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Bio-Anbau

5 Vorurteile zu Bio-Produkten - und die Antworten darauf

In den Supermärkten und Discountern findet man eine schier unübersehbare Vielfalt an Gemüse, Obst und auch an verpackten Lebensmitteln. Viele davon schmücken sich mit Siegeln, die ihre besondere Qualität hervorheben sollen. Man weiß allerdings auch, dass sich hinter bekannten Siegeln oft nur heiße Luft verbirgt. Zu den bekanntesten Lebensmittel-Siegeln gehört das "Bio"-Siegel. Es ist eines der wenigen Siegel, die gesetzlich streng kontrolliert werden. Dennoch gibt es immer noch viele Vorurteile gegenüber "Bio". Auf viele Vorurteile gegenüber "Bio"-Lebensmitteln möchten wir hier eingehen - und sie hinterfragen.

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Nicht jeder kann sich Bio leisten

Wer wenig Geld hat, kann keine große Auswahl bei der Qualität seiner Nahrungsmittel treffen. So traurig es ist - es ist leider wahr. Während Milliarden an Steuergeldern in den Ausbau der industriellen Landwirtschaft (inkl. Massentierhaltungen) fließen, erhalten Bio-Betriebe nur einen Bruchteil der Subventionen. Und das, obwohl Bio-Produkte volkswirtschaftlich deutlich günstiger wären. Weil der Bio-Anbau Klima und Böden schont - und auf zahlreiche Pestizide und synthetische Düngemittel verzichtet.

Die künstlich niedrigen Preise von konventioneller Ware verführen den Verbraucher oft dazu, "Bio" zu meiden. Dabei könnte sich fast jeder Bürger in Deutschland weitestgehend biologisch ernähren. Denn auch wenn "Bio" tendenziell teurer ist, sind die Preisunterschiede gerade bei Grundnahrungsmitteln nicht besonders groß - sie bewegen sich oft im Centbereich. Es gibt sogar Menschen, die Hartz IV beziehen und es - mit großem Einsatz und akribischer Haushaltsplanung - schaffen bio-vegan zu leben. Günstige Bio-Grundnahrungsmittel erhält man in Discountern und auch z. B. bei DM.

Frau beim Einkauf
Frau beim Einkauf
Bild: © Boggy - Fotolia.com (bearb.)

"Bio" aus dem Bioladen ist teurer

Bio-Produkte aus dem Bioladen sind nicht immer teurer. Oft sind Bio-Produkte im Supermarkt oder Discounter sogar deutlich teurer als im Bio-Fachhandel. Das trifft besonders häufig auf verpacktes Obst und Gemüse zu. Beispiel: Man geht von einem Kilo Äpfeln aus, erhält aber nur 700 Gramm. Orientieren Sie sich am besten an den Grundpreisen, die angeben, was das Produkt pro Kilo kostet. Die Grundpreise müssen auf dem Preisschild mit angegeben werden.

Beim Preisvergleich sollten Sie auch die Qualität und Herkunft berücksichtigen. Gurken aus Spanien sind oft günstiger als regionale Produkte, die von Gemüsebauern aus der Umgebung angebaut wurden und nur kurze Transportwege hinter sich haben. Außerdem sollten Sie zwischen einfach zertifizierten EG-Bio-Produkten und Produkten mit dem Siegel eines Anbauverbandes (z. B. "Bioland" oder "Demeter") unterscheiden. Anbauverbände legen nämlich zusätzliche Regeln fest, die oft deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen für Bio-Anbau hinaus gehen. Produkte aus dem Bio-Fachhandel sind oft teurer, aber nicht immer. Ein Vergleich kann sich lohnen.

Bio-Produkte aus dem Fachhandel sind oft auch deshalb teurer, weil mehr Mitarbeiter beschäftigt werden, die kompetent beraten können. Außerdem sind viele Waren mehrfach kontrolliert und doppelt zertifiziert. Nicht immer ist die Produkt-Qualität aber besser als im Discounter oder Supermarkt. Insbesondere bei EG-Bio-Produkten gibt es häufig keine großen Unterschiede.

Bio-Lebensmittel sind gar nicht gesünder

Es gibt immer wieder Studien, die belegen, dass bestimmte Lebensmittel aus Bio-Anbau gar keine gesundheitlichen Vorteile gegenüber konventionellen Produkten hätten. Fakt ist: Nicht immer lassen sich Unterschiede im Geschmack und Qualität messen. Falt ist aber auch: Bei einigen Produkten lassen sich durchaus Unterschiede feststellen! Insbesondere bei der Belastung mit Pestiziden. Hier schneiden Bio-Produkte fast immer sehr gut ab.

Doch bei "Bio" geht es um mehr als Geschmack und Qualität. Ein wesentlicher Grundgedanke der Bio-Bewegung ist die Nachhaltigkeit. Eine Anbaumethode, die zwar hochqualitative, schmackhafte Produkte erzeugt, dabei aber Klima, Artenvielfalt und Grundwasser bedroht, ist schlicht nicht zukunftsfähig. Die ökologischen Kosten, die durch solch gierige Anbaumethoden entstehen, werden den Kunden an der Kasse nicht berechnet. Sie gehen zulasten der Gesellschaft, des Klimas und der Artenvielfalt. Um nur ein paar Punkte zu nennen.

Vegan leben
Bio-Produkte sind nicht immer gesünder - aber oft.
Bild: Warren Goldswain

"Bio" ist gar nicht bio

Riesige Äcker, die mit großen Maschinen bewirtschaftet werden - das entspricht nicht immer dem Bild, das man von einer ökologischen Landwirtschaft hat. Große Monokulturen gibt es auch in der Bio-Landwirtschaft - und hier und dort werden auch umweltschädliche Pflanzenschutzmittel verwendet (z. B. Kupfer). Manch ein Landwirt bewirtschaftet auch nur einen Teil seines Betriebes biologisch.

Es gibt Bio-Landwirte, die "Bio" als reines Siegel sehen, mit dem sich höhere Verkaufspreise erzielen lassen. Oft sind es aber auch Landwirte, die biologisch wirtschaften, weil sie sinnvoll und nachhaltig arbeiten möchten. Weil es ihnen am Herzen liegt, traditionelle und ökologisch nachhaltigere Anbaumethoden beizubehalten - auch wenn das nicht immer möglich ist.

Supporter sehen weniger Werbung.

Bio-Bauern betrügen genauso

Das Bio-Siegel ist eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittelsiegel in Deutschland. Um das Siegel nutzen zu dürfen, muss sich der Landwirt von einer staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstelle regelmäßig kontrollieren lassen. 1-2 Prüfungen sind im Jahr fällig. Wenn der Bio-Landwirt auch noch Mitglied in einem Bio-Anbauverband ist, wird es noch aufwendiger.

Tatsache ist: Es gibt auch unter Bio-Landwirten Betrüger, die versuchen, Kontrolleure zu täuschen. Allerdings gehen diese Betriebe gleichzeitig hohe Risiken ein. Wer erwischt wird, kann mit saftigen Strafen rechnen, denn die EU-Richtlinien sind gesetzlich verankert. Die allermeisten Landwirte produzieren ehrlich. Sie sind es, die unter Betrügern der Branche am meisten leiden müssen - denn der schlechte Ruf trifft nicht nur die Schuldigen. "Bio" kann keine absolute Garantie geben - doch es ist der wohl beste und am strengsten kontrollierte Qualitäts-Standard für Lebensmittel, der aktuell existiert.



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