Omnivore Kinder von Vitamin B12-Unterversorgung besonders häufig betroffen!

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Viele omnivor und vegetarisch ernährte Kinder sind mit Vitamin B12 unterversorgt. Bild: Fotolia.com

Immer wieder veröffentlichen (manche) Medien skandalöse Artikel über vegane Ernährung bei Kindern. Sie picken sich Fälle von Vernachlässigung heraus, bei denen Eltern ihre Kinder deutlich unzureichend ernährt haben.

Und eins ist klar: Jeder dieser "Fälle" ist einer zu viel. Auch, wenn der Vegan-Bezug oft an den Haaren herbeigezogen wird.

Doch solche Skandalmeldungen lenken von einem ernsten Thema ab: Von der Vitamin B12-Unterversorgung bei nicht vegan ernährten Kindern in Deutschland. Also bei Kindern, die "omnivor" ernährt werden, aber auch bei vegetarisch ernährten Kindern.


Laut Auswertungen der ersten VeChi Diet-Studie (durchgeführt 2019) erreichten mit 47% fast die Hälfte der teilnehmenden, omnivor ernährten Kinder die Referenzwerte für eine Vitamin-B12-Versorgung nicht! Vegetarisch ernährte Kinder waren mit 57% sogar noch schlechter dran. [1].

Diese Zahlen sind erschütternd, da ein Vitamin B12-Mangel zu irreparablen (also nicht heilbaren) Schäden am Nervensystem führen kann.


Bei vegan ernährten Kindern lag der Anteil der mit Vitamin B12 nur unzureichend versorgten Kinder bei 10%. 90% der untersuchten und vegan ernährten Kinder erreichten also die Referenzwerte für eine ausreichende Vitamin B12-Versorgung.

Warum sind vegane Kinder so gut mit Vitamin B12 versorgt?

Doch wie kann es sein, dass die untersuchten, vegan ernährten Kinder meist deutlich besser mit Vitamin B12 versorgt waren als die Kinder, die omnivore oder vegetarische Kost erhielten? Schließlich behaupten viele Ärzte doch, dass Tierprodukte die besten B12-Quellen seien. Also genau jene Produkte, die in der veganen Ernährung nicht vorkommen.


Die Antwort ist leicht: Weil ihre Eltern auf eine angemessene Vitamin B12-Zufuhr achten. 97% der untersuchten Kinder bekamen von ihren Eltern Vitamin B12 verabreicht. Und das ist wirklich einfach! Ein paar Tropfen am Tag, oder eine kleine Lutschtablette, und das Thema ist erledigt.

Die pauschale (oft ideologisch motivierte) Empfehlung von Tierprodukten als B12-Quelle ist nicht nur falsch, sondern gefährlich. Denn Fleisch-, Milch- und Ei-Produkte enthalten ganz unterschiedliche Mengen des Vitamins.


Dass omnivor und vegetarisch ernährte Kinder bei der Vitamin B12-Versorgung so oft unterhalb der Referenzwerte liegen, zeigt: Die Ernährung liefert ihnen oft nicht genug Vitamin B12.

Übrigens: Eine Vitamin B12-Supplementation über Nahrungsergänzungsmittel sollte stets bedarfsgerecht erfolgen (nicht zu wenig, nicht zu viel). Daher wird empfohlen, die Versorgung regelmäßig zu überprüfen und mit einem Arzt zu besprechen (z. B. alle 1-2 Jahre).

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Quellen

  1. Leitzmann, Claus / Keller, Markus: Vegetarische und vegane Ernährung. 4. Auflage. S. 385. Stuttgart: UTB-Verlag, 2020

Autor: Kilian Dreißig

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B12-Unterversorgung bei omnivoren Kindern weit verbreitet
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Letzter Beitrag: 22.02.2021, 11:19 Uhr


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Schlagworte: Kinder Vitamin B12 Supplementation Studien


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