane Lebensweise können noch so gut sein - in einem schwierigen Umfeld behalten oft die Emotionen die Oberhand. Argumente könnten im Gegenteil sogar die negativen Vorurteile vom "Vegan-Aktivisten" verstärken!

Tatsächlich haben Psychologen herausgefunden, dass sich Fleischesser oft schon allein deshalb negativ über Veganer äußern, weil sie annehmen, dass Veganer schlecht über sie denken. Sie "reagieren" mit ihren Angriffen also auf eine vermeintliche Abwertung durch Veganer. Mehr zur Untersuchung.


Es ist gut, das als Veganer zu wissen. Denn so wird deutlich, dass viele Angriffe nicht auf die eigene Persönlichkeit abzielen, sondern auf Vorurteilen und Ängsten des Gegenübers beruhen. Auf "Projektionen", wie Psychologen sagen.

Eine thematische Grenze ziehen

Das macht es allerdings nicht unbedingt einfacher. Denn Ausgrenzung ist auch dann anstrengend, wenn sie auf charakterlichen Defiziten des Gegenübers beruht. Und natürlich möchte sich nicht jeder Veganer ständig dieselben Vorurteile anhören und darauf eingehen müssen. Schließlich gibt es ja auch noch andere Themen im Leben.

Hier hilft es, eine thematische Grenze zu ziehen. Eine freundliche Erklärung, dass man über das Thema Ernährung nicht diskutieren möchte, weil das Privatsache sei.

Hilfreich ist es auch, auf Quellen im Internet zu verweisen, über die sich jeder unabhängig selbst informieren kann.

Grenzen ziehen bedeutet in dem Zusammenhang nicht, dass man seine Argumente immer für sich behalten muss. Es bedeutet einfach, dass es passendere Orte, Zeiten und soziale Konstellationen gibt, in denen sachliche, wertvolle Diskussionen möglich sind. Beachte dazu auch diesen Artikel.

Gib deinem Umfeld Zeit, seine Vorurteile in Ruhe zu überwinden und dich als Mensch (und nicht bloß als "Veganer") kennenzulernen. Sobald sie dich besser kennen und nicht nur als "radikaler Veganer" sehen, ist immer noch genug Gelegenheit, ab und zu mal ein paar Fragen zu beantworten.

Wer sich auf eine Diskussion über seine vegane Ernährung einlässt, sollte dabei stets eine Ich-Perspektive wählen und auch die emotionalen Aspekte nicht unterschlagen. Denn Mitgefühl macht uns nahbarer und verständlicher. Und wenn wir aus unserer persönlichen Perspektive sprechen, kann uns niemand belehren.

Nur im schlimmsten Fall: Kontakte abbrechen

Leider erfahren wir immer mal wieder von Fällen, in denen die vegane Lebensweise trotz aller Versuche der Annäherung einfach nicht respektiert wird. Da kommt es zu lautstarken Auseinandersetzung, zu übler Nachrede im Bekanntenkreis - und sogar zu Fällen, in denen einem Veganer tierische Produkte ins Essen gemischt wurden.


Wenn klärende Worte und bewusstes Grenzen-ziehen hier nicht fruchten, dann bleibt in solch extremen Fällen nur eines: Abstand nehmen. Vorübergehend oder - in schweren Fällen -dauerhaft. In Fällen von körperlicher Gewalt muss die Polizei informiert werden.

Es kommt durchaus vor, dass sich im Zuge der Vegan-Umstellung auch Freundschaften verändern. Manchmal fühlen sich Freunde angegriffen, wenn man sich entscheidet, vegan zu werden. Wir Menschen tragen einfach eine Menge Vorurteile gegenüber "Andersdenkenden" mit uns herum. Als Veganer sind wir davon nicht ausgenommen.

Missverständnisse lassen sich in einem Gespräch (emotional und aus Ich-Perspektive, siehe oben) meist klären. Doch leider nicht immer.

Freundschaften verändern sich

Letztendlich wirkt die Ernährungs-Umstellung manchmal wie ein Indikator für echte Freunde, die einen Platz im eigenen Leben verdient haben. Und so kommt es vor, dass Freundschaften allmählich versickern, und neue Freundschaften entstehen.


Nicht immer ist das einfach. Aber es ist zumindest ehrlich. Die vegane Lebensweise ist nicht der Grund, sondern allenfalls der Anlass für soziale Auseinandersetzungen. Je mehr Veganer es gibt, desto normaler ist die Unterhaltung darüber - und desto leichter fällt es weiteren Menschen, den Schritt zu wagen.

Rat und Hilfe von Gleichgesinnten suchen

Der Austausch mit Gleichgesinnten ist für viele Veganer eine große Hilfe. So können Erfahrungen und Tipps in einem angenehmen Umfeld ausgetauscht werden. Am besten eignen sich persönliche Treffen (in vielen Städten gibt es vegane "Stammtische" o.ä.). Aber auch vegane Online-Foren können helfen.

Und falls all das nicht helfen sollte, oder die Verzweiflung schon zu groß geworden ist, dann kann eine psychotherapeutische Beratung eine gute Hilfestellung im Umgang mit der Ausgrenzung bieten - und fundierte, konkrete Tipps vermitteln.

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Autor: Kilian Dreißig
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Soziale Ausgrenzung - was tun?
(14 Antworten)
Letzter Beitrag: 16.07.2020, 16:21 Uhr


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